1000 jährige Eiche, Naturdenkmal und Marterl Kronstein (kr2)

Detailfoto Marterl Kronstein (kr2)

1000jährige Eiche und Marterl

Die Eiche steht seit dem Jahr 2020 nicht mehr.



1926, Der Tullner Gau

1. Jahrgang, Folge 4, 15. Juli 1926, Seite 5 

Ein knorriger Wächter an der Südgrenze des Tullnergaues.

Von Robert Heinike

 

Ich glaube, daß sich in unserem Bezirke nicht leicht eine zweite Eiche dieses mächtigen Wuchses rühmen kann wie die Rieseneiche auf dem Haaberge bei Kronstein. Wienerwaldwanderer mögen diese Gegend nicht durchstreifen, ohne jenen Waldriesen besichtigt zu haben. Vor noch nicht langer Zeit erst stattete ich ihm wieder einen Besuch ab. Die Gesamthöhe des Baumes – nichts Außergewöhnliches – beträgt zirka 18 Meter. Die von der Krone überdeckte Fläche hat einen Radius von durchschnittlich 8 Metern. Der Umfang des 4 Meter hohen Stammes mit ½ Meter über dem Erdboden = 6 ¾ Meter. In einer Höhe von 2 Metern über dem Erdboden beträgt der Stammumfang noch immer 5 ½ Meter. Bei meiner Wanderung stand der Riese in Blüte. Er ist noch gut erhalten, nur ein kleiner Teil seiner Krone ist dürr, unbelaubt. Die Eiche steht auf einer Bergwiese nächst des Waldrandes in unmittelbarer Nähe eines Wirtschaftshofes. Bezüglich des Alters dieser Rieseneiche ist mir nichts genaues bekannt. Einheimische Forstleute schätzen es auf zirka 500 bis 700 Jahre.

Ein zweiter Baumriese steht neben der Gartenmauer des Gutes Reichersberg (bei Ried). Es ist dies eine brasilianische Pappel, die nach Angabe des Gutsbesitzers zur Zeit des Wiener Kongresses hierher verpflanzt worden sein soll. Ihr Stammumfang misst in einer Höhe von 1 Meter über dem Erdboden 7,3 Meter. Zur Umfassung des Stammes sind 4 Männer erforderlich. Es ist fast unglaublich, daß ein Baum solchen Umfanges ein verhältnismäßig so geringes Alter aufweist. Das Wachstum der Pappel ist eben ein überaus schnelles. – Es wäre interessant, auch über andere Baumriesen unseres Bezirkes näheres zu erfahren. Der „Tullnergau“ soll uns davon erzählen.

(Ein Foto der Rieseneiche am Haaberg bei Kronstein, ohne Datierung ist zwischen Seite 6 und 7 eingefügt.)

Stand der Abschrift: 17.11.2007. Veröffentlicht am 2.11.2024.

1978, Sieghartskirchen Festschrift, Dr. Erich Rabl

Das Gebiet der Marktgemeinde

 

Seite 27:
Höchste Erhebung des flachwelligen Hügellandes:
Haaberg, südöstlich von Kronstein („1000jährige Eiche“) 409 m.

Stand der Abschrift: 17.11.2007. Veröffentlicht am 2.11.2024.

1980, Tulln – Stadt und Bezirk

Seite 96 bis 110:

DAS LAND UM SIEGHARTSKIRCHEN

Robert Heinike


Auf den Haaberg

Wir wandern im Tale der Kleinen Tulln von Kogl aus auf der Straße nach Rekawinkel bis Kronstein. Kurze Rast im Gasthause, dann linker Hand durch herrliche Buchenwälder auf den Haaberg (408 m). Unweit des Gipfels steht eine 1000jährige Eiche (Durchmesser 2m). Der Sage nach soll sie von einem Kreuzfahrer gepflanzt worden sein.

Stand der Abschrift: 17.11.2007. Veröffentlicht am 2.11.2024.

1983, Rappoltenkirchen im Wienerwald, Dr. Erich Rabl

Rappoltenkirchen im Spiegel landeskundlicher Bücher

                   Seite 98:
Über einen Baumriesen, der leider seinem Untergang entgegen geht, berichtet Karl Lukan 1980 in seinem „Wienerwaldbuch“: (Seiten 98-99 wortwörtlich):

 

Oberhalb vom „Römergrab“, am Südhang des Haaberges (409 m), befindet sich die sogenannte „Tausendjährige Eiche“. Obwohl sie von der Zeit schon etwas zerzaust wurde, degradiert sie noch immer alle Bäume der Umgebung zu etwas höherem Buschwerk. Schon von weitem ist sie zu sehen, fast 7 Meter beträgt der Umfang ihres Stammes.

1928 wurde die „Tausendjährige Eiche“ zum Naturdenkmal erklärt. Aber seit damals ist nun auch schon wieder einige Zeit vergangen; der Baum begann allmählich „das Alter zu spüren“, und einige Äste wurden morsch, bildeten eine „Gefahr für Mensch und Tier“.

Welche Maßnahmen man ergriff? Ob man einen Zaun um den Baum errichtet?

Keineswegs! Man fand eine österreichische Lösung: Man strich ihn aus der Liste der „Naturdenkmäler“. Die Behörde ist für den Baum nicht mehr verantwortlich…

(Zitat Ende)


Stand der Abschrift: 17.11.2007. Veröffentlicht am 2.11.2024.

Adresse

Haberg
3443 Kronstein

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Kronstein

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