Mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung in der Marktgemeinde Sieghartskirchen ist am 26. Mai 2026 die erste Veranstaltung des Projekts „Gemeindeberatungen zum Neophyten-Management in NÖ“ erfolgreich gestartet. Das Projekt der NÖ Landesregierung, Abteilung Naturschutz (RU5) unterstützt Gemeinden mit fach- und sachkundiger Beratung dabei, invasive Neophyten richtig einzuschätzen und wirksame, sichere Maßnahmen vor Ort zu setzen.
Im Rahmen des Projekts werden Gemeinden in Niederösterreich durch zwei unterschiedliche Beratungsbausteine unterstützt: durch Fachvorträge mit anschließender Flurbegehung oder durch die fachliche Begleitung von Freiwilligeneinsätzen. Ziel ist es, interessierte Gemeinden in die Lage zu versetzen, eigene Schritte sachlich fundiert zu planen und das weitere Neophyten-Management vor Ort eigenständig, wirksam und sicher umzusetzen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Gemeinden innerhalb der Europaschutzgebietskulisse, in denen naturschutzfachlich wertvolle Lebensräume und Arten durch invasive Neophyten besonders gefährdet sein können.
Die erste Veranstaltung in Sieghartskirchen bestand aus einem Fachvortrag mit anschließender Flurbegehung und stieß auf großes Interesse. Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich über die Problematik invasiver Pflanzenarten und den fachlich richtigen Umgang damit zu informieren. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Gemeinde Sieghartskirchen in Zusammenarbeit mit dem Verein „NATS“ Natur- und Tierschutz in der Marktgemeinde Sieghartskirchen und Umgebung.
Die fachliche Durchführung übernahm der Biologe Mag. Alexander Wagner vom Ingenieurbüro MR Naturraummanagement GmbH. Vermittelt wurden Grundlagen zur Artenkenntnis, zu Ausbreitungswegen, zu fachgerechten Maßnahmen direkt an der Pflanze, zur richtigen Entsorgung sowie zur notwendigen Nachsorge. Gerade Letztere ist im Neophyten-Management entscheidend, da einmalige Eingriffe bei vielen invasiven Arten nicht ausreichen und nur ein längerfristig abgestimmtes Vorgehen nachhaltige Erfolge bringt.
Im Rahmen der Flurbegehung wurden die Inhalte aus dem Vortrag direkt an jenen Standorten vertieft, an denen invasive Neophyten im Gemeindegebiet tatsächlich vorkommen. Vor Ort konnten Fragen geklärt, Problemarten sicher angesprochen und mögliche Maßnahmen unmittelbar diskutiert werden. Durch den tatkräftigen Einsatz einzelner Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden bereits während der Begehung erste konkrete Schritte gesetzt und damit der Übergang von der Information zum Handeln unmittelbar sichtbar gemacht.
Die Marktgemeinde Sieghartskirchen versteht sich damit als Auftakt für ein weiterführendes eigenständiges Neophyten-Management in der Gemeinde. Genau darin liegt auch der Kern des Projekts: Gemeinden, lokale Initiativen und engagierte Bürgerinnen und Bürger sollen fachlich so unterstützt werden, dass aus Interesse und Motivation ein zielgerichtetes und naturschutzfachlich sinnvolles Handeln entsteht.