Geschichte Hausberg und ehem. Burg Kogl - Teil 1

Aufgrund einer Initiative der Ortsbevölkerung von Kogl, den Hausberg und die ehemalige Burg vor dem Vergessen zu bewahren, wurde ab Februar 2024 begonnen die vorhandenen Quellen zu sammeln.

Diese werden nun ausgewertet und werden die Kategorien Hausberg, ehemalige Burg und allgemeines Hintergrund Wissen beinhalten.

Zuletzt veröffentlicht bis zum 24.11.2025:

Die Korrektur der fehlenden Leerzeichen wurde am 20.11.2025 abgeschlossen und die Erstellung des Inhaltsverzeichnisses fortgesetzt. 

Zuletzt veröffentlicht bis zum 16.11.2025:

* Korrektur der Leerzeichen D 17 bis D 28.
* Anlage Teil 3 für die Register "E" und Korrektur der Leerzeichen E1 bis E 31.
Damit ist die Hälfte der 62 Register geschafft - vom Textumfang her sind von den 164 Seiten Abschrift aber noch 128 Seiten offen!

Zuletzt veröffentlicht bis zum 7.11.2025:

* Die Texte unter "E - Neues". Auch hier trat der Fehler auf, dass einige Leerzeichen verschwunden sind.
* Die Karten und Bilder in den Registern:
01 Karten und Bilder
02 Urkunden
04 Wappen
06 Broschüre vom März 2024
B Der dritte Hausberg
* Die fehlenden Leerzeichen wurden in den Registern D 1 bis D 6 korrigiert.

* Korrektur der Leerzeichen D 7 bis D 16 bis zum 9.11.2025.


Übersicht über die älteren Arbeitsschritte:

Zuletzt veröffentlicht 4.6.2024:

AKTUELLER STAND:
Die Abschriften sind nahezu abgeschlossen. Es muss nurmehr die Reihenfolge festgelegt und die Online-Links überprüft werden.

Zuletzt veröffentlicht: 26.7.2024:

Seit dem 26. Juli wurden einige neue Quellen gefunden. Die Festlegung der Reihenfolge war vom 19. bis 27.8.2024 möglich. Die Online-Links konnten noch nicht vorbereitet werden. Aufgrund der großen Datenmenge (es wurden rund 500 Seiten zusammengestellt) hat sich früh die Funktion für die Prüfung der Rechtschreibfehler ausgeschaltet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können ca. 200 Register angelegt werden. Das bedeutet, dass zusätzlich die rund 200 Einzeleinträge einzeln in Word kopiert werden müssen, damit die Rechtschreibung kontrolliert werden kann. Des weiteren müssen noch einige Urheberrechte geklärt werden.

Vorab werden aber die 200 Register angelegt.

Zuletzt veröffentlicht: 30.11.2024:

Das Hochwasser vom 15. September 2024 hat die Arbeiten zum Erliegen gebracht. Seit dem 2. November werden die vorhandenen Quellen zu den Sehenswürdigkeiten veröffentlicht.

Zuletzt veröffentlicht: 11.8.2025:

Seit dem 26. Juli 2025 werden die Texte veröffentlicht. Fertiggestellt sind die Texte in den Registern:

  • 01 Karten und Bilder
  • 04 Wappen
  • 05 Vortrag vom 3.2.2024
  • 06 Broschüre vom März 2024
  • A der (obere und untere) Hausberg
  • B Der dritte Hausberg
  • C Ehemalige Burg
     
    Die PDF’s zum Download folgen zum Abschluss, wenn alle Texte veröffentlicht sind.

Zuletzt veröffentlicht: 13.8.2025:

Fertiggestellt sind die Texte in den Registern:
02 Urkunden
03 Landesfürstliche Urbare

Zuletzt veröffentlicht: 15.8.2025:

Mit heutigem Tag wurden die Texte unter "D Hintergrund Wissen..." veröffentlicht.
Dabei wurde festgestellt, dass immer wieder Leerzeichen verschwunden sind. Dieser Fehler muss noch korrigiert werden.

In den vergangenen Wochen wurde bei der Zusammenstellung des Inhaltsverzeichnisses weitere Recherchen gemacht. Diese umfassten zunächst nur den Königshof Ollern. Da diese aber sehr umfangreich wurden, wurden aus zwei weiteren Quellen nahezu die gesamte Gemeinde erfasst. Diese Abschriften werden unter "E" veröffentlicht. Ca. 110 neue Register sind dazu anzulegen.


Bitte beachten Sie, dass die folgenden Texte nur eine Abschrift bekannter Quellen sind. Eine Beurteilung, ob die älteren Quellen dem heutigen Wissensstand entsprechen ist nicht Ziel dieser Aufstellung.

Ein Ausdruck aller Karten, Urkunden und Abschriften wird nach der Veröffentlichung auf der Homepage in der Gemeindebücherei sein.

01 Karten, Bilder


Download von Karten, Fotos

Links zu historischen Landkarten finden Sie unter A Der (obere und untere) Hausberg im Register A 1. Ausschnitte nur über Kogl finden Sie hier unter „13_historische_Landkarten“.
 

Hier finden Sie zu den verschiedenen Abschriften und als Hintergrundinformation die Beschreibung folgender Bilder und Karten:


01_Fotos_nach_Abstieg.pdf herunterladen  (0.96 MB)

3. Februar 2024, Oberer Hausberg. Abstieg durch den Graben, ca. oberhalb des Friedhofes.


02_Fotos_Terrasse_Plateau.pdf herunterladen (1.9 MB)

24. Februar 2024. Drei Fotos Blick von der Terrasse auf das Plateau hinauf, ein Foto von der Terrasse.


03_Möglicher_Verlauf_der_Ringmauern_Wiese_2024.pdf herunterladen (1.53 MB)

24. Februar 2024. Aus einiger Entfernung ausgesehen, Standort ca. beim Sendemasten. Ein Foto Blick nach Kreuth.


03.1_Möglicher_Verlauf_der_Ringmauern_Wiese_2013.pdf herunterladen (0.51 MB)

Nahansicht der Geländestufen, aus Privatbesitz.


04_Fotos_vom_unteren_Hausberg_2013.pdf herunterladen (0.5 MB)

Aus Privatbesitz. Eine spätere Recherche hat ergeben, dass sich der untere Hausberg über zwei Parzellen erstreckt. Daher in alten Quellen die Hausnummern 25 und 26 – diese stimmen.


04.1_Germanenhügel_unterer_Hausberg.pdf herunterladen (0.27 MB)

Scann einer Original-Postkarte aus Privatbesitz im Juli 2024.


05_Vermutung_Mauerturm_zur_Burg.pdf herunterladen (0.27 MB)

Aus Privatbesitz.


06_Geländestufen.pdf herunterladen (0.41 MB)

Ansichten NÖ Atlas, Karte auf der Homepage Burgruine Ried am Riederberg, mit Detailansichten des Oberen und Unteren Hausberges. Vermutung Standort 3. Hausberg. Möglicher Standort der Burg oder Nebengebäude.


06.1_Geländestufen.pdf herunterladen (0.98 MB)

Weitere Ansichten NÖ Atlas mit Orthofotos. Ansicht Unterer Hausberg über zwei Parzellen.


07_Postkarte_Ruine_1760.pdf herunterladen (0.36 MB)

Zeigt die Ansicht den tatsächlichen Zustand der Burgruine um 1760??


7.1_Gemälde_Burgruine.pdf herunterladen (0.5 MB)

Ein Gemälde im Gemeindebesitz, einmal in Privatbesitz, einmal Anwesen Hochrieder.


7.2_Weitere_Ansichten_Burgruine.pdf herunterladen (0.24 MB)

Kleiner Ausschnitt von einer Postkarte. Die Angabe „durch die Türken zerstört Anno 1529 Sept“ stimmt nicht.


8_Oberer_Hausberg_ohne_Bäume.pdf herunterladen (0.32 MB)

Quelle: Fr. Margarete Bareuther, Kogl
Jahr unbekannt. Folgender Text steht auf der Vorderseite: Meine Adresse ist: Erholungsheim Wimmersdorf. Post Neulengbach. NÖ.

Laut Wikipedia (LINK) bestand das Kinderheim von 1924 – 1981. Internet-Recherche am 21.8.2024.


9_Plan_1954.pdf herunterladen (0.41 MB)

Kopie eines Planes vom 12.8.1954 aus der allgemeinen Verwaltung der Marktgemeinde Sieghartskirchen. Der Plan wurde im Auftrage der Bez. Hauptm. Tulln erstellt. Betreffend Naturdenkmäler. Naturschutzgebiet Kogler Hausberg.

Es scheint so, dass die eingezeichnete Lage der „Ruine vom Schloß Kogl“ mit dem Hausberg ident ist oder in dessen Nähe ist.


10_Buchberg-Buch.pdf herunterladen (0.43 MB)

Aus dem Büchlein „Erlebnis Wandern Buchberg, 2006“ ist zu sehen:

Lage der Orte Markersdorf, Haag, und des Buchberges.
Modell und Zeichnung der Wallanlage auf dem Buchberg.
Plan Neuanlage eines Hages.

Genehmigung zur Veröffentlichung vom 18.9.2024. Verein für die Geschichte von Neulengbach.
Buch „Erlebnis Wandern. In vier Etappen rund um und auf den Buchberg. Hausberg von Ma. Anzbach, Asperhofen und Neulengbach. Zusammengestellt von G. Wagensommerer." Neulengbach, im Mai 2006. 1. Auflage“


11_Vom_Limes.pdf herunterladen (0.17 MB)

Skizze „Die westliche gyepü-Zone“. Um den Neusiedler See.


12_k.k._Militärkarte.pdf herunterladen (0.35 MB)

Ein gesamter Scann der Militärkarte aus Privatbesitz befindet sich im Gemeindearchiv.

Hier sehen Sie zwei Ausschnitte: Kogl bis Kreuth und in vergrößerter Ansicht den Abschnitt vom Unteren bis zum Oberen Hausberg.


13_historische_Landkarten.pdf herunterladen (1.36 MB)

Alle Ausschnitte sind aus Online Karten.

Die Links dazu befinden sich seit dem Jahr 2023 auf der Gemeindehomepage unter Frühgeschichte Nummer 1 und wurden unter A Der (obere und untere) Hausberg im Register A1 wiederholt.

Josephinische Landesaufnahme (1763-1787)
Franziszeische Landesaufnahme (1806-1869
Franzisco-Josephinische Landesaufnahme (1869-1887)
Franziszeischer Kataster 1821
Schweickhardt Karte um 1840
Haus- und Hofkarte


14_Mihm.pdf herunterladen (0.53 MB)

Im Diözesenarchiv, Pfarrarchiv Sieghartskirchen, befindet sich in einem Band der Topographie von Johann Adam Mihm, eine Zeichnung der vereinigten Herrschaften Sieghartskirchen und Rappoltenkirchen vom Jahr 1700. Hier ist das „Öde Schlohs“ in Kogl eingezeichnet.


15_Vischer.pdf herunterladen (0.51 MB)

Landkarte. 1670 gestochen, 1697 Erstausgabe. Hier ist die Burg Kogl noch eingezeichnet.


16_Türkenkriege.pdf herunterladen (0.85 MB)

Zu sehen sind Landkarten (Tullnerfeld und/oder Orte unserer Gemeinde) aus den Jahren:

Giovanni Giacomao Rossi 1683
Giovanni Giacomao Rossi 1686
Homann 1714
Weigel 1718
Rouge 1743


17_Hübl.pdf herunterladen (1.52 MB)

Erlaubnis zur Verwendung aus dem Jahr 2023, durch Dr. Hübl – welcher im August 2024 verstorben ist.

Karte Landgericht Neulengbach, Symbole Burg auf Hausberg, Burg allgemein
Lafrere Atlas 1540 – 1550
Lazius Karte 1561
Mercator Landkarte
Türken 1683 Belagerung Tullns – in Farbe.


17.1_Hübl.pdf herunterladen (2.78 MB)

Karte urkundliche Erstnennungen
Karte kirchliche Verhältnisse des Mittelalters
Karte Herrschaftsverhältnisse der frühen Neuzeit
Post Karte von Oesterreich
Karte Vorherrschende Konfessionen um 1590/91
Bezirkskarte 1918
Befestigungsplan 1914 – 1915
Admin. Karte Neulengbach
Postkurse im Zeitalter der Reitpost (ca. 1490 – 1730)
1874 projektierte Wienerwald-Bahn


17.2_Hübl.pdf herunterladen (0.84 MB)

Römisches Österreich ca. 45 – 300 n. Chr.
Grab eines langobardischen Kriegers, Freundorf
Awarischer Fürst
Denkmal für Swatopluk
Rekonstruierte Burg Gars-Thuanau
Europa im 9. Jahrhundert – Führende Mächte
Karte erster Awarenfeldzug 791
Karte „Das Bayerische Ostland“
Siedlungen im zentralen Bayereischen Ostland 777 – 907


18_Haag_bis_Sieghartskirchen.pdf herunterladen (0.33 MB)

Im Vortrag am 3.2.2024: Hag beim Buchberg gesichert – weiterer Verlauf Richtung Norden unbekannt. Ist ein weiterer Verlauf bis Hagenau (aufgrund des Namens) möglich und dann wie weiter??


19_Ortschronik_Ollern.pdf herunterladen (0.19 MB)

Lage der Schanzen: Rauchbuchberg und Weißes Kreuz
Besitz der Kirche St. Laurentius
Skizze zum Dorfbild

Genehmigung zur Veröffentlichung vom 12.9.2023. Josef Koller.
Orts- und Häuserchronik Ollern, 1983.


20_Befestigungslinien_Wienerwald.pdf herunterladen (0.6 MB)

Befestigungslinien des Wienerwaldes: Ortsnamen mit Haag und Burgstall.
Orte des nördlichen Ungarnhag
Ungarnverhagung an der Großen Tulln.
Türkenschanzen im Wiental.


21_Büttner.pdf herunterladen (0.54 MB)

Übersichtskarte südlich der Donau – zwei Erdwerke sind in Kogl eingezeichnet.
Übersichtskarte Gerichtsbezirk Neulengbach mit Buchberg und Haag.


22_Niederaltaich.pdf herunterladen (0.35 MB)

Die altbayerischen Gaue im 8. Jahrhundert (bis zur Enns)
Besitz Niederaltaichs in Österreich (Ried).

Genehmigung zur Veröffentlichung vom 4.9.2024. Morsak Verlag.
Geschichte der Abtei Niederaltaich 731 – 1986 Von Georg Stadtmüller, unter Mitarbeit von Bonifaz Pfister OSB Neudruck 1986. 2. Auflage


23_Kirchliche_Kunst_NÖ.pdf herunterladen (0.35 MB)

Karte nach Pfarrgründungen bis 1100, 1580 und seit 1580.


24_Landeschronik.pdf herunterladen (0.97 MB)

Die vier Viertel (NÖ), Johann Baptist Homann, 1716
Modell Ort Sachsengang: Burg auf künstlich angelegten Hügel.


25_Awaren.pdf herunterladen (0.31 MB)

Zwei Karten Awarenreich.


26_Große_Tulln.pdf herunterladen (0.2 MB)

Karte Verlauf der Großen Tulln.


27_Buchbergkonglomerat.pdf herunterladen (0.59 MB)

Drei Schnitte durch die Molasse-Zone: Einmal ist der Schlossb[erg] Kogl angegeben.


28_Hochstra_Gyepü.pdf herunterladen (0.4 MB)

Karte – möglicher Verlauf der Limes Straße.
Gyepü Verlauf nach mündlicher Information Frau Margarete Bareuther.


29_Orte.pdf herunterladen (2.23 MB)

Google-Maps Recherche nach diversen Orten – Liste Frau Margarete Bareuther vom Vortrag am 3.2.2024.


30_Bescheid_Foto.pdf herunterladen (0.47 MB)

Schlossberg – Erklärung zum Naturdenkmal – dazu eine Skizze, ein Foto von 1978 und 2014.


31_Wallanlagen.pdf herunterladen (0.8 MB)

Historische Zeichnungen: Stillfried, Stronegg, Schrick, Gaiselberg, Ober-Gönserndorf, Lichtenwart, Mistelbach, St. Ulrich.

Abb. 5 und 6 können mit Kogl verglichen werden.


31.1_Wallanlagen.pdf herunterladen (0.51 MB)

Historische Zeichnungen: Wuggitz, Polheim, Geiselberg, Arndorf, Stronegg.

Abb. 2 und 3 kann mit Kogl verglichen werden.


31.2_Karte.pdf herunterladen (0.26 MB)

Karte mit Mistelbach, Geiselberg und Schick. Daher die Lage der Orte nun bekannt.


32_Österreich_Ende-13_Jhd.pdf herunterladen (0.39 MB)

Karte österreichische Gerichtsverfassung 1246 und 1276.
Österreich, Steiermark und Salzburg am Ende des 13. Jahrhunderts (auch Freising, Passau zu sehen).


33_Parzellenprotokoll.pdf herunterladen (1.48 MB)

Parzellenprotokoll zum Franziszeischen Kataster 1821. Gemeinde Kogl. Gemeinde Grund. Herrschaft Rappoltenkirchen.


34_Flächenwidmungsplan.pdf herunterladen (0.64 MB)

Die Parzellennummern vom unteren und oberen Hausberg laut Bundesdenkmalamt im GIS-Programm und Flächenwidmungsplan der Marktgemeinde Sieghartskirchen.


35_Fassion_Landesarchiv.pdf herunterladen (3.05 MB)

Rustical Fassion 1757, 1751: Suche nach Einträgen zum Schloß, Puchgraben (=Burggraben???).


36_Staatsforste.pdf herunterladen (0.36 MB)

Der Wienerwald als Staatsforst im Jahr 1885.


37_Urbar_Babenberger.pdf herunterladen (0.38 MB)

Die Originalquelle zur Abschrift aus dem OÖ Landesarchiv.


38_Mihm_Mauerbach.pdf herunterladen (0.29 MB)

Da in den Abschriften öfters erwähnt eine „Ansicht von Mauerbach“.


39_Twerdy_Plan-Waldamt.pdf herunterladen (0.6 MB)

Mappa über den gantzen Kayserlichen Wiener Wald, 1717

Plan des Koglinger Amtes, 1724


40_Schad_n_Übersichtskarte.pdf herunterladen (1.2 MB)

Die Hausberge und verwandten Wehranlagen in Niederösterreich: Kogel und Ried am Riederberg.


41_Schad_n_Buchberg.pdf herunterladen (0.29 MB)

Skizze Burgstall auf dem Buchberg bei Neulengbach.


42_Abschrift_Urkunde_1909.pdf herunterladen (0.32 MB)

Übersicht der Reihenfolge der Siegel mit Reinprecht und Leopold de Chogl (Wappen!)


43_Wanderung_Buchberg.pdf herunterladen (0.28 MB)

Abbildung 1 ist ein Foto vom Übersichtsplan auf der Aussichtswarte.
Abbildung 2 ist ein Foto von der Aussichtswarte. Sieghartskirchen und Rappoltenkirchen ist eingezeichnet.
Abbildung 3: Ansicht vom Riederberg. Der Pfeil zeigt auf eine kleine weiße Stelle. Hier soll der ehemalige Steinbruch zu sehen sein.
Wanderung am 16. Mai 2025.

Veröffentlicht am 26.7.2025 (Text) und PDF-Links am 7.11.2025.


02 Urkunden


Download der Abschriften und Bilder


Hier können Sie das PDF „Urkunden“ (= Text mit Bildern, 59 Seiten) öffnen. _Urkunden.pdf herunterladen (2.29 MB)

Hier sehen Sie nur die Urkunden.  (= Urkunden in Großformat A3., 14 Seiten)       _Urkunden_Großformat_A3.pdf herunterladen (5.01 MB)

Hier sehen Sie die Urkunden von Ollern.  (= Urkunden in Großformat A3., 11 Seiten)      _Urkunden_Großformat_A3_-_OLLERN.pdf herunterladen (4.95 MB)

Die Recherche und Zusammenstellung erfolgte im Juli und August 2024.

Und hier folgen die Links zu den Originalquellen:

In der Google-Buchsuche am 2.7.2024 wurde das Werk von Faigl (1886) gefunden. Online-Link


Am 5.7.2024 über die Homepage vom Stift Herzogenburg Recherche zu den Urkunden.

1)       PDF Findbehelf Stift Herzogenburg (Stand 7.12.2023)

https://www.stift-herzogenburg.at/besuchen-und-entdecken/archiv/

2)       Recherche Online, Link www.monasterium.net

In beiden Fällen wurden die Urkunden aufgrund der in den vergangenen Wochen erfolgten Abschriften gesucht.


Spätere Recherche, Homepage NÖ Landesarchiv – Link zur Urkunde 1321:

https://www.noela.findbuch.net/php/main.php#5374412055726bx2193


28.7.2024 Internet-Recherche zur Urkunde 1321:

LINK zum PDF Seite 41 – Nummer 89.


Spätere Recherche, Homepage Staatsarchiv – Link zur Suche (für die Urkunde 1281):

Spätere Recherche – Geschichte der Stadt Tulln – Urkunde 1261

Link teilweise lateinischer Text (In dieser Leseprobe werden nicht alle Seiten angezeigt) Aufgrund des Copyright erfolgt keine Abschrift des Textes. Seite 89, Nummer 77 (1261 April 12).

LINK Landesarchiv ganzer lateinischer Text (1261 April 12)


Recherche 7.7.2024 Urkunde 1271:
LINK Fontes Rerum Austriacarum (Seite 126 – Gotschalcus de Chogel).
LINK Auszug Jahrbuch für Landeskunde - Siehe Seite 416.

In einer Urkunde von 1332 wird Kogl erwähnt und zwei neue Urkunden (1275 + 1276):
LINK Quellen Geschichte Stadt Wien, 1897  (Vom Register gehen Sie zur Nummer 2814 und 2518.)


Recherche 28.7.2024: Urkunden 1311 und 1335
Link zu 1311 (Nummer 96), 2x 1335 (Nummern 1049 + 1051)
Geschichte des Hauses Habsburg,
von dem Fürsten E. M. Lichnowsky.


Link zu 1311
Quelle: Additamentum…


LINK    Weiterer Internet-Fund am 27.7.2024:
Quelle: AVSTRIA
EX ARCHIVIS
MELLICENSIBVS
ILLVSTRATA.
LIBRI III.



Recherche 24.7.2024 ergab die Originalquelle des lateinischen Textes.
LINK und Quelle: Urkunden-Buch des Landes ob der Enns.
Der Link aus der Google-Buchsuche ist auf Seite 643 eingestellt. Der richtiger Treffer im Register ist aber auf Seite 612 – Wolfgerus Chogel und die Urkunde 1287 ist auf Seite 60-61.

Veröffentlicht am 26.7.2025 (Text) und am 7.11.2025 (PDF-Links).

Damit die Abschriften in einer Internetrecherche auch besser gefunden werden können, folgen hier die Urkunden in den einzelnen Registern:

Nr. 2.1   1261, 21. April

Geschichte der Stadt Tuln. 1874
Von Dr. Anton Kerschbaumer,
geheimer Kämmerer Sr. Heiligkeit, Ehrencanonicus von St. Pölten, Dechant und Stadtpfarrer zu Tuln.

Zweiter Theil.
Regesten zur Geschichte der Stadt Tulln.
Dreizehntes Jahrhundert.

Seiten 313 – 314 (PDF Seiten 326 – 327):

II. 1261.
Pridie Idus Aprilis Vienna. Ottocar, König von Böhmen, Herzog von Oesterreich und Steiermark, Markgraf von Mähren, ertheilt allen Schiffleuten zu Tuln (nautis nostris de Tulna universis) dieselben Rechte und Freiheiten, wie sie die Schiffer zu Wien haben, „sperantes ex hoc nobis augere meritum apud Deum et in terris apud hominesgloriam comparare“, und erklärt sie für steuerfrei,„hoc tamen cauto, quod jura nostra, ad quae nobis in vectura sunt astricti, ab eisdem nautis plenitus expleantur.“
Zeugen: Otto camerarius de Bercheldesdorf (Perchtolsdorf), Benessius camerarius Moraviae, Ratthimirus de Trimpfperch, Hadmarus de Leychtenwirde, Marquardus magister cellarii, Meinhardus de Cinzendorf, Wolfgherus de Chogel, Guilhelmus Zlayborii, Marquardus de Hintperch et alii quamplures.
(Original, lateinisch, auf Pergament mit angehängtem Doppelsiegel an seidenem Faden. Siegel zur Hälfte verletzt. Stadtarchiv Tuln).

Das „General-Register, A. Personen.“ nennt ihn „Wolfger Chogel“.

Eine weitere Recherche ergab das genaue Datum der Urkunde:

Deutsche Landesgeschichten.
Herausgegeben von Armin Tille. Sechstes Werk.

Geschichte Nieder- und Oberösterreichs
von Max Vacsa.
Erster Band. Bis 1283.
Gotha, 1905.

Seite 527:

Bereits in die Ottokarische Zeit fallen Satzungen der Lederer in St. Pölten und etwa 1260, und Ottokar selbst verleiht am 21. April 1261 den Schiffern zu Tulln dieselben Rechte, wie sie die Schiffer zu Wien besaßen. (Winter a. a. O. S. 19.)

Eine weitere Recherche ergab den lateinischen Text:

Allerdings ist unklar, ob die Urkunde oder ob die Abschrift unvollständig ist.

Continet hoc Volumen
Quellensammlung zur Frühgeschichte der österreichischen Stadt (bis 1277).
Bearbeitet von W. Katzinger.

Seite 89:

Nr. 77
1261 April 12. – König Ottokar von Böhmen verleiht den Schiffern von Tulln die gleichen Rechte wie sie jene von Wien haben.

Der weitere lateinische Text kann hier nicht veröffentlicht werden, da das „Material urheberrechtlich geschützt ist“, Copyright 1992. Der Link ist in der Übersicht zu Beginn angegeben.

Original im Niederösterreichischen Landesarchiv Wien.
Edition: Codex diplomaticus et epistolaris regni Bohemiae, Bd V, S. 414, Nr. 278. [...]

Aufgrund dieser Quelle konnte aber der vollständige Text im NÖ Landesarchiv (15.7.2024) gefunden werden:

Signatur:
StdA Tulln Urk 001*

Dat./Laufzeit
1261 April 12.

Kopf-/Vollregest
König-Herzog Ottokar setzt die Rechte und Freiheiten der Tullner Schiffleute fest und gewährt ihnen Steuerfreiheit.

Datierung von/bis
1261

Volltext
Nos Otacharus Dei gracia dominus regnis Boemie, dux Austrie et Styrie marchioque Morauie omnibus in perpetuum. Ne ea que per nos in presenti aguntur provide a quibuslibet nostris successoribus in posterum valeant in irritum revocari, constare volumus tam presentibus quam futuris, quod nos nautis nostris de Tulna universis nauli ius habentibus talem graciam fecimus, quod omnia iura libertates et conditiones concessimus eisdem que habent in Wienna alii naute nostri, sperantes ex hoc nobis augere meritum apud Deum et in terris apud homines gloriam conparare. Indulsimus eciam ipsis de gracia speciali, quod quocienscumque steuram per terram seu in ipsa civitate nostra Tulna recipere nos continget ab exactione huiusmodi steure penitus sint exempti, hoc tamen cauto, quod iura nostra ad que nobis in vectura sunt astricti ab eisdem nautis plenius expleantur. In cuius rei testimonium presentes iussimus sigillari testibus qui aderant subnotatis, qui sunt: Otto camerarius de Bertholdesdorf, Benessius camerarius Moravie, Ratchimirus de Frimfperch, Hadmarus de Leychtenwirde, Marquardus magister cellarii, Meinhardus de Cinzensdorf, Wolfgherus de Chogel, Guilhelmus Zlayborii, Marquardus de Hintperch et alii quam plures.
Actum et datum apud Wiennam per manum magistri Arnoldi tunc nostri prothonotarii, anno Domini MoCoCoLXo primo, pridie idus aprilis.

Sprache
Latein

Ausstellungsort
Wien

Vermerke
Rückseite: 16. Jh.: "Schvfflewt freyhait"; Archivierungsvermerke.

Siegel
an rot-gelb-grünen Seidenfäden Bruchstück des Ausstellersiegels

Beschreibstoff
Pergament

Edition / Regest
Vorausband Nr. 23; Druck: CDB 5/1 Nr. 278; Regest: EGGENDORFER, Studien 2 ff

 

Eine Recherche am 15.7.2024 im Staatsarchiv für ein Bild ergab kein Treffermit den Suchworten „1261 Tulln“ oder „Tulna“.

Suchwort nur Tulln ergab 1230 Treffer – diese wurden nicht kontrolliert.  

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.2   1262 X 02

Recherche Online, Link www.monasterium.net

In einer Urkunde von 1262 X 02 steht als Zeuge Wolfkero de Chogel:
Die Gebrüder Ulrich, Markwart und Konrad von Pillichsdorf entsagen nach Abfertigung mit 200 Pfd. Wiener Pfennigen durch Bischof Konrad von Freising ihrem Vogteirechte zu Enzersdorf.
(Quelle: ZAHN, Codex Diplomaticus (=FRA II/31, Wien 1870) S. 228, Nr. 221)

orig. - Lagerort: Hauptstaatsarchiv München – [Material] Pergament - Besiegelung: von 20 angehängten Siegeln nur Nr. 3, 6–9, u. 13–19 mehr minder schadhaft vorhanden cop. - Cod. 189, f. 64' und 191, f. 40

Meichelbeck II./2, 33, Nr. 55.

Sprache: Latein - Originaldatierung: sexto nonis Octobris

Kein Bild vorhanden.

Volltext (Kopie aus PDF, keine Kontrolle auf Richtigkeit):
In nomine patris et filii et spiritus sancti amen. Qvoniam ea que interdvm inter se agvnt homines, non solum subrepens eneruat obliuio, immo eadem quandoque solet hominum inconstantia infringere vel mutare auctrice que veritatis est emula leuitate, necesse est ergo quod illa que illibata conseruari debent, inperpetuum confirmentur lingva testium et testimonio litterarum. Proinde nos Vlricus, Marquardus et Chvnradus fratres de Pilhdorf notum facimus omnibus tam presentibus quam futuris, quod dvm super advocatia in Encinstorf quam ivre fevdali nos possidere contendebamus, inter dominum Chvnradum venerabilem episcopum Frisingensem et nos contentio suborta fuisset, placuit nobis et ipsi domino episcopo, in dominum Ottonem de Meissowe et dominum Ottonem de Haslowe tamquam in veros et legittimos arbitros compromittere vt talis contentio inter nos et ipsum dominum episcopum diutius agitata per illorum deberet arbitrivm feliciter terminari. Qui deliberato inter se consilio coram domino nostro karissimo Ottachero dei gratia illustri rege Boemie, duce Avstrie et Styrie marchioneque Moravie tale arbitrium in medium protulerunt, videlicet quod si nunc in proximo transacto beati Michahelis festo loco, vice ac nomine nostri domino Heinrico de Lihtenstein et domino Ottoni camerario de Berhtolstorf dictus dominus episcopus Frisingensis dvcentas libras Wiennensis monete persolueret et assignaret, nos tunc pro nobis metipsis et nostris heredibus vniuersis daremus eidem domino episcopo et suis successoribus priuilegia siue sub sigillis nostris patentes litteras in quibus renunciaremus omni iure (!) fevdali quod nos et nostri heredes habere in aduocatia Encinstorf uidebamur. Insuper hoc etiam fuit dicto arbitrio interclusum, si forte idem episcopus circa evndem terminum in danda nobis iam dicta pecunia inveniretur negligens et remissus, quod ex tvnc redditus xl librarum Wiennensium de possessionibus ecclesie Frisingensis nos et nostri heredes fevdali tytulo in perpetuum teneremus. Verum quia prefatus dominus episcopus Frisingensis tamquam uir procidus et circumspectus nunc in proximo transacto beati Michahelis festo nobis et dictis dominis qui ad hoc per arbitros deputati fuerant, dvcentas libras Wiennensis monete obtulit et assignauit, vnde nos ecce publice confitemur easdem dvcentas libras circa iam dictum terminum recepisse atque clamamus nos esse per ipsum dominum episcopum in omnibus et per omnia pagatos et solutos et in nullis aliis prorsus laudamentis et debitis ipsum dominum episcopum vel eius successores pro redemptione iuris advocatie in Encinstorf deinceps nobis sev nostris heredibus teneri, et propter hoc sub testimonio presentium ex nunc vsque in perpetuum nos pro nobis metipsis et pro vniuersis nostris heredibus non compulsi, non coacti sed libere, absolute ac publice omni ivri fevdali siue proprietario renunciamus quod nos vel nostri progenitores et heredes habere in prefata aduocatia Encinstorf videbamur, vel in omnibus prediis aliis adiacentibus atque villis. Ne igitur per nos vel nostros heredes vel per quempiam alium huiusmodi nostra resignatio et renuntiatio possit inpostervm infringi vel mutari, ad perhennem huius rei memoriam et in euidens nostre resignationis et renuntiationis testimonium memorato domino Chvnrado episcopo Frisingensi et eius successoribus presentem paginam tradidimus nostrorum sigillorum pendentium munimine roboratam, petentes subscriptorum testium habentes tunc penes se sigilla propria ad maioris roboris firmitatem huic etiam pagine applicari. Acta sunt hec Wienne in domo domini nostri Ottachari illustris regis Boemie, ducis Austrie et Styrie marchionisque Moravie, anno domini millesimo ducentesimo sexagesimo secundo, indictione quinta, sexto nonis Octobris, presentibus testibus subnotatis, Ortolfo abbate Medlicensi, Heinrico de Sevelde, Ottone de Meissow, Ottone de Haslawe iudicibus prouincialibus Austrie, Heinrico de Liehtenstein, Ottone camerario de Berhtolstorf, Wlvingo de Horssindorf, Alberto pincerna de Celking, Ludwico fratre eiusdem de Celking, Hermanno de Wolfkerstorf, Heinrico dapifero de Greicinstein, Wernhardo Prevzlone, Alberone de Schevrbach, Heinrico de Gottinsvelden, Ottone camerario de Walchvnschirchen, Berhtoldo Speismeister, Wolfkero de Chogel, Friderico magistro coquine de Porsenprunne, Wluingo de Haslowe, Dietrico de Chaluperg, Wernhero fratre Speismeister dominis et ministerialibus Austrie, Heinrico Vertingo, Vlrico de Lusnich, Raimbotone fratre eiusdem dominis et ministerialibus ecclesie Frisingensis, Otto de Foro, Chvnone magistro monete fratre eiusdem, Ottone filio Haimonis, Baltramo de Cimiterio, Rudgero iudice ciuibus Wiennensibus, Chvnrado notario coquine domini regis. Datum ex rogatu nostro per manum magistri H. de Lok tunc Frisingensis Curie notarii.

(Quelle: ZAHN, Codex Diplomaticus (=FRA II/31, Wien 1870) S. 228-230)

Zitierempfehlung:
 Freising, Bistum und Hochstift (763-1364) 1262 X 02, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:00

 

In den Abschriften für die Homepage wird diese Urkunde einmal erwähnt. „Topographie von NÖ V“: „ein Wolfgherus de Chogel als Zeuge genannt wird.“
„Derselbe Name erscheint auch in einer Urkunde, ddo. Wien, 2. October 1262 auf“ Quelle: Fontes rer. Austr. II, Bd. 31, S 230.

In der Recherche Online, Link www.monasterium.net wird auch ein entsprechender Treffer angegeben. Allerdings sind von drei Seiten nur die erste Seite (der Beginn) zu sehen.


Eine weitere Recherche ergab einen weiteren Treffer. Hier ist der gesamte Text in lateinischer Sprache mit automatischer Übersetzung ins Deutsche.

Auf die Wiederholung des lateinischen Textes wird verzichtet. In der weiteren Quelle folgt dem lateinischen Text:

Orig., Pgt., von 20 angehgt. Sigeln nur Nr. 3, 6—9, u. 13—19 mehr minder schadhaft vorhanden, k. Reichsarchiv zu München; ebend. Codd. 189, f. 6V und 191, f. 40; Meichelbeck H/2, 33, Nr. SS.

Vor dem lateinischen Text:

221.

(Quelle: Codex Diplomaticus Austriaco Frisingensis - Sammlung von Urkunden und Urbaren zur Geschichte der ehemals freisingischen Besitzungen in Österreich, Nr. 221. , S. 254)

ed. - Lagerort: Codex Diplomaticus Austriaco Frisingensis - Sammlung von Urkunden und Urbaren zur Geschichte der ehemals freisingischen Besitzungen in Österreich, Nr. 221. , S. 254

Facs. monasterium.net: http://monasterium.net/mom/ AustriacoFrisingensis/48828199-9934-43a7-bb02-28979da50d7f/charte

 

Die automatische Übersetzung:
(Die Richtigkeit kann nicht garantiert werden!)

221 [Nummer der Urkunde]

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Da die Dinge, die Menschen einander sagen, nicht nur in Vergessenheit geraten, sondern manchmal dieselbe Unbeständigkeit der Menschen dazu neigt, leichtfertig die Autorität zu brechen oder zu verändern, die die Nachahmung der Wahrheit darstellt, ist es daher notwendig, dass diese Dinge die unbefleckt sein müssen, sollten auf ewig durch die Sprache der Zeugen und die Aussagen von Briefen bestätigt werden. Dementsprechend machen wir Vlricus, Marquardus und Chvnrad, Brüder von Pilhdorf, allen Anwesenden und Zukünftigen gleichermaßen bekannt, dass wir um den Besitz der Advowsons in Ençinstorf gekämpft haben, die der Feudalherr gewonnen hatte, zwischen dem Lord Chvnrad, dem verehrter Bischof von Frisingen, und wir.

229 [Seitenzahl]

Es gefiel uns und dem Oberbischof selbst, Lord Otto de Meissowe und Lord Otto de Haslowe als echte und legitime Schiedsrichter zu kompromittieren, so dass ein solcher Streit zwischen uns und dem Oberbischof selbst, der seit langem von ihnen angeregt worden war, entfacht werden konnte Willkür, sollte erfolgreich beendet werden. Die, nachdem sie untereinander beraten hatten, in der Mitte unseres allerliebsten Herrn Ottacher, von Gottes Gnaden, dem erlauchten König von Bocmia, Herzog von Österreich und der Steiermark und Markgrafen von Mähren, eine solche Entscheidung vorgebracht haben, nämlich, dass wenn jetzt Anstelle des Festes des seligen Michael wiederum und im Namen unseres Herrn Heinrich von Lichtenstein und des besagten Herrn Otto Kammerherrn von Berhtolstorf würde der besagte Oberbischof von Freising zweihundert Livres im Geld von Wien zahlen und zuteilen , und wir würden dann demselben Lordbischof und seinen Nachfolgern Privilegien oder unter unseren Siegeln offene Briefe geben, in denen wir für uns und unsere Erben auf alle Rechte der Feudalherrschaft verzichten würden, die uns und unseren Erben zustehen sollte in den Ländern von Ençinstorf. Darüber hinaus wurde dies durch die genannte Entscheidung auch verhindert, falls sich derselbe Bischof zufällig für fahrlässig und nachlässig erweisen sollte, indem er uns das bereits erwähnte Geld etwa zur gleichen Zeit gab, dass wir und unsere Erben für immer den feudalen Titel des Eigentums behalten würden der friesischen Kirche aus der Miete von 10 Pfund Wiennsi. Es ist wahr, dass der oben genannte Lordbischof von Friesland als ein betrogener und umsichtiger Mann nun, am Ende des Festes des seligen Michael, uns und den besagten Lords, die zu diesem Zweck von der Kirche ernannt worden waren, ein Opfer darbrachte Schiedsrichter, zweihundert Pfund in dem Geld von Wien, und wir haben sie abgetreten, und wir behaupten, dass wir vom Herrn Bischof selbst in allem und in allen Dingen und in keinem anderen Lob und allen Schulden gegenüber dem Herrn bezahlt und entlastet wurden Bischof selbst oder seine Nachfolger für die Ablösung der Rechtsvertretung in Ençinstorf von nun an für uns und unsere Erben, und aus diesem Grund unter dem Zeugnis der Gegenwart von nun an bis in alle Ewigkeit wir, für uns selbst und für alle unsere Erben, werden nicht gezwungen, nicht gezwungen, sondern verzichten frei, absolut und öffentlich auf alle feudalen oder Eigentumserbschaften, die wir oder unsere Vorfahren und Erben in den oben genannten Ençinstorf aduocati oder in allen anderen Nachbarstädten hatten.Daher kann unser Rücktritt und Rücktritt dieser Art von uns oder unseren Erben oder von irgendjemand anderem in der Nachwelt für immer verletzt oder geändert werden

230 [Seitenzahl]

Zum Gedenken daran und als Zeugnis unseres Rücktritts und Verzichts haben wir dem besagten Herrn Cbvnrados, dem Bischof von Frisingen, und seinen Nachfolgern den vorliegenden Pagen übergeben, der mit dem Schutz unserer Siegel versehen ist, und die Unterzeichner um Zeugen gebeten Anschließend werden eigene Siegel angebracht, um der Festigkeit eine größere Festigkeit zu verleihen, sodass diese auch auf Seiten angewendet werden können. Geschehen hier in Wien im Hause unseres Herrn Ottachar, des berühmten Königs von Bocmie, Herzog von Österreich und der Steiermark und Marquis von Mähren, im Jahr des Herrn eintausendzweihundertzweiundsechzig, durch Anklageschrift am fünften und 6. 9. Oktober, im Beisein unterzeichneter Zeugen, Ortolf, Abt von Medlicense, Helnricus de Sevelde, Ottone de Meissow, Ottone de Haslawe, die Landesrichter von Österreich, Heinrich von Liechtenstein, Ottone Kammerherr de Berhtolstorf, Wilhelm de Horssindorf, Albert der Butler von Celking, Ludwico, der Bruder desselben de Celking, Hermann de Wolfkerstorf, Heinrich dapifer de Greicinstein, Wernhard Prevzlone, Alberone de Schevrbach, Heinrich de Gottinsvelden, Otto der Kammerherr von Walchvnschirchen, Berhtold Speismeister, Wolfker de Chogel , Friedrich der Küchenmeister von Porsenprunne, Wluing de Haslowe, Dietrich de Chalnperg, Wernher Speismeisters Bruder der Herren und Minister von Österreich, Henry Vertingo, William de Lusnich, Raibotone-Bruder derselben Herren und Minister der friesischen Kirche, Otto de Foro, Chvnon-Meister des Münzbruders desselben, Otto, Sohn des Haimon, Baltramo de Cimiterio, Rudger-Richter der Wiener Bürger, Chvnrado-Notar der Königsküche. Auf unseren Wunsch hin von Meister H. de Lok, dem damaligen Notar des friesischen Gerichts, übergeben.

Orig., Pgt., von 20 angehgt. Siegel nur Nr. 3, 6-9, u. 13-19 mehr min der schadhaft vorhanden, k. Reichsarchiv zu München; ebend. Codd. 189, f. 6V und 191, f. 40; Meichelbeck H/2, 33, Nr. SS.

Zitierempfehlung:
Urkunden der Freisingischen Besitzungen in Österreich, hrsg. Zahn, 1870 (Google-Daten) 221. , in: Monasterium.net, URL , abgerufen am 05.07.2024+02:00


Im Zuge einer Recherche am 4.8.2024 (Suchworte Waldamt, Waldbereitsungsbezirk) fand sich folgende Liste der „Ministerialen“.

Link Originalquelle (PDF komplett)

Titel: Fontes Rerum Austriacarum. Oesterreichische Geschichts-Quellen. Herausgegeben von der historischen Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien.
Zweite Abtheilung. Diplomataria et acta. XXXV. Band.
Sammlung von Urkunden und Urbaren zur Geschichte der ehemals freisingischen Besitzungen in Österreich. II. Band. Wien, 1871.

I. Verzeichnis der Personen und Orte. *

* Betreffs der Signaturen bemerke ich, dass die 1. Zahl das Jahr, resp. Jahrhundert, die 2. Die Nummern und die 3., 4., 5. u. s. w. die Seite anzeigt.

Seite 377 (PDF Seite 388):

Kogel, N.-Oest., b. Ried (Chogel) , Wolfkerus de-, 1262, 221 , 230.

Seite 447 (PDF Seite 458):

Ministerialen: […] Wolfkerus de Chogel, […] 1262, 221, 230;

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.3   1267 II 19

Recherche Online, Link www.monasterium.net

Folgende Urkunde (1267 II 19.) scheint in den Abschriften zur Homepage nicht auf.

Der Name Wolfkerus de Chogel de Morav(ia) als Wolfkerus de Chogel aber dreimal:

1880: Kerschbaumer „Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen“, zitierend „Ein Wolfkerus de Chogel erscheint auch in einer Urkunde, ddto. Wien, 6. Jänner 1276 als Zeuge. (Hornmayr, Gesch. Wiens, II. Jahrg., II. Band, 2. u. 3. Heft, S. cc.)“

1913, Loidold, Topographie von Sieghartskirchen: „Über die einstige Veste Kogl sind noch einige Urkunden vorhanden: so aus der Zeit Ottokars von Böhmen und Rudolfs von Habsburg, die Schifferrechtsbelehnung an die Stadt Tulln 1261 und 1276, wobei ein Wolfkenus [richtig Wolfkerus] de Chogel als Mitsiegler erscheint.“

Derselbe Text von Loidold steht auf einer Postkarte „KOGEL im Wienerwald“ mit Ansicht Ort und „Die öden Veste Chogel“. Gedruckt 1916, geschrieben 1919.

Eine Internet-Recherche am 5.7.2024 ergab, dass der Zusatz „de Moravia“ bei verschiedenen Personen aufscheint. Die Bedeutung blieb aber unklar.

In der Recherche Online, Link www.monasterium.net wird der Name übersetzt mit „Wolfger von Kogl von Morau (?). „Wolfger von Kogl“ mehrmals erwähnt, unter anderem als Vorbesitzer der Burg Kogel 1255 – 1276.
Der Ortsindex besagt ebenfalls, dass es sich um Niederösterreich handelt. Es ist somit mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass auf dieser Urkunde der Zeuge „Wolfkerus de Chogel de Morav“ Bezug zu unser Kogl hat (Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 6.7.2024).

1267 II 19.
König Otackharus bestätigt die Schenkung des Dorfes Gravenperg durch die verstorbene Königin Margarete an Kloster Lirenveld, ubi sui elegit corporis sepulturam.
Zeugen: Otto camerarius de Perhtoltsdorf, Heinricus comes de Hardeck, Albertus dapifer de Velsperch, Khadoldus de VVehing, Heinricus de Seveld, Heinricus dapifer de Lengenpach, Gundackharus de Habspach, Erckhengerus de Landesee, Vlricus de Vihoven, Heinricus de Stein, Sybboto de Cecking, Wolfkerus de Chogel de Morav(ia), Hartlibus camerarius, Vlricus de Durrenholtz, Chunradus plebanus de Heimburch.
(Quelle: WINNER, Lilienfeld (=FRA II/81, 1974) S. 53-54, Nr. 73.)

actum Wien, datum Laa, 1267 Februar 19

orig. - Lagerort: Stiftsarchiv Lilienfeld (http://www.stift-lilienfeld.at) - 24 × 24
Plica - Pergament - - Besiegelung: an rot-grüner Schnur S. d. A.
cop. -  Kop. B p. 99f.,
cop. -  C p. 77f.,
cop. -  D p. 201f.  - 
Druck: Fasti 1,1050; Lorenz 1,460f.
 
Facs. monasterium.net: http://monasterium.net/mom/AT-StiALi/LilienfeldOCist/1267_II_19/ charter
Sprache: Latein

Indexeinträge:
Personen:
Heinricus dapifer de Lengenpach - Heinrich von Lengbach, Truchseß, Zeuge; König Otackharus - Ottokar II. Prsemysl, König von Böhmen (1253-1278), Aussteller; Sybboto de Cecking - Siegboto von Zagging, Zeuge; Albertus dapifer de Velsperch - Albert von Feldsberg, Truchseß, Zeuge; Khadoldus de VVehing - Kadold von VVehing (?), Zeuge; Heinricus comes de Hardeck - Heinrich, Graf von Hardegg, Zeuge; Erckhengerus de Landesee - Erchanger von Landesee, Zeuge; Heinricus de Seveld - Heinrich von Sefeld (?), Zeuge; Gundackharus de Habspach - Gundacker von Haßbach, Zeuge; Hartlibus camerarius - Hartlieb, Kämmerer, Zeuge; Vlricus de Vihoven - Ulrich von Viehofen, Zeuge; Wolfkerus de Chogel de Morav - Wolfger von Kogl von Morau (?), Zeuge; Otto camerarius de Perhtoltsdorf - Otto von Perchtoldsdorf, Kämmerer, Zeuge; Chunradus plebanus de Heimburch - Konrad, Pfarrer von Hainburg, Zeuge; Vlricus de Durrenholtz - Ulrich von Dürnholz, Zeuge; Heinricus de Stein - Heinrich von Stein, Zeuge; Königin Margarete - Margarete von Österreich (gest. 1266), Gattin Ottokars II. Prsemysl, Tochter Leopolds VI.;

Orte:
Heimburch (Ortsindex) - Hainburg (GB BL); Velsperch (Ortsindex) - Feldsberg (Valtice, MÄ, GB MiIkulov ?); Lirenveld (Stifts- und Klosterindex) - Lilienfeld, Zisterzienserstift; Lirenveld (Ortsindex) - Lilienfeld (GB LF); Perhtoltsdorf (Ortsindex) - Perchtoldsdorf (GB MD); Hardeck (Ortsindex) - Hardegg (GB HL); Durrenholtz (Ortsindex) - Dürnholz (?); Vihoven (Ortsindex) - Viehofen (GB P) (?); Gravenperg (Ortsindex) - Grafenberg (GB HO) (?); Stein (Ortsindex) - Stein (?); Chogel (Ortsindex) - Kogl (?); Habspach (Ortsindex) - Haßbach (GB NK); Cecking (Ortsindex) - Zagging (GB P); Lengenpach (Ortsindex) - Lengbach (Alt-, Neu-) (GB NL); Seveld (Ortsindex) - Seefeld (GB HL) (?); Morav (Ortsindex) - Morau (Gde. Wang, GB SB);

[Folgende zwei kleine Bilder können nicht vergrößert werden:]

Zitierempfehlung:
Lilienfeld, Stiftsarchiv, Lilienfeld, Zisterzienser (1111-1892)  1267 II 19, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:00

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.4   1271 13. Juli

Fontes Rerum Austriacarum.
Oesterreichische Geschichts-Quellen.
Herausgegeben von der historischen Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien.
Zweite Abtheilung Diplomataria et Acta. L. Band.
Diplomatarium Miscellum Seculi XIII.
Wien, 1849.

Urkunden zur Geschichte von Österreich, Steiermark, Kärnten, Krain, Görz, Triest, Istrien, Tirol. Aus den Jahren 1246 – 1300.
Aus den Originalen des Kais. Kön. Haus-, Hof. und Staats-Archives.

2 Urkunden (PDF Seiten 245 und 246):

CIX. 13. Juli 1271. Nos Fridericus Dapifer de Lengenpach et Elyzabet vxor nostra profitemur ets cire cupimus vniuersos, quod nos Magistro Chvnrado de Tulna, tunc Scribe Stirie, ac suis heredibus vtriusque sexus nunc habitis et habendis, ob sue fidei constantiam quam circa nos puram semper sensimus et sentimus, quandam nostram Curiam villicalem in Tulna sitam ante muros Ciuitatis in loco qui dicitur Anger, in qua villicus tunc residens List cognomine vocabatur, cum pratis agris et omnibus dicte Curie attinenciis liberaliter et libenter contulimus iure feodali perpetuo possidendam. Istis tamen conditionibus interiectis quod, quandocunque eidem Magistro Chunrado uel suis heredibus ut predictum est Quinque talentorum redditus infra terminos inferioris Austrie in bonis soluentibus et per omnia bene cultis assignauerimus, ex tunc Curia sepedicta cum suis attinenciis in nostram libere redeat potestatem. Et ut huius collationis nostre gratia robur firmitatis obtineat, presentem paginam sibi dedimus nostri Sigilli munimine roboratam cum testibus subnotatis. Qui sunt Dominus Heinricus plebanus de sancto Christofforo , Dominus Hevnlo de Tulna, Dominus Trovsliebus, Dominus Karvlus de Charcharn, Dominus Ditricus de Chalnperge, Heinricus Patruus noster, Gotschalcus de Chogel, Janso procurator noster, Dietmarus dictus Strobel, Wlfingus et Ditmarus serui nostri, Hermannus Rvster Ciuis Tulnensis, Vlricus gener eius, Tŷmo filius eius Eberhardus dictus Povmgartner, Prehtlo et Hevnlo fratres de Tulna, Chunradus Monachus Jvnior et Senior et alii quam plures fidedigni. Acta sunt hec anno domini m.cc. lxxj. Datum in Lengenpach, in festo beate Margarete.

Orig. Perg. 1 Siegel (zerbr.). Geh. H.-Archiv.

 

CX. 13. Juli 1271. Nos Fridericus Dapifer de Lengenpach et Elyzabet vxor nostra profitemur et scire cupimus vniuersos, quod nos magistro Chvnrado tune Scribe Stirie ac heredibus suis vtriusque sexus nunc habitis et habendis aream nostram in Tvlna sitam apud sanctam Crucem que est contigua domui sue dicte Aula, quam scilicet aream pater noster dominus Heinricus dapifer pie memorie apud fratrem suum patruum nostrum Heinricum suis empcionibus racionabiliter comparauit, que etiam per negligentiam Heinrici predicti patrui nostri in Muro Ciuitatis perficiendo nobis fuit per ciues eiusdem Ciuitatis adiudicata, propter instantiam dilecti amici nostri domini Vlrici de Durrenholtz et ob fidelitatis sue meritum contulimus feodali tytulo perpetuo possidendam. Et ut huius donationis nostre gratia robur firmitatis obtineat, presentem paginam sibi dedimus Sigilli nostri munimine roboratam cum testibus subnotatis. Qui sunt Dominus Vlricus de Durrenholtz, Dominus Heinricus plebanus de sancto Christofforo, Dominus Hvnlo de Tulna, Dominus Trovsliebus, Dominus Karolus de Charchern, Dominus Ditricus de Chalnperge, Heinricus patruus noster, Gotschalcus de Chogel, Janso tunc procurator noster, Dietmarus dictus Strobel, Wlfingus et Ditmarus serui nostri, Hermannus Rvster, Vlricus gener eius, Tyemo filius eius, Eberhardus dictus Povmgartner, Prehtlo et Hevnlo fratres de Tulna, Chunradus Monachus Jvnior et Senior et quamplures alii fidedigni. Acta sunt hec anno domini M. CC. lxxj. Datum in Lengenpach in festo beate Margarete.

Orig. Perg. 1 Siegel. Geh. H.-Archiv.

 

Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich Neue Folge 44/45
Redigiert von Max Weltin und Andreas Kusternig
Verein für landeskunde von Niederösterreich und Wien, 1978/79


Online-Link
Veröffentlicht von ZOBODAT – www.zobodat.at

Artikel: Die Ministerialen von Lengbach unter Ottokar und den ersten Habsburgern
Von Rudolf Büttner

Eine interessante Episode, die Rückschlüsse auf den Besitz der Lengbacher in Tulln zuläßt, ist die urkundlich nachweisbare Unterschlagung Heinrichs von Lengbach-Tulln. Wir sind darüber durch vier innerlich zusammenhängende Urkunden verhältnismäßig gut unterrichtet. Zunächst beurkunden in Lengenbach Friedrich dapifer von Lengbach und seine Gattin Elisabeth am 13. Juli 1271 , daß sie dem scriba Styrie Magister Konrad von Tulln der unentwegten Treue wegen, die er ihnen bewiesen hatte, die curia villicalis auf dem Anger vor der Stadtmauer unter Rückkaufvorbehalt als Erblehen verleihen (contulimus iure feodali perpetuo possidendam)    66).

66) FRA II/1 125, Nr. 109. Als Zeugen in dieser in Lengenbach ausgestellten Urkunde werden u. a. genannt:
dominus Heinricus plebanus de s. Christofforo (Christophen, südl. Neulengbach), dominus Heunlo de Tulna, dominus Trousliebus, dominus Karulus de Chacharn (Chorherrn), dominus Ditricus de Calnperge (Kahlenbergerdorf in Wien) und ohne Bezeichnung dominus: Heinricus patruus noster (sc. Friderici dapiferi), Gotschalcus de Chogel (Kogl bei Rappoltenkirchen), Janso procurator noster (sc. Friderici dapiferi), Dietmarus dictus Strobel, Wulfingus et Ditmarus servi nostri (sc. Friderici dapiferi) und einige Tullner Bürger. An der Urkunde im HHStA hängt das zerbrochene Siegel des Lengbachers.

Am selben Tag und Ort und von denselben Leuten ist auch das zweite Stück ausgestellt. Friedrich und Elisabeth beurkunden, daß sie auf Drängen amici nostri Ulrici de Durrenholtz, also Ottokars Schwiegersohnes, und wegen der Treue Magister Konrads von Tulln diesem einen Hof (area) in Tulln zu Erblehen verliehen hätten. Wir erfahren weiter, daß dieses Objekt Friedrichs verstorbener Vater, der dapifer Heinrich (von Lengbach-Kreuzenstein) von seinem Bruder und Friedrichs Vaterbruder (patruus) Heinrich gekauft hatte. Der H o f war Friedrich wegen der Nachlässigkeit seines Onkels beim Bau der Stadtmauer (per negligentiam in muro civitatis perficiendo) durch die Tullner Bürger gerichtlich zugesprochen worden (nobis per cives . . . adiudicata)   67).

67) FRA II/l 126 f., Nr . 110 (1271 VII 13, in Lengenpach). 

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.5   1281 V 05

Recherche Online, Link www.monasterium.net

Folgende Urkunde wird in den Abschriften zur Hompepage einmal erwähnt – dort mit dem Datum 3. Mai 1281. Dieses Datum kommt in der Urkunde am Schluss vor.

AUR 1281 V 05.
Konrad gen. Eysenpevtel von Kogl (Chogel) 
gibt zu Ehren des hl. Rupert und Eb Friedrichs mit Zustimmung Kg. Rudolfs seine Hörigkeit (ius dominii seu proprietatis) über den Ritter Ulrich v. Hasendorf gegen 50 Pfd. Wiener Münze mit Einwilligung seiner Frau, Kinder und Erben aus direkter Linie, so daß er gar keine Leistung mehr von ihm zu fordern habe.
Z.: Propst Hartnid v. St. Virgil in Friesach, Archidiakon Liupold v. d. untern Mark, Mag. Wolfgang und Mag. Heinrich v. Göß, Doktoren d. Dekr., Mag. Heinr. v. Mereyn, Konr. v. Wartenfels, Heinr. v. Radeck, Gottschalk v. Neuhaus, Otto v. Gostach (?), Friedr. d. jgre. v. Pettau, Eckart d. jgre. v. Tann, Friedrich v. Hyrsarn, Konr. v. Arnstayn, Jakob v. Thurn (Turri), Ernst v. Nußdorf, Kuno v. Teysing, Heinr. v. Au (Awe), Engelbert v. Sicking (Sik-), Gebolf v. Weng (-ge), Heinr. u. Hilgrim (Hylcrimus), Br. v. Freidorf (Fri-).
Dat. et act. Wienne a. d. 1281 3 non maii.

Or. teilw. besch. 7 S (K. v. E., Propst H., Liup., Wartenf., Goldegg(!), Neuhaus, Arnstein) in Wien. Reg. B.-Redlich n. 1284.

Wien, 5. Mai 1281

MR I 0993

Facs. monasterium.net: http://monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgE/AUR_1281_V_05/ charter

Originaldatierung: anno domini millesimo ducentesimo octuag(esimi) primo, III non. Maii

[Großansicht der Urkunde]

Zitierempfehlung:
Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Salzburg, Erzstift (798-1806) AUR 1281 V 05, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:0

 

Recherche im Staatsarchiv Österreich (1.2.2024) mit dem Suchwort Chogel ergab den selben Treffer wie oben.

Angaben zur Identifikation
Signatur
AT-OeStA/HHStA UR AUR 1645

Titel
Konrad, genannt Eysenpeutel, von Kogl überlässt Erzbischof Friedrich von Salzburg mit Zustimmung König Rudolfs I. sein "ius dominii seu proprietatis" über den Ritter Ulrich von Hasendorf gegen 50 Pfund Wiener Münze.

Entstehungszeitraum
05.05.1281

Stufe
Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde)

Angaben zum Kontext
Provenienz
Rep. 8/St. 50, Salzburg

Archivalienart
Urkunde

Angaben zu Inhalt und Struktur
Aussteller
Konrad, genannt Eysenpeutel, von Kogl

Empfänger/Vertragspartner
Erzbischof Friedrich von Salzburg

Ort
Wien

Sprache
Latein

Siegel
7 Siegel

Beschreibstoff
Pergament

Angaben zur Benutzung
Reproduktion vorhanden - Digitale Aufnahme

Angaben zu verwandtem Material
Veröffentlichungen
Böhmer-Redlich 314 n. 1284 (zu Mai 3); Martin 1, 127 n. 993

Website
https://monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgE/AUR_1281_V_05/charter

Behältnisse
Anzahl: 1

Verwandte Verzeichnungseinheiten: keine

Benutzung
Schutzfristende:
31.12.1311

Erforderliche Bewilligung: Keine

Physische Benützbarkeit: Uneingeschränkt

Zugänglichkeit: Öffentlich

URL für diese Verz.-Einheit URL: https://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=298949

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.6   1287 V 21

Recherche Online, Link www.monasterium.net

Folgende Urkunde kann aufgrund der angegeben Quelle (OÖUB 4, Nr. 67) mit einer Stelle in den Abschriften für die Homepage unserem Kogel zugeordnet werden.

1287 V 21.
Die Brüder Ortnit und Chalhoch von Tannberg übergeben dem Kloster Wilhering ihren Hof zu Pircheich.
(Quelle: OÖUB 4 (Wien 1867) S. 60-61, Nr. 67)

o. O., 21. Mai 1287

orig. - Lagerort: Stiftsarchiv Wilhering 
(www.stiftwilhering.at) - Pergament - Besiegelung: Ein hängendes Siegel.

Facs. monasterium.net: https://monasterium.net/mom/AT-StiAW/Urkunden/1287_V_21/charter

Sprache: Latein - Originaldatierung: XII°. Kalendas Junii

Evanescere solent more fluentis aque facta hominum, nisi voce testium aut scripture robore recipiant firmamentum. Eapropter Nos Ortnidus et Chalhohus fratres de Tanneberch Notum fieri cupimus vniuersis tenorem presentium audituris, quod possessionem nostram dictam Pircheih sifam iuxta Gerhalming, que ex nostro patrimonio nos respiciebat, contulimus Ecclesie Sancte Marie uirginis in Wilhering et fratribus ibidem deo iugiter famulantibus titulo proprietatis in perpetuum possidendam volentes et promittentes tenore presenti exhibere nos auctores, quod uulgo dicitur Gwer, super prefata possessione ad requisitionem in conmuni placito sev priuato. In Cuius rei testimonium et memoriam indelebilem presentes litteras dictis dedimus fratribus sigilli nostri munimine et voce subscriptorum testium fideliter roboratas. Sunt autem testes dominus Bilgrimus Canonicus patauiensis et frater suus dominus Chvnradus dicti Capellarii, Livpoldus et Vlricus dicti de Idungsperg, oesbinus de eschelberch, Ditmarus de Emling, Hertwicus de Tannberch, Wolfgerus Chogel et alii quam plures. Datum anno domini M°.CC°.LXXX. Septimo, XII°. Kalendas Junii.

(Quelle: OÖUB 4 (Wien 1867) S. 60-61, Nr. 67)

 

[Folgende zwei Bilder können nicht vergrößert werden:]

[In der Großansicht ist nur die Rückseite zu sehen:]

Zitierempfehlung:
Wilhering, Stiftsarchiv, Urkunden (827-1854) 1287 V 21, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:00

 

Eine Recherche am 24.7.2024 ergab die Originalquelle des lateinischen Textes.

Urkunden-Buch des Landes ob der Enns.
Herausgegeben vom Verwaltungs-Ausschuss des Museums Francisco-Carolinum zu Linz.

Vierter Band.
Wien, 1867.

Seite 60 – 61.

Nummer LXVII.

Der lateinische Text stimmt überein. In der Originalquelle steht noch:

Orig. auf Perg. Ein hängendes Siegel. Stiftsarchiv Wilhering.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.7   1291 24. April

Originalquelle: Die Urkunden des regulierten Chorherrenstiftes Herzogenburg vom Jahre seiner Übertragung von St. Georgen: 1244 bis 1450.
Michael Faigl, Capitular des Stiftes, D. Z. Pfarrer zu Grafenwörth.
Wien, 1886.

Inhaltsverzeichnis:
Eisenpeutel ( ferreae bursae), Chunrat, de Chogel (1291 , 24. IV.) XX. 16.

 

Seite 16 – 17:

XX.
1291. 24. April.
Herzogenburg. Propst Wolfker von Herzogenburg mit seinem Convent belehnt auf die Bitte Wolfhards, Leheninhabers eines Stiftshofes zu Adletzberg (Urkunde VI), dessen Schwiegersohn Pilgrim mit demselben Hofe.

Nos Wolfkerus dei gracia prepositus totusque Conventus Ecclesie sancti Georii in Herczogenburch notum esse volumus singulis ac uniuersis presentes litteras inspecturis, quod ad petitionem et instantiam Wolfhardi nostri dilecti meritis ipsius et obsequiis consideratis generum eius Pilgrimum una cum heredibus suis, Pilgrimi scilicet Curia nostra in Etzlesperge inuestiuimus tali pacto, ut singulis annis in festo beati Michahelis X modios cuiuslibet grani, unum modium tritici, videlicet IIII modios siliginis quinque modios avene XII solidos denariorum Wiennensium usualis monete pro tribus porcis in Epiphania Domini de predicta Curia nobis finaliter debeant exhibere. Quod si terminis in prefixis seruitium nobis dare neglexerint superius memoratum, predictus Pilgrimus suique heredes a iure suo cadent, Curia prelibata ad nos libere reuertente. Si vero sterilitas anni seu defectus qui vulgo pisez dicitur, terram leserit in communi, assumptis duobus viris ydoneis ac fide dignis, nobis qui fidem faciant de promissis, nostro tamen pendente consilio in exhibendis seruitiis graciam faciemus. Et ne in hac nostra concessione a posteris nostris seu ab aliis questionis materia debeat suboriri, presentes litteras iussimus conscribi, honorabilium virorum domini Hainrici venerabilis Chotwicensis Abbatis, domini Ekhardi de sancto ypolito , domini ulrici de sancto Andrea prelatorum domini Chunradi de Sumerawe, domini Chunradi ferreeburse de Chogel, domini Friderici de Retelperg sigillorum muntmine roboratas in testimonium et cautelam. Huius rei testes sunt dominus Hainricus de Reichersperg, dominus Albero de Gotzensdorf, dominus Otto de Traysm milites, dominus Fridericus de Retelperg, Leo de Vreuntshausen , Sifridus Lochler, Chunradus Reichersperger , Herwordus de Wilantstal , Velchlo de Gotzendorf et alii quam plures. Acta sunt hec in Ecclesia nostra, Anno domini Mº. CC . XCº . Iº. in die beati Georii Martiris preciosi.

Orig. auf Perg. mit sechs h. Siegeln, wovon das erste und sechste verloren sind.

 

PDF Findbehelf Stift Herzogenburg (Stand 7.12.2023)

PDF Seite 14:

Signatur: H.1.-n.60

Titel: Lehensurkunde über den Stiftshof zu Adletzberg

Datierung: 1291 April 24, Herzogenburg

Inhalt: Propst Wolfker von Herzogenburg belehnt auf die Bitte Wolfhards, Leheninhaber eines Stiftshofes zu Adletzberg, dessen Schwiegersohn Pilgrim mit demselben Hof.
Orig.Perg., 6 Siegel anh., 1. und 6. fehlen.

Veröffentlichungen: Druck: Faigl n. 20

Allgemeinde Anmerkungen: vgl. H.n.44 (Faigl n.6)

 

Recherche Online, Link www.monasterium.net

Text Urkunde von Faigl.

orig. - Lagerort: Stiftsarchiv Herzogenburg (http://www.stiftherzogenburg.at) - Pergament - Besiegelung:  6 Siegel anh., 1. und 6. Fehlen

Facs. monasterium.net: https://monasterium.net/mom/AT-StiAHe/HerzogenburgCanReg/1291_IV_24/charter

Sprache: Latein - Originaldatierung: in die beati Georii Martins preciosi - Altbestand.Vgl. H. n. 44 (Faigl n. 6).

Indexeinträge:
 Personen:
dominus Otto de Traysm milites - Otto von Traisen, Ritter, Zeuge; Pilgrimum - Pilgrim, Schwiegersohn des Wolfhard; Chunradus Reichersperger - Konrad Reichersperger, Zeuge; dominus Albero de Gotzensdorf - Albero von Getzersdorf, Zeuge; Hainricus de Reichersperg - Heinrich von Reicherdberg, Zeuge; Herwordus de Wilantstal - Herword von Wielandsthal, Zeuge; domini Ekhardi de sancto ypolito - Ekhard, Propst von St. Pölten (1290-1314), Zeuge, Siegler; Wolfkerus dei gracia prepositus - Wolfker von Wielandsthal, Propst von Herzogenburg (1288-1310), Aussteller; domini Friderici de Retelperg - Friedrich von Radlberg, Zeuge, Siegler; Velchlo de Gotzendorf - Velchlo von Getzersdorf, Zeuge; domini Hainrici venerabilis Chotwicensis Abbatis - Heinrich von Mayerling, Abt von Göttweig (1286-1309), Zeuge, Siegler; domini ulrici de sancto Andrea - Ulrich, Propst von St. Andrä (-1298), Zeuge, Siegler; domini Chunradi ferreeburse de Chogel - Konrad Ferreeburse von Kogel, Zeuge; Wolfhardi - Wolfhard, Lehensinhaber eines Stiftshofes bei Adletzberg; Leo de Vreuntshausen - Leo von Franzhausen, Zeuge; domini Chunradi de Sumerawe - Konrad von Sommerau, Zeuge, Siegler;

Orte:
Reichersperg (Ortsindex) - Reichersberg (GB TU); Conventus Ecclesie sancti Georii in Herczogenburch (Stifts- und Klosterindex) - Herzogenburg, Augustiner Chorherrenstift; Chogel (Ortsindex) - Kogel (?); Traysm (Ortsindex) - Traisen (GB LF); Vreuntshausen (Ortsindex) - Franzhausen (GB P); Wilantstal (Ortsindex) - Wielandsthal (GB P); Sumerawe (Ortsindex) - Sommerau (GB AM); Gotzensdorf (Ortsindex) - Getzersdorf (GB P); Etzlesperge (Ortsindex) - Adletzberg (GB P); 

 

Oben, wenn die Funktion „PDF Export“ ausgewählt wird, unten wenn die Internetseite in PDF gedruckt wird:

Orte
Adletzberg (GB P)
Franzhausen (GB P)
Getzersdorf (GB P) 
Herzogenburg, Augustiner Chorherrenstift 
Kogel (?) 
Reichersberg (GB TU
Sommerau (GB AM) 
Traisen (GB LF) 
Wielandsthal (GB P)

Personen 
Albero von Getzersdorf, Zeuge 
Ekhard, Propst von St. Pölten (1290-1314), Zeuge, Siegler 
Friedrich von Radlberg, Zeuge, Siegler 
Heinrich von Mayerling, Abt von Göttweig (1286-1309), Zeuge, Siegler 
Heinrich von Reicherdberg, Zeuge 
Herword von Wielandsthal, Zeuge 
Konrad Ferreeburse von Kogel, Zeuge 
Konrad Reichersperger, Zeuge 
Konrad von Sommerau, Zeuge, Siegler 
Leo von Franzhausen, Zeuge 
Otto von Traisen, Ritter, Zeuge 
Pilgrim, Schwiegersohn des Wolfhard 
Ulrich, Propst von St. Andrä (-1298), Zeuge, Siegler 
Velchlo von Getzersdorf, Zeuge 
Wolfhard, Lehensinhaber eines Stiftshofes bei Adletzberg 
Wolfker von Wielandsthal, Propst von Herzogenburg (1288-1310), Aussteller

Zitierempfehlung:
Herzogenburg, Stiftsarchiv, Urkunden Herzogenburg (1112-1852) 1291 IV 24, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:0

[Großansicht der Urkunde:]

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.8   1303 6. Jänner

Originalquelle: Die Urkunden des regulierten Chorherrenstiftes Herzogenburg vom Jahre seiner Übertragung von St. Georgen: 1244 bis 1450.
Michael Faigl, Capitular des Stiftes, D. Z. Pfarrer zu Grafenwörth.
Wien, 1886.

Inhaltsverzeichnis:
Eisenpeutel Weigant und Tuta ux. (1303, 6. I.) XXXII. 25 u. f.

 

Seite 25 – 26:

XXXII.
1303. 6. Jänner. Herzogenburg. Weigant Eisenpeutel von Chogel schenkt mit Einwilligung seiner Hausfrau Tuta das Obereigenthum und den Dienst von einem von ihm verkauften Gut in Kuffern zum St. Nikolausaltar in der Stiftskirche zu Herzogenburg.

Ich Weigant Eysnpevtel von Chogel gich vnd tvn chvnt allen levten, di disen brief sehent, oder horent lesen, daz gvet, daz mich datz Chveffarn von meinem Ochheim hern hertneit, dem Pischolf von Gvrka, zwen Mvtt Waytzes, zwaymin dreyzk pfennig, aynlef hvener anerstarben ist, daz ich daz selb gvet Wernharten von Gotzinsdorf han ze chauffen gegeben vmb zweynzk pfund pfennig der gewonlichen wienner Mvnizz, mit meiner havsvrowen vron Tveten vnd aller meiner erben gveten willen, vnd han avch di Aygenschaft gegeben ledichleich dem gveten Sant Jorgen hintz Hertzogenbvrch also daz Wernhart vnd sein erben daz selben gvet zerechtem pvrchrecht von dem selben gotshavs haben, alli iar an Sant Nycolawestag zechn pfennig zedienen avf Sant Nycolawes Alter in dem selben gotshavs, vnd daz ich Weygant Eysnpeutel des vorbenanten gvetes, des gotshavses vnd Wernhartes vnd avch seiner erben nach des landes recht, rechter scherm bin, vnd mein havsvrowe vnd meinev chint vnd loben daz mit vnsern triwen. Daz dev red dem gotshavs datz Hertzogenbvrch vnd Wernharten vnd seiner havsvrowen vnd seinen erben stet vnd vnverchert beleib, gib ich in disen brief, versigelten vnd bestetten mit mein selbes Insigel vnd avch mit dem meines prveder, hern Chvnrates vnd mit dem meins Aydems hern Philippes von Entzensdorf vnd mit dem meins Ochheims Ulreichs von Gvetenprvnn Insigel. Der sachh sint gezeug her Chvnrat von Arnsteyn, her Fridereich vnd Gvndachher, di prveder ped von Retelnperg, her Hainreich der Reichholtsperger, her Seifrit der Lochler, her Herbort von Wielanstal, her Havchh der Watensteyner, Levtold von Aynod, Chvnrat Retzinger, havch von Wagreyn, Volchwin vnd Alber von Gotzinsdorf, Meinhart von Poting, vnd Fridreich von Nvzdorf, vnd ander vrvm levt, den dev red chvnt vnd gewizzen ist . Daz ist ergangen nach Christes gebvrt vber Tavsent Iar vber drevhvndert Iar, darnach indem dritten iar. Datz Hertzogenbvrch an dem heiligen Percht tag.

Orig. auf Perg. mit vier h. Siegeln

 

PDF Findbehelf Stift Herzogenburg (Stand 7.12.2023)

PDF Seite 16:

Signatur: H.1.-n.72

Titel: Schenkung eines Gutes in Kuffern

Datierung: 1303 Jänner 6, Herzogenburg

Inhalt: Weigant Eisenpeutel von Chogel schenkt mit Einwilligung seiner Frau Tuta das Obereigentum und den Dienst von einem von ihm verkauften Gut in Kuffern zum St. Nikolaus-Altar in der Stiftskirche zu Herzogenburg.
Orig.Perg. 4 Siegel anh., Siegler: Weigant Eisenpeutel von Chogel, Konrad Eisenpeutel von Chogel, Philipp von Entzensdorf, Ulrich von Gutenbrunn

Veröffentlichungen: Druck: Faigl n. 32

 

Recherche Online, Link www.monasterium.net

Text Urkunde von Faigl.

orig. - Lagerort: Stiftsarchiv Herzogenburg (http://www.stiftherzogenburg.at) – [Material] Pergament - Besiegelung:  4 Siegel anh. (Weigant Eisenpeutel von Chogel, Konrad Eisenpeutel von Chogel, Philipp von Entzensdorf, Ulrich von Gutenbrunn)

Facs. monasterium.net: https://monasterium.net/mom/AT-StiAHe/HerzogenburgCanReg/1303_I_06/charter

Sprache: Deutsch - Originaldatierung: an dem heiligen Percht tag – Altbestand

Indexeinträge::  Personen: Wernharten von Gotzinsdorf - Bernhard von Getzersdorf; Weigant Eysnpevtel von Chogel - Weigant Eisenbeutel von Kogel, Aussteller; Fridreich von Nvzdorf - Friedrich von Nussdorf. Zeuge; Chvnrates - Konrad, Bruder des Weigant Eisenbeutel von Kogel, Siegler; Volchwin von Gotzinsdorf - Volchwin von Getzersdorf, Zeuge; Ulreichs von Gvetenprvnn - Ulrich von Gutenbrunn, Siegler; Alber von Gotzinsdorf - Albero von Getzersdorf, Siegler; Havchh der Watensteyner - Hauch von Wagenstein, Zeuge; hertneit, dem Pischolf von Gvrka - Hertneit, Bischof von Gurk, Onkel des Weigant Eisenbeutel von Kogel (1299-1326); Chvnrat von Arnsteyn - Konrad von Arnstein, Zeuge; Herbort von Wielanstal - Herbort von Wielantstal, Zeuge; Chvnrat Retzinger - Konrad Retzinger, Zeuge; Meinhart von Poting - Meinhard von Pöding, Zeuge; Fridereich - Friedrich von Radlberg, Bruder von Gundackar, Zeuge; Hainreich der Reichholtsperger - Heinrich der Reichholtsberger, Zeuge; Philippes von Entzensdorf - Philipp von Enzersdorf, Siegler; Tveten - Tuta, Frau des Weigant Eisenbeutel von Kogel; Gvndachher von Retelnperg - Gundacker von Radlberg, Bruder von Friedrich, Zeuge; havch von Wagreyn - Hauch von Wagrein, Zeuge; Levtold von Aynod - Leutold von Einöd, Zeuge;  Orte: Arnsteyn (Ortsindex) - Arnstein, Ruine (Gde. Alland, GB BN); Poting (Ortsindex) - Pöding (GB TU); Sant Jorgen hintz Hertzogenbvrch (Stifts- und Klosterindex) - Herzogenburg, Augustiner Chorherrenstift; Gotzinsdorf (Ortsindex) - Getzersdorf (GB P); Entzensdorf (Ortsindex) - Enzersdorf (GB ?); Gvetenprvnn (Ortsindex) - Gutenbrunn (GB P); Wagreyn (Ortsindex) - Wagram (GB ?); Wielanstal (Ortsindex) - Wielandsthal (GB P); Retelnperg (Ortsindex) - Radlberg (Ober-, Unter-, GB P); Aynod (Ortsindex) - Einöd (GB P); Nvzdorf (Ortsindex) - Nußdorf an der Traisen (GB P); Chveffarn (Ortsindex) - Kuffern (GB P);

Oben, wenn die Funktion „PDF Export“ ausgewählt wird, unten wenn die Internetseite in PDF gedruckt wird:

Orte 
Arnstein, Ruine (Gde. Alland, GB BN) 
Einöd (GB P) 
Enzersdorf (GB ?) 
Getzersdorf (GB P) 
Gutenbrunn (GB P) 
Herzogenburg, Augustiner Chorherrenstift 
Kuffern (GB P) 
Nußdorf an der Traisen (GB P) 
Pöding (GB TU
Radlberg (Ober-, Unter-, GB P) 
Wagram (GB ?) 
Wielandsthal (GB P)

Geogr. Name 
Watensteyn
Reguläre Form: Wagenstein (heute Bauernhaus, Gmd. Kirchberg an der Pielach, GB P)

Personen 
Albero von Getzersdorf, Siegler 
Bernhard von Getzersdorf 
Friedrich von Nussdorf. Zeuge 
Friedrich von Radlberg, Bruder von Gundackar, Zeuge 
Gundacker von Radlberg, Bruder von Friedrich, Zeuge 
Hauch von Wagenstein, Zeuge 
Hauch von Wagrein, Zeuge 
Heinrich der Reichholtsberger, Zeuge 
Herbort von Wielantstal, Zeuge 
Hertneit, Bischof von Gurk, Onkel des Weigant Eisenbeutel von Kogel (1299-1326) 
Konrad Retzinger, Zeuge 
Konrad von Arnstein, Zeuge 
Konrad, Bruder des Weigant Eisenbeutel von Kogel, Siegler 
Leutold von Einöd, Zeuge 
Meinhard von Pöding, Zeuge 
Philipp von Enzersdorf, Siegler 
Tuta, Frau des Weigant Eisenbeutel von Kogel
Ulrich von Gutenbrunn, Siegler 
Volchwin von Getzersdorf, Zeuge 
Weigant Eisenbeutel von Kogel, Aussteller

[Bilder – Kleinansicht (können nicht vergrößert werden):]

[Großansicht der Urkunde:]

Zitierempfehlung:
Herzogenburg, Stiftsarchiv, Urkunden Herzogenburg (1112-1852) 1306 |, in: Monasterium.net, URL AT-StiAHe/HerzogenburgCanReg/1303_I_06/charter>,accessed at 2024-07-05+02:00

 

Recherche Online, Link www.monasterium.net

In einer Urkunde von 1233 II 02 steht im Kommentar (zu Ulreich):
Vielleicht ist es derselbe "Ulreich von guetenprunn" welcher als Zeuge zu Herzogenburg am 6. Jänner 1303 jenen Vertrag seines Neffen Weigant Eysnpeutl von Chogel bekräftigt, durch welchen Letzterer sein Gut zu Chueffarn, das ihm von seinem Oheim "hern Hertneit dem Pischolf von Churka anerstarben ist" dem Wernhard von Gotzinsdorf mit der Last verkauft habe, dass Letzterer jährlich 10 Pfennige Burgrecht zum St. Nikolaus-Altar in Herzogenburg zu entrichten habe.

Zitierempfehlung:
Herzogenburg, Stiftsarchiv, Urkunden Herzogenburg (1112-1852) 1233 II 02, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:00

 

Zu oben „Ulreich“ gibt es eine weitere Quelle (Google-Buch-Suche 7.7.2024):

Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen.
Herausgegeben von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Neunter Band. Wien 1853.

Kapitel V. Die ältesten Urkunden des Kanonikatstiftes Sanct Georgen in Unterösterreich. Von 1112 bis 1244. Mitgetheilt und mit Erläuterungen begleitet von Wilhelm Bielsky, Chorherrn von Herzogenburg und Pfarrer zu Tirnstein.

Seiten 290:

Im Jahre 1260 bezeugt „Vlricus dw Guetenbrunne“ mit seinem Siegel die vom Probste Engelschalk bewekstelligte Verpachtung eines Hofes zu Adletzberg. – Vielleicht ist es derselbe „Ulreich von guetenbrunn“ welcher als Zeuge zu Herzogenburg am 6. Jänner 1303 jenen Vertrag seines Neffen Weigant Eysenpeutl von Chogel bekräftigt, durch welchen Letzterer sein Gut zu Chueffarn, das ihm von seinem Oheim „hern Hertneit dem Pischolf von Churka … aneerstarben ist“ dem Wernhard von Gotzinsdorf mit der Last verkauft habe, dass Letzterer jährlich 10 Pfeanige Burgrecht zum St. Nikolaus-Altar in Herzogenburg zu entrichten habe. - 

 

Weitere Quelle: Pfarrchronik Rappoltenkirchen, 1850 – 1860 – 1876
Eine Genehmigung zur Einsicht in die Pfarrchronik und zur Veröffentlichung liegt vor.

Abschrift am 24.8.2024.

Seite 174:

Zur Geschichte Kogl
1303, 6 Jänner (Herzogenburg), verkauft Weigant Eysnpeutel von Chogel die ihm von seinem Oheim Herrn Hertneit, dem Bischof von Gurk, anerstorbenen (?) 2 Mut Weizens, 28 Pfennige, 11 Hühner (!) zu Chueffarn dem Wernhart von Gatzinsdorf (Götzendorf) um 20 Pfund Pfennige der gewöhnlichen Wiener Münz und giebt die Eigenschaft dem Stifte Herzogenburg, also daß Wernhart und seine Erben dasselbe Gut zu rechtem Burgrecht vom Stifte haben und jährlich am St. Nicolaus-Tag 10 Pfennige auf den St. Nicolaus-Altar im Stifte dienen sollen.
(Faigl, Herzogenburger Urkunde 25-26).

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.9   1308 25. März

Originalquelle: Die Urkunden des regulierten Chorherrenstiftes Herzogenburg vom Jahre seiner Übertragung von St. Georgen: 1244 bis 1450.
Michael Faigl, Capitular des Stiftes, D. Z. Pfarrer zu Grafenwörth.
Wien, 1886.

Inhaltsverzeichnis:
Eisenpeutel Chunrat, sein Bruder ibid. Weigant (1308 , 25. III.) XXXIX. 33.

 

Seite 33 – 34:

XXXIX.
1308. 25. März.
Ohne Ort . Weigant Eisenpeutel von Kogel schenkt dem Stifte Herzogenburg das Obereigenthum von einem Lehen in Unterwinden, das er Friedrich dem Fisslinger verkauft hat.

Ich Weigant der Eisenpeutel von dem Chogel vergich vnde tuen chunt allen den die disen Brief lesent, sechent oder horent lesen den die nu lewent, oder hernach chunftich werdent, daz Fridereich der Fizlinger mit seinem guet wider mich chaufte, vnde geworifen hat ain lechen datz Nider Winden pai der Traisem in Hertzogenburiger Pfarre vmwe sibenunde dreizzich phunt phenninge wienner Munizze, der ich schon vnde gentzleich verrichte vnde geweret pin, vnd daz lechen dient an sande Michelstage ain halbes phunt phenninge mit allen dingen, vnd czwey vnde dreizzich phenninge auf reut ekcheren , vnde viertzechen Ieuchhart akcheres die tzue dem selben guet gehorent, vnde han ich vorgenander Weigant die aigenschafte des selben lechens sande Georigen Gotshaus datz Hertzogenburch, vnde Brobest Wolfkeren tzu den tzeiten vnde alle der Samenunge vreileich vnde ledichleich durich Got gegewen mit allem dem recht, vnde ich die selben aigenschafte vnde mein voderen gehabet haben, also mit weschaidener rede daz er der vorgenande Brobest Fridereichen dem Fizlinger daz vorgenande lechen gelichen hat tze rechtem purchrechte, daz er dem vorgenanden Gotshaus datz Hertzogenburch alle Iar an sande Georigen tage dien tzwen phenninge tzue ainem vrchunde, vnde ist auch daz geschechen mit meinem verdochtem muet vnde mit guetem willen meiner hausvroen, veren Tueten, vnde meiner sune Nyclas vnde Weigandes vnde auch aller meiner erben vnde sol auch ich der vorgenande Weigande der Eysenpeutel dem vorgenanden Gotshaus datz Hertzogenburch vnde mein vorgenande sune Nycla vnd Weigant die aigenschafte freien vnde schermen, vnd alle meine erben mit sampt mier vnde nach mier nach rechtem Landes recht vnde gewonhait in Osterreich. vnde daz dise rede stet vnde vntzebrochen weleibe von mir vnde von allen meinen erben des gibe ich der vorgenande Weigande der Eysenpeutel von dem Chogel dem vorgenanden Gotshaus datz Hertzogenburch disen Brief tzue ainem steten gezeuge, vnde tzue ainem offenen vrchunde versigelet mit meinem aigenem Insigel, vnde sinde auch nach meiner pete diser rede vnde dieser sache die erberen Herren getzeuge mit ier aigenen Insigelen Her Chunrade von Arenstain mit seinem Insigel. Her Gundakcher von Retelperige. vnde her vlreich der Kerenberiger von Guetenprunne mit ier Insigelen. Her Ortolfe von Atzenprukke mit seinem Insigel. vnde sinde auch one Insigel getzeuge. her vlreich vnde her Dittreich die puechperiger von Wazzerberch. her eberan von Ernsprunne. her Herwort von Wielantstal. her alber vnde her wernhart von Gotzesdorf. alram abe dem perige. Leutol den von ainode. Otte der Traismer. Cholhoch von Alaren. Herlibe von Purchstal. Ruger von etzleinsperige. vnde ander frum leut die pai der rede gewesen sinde. vnde ist der prief gegeben vnde die sache geschechen da von Christes gepuerde woren ergangen dreytzechen hundert lar. vnde darnach in dem Ochtem Iar an vnser vroen tage in der vasten.

Orig. auf Perg. mit fünf angeh. Siegeln .

 

PDF Findbehelf Stift Herzogenburg (Stand 7.12.2023)

PDF Seite 17:

Signatur: H.1.-n.79

Titel: Übertragung eines Lehens in Unterwinden

Datierung: 1308 März 25

Inhalt: Weigant Eisenpeutel von Kogel schenkt dem Stift Herzogenburg das Obereigentum von einem Lehen in Unterwinden, das er Friedrich dem Fisslinger verkauft hat.
Orig.Perg., 5 Siegel anh.

Veröffentlichungen: Druck: Faigl n. 39

 

Recherche Online, Link www.monasterium.net

Text Urkunde von Faigl.

orig. - Lagerort: Stiftsarchiv Herzogenburg (http://www.stiftherzogenburg.at) - 
[Material] Pergament - 
Besiegelung:  5 Siegel anh.

Facs. monasterium.net: http://monasterium.net/mom/AT-StiAHe/HerzogenburgCanReg/1308_III_25/charter

Sprache: Deutsch - Originaldatierung: an vnser vroen tage in der vasten - Altbestand

Indexeinträge:
Personen: 
Gundakcher von Retelperige - Gundackar von Radlberg, Siegler; Leutolden von ainode - Leutold von Einöd, Zeuge; Tueten - Tuta, Frau des Weigant Eisenbeutel von Kogel; wernhart von Gotzesdorf - Bernhard von Getzersdorf, Zeuge; Ruger von etzleinsperige - Ruger von Adletzberg, Zeuge; Ortolfe von Atzenprukke - Ortolf von Atzenbrugg, Siegler; Nyclas - Niklas, Sohn des Weigant Eisenpeutel von Kogel; Chunrade von Arenstain - Konrad von Arnstein, Siegler; alram abe dem perige - Alram auf dem Berg, Zeuge; vlreich der Kerenberiger von Guetenprunne - Ulrich Kerenberger von Gutenbrunn, Siegler; Weigant der Eisenpeutel von dem Chogel - Weigant Eisenpeutel von Kogel, Aussteller; Weigant -Weigant, Sohn des Weigant Eisenpeutel von Kogel; Fridereich der Fizlinger - Friedrich der Fisslinger; Brobest Wolfkeren - Wolfker von Wielandsthal, Propst von Herzogenburg (1288-1310); Otte der Traismer - Otto von Traismauer, Zeuge; Herlibe von Purchstal - Herlieb von Purgstall; Vlreich - Ulrich Puchberger von Wasserburg, Zeuge; Cholhoch von Alaren - Kalhoch von Alaren, Zeuge; eberan von Ernsprunne - Eberan von Ernstbrunn, Zeuge; Dittreich die puechperiger von Wazzerberch - Dietrich Puchberger von Wasserburg, Zeuge; Herwort von wielantstal - Herwort von Wielandsthal, Zeuge; 

Orte: 
perige (Ortsindex) - Berg (GB ?); Purchstal (Ortsindex) - Purgstall (GB ?); Wazzerberch (Ortsindex) - Wasserburg (Schloss und Dorf, GB P); Retelperige (Ortsindex) - Radlberg (Ober-, Unter-, GB P); Chogel (Ortsindex) - Kogel (GB ?); Gotzesdorf (Ortsindex) - Getzersdorf (GB P); ainode (Ortsindex) - Einöd (GB P); wielantstal (Ortsindex) - Wielandsthal (GB P); puechperig (Ortsindex) - Puchberg (GB ?); Guetenprunne (Ortsindex) - Gutenbrunn (GB P); Ernsprunne (Ortsindex) - Ernstbrunn (GB KO); etzleinsperige (Ortsindex) - Adletzberg (GB P); Arenstain (Ortsindex) - Arnstein, Ruine (Gde. Alland, GB BN); Atzenprukke (Ortsindex) - Atzenbrugg (GB ME); Nider Winden (Ortsindex) - Unterwinden (GB P);

Oben, wenn die Funktion „PDF Export“ ausgewählt wird, unten wenn die Internetseite in PDF gedruckt wird:

Orte
Adletzberg (GB P) 
Arnstein, Ruine (Gde. Alland, GB BN) 
Atzenbrugg (GB ME) 
Berg (GB ?) 
Einöd (GB P) 
Ernstbrunn (GB KO
Getzersdorf (GB P) 
Gutenbrunn (GB P) 
Kogel (GB ?) 
Puchberg (GB ?) 
Purgstall (GB ?) 
Radlberg (Ober-, Unter-, GB P)
Unterwinden (GB P) 
Wasserburg (Schloss und Dorf, GB P) 
Wielandsthal (GB P)

Geogr. Name 
Traisem 
Reguläre Form: Fluss

Personen 
Alram auf dem Berg, Zeuge 
Bernhard von Getzersdorf, Zeuge 
Dietrich Puchberger von Wasserburg, Zeuge 
Eberan von Ernstbrunn, Zeuge 
Friedrich der Fisslinger 
Gundackar von Radlberg, Siegler 
Herlieb von Purgstall 
Herwort von Wielandsthal, Zeuge 
Kalhoch von Alaren, Zeuge 
Konrad von Arnstein, Siegler 
Leutold von Einöd, Zeuge 
Niklas, Sohn des Weigant Eisenpeutel von Kogel 
Ortolf von Atzenbrugg, Siegler 
Otto von Traismauer, Zeuge 
Ruger von Adletzberg, Zeuge 
Tuta, Frau des Weigant Eisenbeutel von Kogel 
Ulrich Kerenberger von Gutenbrunn, Siegler 
Ulrich Puchberger von Wasserburg, Zeuge 
Weigant Eisenpeutel von Kogel, Aussteller 
Weigant, Sohn des Weigant Eisenpeutel von Kogel 
Wolfker von Wielandsthal, Propst von Herzogenburg (1288-1310)

[Großansicht der Urkunde:]

Zitierempfehlung:
Herzogenburg, Stiftsarchiv, Urkunden Herzogenburg (1112-1852) 1308 III 25, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:00

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 22.6.2025 (zu Cholhoch von Alaren):
Für das Verzeichnis der Orte und Namen wurde am 21.6.2025 nach Querverweisen zu anderen Stellen im Alphabet gesucht. Aus Interesse wurde auch nach Calhoch von Ollern (Zeuge, Register D 11, Ministerialgeschlecht der Eisenbeutel) im Internet gesucht. Es ergab sich zwar kein Treffer, aber die Idee hier in den Urkunden zu suchen.

Aufgrund der anderen Schreibweise (Calhoch im Register D11) wurde hier nichts gefunden. Der Zusatz, dass ein weiterer Zeuge Herlieb von Purchstal ist, ergab mit der Suche Purchstal diese Urkunde. Cholhoch von Alaren steht direkt vor ihm. Andere Schreibweise hier: Kalhoch von Alaren.

 

Recherche Online, Link www.monasterium.net

In einer Urkunde von 1233 II 02 steht im Kommentar (zu Ulreich):
Derselbe Weigant Eisenpeutl von dem Chogel verkauft den 25. März 1308 ein Lehen zu Unterwinden bei der Traisen an Fridreich dem Fitzlinger, und übertragt sein Lehenrecht dem Stifte Herzogenburg, wo unter den vielen Zeugen auch "her Ulreich der Kerenberger von guetenprunne" zu lesen ist.

Zitierempfehlung:
Herzogenburg, Stiftsarchiv, Urkunden Herzogenburg (1112-1852) 1233 II 02, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:00

 

Zu oben „Ulreich“ gibt es eine weitere Quelle (Google-Buch-Suche 7.7.2024):

Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen.
Herausgegeben von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Neunter Band. Wien 1853.

Kapitel V. Die ältesten Urkunden des Kanonikatstiftes Sanct Georgen in Unterösterreich. Von 1112 bis 1244. Mitgetheilt und mit Erläuterungen begleitet von Wilhelm Bielsky, Chorherrn von Herzogenburg und Pfarrer zu Tirnstein.

Seiten 291:

Derselbe Weigant Eisenpeutl von dem Chogel verkauft den 25. März 1308 ein Lehen zu Unterwinden bei der Traisen an Fridreich dem Fitzlinger, und übertragt sein Lehenrecht dem Stifte Herzogenburg, wo unter den vielen Zeugen auch „ber Ulreich der Kerenberger von guetenprunne“ zu lesen ist.

 

Recherche Online, Link www.monasterium.net

In einer Urkunde von 1240 steht im Kommentar (zu Ruger):
Ruger von Etzleinsperige ist den 25. März 1308 Zeuge, als Wigand Eisenpeutl von Chogel sein Lehensrecht über ein Haus zu Unterwindten dem Stifte Herzogenburg überlässt.

Zitierempfehlung:
Herzogenburg, Stiftsarchiv, Urkunden Herzogenburg (1112-1852) 1240, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:00

 

Zu oben „Ruger“ gibt es eine weitere Quelle (Google-Buch-Suche 7.7.2024):

Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen.
Herausgegeben von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Neunter Band. Wien 1853.

Kapitel V. Die ältesten Urkunden des Kanonikatstiftes Sanct Georgen in Unterösterreich. Von 1112 bis 1244. Mitgetheilt und mit Erläuterungen begleitet von Wilhelm Bielsky, Chorherrn von Herzogenburg und Pfarrer zu Tirnstein.

Seiten 296:

Ruger von Etzleinsperige ist den 25. März 1308 Zeuge, als Wigand Eisenpeutl von Chogel sein Lehensrecht über ein Haus zu Unterwinden dem Stifte Herzogenburg überlässt.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.10   1321 Juli 13.

Folgende Urkunde scheint in den Abschriften für die Homepage dreimal auf:
einmal mit dem Tag 13. und
zweimal mit dem Tag 14.

Die Angabe des NÖ Landesarchiv stimmt immer. Einmal wird zusätzlich U[rkunde] 127 angeben. In der Recherche im NÖ Landesarchiv Nr. 135 aus dem Jahre 1985.

 

Recherche Online, Link www.monasterium.net

StA Urk 0127.

Ludwig von Chogel, Forstmeister in Österreich, verkauft seinem Schwiegersohn Niklas von Eßling einen Hof ze Awe (Auhof). 
(Quelle: NÖLA 9. (1985), Nr. 135 )
Wien, 1321 Juli 13.

[Material] Pergament

Besiegelung: die angekündigten drei Siegel sind nicht mehr vorhanden

Facs. monasterium.net: http://monasterium.net/mom/AT-NOeLA/StA_Urk/StA_Urk_0127/ charte

[Drei kleine Ansichten, die nicht vergrößert werden können. Hier größer gezogen, daher unscharf:]

[Großansicht der Urkunde:]

Zitierempfehlung:
Niederösterreichisches Landesarchiv, Urkundensammlung des Ständischen Archivs StA Urk 0127, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:00

 

Abschift der Urkunde aus „Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, 1880“

Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen.
Vortrag, gehalten im Vereine für Landeskunde von Niederösterreich,
von Dr. Anton Kerschbaumer.

ANHANG.
I.

Ich Lvdweig vom Chogel, zv den zeiten forstmayster in Oesterreiche vnd Geisel sein havsfrawe. Wir veriehen vnd tun chunt allen den die disen prief lesent oder horent lesen, die nv lebent vnd hernach chvnftich sint, daz wir mit vnser erben gutem willen vnd gunst mit verdachtem mvte vnd mit gesamter hant zv de zeit do wir ez wol getun mochten, verchavft haben vnsers rechten gechavften Aygens aynen Hof, der da leit ze Awe, mit alle dev vnd darzv gehorent ez sei purchrecht oder lehen, in vrbar ze holtz, zu velde vnd ze dorf, ez sei gestift oder vngestift, versucht oder vnversucht, swie so daz genant ist. Denselben Hof haben wir verchavft vnd geben mit allem dem Nutz vnd recht als in vnser vordern vnd wir in Nutz vnd in Aygens gewer herpracht haben vnd auch durch rechte Frvndschaft, vmbe vier hundert phunt Wienner phenninge, der wir recht vnd redlicher gewert sein, dem erben manne hern Nichlasen von Ezlarn vnserm aydem ledichlichen vnd vreilichen ze haben. Vnd allen seinen frumen da mit zeschaffen verchaffen versetzzen vnd geben swem er welle an allen irresal vnd vmbe die vbertvre (Ueberschuss?) des vorgenannten Hoves die wir im zv vnser tochter Lucien ze morgengabe geben haben, also mit avzgenommner rede, ob daz were daz vnser tochter Lucie an erben verfuere daz layder geschehen ist, so solt er vns vnd vnseren erben bei seinem lebentigem leibe oder sein erben nach seinem tode zway hundert phunt Wienner phenninge geben, der selben zway hundert phunde phenninge hat vnser aydem her Nichlas von Ezlarn bei seinem lebentigem leibe vns vnd vnser erben recht vnd redlich verrichtet vnd gentzlichen gewert, daz wir weder in noch sein erben fürbaz nichtes nicht enzeihen, vnd darvber zv ayner pezzern sicherhait so sezzen wir vns Ich vorgenannter Ludweig der forstmaister vnd ich Geisel sein havsfrowe vnd ich Chadolt vnd ich Seifrid ir payder sone vnverschaydenlichen vnserm aydem hern Nichlasen von Ezlarn vnd seinen erben vber den vorgenannten hof da zu Awe vnd vber alles daz darzv gehoret swie so daz genant ist, ze rechtem gewern vnd scherm fur alle Ansprache als aygens lehens vnd purchrechtes recht ist vnd des Landes recht zu Oesterreiche vnd wande vnser sone Chadolt vnd Seifrid nicht aygner Insigel habent, da von so haben wir fur vns vnd fur sie geben vnserm aydem hern Nichlas von Ezlarn vnd seinen erben disen prief zu aynem sichtigen vrchunde vnd zu aynem waren gezevge diser sache versigelten mit vnserm Insigil vnd mit hern Dietriches Insigil von Pilihdorf zv den zeitten havptman in Oesterreiche vnd mit hern Wichartes insigil von Toppelz v den zeiten Lantrichter in Oesterreiche, die diser sache gezev sint mit ir Insigiln vnd ander frume levte genvch. Diser prief ist geben zu Wienne do von Christes geburt waren ergangen Drevzehn hundert Jar. In dem ayn vnd zwentzzigisten Jahre dar nach, an Sand Margreten Tage.   1)

1) Landesarchiv Wien. Perg. Mit anhängendem verletzten Siegel, Nr. 127.

Auf der Homepage des NÖ Landesarchives fand sich ein Link zu dieser Urkunde. Hier besteht die Möglichkeit alle drei Bilder vergrößert zu sehen. Hier der Link und das eine Bild, das in der vorherigen Quelle nicht vergrößert zu sehen waren:  [...]

Online-Link: https://www.noela.findbuch.net/php/main.php#5374412055726bx2193

Text auf der Rückseite (?) der Urkunde:
Kaufbrief
Vom Ludwig vom Kogl Formeis-
ters in Österreich….

 

Weitere Internet-Recherche am 25.7.2024:

XV. Programm des k. k. Ober-Gymnasiums der Benedictiner zu Seitenstetten.
Veröffentlicht am Schlusse des Schuljahres 1881. Linz.

Regesten.

Seite 41

Nummer 89.

1321, 13. Juli. Wien.

Ludwig von Chogel, Forstmeister in Österreich, verkauft seinen Hof zu Au um 400 Pf. Pfenn. an Niklas von Eslarn. Mitsiegler: Dierich von Pilichdorf, Hauptmann in Österreich.

Orig. Perg. mit 1 Sieg. Im Landesarchiv v. N. Ö. 

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.11    1335 15. August

Eine weitere Urkunde vom 15. August 1335 liegt als Abschrift vor.

Abschrift der Urkunde aus „Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, 1880“

Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen.
Vortrag, gehalten im Vereine für Landeskunde von Niederösterreich,
von Dr. Anton Kerschbaumer.

ANHANG.
II. 

Ich Weichart von Toppel, Hofrichter In Oesterreich. Vergich vnd Tun chunt allen den, die diesen brief lesent oder horent lesen, die nu lebent vnd hernach chunftich sint. Daz Ich mit meiner Syne Jansen Weycharts vnd Nychlos gutem willen vnd gunst aller meiner Erben mit verdachtem mvte nach meiner pesten ere vnd Rat, zv der zeit, da ich ez wol getun möchte Recht vnd redlichen verchauft han meines Rechten Lehens, das Ich von meinem gnädigen Herren den Hertzogen in Oesterreich gehabt han, das Haus zv dem Chogel vnd swas darzv gehoret. Ez sei In vrbar zv Holtzze zu Velde vnd ze Dorffe, Es sei gestift oder vngestift, versucht oder vnversucht, swie so das genant ist vnd Ein Dörffel haizzet zv dem Gerart. Das Ich snid malen hin zu gechauft han vnd ander Gut, da mit Eine Hoff vnder dem Hause, der weilen vnde des Eysenpertels was vnd der aygen ist vnd ain Phunt Geltes Aygens das da leit zv Rörnbach vnd Ein Hoff der da heizzet Ruetzenmayr vnd swas Ich Gutes zv Rörnbach gehabt han. Das alles Mein Lehen mit sampt den Hoff mein Lehen gewesen ist, von meinen Herren von Schowenberch swie so das genannt ist, das selbe vorgenant Haus zv dem Chogel vnd alles das darzv gehört vnd auch alles das Gut das vor benant vnd geschriben ist. Ez sei aygen oder Lehen, swie so das genant sei. Das han Ich alles verchaufft vnd geben mit allem dem nuzze vnd recht als Ich Ez veuersprochenlichen In Aygens vnd In Lehens gewer mit Recht herpracht han vmb zwelifthalb hundert Phunt Phenninge Wiener Mvntzze, der Ich gar vnd gentzlichen verricht vnd gewert pin, den egenanten meinen gnädigen Herrn den Edeln vnd den hochgeborn Fürst Hertzog Albrecht vnd Hertzog Otten In Oesterrich in Steyr vnd in Chärnten, vnd allen Iren Erben fürbaz Ledichlichen vnd vreilichen ze haben vnd allen Iren Frumen damit ze schaffen verchauffen versetzzen vnd geben swem Sev wellen, als In das wol chöme vnd füge, an allem irresal vnd durch pezzer sicherhait so setzzen wir vns Ich vorn genanter Weichart von Toppel Hofrichter in Oesterrich vnd Ich Jans vnd Ich Weychart vnd Ich Nyclas sein Sune vnuerschaiderlichen mit sampt vnsern Erben den egenanten vnsern gnädigen Herrn Hertzog Albrecht vnd Hertzog Otten vnd allen Iren Erben vber das vorgenant Haus zv den Chogel vnd swas dar zv gehöret vnd auch vber alles das Gut, das vorbenant vnd verschriben ist, swie so das genant se ze Rechtem gewern vnd scherm für alle Ansprach als aygens vnd Lehens Recht ist vnd des Landes in Oesterrich, vnd swaz In fürbaz mit Rechte daran abget, das schellen Se haben vnuerschaiderlichen auff vns vnd auff allem vnserm Gut, das wir haben. In dem Lande ze Oesterrich, oder wo wir Ez haben, wir sain Lebendig oder Tode. Vnd daz der Chauff vnd die Rede fürbaz also stäte sei vnd vntzebrochen beleibe, dar vber so geben wir Ich vorgenannter Weichart von Toppel vnd Ich Jans vnd Ich Weichart vnd ich Nyclas sein Svene den egenanten vnsern Herren Hertzog Albrecht vnd Hertzog Otten vnd allen Iren Erben disen Brief zv einem offen vrchunde vnd zu einem waren gezeyge vnd zv einer Ewigen vestunge versigelten mit vnsern Insigeln vnd mit des Erber Herrn Insigel hern chadoltes von Ekchartsawe vnd mit hern Fridreichs Insigel von Toppel, meines Pruder die diser sache gezevge sint, mit Iren Insigeln vnd ander Erber Herren genuch. Dieser Brief ist geben ze Wienne nach Christes geburt drevtzehen hundert Jar dar nach In dem fünf vnd dreizigisten Jar an vnserer Vrowen Tage der Schidunge.   1)

1) Staatsarchiv. Orig.-Urk. Perg. mit 6 anhängenden Siegeln.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.12   1344 II 21.

Folgende Urkunde scheint in den Abschriften für die Homepage einige Male auf:
viermal mit dem Tag 22., viermal mit der Quelle Hueber, sonst nur mit dem Jahr.

Beim Artikel Kerschbaumer (1880, Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen – siehe hier im Anschluss) heißt es weiter:
Aus dieser Urkunde ist das Wappen der Besitzer der Veste Kogel ersichtlich.

 

Recherche Online, Link www.monasterium.net

1344 II 21. 

Die Brüder Reinprecht und Leutpolt, Söne des verstorbenen Chunrads von dem Chogel, verkaufen ihr Eigen 6 Joch Acker im Siernicher veld in der Haunoldsteiner Pfarre um 30 Pfund an Abt Fridreich und den Convent von Melk. 
Siegler: beide Aussteller und Knechte Wulfing von Piela und Weichart von Egelse. 
Datum: suntags in der ersten vastwochen
(Quelle: Winner - Herold Nr. 546)
21. Februar 1344

orig. - Lagerort: Stiftsarchiv Melk (http://www.stiftmelk.at) - 28x16 Plica – 

[Material] Pergament – 

Besiegelung:  An Perg. Pr. 4 Siegel, 2. und 4. besch.

cop. -  Cod. A fol. 101vf., Cod. B fol. 300vf.

Facs. monasterium.net: http://monasterium.net/mom/AT-StiAM/MelkOSB/1344_II_21.1/ charter

Sprache: Deutsch - Originaldatierung: suntags in der ersten vastwochen

[Großansicht de Urkunde:]

Zitierempfehlung:
Melk, Stiftsarchiv, Urkunden (1075-1912) 1344 II 21, in: Monasterium.net, URL , accessed at 2024-07-05+02:00

 

Abschift der Urkunde aus „Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, 1880“

Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen.
Vortrag, gehalten im Vereine für Landeskunde von Niederösterreich,
von Dr. Anton Kerschbaumer.

ANHANG.
III.

Ich Reimprecht vnd ich Lewpolt vleischleich pruder Chunrats sun von dem Chogel dem got gnad veriehen vnd tun chunt allen den di disen prif sehent, lesent oder hornt lesen, Daz wir mit wol verdachtem mut mit gesampter hant zeitigem rat vnd gunst aller vnser erben ze der Zeit da wir iz wol getun machten verchauft haben vnsers rechten vnd vreyn aigens, sechs Jeuch akhes di do ligent in Sirnicher veld, in Haunoldsteiner pharr dem erbern geistleichen herren herrn Ffridreichen ze den zeiten apt ze Melch vnd seinem Conuent do selbs omb dreyzzich phunt phennig wyenner munzz, der wir aller recht vnd redleich gewert sein mit allen den nuczen vnd mit allen den rechten als wir di selben aekcher in aygens gewer her pracht haben vnd seczen wir vns denselben herren abbt Fridreichen vnd seinem Conuent ze rechtem scherm vnd gwern über di selben aecker fur all anspruch mit den rechten, als aygens recht ist vnd des landes recht vnd gewohnhait ist in Oesterreich. Wer auer daz di egenanten herren dar vber chainen schaden namen mit den rechten den ir ainer mit seinem trewn gesagen möchte den selben schaden schullen sev haben auf vns, vnd alle dev vnd wir habenin dem land ze Oesterreich vnd schullen vns dar vm phenden auf wazzer vnd auf land an fürbot vnd an chlag mit vnserm guten willen Vnd geben in dar vber disen prif ze einem offen vrchung vnd wren gezug diser sach versigelt mit vnserm anhanganden Insigel vnd mit der erbern chnecht wulfings von pyelach vnd weycharts von Egelse anhanganden Insigeln, di dieser sach gezeug sind. Der prif ist geben nach Christes gepurd Dreuzehen Hundert Jar in dem vir vnd vircigisten Jar des Suntags in der ersten Vastwochen.   1)               

1) Original im Melker Stiftsarchiv. Scrin. 59. Fasc. 3. Litt. c. Codex Mellic. Fol. 101b bis 102a.

Weiterer Internet-Fund am 27.7.2024:

AVSTRIA
EX ARCHIVIS
MELLICENSIBVS
ILLVSTRATA.
LIBRI III.

(Texte in Latein, Anno M DCC XXII,    Druck Jahr 1722 ??) 

Seite 198:

Tabella XV.
[Zeile] 7.

Leupold von Chogel. A. 1344. Arch. Mell. Scr. 39. faf. 2.

Seite 209:

Chogel Leupoldt. A. 1344. Sigil.I.II. Tab. XV.n.7.


Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 27.4.2025:
Ein Brief vom Stiftsarchiver aus Melk vom 22.3.1909 besagt, dass das erste Siegel von Reinprecht de Chogl und das zweite Siegel von Leupold de Chogl ist. Es gibt also zwei Siegel mit dem Wappen von Kogl.

Abschrift siehe im Register E2.

Dem Brief liegt auch eine Abschrift der Urkunde bei. Die Rechtschreibung in dieser Abschrift ist anders als obige Abschrift [Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen. ANHANG. III.) .) Das PDF finden Sie im Register Download von Karten, Fotos: 42_Abschrift_Urkunde_1909.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.13   1357 24. April

Originalquelle: Die Urkunden des regulierten Chorherrenstiftes Herzogenburg vom Jahre seiner Übertragung von St. Georgen: 1244 bis 1450.
Michael Faigl, Capitular des Stiftes, D. Z. Pfarrer zu Grafenwörth.
Wien, 1886.

Inhaltsverzeichnis:
Eisenpeutel Tuta ux. und Niclas und Weigant seine Söhne ibid. Stephan der (1357, 24. IV.) CXCVI 222.

 

Seite 221 – 222:

CXCVI.
1357. 24. April. 
Ohne Ort. Einige Holden des Stiftes Herzogenburg zu Nieder- Kreuzstetten lösen demselben den Dienst von zwei Lehen daselbst bis auf 60 Pfennige ab.

Ich Nyelas an dem Ort von dem Nydern Greitzenstetn. vnd ich Chunrat der fleischacher vnd ich Stephan maendel. vnd ich Mert maendel. vnd alle vnser erben . wir veriehen vnd tvn chunt offenbar mit dem prief allen den dev in sehent oder hörnt lesen. Daz vns vnser genediger herr. her Seyfrid zu den zeiten Probst ze Hertzognburg. vnd der Conuent gemain vnser herren. di genad habnt getan. daz wir von vnsern tzwain lehen di wir haben vnd vnser erben. ze dem Nydern Greizenstetn. habn ab gechauft vnsers rechten dienst an dreisig drithalb phunt wienner phenning dienst. Also beschaidenleichn. Daz wir vnd vnser erben vnd nachchomen noch hin fürbaz ewichleichn alle jar von vnsern vorgenanten tzwain Lehen schullen diennen an Sand Gyligen tag Sechczig wienner phenning. mit alle dem nucz vnd rechten. als wir vor von alter ir holden sein gewesen. vnd als wir di vorgenanten Sechezig phenning vor in ganczem dienst gedient habn. Vnd zu ainem sichtigen vrchund der vorgenanten wandlung geb wir in disen prief versigelten mit des erbern herren hern Stephans des Eysenpeytel. vnd mit des erbern mannes. Wernheres des hunthos. vnd mit des erbern mannes Vlreichs des Chriechen anhangunden Insigeln. di wir dar vmb fleischcleichn habn gepeten. wan wir nicht aigins Insigels habn gehabt. daz sev irev Insigel an disen prief gehangen habnt. zu ainer sicherhait vnd zu ainem waren gezeug. der vorgenanten sache. Der prief ist gebn nach Christes gepurde. dreuzehen hundert Jar. dar nach in dem Syben vnd funfczgisten Jar An sand Gorgen tag.

Orig. auf Perg. Drei Siegel.

 

PDF Findbehelf Stift Herzogenburg (Stand 7.12.2023)

PDF Seite 45:

Signatur: H.1.-n.254

Datierung: 1357 April 24

Inhalt: Einige Holden des Stiftes Herzogenburg zu Niederkreuzstetten lösen demselben den Dienst von zwei Lehen daselbst bis auf 60 Pfennige ab.
Orig.Perg., 3 Siegel anh.

Veröffentlichungen: Druck: Faigl n. 196

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.14   1415 16. Jänner

Originalquelle: Notizenblatt. Beilage zum Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen. Wien. 1853. Seite 335

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec:
Zum Zeitpunkt der Abschrift am 8.7.2023 war es unklar, ob es sich dabei um unser Kogl handelt oder nicht. Nach dem Vortrag zum Hausberg am 3.2.2024 wurde bestätigt, dass es sich dabei um unser Kogl handelt. Hier wird der Abbruch der Burg Kogl verlangt.

III. „Monumenta Habsburgia.“

Hannsens des Eyczinger brief von des hawss zum Kogel vnd seiner zugehörung wegen.

XXII.
1415, 16. Jänner. Wir Albrecht etc. Bekennen. Als vnser getrewr Hanns der Eyczinger von czeiten in vnser vngnad komen was von ains eynuals wegen, den er wider vnseren willen gen Merhern getan hat, vnd drumb wir vns seins hawss zu dem Kogel vnderwunden hetten, Daz wir In von vleissiger pet wegen solher vngnad begeben vnd Im dasselb haws wider geantwurtt vnd Im gegunnet habendaz in czwain moneden nach dem vnd Im das geantwurtt wirdt, nider ze prechen an vercziehen. Auch tun wir Im die gnat mit dem brief, daz er die Ekher Wismad Pawmgerten vnd waid, die zu dem egenanten haws gehört habent vnd die sein lehen von vns sind, ynner Jarsfrist zu Purkrecht auzgeben vnd ainn geleichen vnd beschaiden dienst darauf geseczen mag. Also daz er vnd sein erben denselben dienst vnd das Purkrecht nu hinenthin von vns vnd vnsern erben in Purkrechts weis zu lehen nehmen vnd emphahen sullen als solichs purkrechts, lehens vnd lands Recht ist an geuer. Doch auzgenomen des holczs, das zu demselben haws gehört, das sol vnd mag er zu seinem Mairhof, oder einem andern hof, ob er den da pawen wolt nach seinn notdurften nuczen in der beschaidenhait vnd rechten als das vor ist herkomen vnguerleich. Mit vurkund diez briefs. Geben ze Wienn an Mitichen vor Antonii Anno etc. CCCCO. quinto decimo.
Diplomatar, Nr. 24. (Oestr.) fol. 108, Nr, 297.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 2.15   1467 August 28.

Recherche Online:
NÖ Landesarchiv, Link

Link Regio Wiki(zu Burkhard von Kienberg)

Grund für die Suche war die Erwähnung bei Schweickhardt, dass Johann Adam Mihm, Pfarrer von Sieghartskirchen, „sich eine Mappe der vereinigten Herrschaften Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen vom Jahre 1647 verschafft [hat], auf welcher der Grundriß dieses Schlosses, sammt Nebengebäuden, gezeigt wird, und nach welchem dasselbe von großem Umfange war.“

Verschiedene Suchworte „Plan Kogel“ oder „Burg Kogel“ ergaben im Diözesanarchiv keinen Treffer, im NÖ Landesarchiv mit „Burg Kogel“ diese Urkunde. In dieser Urkunde ist von der „öde Burg Kogl“ und von „Burkhard von Kienberg zu Atzelsdorf (Etzleinsdorf)“ die Rede. Eine Recherche in den Abschriften ergab mehrere Treffer mit dem Namen Kienberg und dem Jahr 1455, zwei Treffer den auch den Vornamen Burkhart bzw. Burchhart.

Siehe die Register A16, A 19, D 13.

Eine Internet–Recherche ergab, dass das Todesdatum 1486 ist. Die Feste Etzleinsdorf (in Atzelsdsorf, heute Teil der Gemeinde Gaweinstal) stimmt ebenfalls mit der Urkunde überein.

Somit kann diese Urkunde unserem Kogel zugeordnet werden.

Signatur: StA Urk[unde] 3022

Datum: 1467 August 28.

Kopf-/Vollregest:
Burkhard von Kienberg zu Atzelsdorf ("Etzleinsdorf") verspricht seinem Schwiegervater Jörg dem Hackinger ("Hegkinger"), dessen Frau Gertraud und ihren Erben, die ihm und seinem verstorbenen Bruder Jörg dem Kienberger geliehenen 800 ungarischen Gulden und Dukaten innerhalb des nächsten Quatembers zurückzuzahlen. Tut er dies nicht und falls das Geld inzwischen bei Dritten geliehen werden muss, gelobt er ihm oder wer auch immer diese Urkunde vorbringt, zusätzlich zum Schuldbetrag die angefallenen Zinsen, in welcher Höhe auch immer, zurückzuzahlen, wobei er bei Nichtzahlung mit all seinem Gut im Land Österreich für von dem landesfürstlichen Landmarschall oder dessen Bevollmächtigten vollstreckte Ansprüche haftet. Falls der Aussteller ohne Leibeserben stürbe, bevor er seine Schuld beglichen hat, dürfen seine Schwiegereltern die öde Burg Kogl ("haws genant der Kchogll") mit aller aufgezählten Zugehörung sowie auch andere nicht dazu gehörige Güter in Besitz nehmen, wobei sie die gemäß einer von Burkhard Kienberger und seinem Schwiegervater besiegelten Urkunde mittels Heimsteuer und Widerlage vertraglich geregelte Versorung seiner Ehefrau und ihrer Tochter Margarethe gewährleisten, aus seinem Erbe seiner Schwester Katharina ein Heiratsgut von 300 Pfund Pfennigen österreichischer Landeswährung entrichten und für ein Seelengedächtnis für ihn und seinen Vetter Christoph sorgen sollen.

Verzeichnisstufe: Einzelstück

Sprache: Deutsch

Originaldatierung: an sannd Augustin tag des heylling lerer

Vermerke: Rückenregest Ende 15./Anf.[ang] 16. Jh.: „durch Lewiberstorfer erlegt mit der Ladung feria … ante Sebastiani 15“

Siegel: 1.) Der Aussteller (Siegel in wachsfarbener Schale mit rückseitem Abdruck eines Siegelrings)
2.) Simon Harder zu Hart (Siegel in in wachsfarbener Schale mit rückseitem Abdruck eines Siegelrings)
3. Jörg Nyemtschy, Pfleger zu Ochsenburg (Siegel in in wachsfarbener Schale mit rückseitem Abdruck eines Siegelrings)

Bemerkungen: Vgl. Sta Urk. 2999

Beschreibstoff: Pergament

Original ja

[Bilder der Urkunde und der Siegel (alle im Großformat) sind vorhanden:]  

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.16.1   1284. 21. Oktober

In den verschiedenen Abschriften werden folgende weitere Urkunden erwähnt. Eine Recherche am 20.7.2024 ergab unter

* https://www.monasterium.net/mom/home

* Allgemeine Internet Recherche

* Staatsarchiv

* NÖ Landesarchiv

keine Treffer. Hier sind diese Abschriften in einem Überblick [2.16.1 bis 2.16.6]:

Chunrat der Eisenbeutel von Chogel war 1284 Schiedsrichter und Siegler für die Güterteilung zwischen Wetzel von Charlstetten und seinen Bruder Albert von Michelstetten. 10
(1284. 21. Oktober, Wien, HHSTA. Diese Urkunde ist dewegen beachtenswert, da ein Zusammenhang zum Geschlechte der Topler bestehen müßte, die später Kogel, aber auch Karlstetten besaßen!)

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.16.2   24. August 1627

Dass die Veste Kogel mit dem Besitz der Herrschaft Rappoltenkirchen verbunden war, beweist eine Urkunde vom Jahre 1627, in welcher die Gebrüder Adam, Seyfried und Sigmund von Mallendin den Verordneten der löblichen Landschaft Oesterreich unter der Enns anzeigen, dass sie verkauft haben ihr erblich angefallenes Gut Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen sammt dem öden freien Edelmannsitz „Purkstall zum Khogel“, Aylandstorff und Eysenpruck, an Bernhard Freiherrn von Questenberg.5)

5) Landesarchiv

Ausdrücklich besagt dies auch die Urkunde vom 24. August 1627, in der die Gebrüder Adam, Seyfried und Sigmund von Mallenthein den Verkauf ihres erblich (von ihrem Vater Sigmung, der wiederum die Herrschaft Rappoltenkirchen im Jahre 1603 von Heinrich von Oedt, übernommen hatte) angefallenen Gutes Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen, sammt dem öden freien Edelmannssitz „Purckstall zum Khogel“ u.s.w. an Gerhard Freiherrn von Questenberg, anzeigen.
(Original im n.ö. Landesarchive, Gültbuch, alte Einlagsorten V.O.W.W. 105.)

NÖ Landesarchiv - LINK
(Suchwort Questenberg)

HA Lamberg K 015/244:
Kaufvertrag betreffend Rappoltenkirchen (mit Sieghartskirchen), abgeschlossen zwischen Seifried und Sigmund von Mallentein und Gerhard von Questenberg (als Käufer). 
Abschrift ohne Datum ft. 1627

HA Lamberg – Archiv Lamberg (Schlossarchiv Ottenstein)

Form und Inhalt:  Hans Franz Freiherr von Lamberg

Alte Archiv-Sign.: A-II-5

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.16.3   1394

Es scheint, daß die Herren von Kogel nicht gar sonderlich gut wirtschafteten, denn 50 Jahre später (1394) besagt eine Urkunde: „Jörg der Choblinger front Gemsel dem Seebecken die Fest Chogel.“
Quelle: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, 1880. Artikel Kerschbaumer „Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen.“
Er gibt als Quelle an „Schlager: Wiener Skizzen aus dem Mittelalter, II. 1836, p. 105.“

Die Herren von Kogl scheinen nicht gut gewirtschaftet zu haben, denn eine Urkunde aus dem Jahre 1394 besagt: „Jörg der Choblinger front Gemsel dem Seebecken die Fest Chogel.“ 
Quelle: Beiträge zu einer Ortskunde von Kogl und Penzing, Verschönerungsverein Kogl, 1994.
Hier wird als Quelle Kerschbaumer angegeben.

Eine Urkunde vom Jahre 1394 erwähnt: „Jörg der Choblinger front Gemsel dem Seebecken die Fest Chogel“.
(Schlager, Wiener Skizzen aus dem Mittelalter. Bd. 2, S. 105.)
Abschrift aus der Quelle „Topographie von NÖ V, 1898“

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.16.4.   25. April 1455

Schon im Jahre 1455 ist die Burg Kogl als Öde (Ruine) ausgewiesen. Am 25. April dieses Jahres empfing Burkhart Kynberger das „öd Haus und purkhstall zu dem Kogl auch mit allem Zubehör“ zu Lehen. (Quelle: Topographie von Niederösterreich)
Abschrift aus der Quelle: Beiträge zu einer Ortskunde von Kogl und Penzing, Verschönerungsverein Kogl, 1994

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.16.5   9. September 1594

Aus dem Jahre 1594 berichtet eine Urkunde (Kaufanschlag) über die „Veste Rappoltenkirchen … sambt der Oeden Burgstall zumm Kogel, so vormals gleichermaßen ein Edelmannsics gewesen. Aber nun alle Gült und Güter öden Sics zu Vesten Rappoltenkirchen einverleibt sein.“ (Quelle: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, Jg. XI; Kerschbaumer)
Abschrift aus der Quelle: Beiträge zu einer Ortskunde von Kogl und Penzing, Verschönerungsverein Kogl, 1994

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 19.8.2024;
Die vollständige Abschrift des „Urbarium. Ain Kauffs-Anschlag“ finden Sie unter dem Register „03 Landesfürstliche Urbare…“ Nummer 3.4.

In einer Urkunde ddo. 9. September 1594 heißt es: „sambt den Oeden-Purgstall zum Kogel, so vormals gleiche massen Ein Edelmannssicz gewesen, aber nun alle gült und guetter dasselben öden Sicz zu Vesten Rappoltenkirchen einverleibt worden sein.“
(Blätter des Vereines für Landeskunde, Bd. 7, S. 1.)

Abschrift aus der Quelle „Topographie von NÖ V, 1898“

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.16.6   1276 unklar

Über die einstige Veste Kogl sind noch einige Urkunden vorhanden: so aus der Zeit Ottokars von Böhmen und Rudolfs von Habsburg, die Schifferrechtsbelehnung an die Stadt Tulln 1261 und 1276, wobei ein Wolfkenus [richtig Wolfkerus] de Chogel als Mitsiegler erscheint.
Quellen: „Topographie von Sieghartskirchen von Gustav Loidold, 1913“ und derselbe Test auf einer Postkarte, gedruckt 1916.

Die Urkunde von 1261 siehe unter der Nummer 2.1.

Siegelt „Wolfgherus de Chogel“ auch in der Urkunde von 1276?

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 21.4.2025:
Nach Abschrift einer Beilage zur Schulchronik Kogl (Heimatkunde 1894) wurde zum folgenden Eintrag „Ein Wolfkerus de Chogel erscheint auch in einer Urkunde ddto Wien 6. Jänner 1276 (Homeyr, Geschichte Wiens. II. Jhrg. II. Band.)“ in den Abschriften zu den Urkunden der Burg Kogl recherchiert. Wenn die Quelle richtig „Hornmayr“ lautet, wird diese Urkunde unter der Nummer 2.3. erwähnt.

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.17.1  1332, November 1.

Recherche am 20.7.2024 im Österreichischen Staatsarchiv noch gefunden:

Online-Link

Angaben zur Identifikation
Signatur:
AT-OeStA/HHStA UR AUR 6132
Titel: Dietrich und Albrecht, Brüder von Chirchlingen, verleihen Otto von Chaetzingen und seinen Bruder Wernhard das Gut bei dem Chogel von Penzing, Hagenau und an dem Aygen, 6 Pfund Wiener Pfennige Einnahmen und das Holz, die Wolfsleiten, zu Lehen.
Entstehungszeitraum: 01.11.1332
Stufe:
Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde)

Angaben zum Kontext
Archivalienart:
Urkune

Angaben zum Inhalt und Struktur
Aussteller:
Dietrich und Albrecht, Brüder von Chirchlingen
Empfänger/Vertragspartner: Otto von Chaetzingen und sein Bruder Wernhard
Ort: Wien
Sprache: Deutsch
Siegel: 3 anhangende Siegel
Beschreibstoff: Pergament

Angaben zur Benutzung
Reproduktion vorhanden:
Nicht vorhanden

Angaben zu verwandten Material
Veröffentlichungen:
Quellen zur Geschichte der Stadt Wien I/3 Nr. 3001.

Benutzung
Erforderliche Bewilligung:
Keine
Physische Benützbarkeit: Uneingeschränkt
Zugänglichkeit: Öffentlich

URL für diese Verz.-Einheit
URL:
https//www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=4007814

 

Unser Kogel? Dazu bereits in der Abschrift:

Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes, W. Twerdy, Jahr 1998 
Seite 276 bis 278.

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

Der Sohn des Forstmeisters Seifrit hat nach 1329 aus dem Urbar der erkauften Feste, Gut bei dem Kogel, zu Pentzing, zu Hagenau und das Holz Wolfsleuten an Ott von Kierling verkauft. 1332 verliehen die Söhne des Ott, Dietrich und Alber von Chirchling, diese Güter um 92 Pfund an Ott und Wernhard von Chaertzingen weiter. 19
(1332. 1. November, Wien, HHSTA)

 

Per Zufall bei einer anderen Recherche am 28.7.2024 wurde folgender Eintrag entdeckt:

Quellen zur Geschichte der Stadt Wien
Herausgegeben mit Unterstützung des Gemeinerathes der K. K. Reichshaupt- und Residenzstadt
vom Alterthums-Vereine zu Wien

Redigirt von Dr. Anton Mayer
III. Band
Wien, 1897

Seite 173 (PDF-Seite 188):

Nr. 3001

1332, November 1., Wien

Dietreich und Albrecht die Brüder von Chirchelingen verleihen Otten von Chaetzzingen und Wernharten von Chaetzzingen, seinem Bruder, und allen ihren Erben, Söhnen und Töchtern all das Gut, das bei dem „chogel ze Pentzzingen vnd ze Hagenawe vnd an dem aygen vnd ez dar vmb gelegen ist“, 6 Pfund Wiener Pfennige Geldes und ein „holtz, haizzet die Wolfesleyte“ und was dazu gehört, welches „Seyffreit, hern Lvdeweyges svn des alten vorstmaisters“ denselben verkauft und Herr Otte von Chirchelingen sel., der Vater der beiden Aussteller, demselben Lvdeweygen ehemals aus ihrem Urbar verkauft hat, um 92 Pfund Wiener Pfennige.

Zeuge: Der Oheim der Aussteller, Herr Weichart von Winchel.

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge.

Datum: Geben ze Wienne … an aller heyligen tage.

Original, Pergament. Mit drei gut erhaltenen Siegeln an Pergamentstreifen.

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.17.2   1290

Am 8.7.2024 im Österreichischen Staatsarchiv noch gefunden:

Angaben zur Identifikation
Signatur:
AT-OeSTA/HHStA Siegelsammlung Smitmer-Löschner e 0617
Titel: Siegel Eisenpeutel v. Eisenbeütel in Austria, Conradi, de Chogel v. Chunradi de Cnogel
Entstehungszeitraum: 1290
Stufe: Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde)

Benutzung
Erforderliche Bewilligung:
Keine
Physische Benützbarkeit: Uneingeschränkt
Zugänglichkeit: Öffentlich

URL: https://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=3441620

Auch hier wurde dazu Online nichts weiteres mehr gefunden.

Allerdings ergaben sich mit den Suchworten „Conradi Chogel“ einige neue Treffer zur Urkunden mit „Wolfkerus de Chogel“ als Zeuge: 1275 und 1276 und einen längeren Text zur Urkunde 1332!

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.17.3   1275, März 23

Per Zufall bei einer anderen Recherche am 28.7.2024 wurde folgender Eintrag entdeckt:

Bei den Abschriften werden folgende Urkunden erwähnt:
Wolfgerus de Chogil wurde auch 1274, 1275 und 1276 genannt.
(1274. 27. Juli, HHSTA, U StM IV, 518, et
1275. 23. März, Wien, HHSTA, Q I/3, 2814 et
1276, 6. Jänner, HHSTA, U StM IV., 582)

Quelle oben: Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes, W. Twerdy, 1998 
Seiten 276 bis 278.
Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

 

Quellen zur Geschichte der Stadt Wien
Herausgegeben mit Unterstützung des Gemeinerathes der K. K. Reichshaupt- und Residenzstadt
vom Alterthums-Vereine zu Wien

Redigirt von Dr. Anton Mayer
III. Band
Wien, 1897

Regesten aus dem K. und K. Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien.
Von Anton Victor Felgel, K. und K. Sectionsrath und Staatsarchivar.

Seite 131:

Nr. 2814

1275, März 23, Wien.

Wolfker von Eywanstal und Gertrud, seine Gattin, Orolf von Schratenstein und Dimud, seine Gattin, beurkunden den Verkauf ihres „in ciuitate Wiennensi in Foro Thedarum, quod Chienmarcht vulgariter dicitur“ gelegenen Hauses mit „ortis curiis torculari pistrino cellario ante portas in introitu domus sito et duabus mensis panum eidem cellario contiguis et innexis cum fundo et jure patronatus capelle eiusdem domus“ sammt allen Einkünften, Rechten und Freiheiten dieser Kapelle an Meister Chunrad von Tuln, Landschreiber von Oesterreich, und seine Gattin Frau Eyte um 220 Talente Denare Wiener Münze. Sie sind in den Besitz des Hauses, welches einst Perhtold dem Kämmerer gehörte, als dessen Erben gelangt, da sie sich zu gleichen Theilen mit Heinrich, dem Sohne des vorgenannten Kämmerers, und Gysla, seiner Schwester, und ihrem Gatten Chunrad, dem Schenken von Habspach, in die Erbschaft theilten. Sie bestätigen den Verkauf durch die Hand Heinrichs, des Sohnes vorgenannten Kämmerers, welcher zur Zeit der Veräusserung des Hauses das Burgrecht besass, das, auf landesfürstliche Verleihung beruhend, von seinen Vorfahren ihm angefallen war und jährlich 24 Denare üblicher Wiener Münze am Feste des heiligen Maryrers Georg betrug.

Siegler: Die Aussteller und ihre Miterben und die Wiener Bürgerschaft.

Zeugen: dominus Pilgrimus capellanus capelle eiusdem domus,
dominus Levtwinus capellanus ad sanctam Katherinam in domo Greiffensteinarij, sacerdotes.
Magister Heinricus von Draeschirchen notarius camere,
dominusHeinricus de Gotteinsvelde magister callarij;
dominus Ditricus de Chalnperge,
dominus Hvnlo de Tvlna,
dominus Albertus dictus Vevsel de Alaeht,
dominus Karolus de Chaarcharn,
dominus Wolfkerus de Chogel, milites
dominus Paltramus ante cimiterium Sancti Stephani,
[Es folgen an die 30 weitere Zeugen.]

Dat. et act. Wienne in domo prefato anno ab incarnacione domini millesimo ducentesimo septuagesimo quinto decimo kalendas Aprilis.

Original, Pergament. Mit fünf Siegeln: 1. S. Wolfkeri de Eibanstal, 2. Ortolphus de Schratenstain, 3. Wiener Stadtsiegel (beschädigt), 4. Heinr. Camerarius, 5. Heinr. Pincerna de Habspach.

An einen zweiten, ebenfalls im k. u. k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv verwahrten Originale hängen nur noch die Siegel 2, 4 und 5.

Im Register:
Chogel, Wolfkerus de, 2814 (Z.), 2815 (Z.).
Wolfker(us) de Chogel, s.d.

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.17.4   1276, Januar 6

Per Zufall bei einer anderen Recherche am 28.7.2024 wurde folgender Eintrag entdeckt:

Bei den Abschriften werden folgende Urkunden erwähnt:
Wolfgerus de Chogil wurde auch 1274, 1275 und 1276 genannt.
(1274. 27. Juli, HHSTA, U StM IV, 518, et
1275. 23. März, Wien, HHSTA, Q I/3, 2814 et
1276, 6. Jänner, HHSTA, U StM IV., 582)

Quelle oben: Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes, W. Twerdy, 1998 
Seiten 276 bis 278.
Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

 

Quellen zur Geschichte der Stadt Wien
Herausgegeben mit Unterstützung des Gemeinerathes der K. K. Reichshaupt- und Residenzstadt
vom Alterthums-Vereine zu Wien

Redigirt von Dr. Anton Mayer
III. Band
Wien, 1897

Regesten aus dem K. und K. Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien.
Von Anton Victor Felgel, K. und K. Sectionsrath und Staatsarchivar.

Seite 132:

Nr. 2815

1276, Januar 6, Wien.

„Wenhardus magister et procurator“ und die Brüder und Officialen des Hospitals der heiligen Maria in Cerwalde entsagen allen dem Hospitale zukommenden Rechten auf das innerhalb der Stadtmauern Wiens am Chyenmarcht gelegene Haus, das einst Gottfried dem Kämmerer gehörte, gegen eine gewisse Geldsumme, welche Chvnrad der Schreiber und Kammergraf von Oesterreich dem Spitale geschafft hat. Chvnrad hatte das Haus von den Erben des Herrn Perthold, genannt Speismagister, mit Genehmigung Ottakars, Königs von Böhmen, Herzogs von Oesterreich und Steiermark, gekauft. Für die von Chvnrad erlegte Geldsumme hat das Hospital das in Wien gelegene Haus des verstorbenen Herrn Dietrich des Reichen mit dem Patronatsrechte über die in demselben Hause gestiftete Kapelle des heil. Nicolaus von Albert von Lahsendorf und seinen Miterben erkauft.

Zeugen: domini: Hevnlo de Tvlna tunc judex Wiennensis, Trauslibus, Wolfkerus de Chogel, Ditricus de Chalnperge, milites.
[Es folgen an die 15 weitere Zeugen.]

Siegler: Hospital St. Maria im Cerwalde; Wernhard, Notar.

Datum: Acta sunt hec Wienne … in Epiphania domini.

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln. Vollständig abgedruckt in Hormayr  *), Gesch. Wiens, Jahrg. 2, Bd. II, S. CXCIX ff., Nr. CCXLII.

*) Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 28.7.2024:
 In den bisherigen Abschriften wird als Quelle zweimal Hornmayr angegeben. Oben entweder ein Druckfehler oder eine alte Schreibweise.

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.17.5.   1311, 9. Febr. und 1335. 15. Aug. und 1336. 24. Aug.

Eine Internet-Recherche nach dieser Quelle hat ergeben, dass Hormayr oft in gedruckten Büchern vorkommt. Suchtreffer:

Geschichte des Hauses Habsburg,
von dem Fürsten E. M. Lichnowsky.

Vierter Theil.
Vom Regierungsantritt Herzog Rudolfs bis zum Tode Herzogs Albrecht des Dritten.

Wien, 1839.

Seite CCCXXXIV:

Nr. 96.

1311 9. Febr. Wien.
Herz. Friedr. bezeugt dass Ludwig v. Tablich, Forstm. in Oesterr., um 1200 Pfund Wiener Pfenn. von Wigand dem Eisenpeutel das Haus zu dem Chogel gekauft habe und gibt es ihm nunmehr zum Lehen. k. k. g. A. Pfandsch.

 

Seite CCCCXXVIII:

Nr. 1048.

1335.15. Aug. Wien.
Weichart v. Toppel, Hofrichter in Oester., verkauft den Herz. Albr. und Otto das Haus zum Chogel, das Dörfel zu dem Geraut, den Eisenpeutelhof, ein Pfund Gelts zu Rörnbach und den Ruetzenmayrhof für 1150 Pfund Wiener Pf. k. k. g. A.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 28.7.2024:
Nach verschiedenen Abschriften sind die weiteren oben erwähnten Orte Kreuth (Geraut), Röhrenbach (Rörnbach). Eisenpeutelhof und Ruetzenmayrhof werden in den Ortswüstungen von Kurt Bors verschiedenen möglichen Standorten zugeordnet (siehe unter Frühgeschichte).

Nr. 1051.

1335. 24. Aug. o.[hne] O.[rt]
Graf Konr. v. Schowenberg gibt den Herz. Albr. und Otto den Hof Rutzenmayr mit Zubehör, und alles Gut zu Rörenbach das Weichard v. Toppel von ihm zu Lehen hatte, zn eigen. k. k. g. A.

 

Quelle: Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes.
Wilhelm Twerdy, Heimat Verlag, 1998.

Band II. (Fortsetzung von Band I, beginnt mit Seite 512.)

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

Seite 514:

Kapitel: VII.B.1.) Die Forstmeister unter den Habsburgern

2. Ludwig von Döbling

Um 1200 Pfund erwarb er von Weigand dem Eisenbeutel das Haus zu dem Chogel, das ihm der Herzog zu Lehen gab.   23)

23) 1311, in octava purif. beate virginis glor.,
Wien, AfKÖG 1849, S 535, U 35, Lichn. III,. CCCXXXXIV et 9. Feber, Wien, Lichn. III. 96, HHSTA, Pfandschaften

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 17.8.2024:
Mit heutigem Tag erfolgte obige Abschrift (Twerdy).

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.17.6   1311 feb. I

Eine andere Internet-Recherche vom 25.7.2024 ergab folgenden Treffer:

Additamentum secundum ad Regesta Imperii
Inbe ab anno MCCXLVI usque ad annum MCCCXIII.

Zweites Ergänzungsheft zu den Regesten des Kaiserreiches von 1264 bis 1313.

Mit Beigabe der Regesten Otakars Königs von Böhmen, sodann der Grafen von Habsburg und der habsburgischen Herzoge Österreichs bis ins vierzehnte Jahrhundert.

Von Joh. Friedrich Böhmer.
Stuttgart. 1857.

Seite 504 mit der Seitenüberschrift: Friedrich der Schöne herzog von Oestreich. *)

1311 feb. I Wienne
*) belehnt den Ludwig von Tablich forstmeister in Oestreich mit dem von ihm um 1200 pfund von Wigand Eisenpeutel erkauften hause zu dem Chogel.

Archiv für Oestr. Geschq. 2, 533.

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.17.7   1310, 7. Juni

Quelle: Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes.
Wilhelm Twerdy, Heimat Verlag, 1998.

Band II. (Fortsetzung von Band I, beginnt mit Seite 512.)

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

Seite 514:

Kapitel: VII.B.1.) Die Forstmeister unter den Habsburgern

2. Ludwig von Döbling

1310 kaufte er mit seiner Gattin Geld auf 4 Hofstätten zu Döbling, das bereits Dorf der geistlichen Frauen von Tulln genannt wurde. Er gab diesen Besitz an das Königskloster, wie das Tullner Kloster als Stiftung König Rudolphs auch genannt wurde, weiter und erhielt hiefür Besitz zu Grinzing. 19)

19) 1310, 7. Juni
Q I/2, 1557, Q I/3, 2923, HHSTA, Kl. U 91, W 49, Bd. 1, 246 et 7. Juni, F II/10, Zeuge ist Weigand der Eisenbeutel!

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 17.8.2024:
Mit heutigem Tag erfolgte obige Abschrift, somit eine neue Urkunde mit ihm als Zeuge bekannt. Dass dieser Eisenbeutel zu Kogl „gehört“, siehe Urkunde Nr. 2.9 „1308. 25. März. Ohne Ort. Weigant Eisenpeutel von Kogel

 

Weitere Recherche zu „1310“ am 17.8.2024:

Auszugsansicht, Quelle:
Abhandlungen zur Geschichte und Quellenkunde der Stadt Wien, 1932

Seite 85:
[…] Von Döbling nennt sich der herzogliche Forstmeister Ludwig 1311 und 1315 573 a), der 1310 Juni 7 sein Eigen an vier Hofstetten zu Grinzing ans Königskloster zu Tulln verkaufte 573 b). […]

Veröffentlicht am 12.8.2025

Nr. 2.17.8   1311, 11. Februar

Recherche zum Eintrag bei Twerdy (Döbling, 1310. 7. Juni) ergab am 17.8.2024 folgenden anderen Treffer:

Quelle: Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen.
Herausgegeben von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Achtundwanzigster Band. I. und II.
Wien, 1863.

Seite 343:

90.
1311. 11. Februar, Kosterneuburg.

Leupolt von Sachsengang und sein Sohn Leupolt als Zeugen des Verkaufes eines Hofes zu Krotendorf durch Weigant Eisenpeutel an den herzoglichen Forstmeister zu Döbling.

Urkundenbuch von Klosterneuburg in Fontes rer. austr. II, 10, 123, Nr. 134.

[Gehört wohl zur Urkunde 1311. 9. Februar – Nr. 2.17.5]

Veröffentlicht am 12.8.2025


03 Landesfürstliche Urbare - Die ältesten Nennungen von Kogl; Waldamt Kogl


Nr. 3 – Einleitung 

Aufgrund der Recherchen zum Waldamt und Waldbereitungsbezirk am 4.8.2024 wurde entschieden, die Abschrift des Urbares und Waldamtes aus dem Register Urkunden herauszunehmen. Es wurde klar, das hier die ältesten Nennungen von Kogl sind.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.1   ca. 1220 – 1240; – Herausgegeben von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, 1905.

Das war die erste Recherche, nach Erwähnung Urkunde 1321:

Österreichische Urbare, 1. Band, Alfons Dopsch, 1904:

Online-Link

Recherche am 7.7.2024:

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 13.7.2024:
Der ursprüngliche Suchtreffer ergab nur einen für Chogel in Verbindung mit dieser Urkunde. Bei der Abschrift wurden aber verschiedene Einträge aus unserer Gemeinde (Rappoltenkirchen, Elsbach, Reichersberg) entdeckt und hier vollständig erfasst.

Anmerkung 2, Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 11.8.2024:
Im Zuge einer Recherche am 4.8.2024 zum Thema Waldamt wurde folgender Online-Link der OÖ Landesbibliothek gefunden:

Online-Link

Österreichische Urbare.

Herausgegeben von der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.

I. Abteilung
Landesfürstliche Urbare

1. Band
Die Urbare Nieder- und Ober-Österreichs aus dem 13. und 14. Jahrhundert

Im Auftrage der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften
unter Mitwirkung von Fr. W. Levec
Herausgegeben von Alfons Dopsch

Wien und Leipzig
Wilhelm Braumüller
K. U. K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER
1904

* Die Urbare sind noch handschriftlich erhalten, allerdings nicht der gesamte Text.

* Die Hs. Nr. 655 des Wiener Staatsarchives, im folgenden mit O bezeichnet.
* Die Hs. 543 der Wiener Hofbibliothek, hier mit H bezeichnet.
* Die Hs. Nr. 2712 der Wiener Hofbibliothek, hier mit W bezeichnet.

* Keine Originale, aber sehr alte Abschriften.

* Die babenbergischen Urbare.
* Die Urbare aus der Zeit Ottokars von Böhmen (1251-1276).
* Die habsburgischen Urbare.

* AÖG = Archiv für österreichische Geschichte
* MG.DChr. = Monumenta Germaniae
Deutsche Chroniken

Seite LXXXVI (PDF Seite 91-92):
So kaufte Herzog Leopold VI. das Raabser Gut zurück, er hat auch Rehberg auf diese Weise vom Rgensburger Domvogt erworben. Nach dem Tode des letzteren aber und dem Aussterben der Traungauer fiel jener Besitz heim, der früher im Süden der Donau (um Sitzenberg und Rappoltenkirchen) an jene ausgetan worden war.

Seite CLVII (PDF Seite 164):

Für die Veranlagung gilt das früher beim Kleindienst bereits Gesagte; auch da richtet sich die Höhe dieses Zinses nach dem großen Zins, ja es wird gelegentlich die Veranlagung nach Anzahl der Lehen direkt hervorgehoben. Manchmal ist die Weisatlieferung nicht direkt als solche bezeichnet; jedoch läßt sich dieselbe eben aus der Eigenart ihres Inhaltes erschließen. Als Merkmal tritt übrigens noch der Zinstermin hinzu, da die Weisat gewöhnlich an den drei großen Festen (Weihnachten, Ostern und Pfingsten) zu entrichten war. In einer gleichzeitigen Urkunde wird Weisat geradezu als der vulgäre Ausdruck für presentaciones festorum erklärt. Der ursprüngliche Charakter dieser Abgabe als einer „Ehrung“ findet sich noch in einem Vermerk dieser Urbare (bei Rappoltenkirchen) erhalten: Et quando dominus erit in loco illo , debet sibi ministrari gallina et anseres. (4) An einer anderen Stelle (Amt Frankenfels) wird von den Kleindiensten als zenia (xenia) gesprochen.

(4) S. 68 Nr. 268.

Seite CLXXXI (PDF Seite 188):

Noch seltener als Gartenbau treffen wir den Wiesenbau in diesen Quellen. Abgaben de prato oder wismad werden in Nieder- wie in Oberösterreich nur spärlich genannt. Sie tritt bedeutender nur im Wienerbecken hervor, wo bei Mitterndorf ebenso wie bei Himberg sehr stattliche Summen davon verzeichnet sind (10 und 100 [Geldsymbol]). Die Höhe dieser Abgaben, wie im letzteren Falle auch die Eigenart der Eintragung selbst (usus sive utilitas pratorum circa Himperg) kann vielleicht auf Allmendegut deuten , da solche Zinse sich wohl auf die gesamte Dorfgenossenschaft bezogen haben dürften. Kommen, wie einmal bei Böheimkirchen und im oberösterreichischen Gebiet regelmäßig, nur ganz geringe Geldzinse vor, dann wird man wohl an Wiesen zu denken haben, die verpachtet waren. Auch Teilbau läßt sich einmal konstatieren, da es von der Wiese bei Reichersberg (OG. Ollern s. Tulln) heißt: wismat, ubi quarta pars feni est ducis de primo et de secundo tercia pars. (9)

(9) Im Text S. 73 Nr. 301.

Seite CXCVI (PDF Seite 203):

Wir wissen aus einer schon zitierten Urkunde Herzog Leopolds VI. vom Jahre 1212, daß die landesfürstlichen Marschälle behufs richtiger Bemessung der von ihnen einzuhebenden Haferlieferungen (Marchfutter) ein Normalmaß (Muttermaß) aufzubewahren und zu führen hatten. Ähnliches wie hier bei den Marchfutterämtern könnte auch für die übrigen landesfürstlichen Ämter dann sich ausgebildet haben. Manche Besonderheiten in der Verwendung von Maßen, wie das Wiener Maß bei Bergrechtsabgaben um Rappoltenkirchen (5) und das Kremser Maß bei Weinzehnten von Pöchlarn, könnten sich so erklären. Wahrscheinlich haben die Kellerämter, welche in Wien und Klosterneuburg bestanden, da ihren Einfluß genommen.

(5) Im Text S. 71 Nr. 286 [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 14.7.2024: Betrifft nicht unsere Gemeinde.], auch 287.

Seite CCLXII (PDF Seite 269):
2. Statistische Tabellen.
Verzeichnis der Haferleistungen von Waldämtern, Vogtei und Marchfutter.

Nr. im Text: 194
Zinsort: Amt Kogel
Hafer: 40
Hühner: 300

Seite CCLXVI (PDF Seite 273):
2. Statistische Tabellen.
Amt Lengbach.

Nr. im Text: 261, 301
Zinsort: Reichersberg
Höfe: 1a
Wiesen: 1
a: Saighöfe.

Zu Saighöfe (Seite CX, PDF Seite 117):
Drittens Meierhöfe, bei denen die Zinsleistung nicht fixiert, sondern nach dem jeweiligen Jahreserträgnis zu bemessen war (debet seignari); eventuell erscheinen bei diesen die Kleindienste (seitfrisching und spechswein) fixiert. Hiebei ist jedoch besonders zu bemerken, daß diese auch sonst häufig vorkommende Betriebsart, Saighöfe genannt, innerhalb dieses Gebietes nur unter den Nachträgen über den nach dem Domvogt von Regensburg ledigen Besitz sich finden. Möglicherweise ist also darin ein Ausnahmsverhältnis zu erblicken, das nur durch die besonderen Umstände bei der Neuerwerbung dieser Güter bedingt war und bloß vorübergehend Geltung hatte.

Nr. im Text: 278
Zinsort: Elsbach (Vogtei)
Hafer: 24

Nr. im Text: 268, 288, 295
Zinsort: Rappoltenkirchen
Zinslehen : 2
Weingärten: 3d
d: Nove vinec.
Geldleistung: 6 20 [Währung wird mit Symbolen angegeben.]
Korn, Hafer: 5 Mut b
b: Burgmaß. Vgl. § 6

§. 6.
Maße, Münze und Preise.
a) Maße

Seite CXCVIII (PDF Seite 205):
Eine andere, weithin verbreitete Unterscheidung ist die von chastmut und purgmut, oder in der Unterabteilung davon chastmetzen und purgmetzen. Sie tritt eventuell bei allen Getreidearten auf. Kastenmaß war, wie der Name schon andeutet und gelegentliche Bemerkungen in anderen Urbaren direkt bezeugen, das Maß des Kastens (granarium), welches vermutlich für die Zinsung selbst, bei Ablieferung in den Kasten, maßgebend war. Vielleicht hängt damit auch die Tatsache zusammen, daß wir gerade da auch den Ausdruck „Zinsmetzen" finden. Burgmaß dagegen ist die mensura fori, das in den verschiedenen Märkten und Städten gebrauchte Maß. Auch hier ist Burg, wie beim Burgrecht, von der Stadt oder dem Markt her zu erklären. Dieses Burgmaß war naturgemäß nach den einzelnen Städten und Märkten ein verschiedenes. Wir haben früher bereits wahrgenommen, welche Stadtmaße hier in den Urbaren auftreten. Es mußte demzufolge auch das Verhältnis vom Kastenmaß zum Burgmaß ein variables sein. Vielleicht beziehen sich die Nachrichten über die Anordnung eines einheitlichen Maßes im österreichischen Landrecht (erweiterte Fassung) von der wir bereits hörten, auf das Kastenmaß; denn die Absicht, alle die verschiedenen Burgmaße zugunsten eines einzigen abzuschaffen, mußte wohl im 13. Jahrhundert ganz aussichtslos erscheinen. Im Ganzen läßt sich sagen, daß das Kastenmaß durchaus erheblich kleiner war als das Burgmaß. […]

12 Zeilen darunter:
In Schoderlee endlich (Amt Laa) kamen 28 Kastmut 12 Burgmut gleich. Falls hier nicht ein Fehler des Abschreibers vorliegt, wäre anzunehmen, daß das Maß von Laa erheblich kleiner als die früher besprochenen gewesen sei.

Nr. im Text: 302
Zinsort: Bei Rappoltenkirchen
Wald: 1
Hafer: 20

Nr. im Text: 287
Zinsort: Burgstall
Bergrecht urn.: 9

Zu Bergrecht urn.
Auf Seite CCLXXI (PDF Seite 278) wird in der Spalte „Bergrecht urn.“ die Zahl 32 in der Summe angegeben als „32 Eimer Bergrecht.“
Unter der Nummer 287 wird angegeben „9 urnas vini“. Vollständige Abschrift siehe weiter unten.

Ab PDF-Seite 366: Texte.
I. Urbare aus der Zeit der Babenberger (zirka 1220 – 1240).
A. Niederösterreich

Seite 53 (PDF Seite 422):

194. De officio Chogel (1)   40 mod. avene, 300 gallinas.

194. O 173.
(1) Kogel, wohl das Df. bei Rappoltenkirchen, da dort 1321 ein Ludwig von K. „Forstmeister in Österreich“ erwähnt wird (Bl. f. Lk. 14, 123) und dasselbe landesfürstl. Lehen war. (Ebenda 124.) Unter den 12 Ämtern, in welche „von Alters her“ der landesfürstliche Besitz am Wienerwalde eingeteilt war, erscheint nach dem Urbar von 1572 neben Alland und Dornbach auch Kogel.
Winter, NÖ. Weisth. 1, 706 n. Vgl. auch Nr. 302 unten.

Seite 67 (PDF Seite 67):
[2 Versionen – was anders ist, ist in Fettdruck]

261. In Richoldsperg.

In Richoldsperg (1) curia debet segnari et solvit 6 seitfrissing (a) et unum spechswin.

Curia in Richoldsperge debet seiginari et solvit 6 seitfrischinge et unum spechswein.

261. O 240. H 147.
(a) seitfrissig O.
(1) Reichersberg (Hof), OG. Ollern. (s. Tulln). – Im Jahre 1313 wurde die curia in Richoltsperg mit Zugehör durch Herzog Friedrich für eine Schuld von 36 Mark Silber verpfändet. AÖG. 2, 521, Nr. 9.

Seite 68 (PDF Seite 437):
[2 Versionen – was anders ist, ist in Fettdruck]

268. In Rapotenchirchen.

In Rapotenchirchen (1)  2 beneficia solvunt 5 mod. frumenti et avene; et quando dominus erit in loco illo, debet sibi ministrari gallina et anseres.

In Rapotenchirchen 2 beneficia solvunt 5 mod. siliginis et avene purchmut; et quando dominus erit in loco illo, debet sibi ministrari gallina et anseres.

268. O 247. H 154.
(1) Rappoltenkirchen (Df.), GB. Tulln. – Dasselbe ist alter Besitz der Markgrafen von Österreich gewesen und unter Leopold II. (+ 1096) an dessen Schwiegersohn Ottokar von Steyr gekommen. MG.DChr. III. 2, 710 (Landbuch). Über den Besitz des Domvogtes und Heimfall nach dessen Tod vlg. oben Nr. 240. 1 sowie Passauer Resitzstandprotokoll (1252). Item ecclesiam in R. contulit advodatus Ratisponensis, que iam vacat episcopo cum fundo et desimis ibidem. MB. 28b, 482.

Seite 60 (PDF Seite 429):

Bei Nr. 240: Nach dem Bericht des „Landbuches“ (MG. DChr. III. 2, 710) übergab Herzog Ottokar von Steier 1186 S. samt Chelchdorf (Nr. 243) und Rappoltenkirchen (Nr. 268) an den Domvogt von Regensburg. Nach dem Tode von dessen letzten Nachkommen Otto (+ 1235) fiel dieser Besitz an den österr. Landesfürsten heim. (Ebenda 711.)

Seite 70 (PDF Seite 439):
[2 Versionen – was anders ist, ist in Fettdruck]

278. De Eselpach (1)  2 mod. avene voitfuter chastmut.

De Eselpach 24 (2)   mod. chastmut voitfuter.

278. O 257. H 164.
(1) Elsbach (Df.), nö. Rappoltenkirchen. – Nach dem Passauer Besitzstandprotokoll (1252) hatte die Äbtissin des bayr. Klosters Geisenfeld das Dorf E. von Passau inne.
MB. 28b, 482.    Vgl. dazu MB. 14, 272.
(2) Vgl. über diese hier ungewöhnlich hoch scheinende Angabe unten Nr. 305 n. 6.

Bei 305 n. 6: Die Richtigkeit der Geldsumme ist kaum zu kontrollieren, da Abgaben von Zoll und Gericht früher im einzelnen nicht genannt werden. Jene der Naturalleistungen stimmt für Roggen, sofern man bei Nr. 264.  266.  268. [Rappoltenkirchen]  271 je die Hälfte der genannten Größen dafür in Anspruch nimmt; bei der Haferlieferung annähernd, wenn man bei Nr. 278 [Elsbach]  24 einsetzt und das Ganze nach dem angegebenen Schlüssel (1 : 3) auf purgmut reduciert (65 p.).

Seite 71 (PDF Seite 440):
[2 Versionen – was anders ist, ist in Fettdruck]

287. In Purchstal.

De Purchstal apud Rapotenchirchen (1)  9 urnas vini perchreht (a) mensure minoris quam sit mensura Wiennensis.

De Purchstal apud Rapotenchirchen 9 urnas perchrecht minoris mensure quam sit Wiennensis mensura.

287. O 266. H 172.
(a) perreht O.
(1) Burgstall (Df.), nö. Neulengbach. – Weinberge zu B. verpfändet Herzog Friedrich 1310 (AÖG. 2, 529 und 531), jedoch ist sehr fraglich, ob darunter dieses B. zu verstehen ist.

Seite 71 (PDF Seite 440):
[2 Versionen – was anders ist, ist in Fettdruck]

288. In Rapotenchirch[en] (a)

3 nove vinee, que coluntur de agris et interdum adiuvantur cum denariis.

[In] (b) Rapotenchirchen

3 nove vinee, que coluntur de agris et interdum adiuvantur cum denariis.

288. O 267. H 173.
(a) Rapotenchirch. O.
(b) Fehlt H.
(1) Rappoltenkirchen wie oben Nr. 268. 1.

Seite 72 (PDF Seite 441):
[2 Versionen – was anders ist, ist in Fettdruck]

295. Rapotenchirchen. (a)

De Rapotenchirchen (1) [de] (b) areis 7 sol. den.

De Rapotenchirchen de areis 7 sol. preter 10 den.

295. O 274. H 181.
(a) Rapotenchirch O.
(b) Fehlt O.
(1) Rappoltenkirchen wie oben Nr. 268. 1.

Seite 73 (PDF Seite 442):
[2 Versionen – was anders ist, ist in Fettdruck]

301. An dem Rochelsperg (a) wismat, ubi quarta pars feni est ducis de primo, et de secundo tercia pars.

In Richoltsperge (1) wismad, ubi quarta pars feni est ducis de primo, et de secundo tercia pars.

301. O 280. H 187.
(a) Ademserochelsperg O.
(1) Reichersberg wie Nr. 261.

Seite 74 (PDF Seite 443):
[2 Versionen – was anders ist, ist in Fettdruck]

302. In Rapotenchirch[en]. (a)

De Rapotenchirchen (1) de foresto 20 mod. avene et eciam anseres et pullos.

In foresto de Rapotenchirchen 20 mod. avene Tulnensis mensure et auser et pullus.

302. O 281. H 188.
(a) Rapotenchirch. O.
(1) Rappoltenkirchen wie oben Nr. 268. 1. – Vgl. auch Nr. 194 oben.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.2   1262 – Fontes Rerum Austriacarum. XXXV. Band, Sammlung Freising, II. Band, 1871.

Online-Link

Titel: Fontes Rerum Austriacarum. Oesterreichische Geschichts-Quellen. Herausgegeben von der historischen Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien.
Zweite Abtheilung. Diplomataria et acta. XXXV. Band.
Sammlung von Urkunden und Urbaren zur Geschichte der ehemals freisingischen Besitzungen in Österreich. II. Band. Wien, 1871.

I. Verzeichnis der Personen und Orte. *

* Betreffs der Signaturen bemerke ich, dass die 1. Zahl das Jahr, resp. Jahrhundert, die 2. Die Nummern und die 3., 4., 5. u. s. w. die Seite anzeigt.

Seite 377 (PDF Seite 388):

Kogel, N.-Oest., b. Ried (Chogel) , Wolfkerus de-, 1262, 221 , 230.

Seite 447 (PDF Seite 458):

Ministerialen: […] Wolfkerus de Chogel, […] 1262, 221, 230;

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.3   1358 und 1359 Jägermeisteramt; Forstmeister 1309, 1324, 1352, 1363, 1408;  Urkunden 1368 und 1381.

Online-Link

Titel: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich.
Redigiert von Dr. Anton Mayer.
Neue Folge. XVI. Jahrgang 1882.

Artikel: Beiträge zur niederösterreichischen Rechts- und Verwaltungsgeschichte.
Von Gustav Winter.
 
V. Zur Geschichte der Forstverwaltung.

Seite 276 (PDF-Seite 303):

Nach diesen Quellen ist in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts der Wiener Wald in zwölf Waldämter" geteilt: Alland, Sittendorf und Dürrliesing, Anninger, Reichliesing, Purkersdorf, Dornbach, Klosterneuburg, Tulbing, Ried, Kogel, Anzbach, Anzing. Ueber das ganze Gebiet der zwölf Aemter walten der Waldmeister und der Waldschaffer, die ihren Sitz zu Purkersdorf haben, dann drei ihnen untergeordnete „ Ueberreiter" (zu Hütteldorf, Weidlingau und Purkersdorf), endlich der Waldrichter (zu Purkersdorf); für jedes Amt ist ein in demselben ansässiger Förster bestellt, welchem wieder Forstknechte zugewiesen sind.

Seite 280 (PDF-Seite 307):

Die Gliederung des Wiener-Wald- Gebietes in Aemter tritt schon im Ottokarischen Rationar hervor; in demselben werden die officia Alland,   1) Dornbach, Kogel, Laab, Mauerbach genannt (Notizenbl., Beil. z. Arch. f. K. österr. GQ., 1855, 377); nahezu ein Jahrhundert früher, 1177, ist für den Wald (saltus) um Heiligenkreuz die (landesfürstliche) custodia des Wichard von Arnstein bezeugt (Font. r. Austr. Dipl. 16, 9 nr. 7). 1381 ist das Rieder Waldamt nachgewiesen (Lichnowsky 4, Reg. nr. 1605), 1491 das Forstamt zu Klosterneuburg (ebd. 8 Reg. nr. 1491 ) .

1) 1289, Mai 8 ist herr Albrecht Feusel der vorstmuister von Alecht Zeuge einer Urk. Kalhochs v. Ebersdorf für das Wiener Bürgerspital (collat. Abschr. d. XV . Jahrh. im k. und k. Reichsfinanzarch., n. ö. Herrsch. -A. Fasc. W. 50/2. Er ist im Urkundenbuch von Heiligenkreuz. (Font. r. Austr. Dipl. 11 und 16) von 1276 bis 1301 bezeugt. Vgl. übrigens Gsell, Gütenb.. v. HKr. 51.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 4.8.2024:
Eine Recherche zu „Lichnowsky 1605“ ergab einen Treffer. Abschrift hier im Register, siehe weiter unten.

Andere Einträge aus unserer Gemeinde in diesem Artikel:

Seite 277 (PDF-Seite 304):

Am 20. November 1358 creirte Herzog Rudolf IV. neuerdings das Jägermeisteramt, welches „von Todes wegen vor viel Zeiten" ledig geworden war; er belehnte damit den Ritter Friedrich von Kreuspach und gab ihm zugleich das „Haus“ Rapotenkirchen zu Lehen, das durch Gleichnis willen des Amtes" fortan Jägerberg heissen sollte ( Steyerer, Comment. pro hist. Alb. II. , Add. 274) . Seit ihm befestigt sich der Titel „Oberster Jägermeister". Dem Friedrich von Kreuspach folgte sein Sohn Wilhelm, welcher zuerst 1361 Dec. 12 (Smitmer 7 Bl. 80b nr. 51 aus dem Wiener erzbischöfl. Archive), zum letzten Male 1365 Apr. 29 (Kurz, Rud. IV. 42 nr. 25) genannt wird. Der nächste bekannte Jägermeister ist Jakob der Seebeck; er empfängt am 14. März 1428 das Amt sammt Rapotenkirchen zu Lehen (Lichnowsky 5 Reg. nr. 2627).

Einschub zum Jägermeisteramt aus: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich.
Redigiert von Dr. Anton Mayer.
Neue Folge. XIV. Jahrgang 1880.

Artikel: Die Jagd in Niederösterreich.
Von Johann Newald.

Abschrift aus einem Buch in Privatbesitz am 11.8.2024, Seite 208:

In der am 20. November 1359 [oben 1358, hier 1359 kein Abschreibfehler] ausgestellten Urkunde (Original im fürstl. Liechtenstein’schen Hausarchiv, beglaub. Abschrift im k. k. Haus-, Hof- und Staats-Archiv) sagt der Herzog:
„Daz wir sazzen mit unserr fürstlichen gezierde, in aim gestul, auf dem Hoff ze Wienn, dahin wir, allen Herren, Dienstleutten, vnd mannen, Rittern vnd Knechten, vnsers fürstentumes von Oesterreich, auf denselben tag, gebotten hatten, vns, als irm herren zu huldenn, vnd ir lehen von vns zu emphahen. Und sunderlich, hatten wir dahin für vns beruffet, vnd besendet, als recht ist, alle vnser Amptleut, in vnserm fürstentume ze Oesterreich, vns da ze dienen und ze wartenn yeklicher, mit seinem Ampte, als er geseczet vnd geordnet, desselben tags wurden wir inne, vnd erfunden gepresten ains Jegermaisters, in dem egenanten vnserm fürstentum, vnd das dasselb Jegermeister Amt von todes wegen, vor viel Zeiten, ledig worden war, Und wan der volkumenheit fürstlicher wirde, unleidig sei, aller gepresste, nicht allein an ihr selber, sondern auch an den ihren, darumb nach guter vorbetrachtung, vnd weisen Rate, vnserer herren, Dienstmanne, und ander vnser getreuen, wurfen wir das amt wieder auf“ u. s. w. wie dasselbe bei seinen Vorfahren bestanden.
Rudolf IV. belehnte mit der Würde eines Jägermeisters den Ritter Friedrich von Kreussbach, und gab ihm zu Lehen: „das Haus, daz da her hiez Rapotenkirchen, vnd fürbaz ewiklich, durch geleichnizze willen, das Amptes, heizzen vnd genant sin sol, Jegerberg, mit allen nuezen, rechten vnd gütern, die dazu gehörent“ u. s. w.
Der neue Jägermeister genoss die ihm verliehene Würde nur einige Monate, er starb schon im Jahre 1360 und liegt in der Augustinerkirche zu Baden begraben. In der Würde des „supremus magister venatorum“ folgte ihm sein Sohn Wilhelm, mit dem das Geschlecht der Kreussbach im Mannesstamme ausstarb.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 10.8.2025:
Eine ausführlichere Abschrift dieser Urkunde finden Sie im Register E 61.8.
Jage-Zeitung aus dem Jahr 1875, Artikel „Beitrag zur Geschichte des Oberstjägermeisteramtes in Oesterreich“.

Weitere Einträge aus unserer Gemeinde:

Seite 209:

Während Wilhelm von Kreussbach die Würde des Oberstjägermeisters bekleidete, werden als Forstmeister und eigentliche Jagd-Oberbeamte Albrechts III. genannt: Werner der Schenk von Ried, […]

Hier endet der Einschub.

Seite 278 (PDF-Seite 305):

Die Reihe der Forstmeister (magistri forestorum) lässt sich seit dem Anfange des XIV. Jahrhunderts erbringen: ziemlich vollständig für dieses, nur lückenhaft für das folgende Jahrhundert. Man findet, von dem fraglichen Imprucker 1303 abgesehen, folgende Namen (nur die Daten des ersten und des letzten urkundlichen Erscheinens sind ihnen beigesetzt):
Ludwig von Döbling: 1309 Dec. 21 (UB. f. Oberösterr. 5, 26) – 1321 Febr. 2 (Kerschbaumer a. a. O. 350 nr. 186, Zeuge).
Jans der Schenk von Ried: 1324 Febr. 2 ( Kerschbaumer 351 nr. 195, Zeuge) - 1326 März 2 (ebd. 252 nr. 210, Zeuge).
Leutold von Wildeck : 1330 Juni 6 (Font. r. Austr. Dipl. 16, 136 nr. 134) - 1335 (Chmel, Geschichtsf. 2, 426).
Wernher der Schenk von Ried: 1352 Febr. 6 (Font. cit. 18, 274 nr. 244) - 1362 März 24 (Steyerer 1. c. 342).
Albrecht der Schenk von Ried: 1363 Jan. 5 (Font. cit. 21, 247 nr. 262) - 1365 März 16 ( Steyerer 502).
Johann von Dietrichstock : 1376-1405 (siehe oben).
Hans der Schenk von Ried: 1408 Jan. 14 (Kurz, Albr. II . 1, 289 nr. 12) - 1412 Jan. 28 (Staatsarch., Cod. 16 Bl. 79b nr. 206) [Fortsetzung der Liste bis zum Jahr 1532.]

Weitere Recherche vom 4.8.2024 zu Lichnowsky:

Online-Link

Titel: Geschichte des Hauses Habsburg, von dem Fürsten E. M. Lichnowsky.
Vierter Theil. Vom Regierungsantritt Herzog Rudolfs bis zum Tode Herzog Albrecht des Dritten.
Wien, 1839.

Seite 9 (PDF Seite 20):

[Herzog Rudolf, Einkünfte vermehren, Jugend genießen]
Bei der ersten Gelegenheit die sich zu einer solchen Feierlichkeit darbot, bemerkte er zu seinem Mißvergnügen, daß die Stelle eines Oberstjägermeisters an dem herzoglichen Hofe seit längerer Zeit erledigt geblieben. Sogleich schritt er zu ihrer Wiederbesetzung und ertheilte sie dem alten Friedrich dem Chreuzzpekh, Ritter, mit der Nugnießung der Burg Rapotenkirchen und Zugehör, von nun an Jägerburg benannt  a). Friedrich der Chreuzzpekh war einer der berühmtesten Ritter und Wanderer seiner Zeit, der in Oesterreich, Böhmen, Italien bis Neapel, Spanien, zweimal am h. Grabe, in Norwegen, England, Schottland, Tunis, Griechenland, in der Bulgarei und Hungarn, vor dem Feind oder in Wallfahrt oder für Turniere gewesen.

a) Reg. Nr. 103.

Seite DLXXXVIII (PDF Seite 355):

103. 1359. 20. Nov. Wien. Herz. Rud. erneut das Jägermeisteramt in dem Herzogthume Oesterreich, das „von todez wegen vor vil zites ledig worden waz" gibt das Haus Rapotenkirchen, das von nun an Jegerburg heissen soll, sammt aller Zugehör dazu, und belehnt Friedrich v. Kreusbach damit, da er den Abgang dieser Würde bei der am 20. November 1358 auf dem Hof zu Wien stattgehabten Huldigung vom Herzogth. Oest. inne geworden.
k. k. geh. Arch . (Abschft.) Orig. im Lichtenst. Arch.
Ohne Dat. bey Steyerer Com. Add. 274.-
Ludwig. R. MSS. IV. 289.
Lünig. Cod. G. D. II. 503

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 11.8.2024:
Nach obiger Abschrift scheint es so, dass beide Jahresangaben von 1358 und 1359 stimmen.

Weitere Einträge zur Gemeinde:

Abschnitt: Verzeichniss der Urkunden zur Geschichte des Hauses Habsburg.
Von 1358 bis 1395.

Seite DCLV (PDF-Seite 422):

838.
1368. 9. Jan. Wien. Abt Altmann zu Nieder-Altaich belehnt die Hgc Albr. und Leup. mit der Feste Ried vor dem Wienerwald gelegen. k. k. g. A.

Seite DCCXXVI (PDF-Seite 493):

1605.
1381. 16. Juli. Wien. Lehenrevers von Hans dem Schänken von Ried auf Herz. Albr. wegen der Feste mit dem Waldamt zu Ried, und 100 Pfd. Pf. auf dem Gerichte zu Tuln, die s. Satz um 1900 Pf. W. Pfenn. waren. Er verpflichtet sich dass, stürbe er ohne Söhne, alles auf die Herzoge fallen solle.
k. k. g. A.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.4   9.9.1594 und 2.12.1629 - Blätter des Vereines für Landeskunde für Niederösterreich, VII. Jahrgang 1873

In den „Blätter des Vereines für Landeskunde für Niederösterreich, VII. Jahrgang 1873“ wird im Kapitel „Der Wildbann…“ Rappoltenkirchen wie folgt angegeben:

Online-Link

Neue Folge Nr. 1 u. 2. Ausgegeb. am 15. März 1873.

Mitteilungen.
Der Wildbann in Nieder-Oesterreich im 17. Jahrhundert.
Ein urkundlicher Beitrag zur Geschichte des landesfürstlichen Jagdregale.
Von V. Reuterer.
(Schluss)

Beilage 2: Urbarium. Ain Kauffs-Anschlag unnd lautere Verzaichnuss über die Vesten Rappoltenkirchen mit Ihrer ein vnnd Zugehörung. Wie volgt.
 
1. Erstlichen. Die Vesten Rappoltenkirchen mit Ihren Zimblichen Gebäw dabei ain stallung, Pröss sambt Ihrer Notturfft, ain Hauss Müllel darauf man die Haussnotturfft mallen khunt, auch der Mayrhoff mit seinen notturftigen Gepäwen Zu nächst dran sambt denselben Paumgarten vnnd Graben, mit sambt dem Oeden Purgstall zum Kogl so vormalss gleicher massen Ein Edlmannssicz gewesen, Aber nun alle gült vnndt guetter desselben öden Sicz zu vorbemelten Vesten Rappoltenkirchen eingeleibt worden sein.
Angeschlagen pr. 2500 fl.
 
2. Zu dieser Vesten gehört ein schön Kirchlehen sambt der Erbvogtey darüber Zunechst am Schloss vnndt vorhoff gelegen.
Angeschlagen pr. 1000 fl.
 
3. Item hat sich ein Jeder Inhaber Inhalt dess Landsfürstlichen Lehenbriefs dess Jägermeister Ambt am Wiener Waldt TitI, Welche Herrligkhait nicht ring zu achten, zugebrauchen.
Angeschlagen pr. 500 fl.
 
4. Item so hat dise Vesten dise Freiheit vnndt Gerechtigkheit, dass Sy von Geoigy an biss auf Michaelj allein mag Wein aussschenkhen vnndt muess dieweill die Dafern daselbst mit dem schenckhen einhalten. Dardurch die Zehent, Perggrecht vnndt erpauten Wein, Wann sonst nit anwährung wer, Woll vertriben werden mögen, Welche gerechtigkhait nicht ri g zu achten.
Angeschlagen pr. 500 fl.
 
5. Item Zu vorbemelter Vesten gehört ein zimbliche Mannschaflt bey etlich vnndt neuntzig Vnterthanen, die man durchs Jahr mit der Robot Zu brauchen, vnndt möchten noch Vill vnterthanen hinfüro gestifft werden, vnndt alle nachent umb das Schloss wohnen. So ein Herr aber das Robotgelt wolte draufschlagen, ertriegs über Zwaihundert vnnd Fünfzig gulden.
Angeschlagen 2500 fl.
 
6. Item Pfenig Dienst von obbemelten behaussten Guettern vnnd vberlendten ertragt pr.............................................................................. . 56 fl. 1 ß 8 dl.
 
7. Unrichtiger Pfennig Dienst, so aber gar Woll zu erfragen vnnd mittlerweill einzubringen ist, wirdt hieher  it angeschlagen; thuett 5 ß 25 dl
 
8. Item Kucheldienst, Gännss, Hüener vnndt Ayr ein Zimbliche Nottdurfft:
Gänss ............................................................................... 14
Hannen ............................................................................ 30
Hennen ............................................................................ 48
Ayer ………………………………………………………………………….. 252
 
9. Zinns vom Reissgejaidt, Pändl-Vögel …. 50
10. Diensthabern bringt .......................... 26 Mezen.
 
11. Item so gibt man Järlich von fünf vnterschiedlich Weingart Pürzen
Berggrekht......................................................................................................78 Emer Most.
 
12. Item so ertragt der Wein Zehent zu Rörnpach, Aichkogl, Weinperg, Schneeleuthen vnndt Arnperg zu mittlern Jahren je mehr, Je weniger bey 100 Eimer.
 
13. Item so ertragen die Getraidt Zehent zu mittern Jahren:
Waitz …..20 Metzen,
Khorn …… 4 Muth.
Habern … 4 Muth.
 
14. Item so ist noch ein ganczer trait Zehent, khann järlich vmb 80 fl. verlassen werden.
Angeschlagen pr. 1600 fl.
 
15. Item die vorbemelten 56 fl. 1 ß 8 dl. behaussten und überlendt Dienst das Pfundtgelt angeschlagen pr. 52 fl. thuet Zusammen ……… 2915 fl.
 
16. Item der Kucheldienst zu Herrn dienst gemacht thuet 3 fl. 5 ß 29 dl dass pfundtgelt pr. — fl. angeschlagen thuet zusammen ....................... 190 fl.
 
17. Item die 26 Metzen Diensthabern Zu Herrn gült gemacht, thuet 1 fl. 20 dl. das Pfundtgelt pr. 52 fl. thuet zusamen Id est …..... 180 fl.
 
18. Item die 78 Emer Most Berggrecht zu herrn gült gemacht thuet 13 fl. 1 ß 20 dl. dass Pfundtgelt pr 52 fl. thuet zusamben Id est …….. 672 fl.
 
19. Item die 100 Emer wein Zehent zu Herrn gült gemacht thuet zusamen ............................... 1000 fl.
 
20. Item die vorbeschriebne traidt Zehent zu Herrn gült gemachthuet ........................................ 800 fl.
 
21. Item so gehören zu dieser Vesten Mairhof drei schöne Hoffelder 105 1/2 Joch Ackher.
Thuet zusamben Id est ................................................... 1582 fl. 4 ß — dl.
 
22. Item so gehörn Zu diser Vesten 118 tagwerg wisen, so man zum schloss rechnet vnndt verlasst; Jedes Tagwerg pr. 14 fl. thuet zusamben 1652 fl.
 
23. Item so gehören zu diser Vesten 2060 Joch Holcz iedess Joch pr 5 fl. nach dem Es gar schön Puechen, Aicher vnndt Ferchen Holcz ist, thuet zusamen ....................... 10.300 fl.
 
24. Item so gehörn zu dieser Vesten 29 Viertl Weingarten, Jedes viertl pr. — fl. thuet zusamben ........................................................................................... 345 fl.
 
25. Wildtpann. Item so gehört zu diser Vössten ein fast weiter vnd statlicher Wiltpann von Roth vnnd schwarczem Wildtprät die Notturfft genug, sambt allen Kleinen Reissgejaidern von Sighartskirchen werts an auf Elspach vnnd nach dem Stainbach hin in die Hauer Gestätten vber den Grägging hinüber nach Rappoltenkircher Gemain zwischen dess vordern Reglsperg vnnd nach der vordern Leuthen in Pach hinein vnnd hinüber in den Krumpach nach dem Kogl ab, biss wider an den Sichartskircher Woher, Welches eine grosse Weiten, die in Zwo meil Wegs umfacht, auf aller der Herrschaft grundt vnndt Boden in disem Kraiss sambt noch andern mehrhaften Gejaidern so alless nit Ring zu schätzen. Angeschlagen per ............................................................................................1500 fl.
 
26. Darbey ist vnnd gehört auch darczue ain zimblicher Pfrillen vnnd Kreusenpach, kann alle Jahr vmb Zinnss verlassen werden.
Angeschlagen per ..................................................................................................100 fl.
 
27. Item so gehörn auch diser Vesten drei Oede Teucht die mit Hechten vnnd Karpfen beseczt möchten werden.
Angeschlagen per ............................................................................................100 fl.
 
28. Item Burggfridt Freuheit vnnd Herrligkhait auf den gannczen grünndten vnnt böden so zu diser Vesten vnndt Oeden Purggstallen gehörig, ist nit schlecht zu achten.
Angeschlagen per ……………………………………… 150 fl.
 
29. Item die Nuczung von den denen Inleuthen , muess Jeder im schnidt 4 tag schneiden vnndt - ß - dl - Vogtgelt geben; ist auch nicht ring zu achten.
Angeschlagen per ................................................................................................. 50 fl.
 
30. Item. Dess Zieglofen sambt Zwayen Khalchöfen khann järlichen auch Ziemblich genossen werden.
Angeschlagen per ............................................. 50 fl.
 
31. Item Straff vnndt Wändl, schreib vnndt Siglgelt, auf vnndt abfahrt auch nicht ring Zuschäczen.
Angeschlagen per ................................................................................................... 100 fl.
 
32. Item so wirdt hiemit auch verkhaufft der Ödt sicz zu Aczelstorff. Wie Er mit seinen Gräben vmbfangen, sambt einer neuen erbautten Müll mit Zweien gängen, Welche gar mit sauberer gueter Wohnung Zuegericht Ist sambt einem schönen neuerbautten Khalten Keller Zu nächst der Müll, aber in die Gstätten hineingemacht.
In Summa sambt aller ein vnndt Zugehörung, In massen Ich obbemelten Sicz von Weilandt Wolften Habervogl Seel; erkhaufft hab.
Angeschlagen per ..................................................................................................... 2580 fl.
So wirdt vom Preuhauss die Nuczung ain Jar dem andern Zuhilff auf 300 fl. geschäczt.
Angeschlagen per....................................................................................... 3000 fl.
Die Prandtstatt vnnd des Wissmadt am Hohberg sambt derselben gehülczen. 
Angeschlagen per .......................................................................................... 1000 fl.
Und weillen auch nunmehr die belehnten Guetter von der Kay. Mayt. die Drittheil freusaigen ist, solches nit Ring zu achten, sonderst aufs Ringest angeschlagen per ............................... 2000 fl.
 
Summa des gantzen Anschlages thuet zusammen ………… 38866 fl. 4 ß.
Dess Zu wahrem Vrkhunt hab Ich diesen Khaufs Anschlag mit meiner Aignen Vnterhandschrifft vnnd meinem angebornen Pettschafft becräffttgt. Geschehen auf Schallaburkg den 9. Sept. Anno 1594.
 
Francz v. Prösing m. p. (L. S.)
Hievor stehunde abschrifft ist gegen seinen fürgebrachten Original abgelesen collationiert vnd in allem gleichlauttendt befunden worden, Vrkhundt dessen hab Ichs mit aigner Handt vnderschrieben auch gewöhnlichen Pettschafft becräfftiget. Wien, den 2. Dec. 1629.
Wentaller m. p.
K. Hoff Khriegs Canczley
Registrator m. p. (L. S.)

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.5   1683 – 1696; - Das kaiserliche Waldamt und die Herrschaft Purkersdorf im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts… 1944/48

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Titel: Das kaiserliche Waldamt und die Herrschaft Purkersdorf im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen der Türkeninvasion des Jahres 1683.
Von Anton Schachinger.
[Erschienen 1944/48 laut einer Anmerkung bei Büttner 1957, Register D 6 Befestigungsanlagen im Wienerwald…]

Das PDF beinhaltet 108 Seiten.

Suchworte im PDF mit Treffer Kogl und Koglinger:
(Eine Recherche für Interessierte nach Duckhütte und Hüttler ist für unser Gemeindegebiet auch von Bedeutung).

In dem Holzvoranschlag des kaiserl. Waldamtes vom 18.1.1683, der von der Hofkammer am 16.2. ratifiziert wurde, finden sich keine Besonderheiten. Veranschlagt wurde die Fällung von 16.280 Kl., da noch ein ergiebiger Vorrat vorhanden war. Die Aufteilung auf die einzelnen Ämter war folgende: […] Koglinger Amt: 1470 Kl. Buchenholz; […];Rieder Amt: 400 Kl. Buchenholz. […]

Nach dieser „Specification deren kays. gstüfften waldtambtshüttlern“ betrug die Zahl der damals gestifteten Hüttler erst 61, also ein Drittel des ursprünglichen Zustandes (1679: 184 Hüttler). Ihre Behausungen waren aber trotz der vollzogenen Bestiftung nur zum geringsten Teil aufgebaut. Die Aufteilung auf die 14 (16) Waldamtsämter war folgende: Hütteldorfer-, Weidlingauer- und Purkersdorfer-Amt: je 3, Anzbacher Amt: 10, Großamt Reichliesing: 20, Tullnerbacher-Amt: 22. Überhaupt keine Bestiftung zeigen somit 1686 das Weißenbacher-Amt (Gebiet von Stangau, Wöglerin, Gruberau, Neuweg), Klosterneuburger-Amt, Anzinger-Amt (Schöpfl- und Hochstraßgebiet), Allander-, Koglinger-, Rieder-, Tulbinger- und Dornbacher-Amt (Scheiblingstein, Weidlingbach). Den neu gestifteten 61 Hüttlern, die bisher im Genuß von Freijahren in Bezug auf ihre Verpflichtungen zur Holzaufbringung standen, wurden über Antrag der von der n.-ö. Buchhalterei vom 25. 4. 1686 […]

Der Holzschlag für 1685 wurde mit 28.100 Kl. am 10. 3. 1685 genehmigt. […] Verteilung: […]Rieder Amt: 400 KL Buchen-, Koglinger Amt: 600 KL Buchen-, […]

Der für 1685 vorgesehene Holzschlag von 28.100 Kl. konnte infolge der zu geringen Zahl der Arbeitskräfte ebenfalls nur zum Teil verwirklicht werden, da nur 16.023 1/2 Kl, (wohl eine beträchtliche Besserung gegenüber 1684 mit 638 3/4 Kl.) gefällt wurden. Aufgebracht wurde diese Holzquantität im […] Koglinger Amt (245 1/2 Kl.), […] Am 26. 2. 1686 genehmigte die Hofkammer nicht nur die Aufarbeitung des für 1685 noch fälligen Holzausmaßes, sondern auch […] Die Verteilung des Holzschlages auf die einzelnen Ämter war folgende: […] Koglinger Amt: 1500 Kl. Buchen, […] Rieder Amt: 600 Kl. Buchen, […]

Der am 30. 3. 1687 von der Hofkammer ratifizierte Holzschlag für 1687 umfaßte 21.050 Kl. (15.150 Kl. Buchen, 5.900 Kl. Tannen) und zwar: […], Koglinger Amt: 950 Kl. Buchen, […], Rieder Amt: 500 Kl. Buchen, […]

Der Holzschlag für 1688 (am 4. 5. ratifiziert) ergab: 22.232 Kl. (10.262 Kl. Buchen, 11.370 Kl. Tannen, 200 Kl. Espen). […], Rieder Amt: 786 Kl. Buchen, […], Koglinger Amt: 200 Kl. Buchen, […]

Der Voranschlag für 1689 brachte dagegen 34.251 Kl. (19.851 Kl. Buchen, 14.400 Kl. Tannen); er wurde trotz der bedeutenden Höhe im Hinblick auf den großen Holzmangel und einer nutzenbringenden Zufuhr an die Bevölkerung Wiens von der Hofkammer am 16.2. genehmigt. […], Rieder Amt: 750 Kl. Buchen, Koglinger Amt: 726 Kl. Buchen, […]

Der am 27.3.1690 ratifizierte Holzschlag für 1690 bewilligte die Aufbringung von 26.597 Kl. (10.317 Kl. Buchen, 16.280 Kl. Tannen). […], Rieder Amt: 20 Kl. Buchen, Koglinger Amt: 526 Kl. Buchen, […]

Auch dem Weg- und Straßennetz, vor allem den Brücken- und Steganlagen, waren durch die Feindinvasion arge Schäden zugefügt worden; […]
Es sollten für dieses „universalwerk“ wie 1678 die Untertanen der angrenzenden Herrschaften zur Hand- und Wagenrobot angehalten werden. Über Ersuchen der Waldbereitungskommission (Baron von Abele) waren nämlich 1678 (20.5.—8.6.) an der Instandsetzung der Hauptstraße durch den kurzen Wienerwald (von Laabach (bei Gablitz)-Ried die Untertanen der Herrschaft Neulengbach (Ried, Elsbach, Kogl, Röhrenbach), der Herrschaft Hollenburg (Ollern, Weinzierl), der Herrschaft Questenberg (Rappoltenkirchen, Sieghartskirchen, Gerersdorf) sowie 8 Waldamtshüttler, 4 Waldamtsoffiziere und 8 Dorfrichter, insgesamt 381 Personen tätig. […]

235) N.-ö. K., Akt 1688 (14.1.). Nach einer dem Waldamtsbericht des Waldbereiters Hans Christoph Hierschneller (pr. 8. 11. 1687) beigeschlossenen Specification waren von fremden Herrschaftsuntertanen an der Straßenreparatur im langen Wienerwald, die Waldbauern des Anzbacher u. Koglinger Amtes, die das Holz in den kais. Holzstadel lieferten, im kurzen Wienerwald die Gemeinden Gabliz, Ried, Ollern, Katzelsdorf, Wilfersdorf, Tulbing, Chorherrn, Freundorf, Staasdorf, Baumgarten, Sieghartskirchen, Langenrohr, Kogl, Röhrenbach, Rappoltenkirchen, Gerersdorf, Judenau. Elsbach u. Weinzierl neben den Waldamtsuntertanen beteiligt.

1694 wurden entscheidende Beschlüsse für die Einrichtung des Schwemmbetriebes auf der Triesting und Tulln gefaßt, durch den nicht nur die großen ungenutzten Waldgebiete des Kaumberger und Mariazeller Amtes, wie auch des Rieder-, Koglinger-, Anzbacher- und Anzingeramtes, somit die westlichen und nordwestlichen Distrikte des kaiserl. Waldamtes, für die Vermehrung der landesfürstlichen Kameralgefälle herangezogen, sondern auch dem Holzmangel der Stadt Wien und auf dem Lande abgeholfen und der Holzpreis der fremden Händler gesenkt werden sollte. […]

Was die jährl. Holzschläge betrifft, so ergibt sich für den Zeitabschnitt 1691—1696 folgendes Bild (vgl. Seite 231 f.). Der von der Hofkammer 1691 (21.5.) genehmigte Holzschlag für 1691 umfaßte 29.576 Kl. (9.556 Kl. Buchen, 2250 Kl. Tannen, 17.800 Kl. Buchen und Tannen auf den beiden Klausen im Allander- und Anzbacher Amt). Hievon entfielen auf das […] Rieder Amt: 550 Kl. Buchen, Koglinger Amt: 1126 Kl. Buchen, […]

1692 (11.4.) ratifizierte die Hofkammer den Holzschlag von 37.080 Kl. (10.030 Kl. Buchen, 2550 Kl. Tannen, 24.500 Kl. Buchen und Tannen auf beiden Klausen) […]Auf die einzelnen Waldämter entfielen: […] Rieder Amt: 600 Kl. Buchen, Koglinger Amt: 900 Kl. Buchen, […]

Die Genehmigung des Holzschlages für 1693 mit 36.880 Kl. (9.480 Kl. Buchen, 2400 Kl. Tannen, 25.000 Kl. Buchen und Tannen auf den Klausen im Allander- und Anzbacher Amt) erfolgte 1693 (15.4.) […] Die Verteilung auf die einzelnen Ämter war folgende: […], Rieder Amt: 600 Kl. Buchen, Koglinger Amt: 1450 Kl. Buchen, […]

In der Ratifikation des Holzschlages für 1694 von 35.260 Kl. (5.510 Kl. Buchen, 750 Kl. Tannen, 29.000 Kl. Buchen und Tannen auf den beiden Klausen), die am 18.4.1694 erfolgte, war auch eine vorläufige Erhöhung des Holzhackerlohnes von 18 x auf 20 x infolge der Teuerung inbegriffen. […], Rieder Amt: 500 Kl. Buchen, Koglinger Amt: 1000 Kl. Buchen, […]

Der Holzschlag für 1695, genehmigt 22.3., zeigt mit zwei getrennten Vorlagen (51.140 Kl. Buchen und Tannen) die Auswirkungen der Verträge von 1694 hinsichtlich des Schwemmbetriebes auf den vier Flüssen mit Rechberger (siehe weiter oben). Die 7640 Kl. (5740 Kl. Buchen, 1900 Kl. Tannen), die aus den Wäldern abgeführt werden sollten, verteilten sich: […] Rieder Amt: 350 KL Buchen, Koglinger Amt: 1.100 Kl. Buchen, […]

Der 28.3.1696 ratifizierte Holzschlag für 1696 sah eine Aufbringung von 50.420 Kl. vor (10.420 Kl. [9.120 Kl. Buchen, 1.300 Kl Tannen] und 40.000 Kl. Scheiter). […], Koglinger Amt: 2.400 Kl. Buchen, Rieder Amt: 1.100 Kl. Buchen, […]

Schließlich ist noch darauf zu verweisen, daß im Winter 1690/91 über Vorschlag Rechbergers im Waldamt der Bau von Kriegsschiffen in Angriff genommen wurde „weillen der marquis Fleurij mit denen versprochenen außländischen baumaistern nicht aufzukhommen vermögt“. 1691 (27.1.) erging der Hofkammerbescheid an das Waldamt, womit der Vorschlag des Amtes zur Steuerung des „jetzigen zillenmangels und erzeugung von 68 tscheuckhen, 101 neuner, 226 sechser, 75 sibnerin zihlen“ aus den nächstgelegenen 7 Ämtern (Anzbacher-, Tullnerbacher-, Koglinger-, Weidlingauer-, Purkersdorfer-, Poschenrieder- (= Reichliesing) und Schmölz- ( = Anzinger)amt, wie auch die Verfertigung von großen und kleinen Rudern (a 5 x, 2 1/2 x), 1000 Stück doppelter Scheibtruhen aus Hartholz (a 8 gr im Winter, 7 gr im Sommer), Musquetenschäften (a 4 1/2 x) und Stibichkollen (a 18 x aus Buchen-, 15 x aus Weichholz), „vor nuzlich amplectiert“ und zur Verfertigung das Erforderliche ins Werk gesetzt werden solle. Zur Probemachung hatte das Salzkammergut Gmunden einige „specificierte schöffwercher und tscheuckhenmacher“ herabzuschicken  273).

 

273) N.-ö. K., Akt 1691 (17. 1.), Prot. E 1691, 2. 4. (S. 68), Bericht des Waldamtes und Salzamtes Gmunden. N.-ö. K., Akt 1694, (24. 10.)

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.6   1684, 1681, 1687; – Das Verwaltungspersonal des niederösterreichischen Waldamtes am Ende des 17. Jahrhunderts. 1948

Online-Link Publikationen Land NÖ (Übersichtsliste)

Online-Link zur Ausgabe „Unsere Heimat“


Such-Treffer: Koglinger Amt 4x, Rieder Amt 2x


Titel: Unsere Heimat. Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich und Wien.
Schriftleiter: Dr. Karl Lechner.
Jahrgang 19, 1948.

Artikel: Das Verwaltungspersonal des niederösterreichischen Waldamtes am Ende des 17. Jahrhunderts.
Von Dr. Anton Schachinger.

Ab Seite 1 (PDF-Seite 9)

Seite 15, Anmerkung 55:
* N.-ö. K., Akt 1684 (25. 3.). In der jährlichen Bargeldentlohnung der Förster herrschte nämlich eine Stufung nach Untergruppen. Sie betrug im […], Rieder-, Koglinger-, […] -amt 150 fl., […] Sämtliche Förster bezogen ferner ein Brennholzdeputat von 20 Klafter (Tullnerbacheramt 15 Klafter) gegen Tragung des Hacker- und Fuhrlohnes. Überdies waren ihnen 61 3/4 Tagwerke Forstwiesen (gegen Dienstreichung von 3 kr. pro Tagwerk) in verschiedenen Ausmaß zur Fechsung auf eigene Kosten überlassen.
 

Seite 18:
* Die Försterstelle im Rieder Amt, 1681 (8. 9.) an Mathias Prockh übertragen (1680, 3. 1. provisorisch angestellt) wurde nach seiner Versetzung in das Klosterneuburger Amt 1684 (10. 3.) vom Kaiser Balthasar Franck zuerkannt. Die Verordnung an das Waldamt auf Besoldungsausfolgung ab 1. 4. 1684 erging 25. 3. 1684.
Nachfolger wurde Johann Karl Hollstain dessen Versetzung auf das Anzbacher Amt durch das Waldamt antragsgemäß nach Einholung des Gutachtens der n.-ö. Buchhalterei (Auftrag 24. 2. 1687) von der Hofkammer am 3. 3. 1687 genehmigt wurde. Gleichzeitig erhielt Stefan Martin Tutter, ehemaliger Korporal unter Oberst Paigger, die Försterstelle des Riederamtes; er hatte sich nach Vollziehung der „praestanda" zur gewöhnlichen Eidesleistung beim Hofkammerpräsidenten einzufinden   64).

64) N.-ö. K., Akt 1684 (25. 3.), 1687 (3. 7.), H.-K.-A., Kontrakt A Nr. 1308 Attestation vom 24. 9. 1684.

* Das Koglinger Amt wurde 1681 (8. 9.) definitiv Philipp Türk verliehen (prov. seit 1680, 30. 1. angestellt). 1708 (10. 4.) erhielt Andreas Petzlberger, Waldamtshüttler, im Hinblick auf die Försterdienste seiner Vorfahren (Vater, Ähnl) die Anwartschaft auf die Stellen der „alterlebten" Förster Sizenstetter oder Türk. 1712 stellte er das Ersuchen um Verleihung der Stelle des 81 jährigen Türk, die er während dessen Krankheit über ein halbes Jahr versehen hatte, unter Belassung der Besoldung für Türk bis zu dessen Ableben und vorläufiger Übertragung der wenigen Accidentien (Vorzeiggeld, Deputatholz, Amtswiesenfechsung). Die Waldamtsadministration, am 12. 8. 1702 von der Hofkammer zur Berichterstattung aufgefordert, gab dem Ansuchen Pezlbergers, der für sehr verwendbar gefunden wurde, seine Zustimmung. Präs.-Datum 24. 10. 1712. Auch die n.-ö. Buchhalterei, am 12. 1. 1713 zur Begutachtung angehalten, trat im Bericht am 7. 3. (1)713 für die vorgeschlagene Lösung ein, besonders auch im Hinblick auf die besondere Stellung des allerdings schlecht besoldeten Koglinger Amtes (150 fl.) wegen der Vielheit der angrenzenden Privatwaldungen und damit zusammenhängender Rechts- und Abgabefragen (Viertenpfennigdienst etc.). Dem Hofkammerreferat vom 15. 5. 1713 erteilte der Kaiser seine Genehmigung. Am 3. 6. 1713 erging die kaiserl. Intimation und das kaiserl. Versicherungsdekret an Andreas Pezlberger bzl. Verleihung der Försterstelle im Koglingeramt, jedoch bis zum Ableben Türks mit Zuerkennung der bloßen Accidentien (Vorzeiggeld, Holzdeputat, Amtswiesengenuß). Türk wurde bis zum Lebensende der Weiterbezug seiner Besoldung von 150 fl. zugestanden   67).

67) N.-ö. K., Akt 1713 (3. 6.).

Seite 19:
* [Försterstelle Anzbacher Amt] Im Besetzungsvorschlag des Waldamtes wurde für die Nachfolge der Förster des Riederamtes Johann Karl Hollstain nominiert […] Die n.-ö. Buchhalterei schloß sich dem ihr am 24. 2. 1687 übermittelten Waldamtsantrag an. Die Hofkammer genehmigte die Versetzung Hollstains am 3. 3. 1687.

Seite 20:
* [Försterstelle Tullnerbacher Amt] {…[ Johann Karl Hollstain bestellt. Nach seiner Dienstleistung im Rieder Amt und Ernennung zum Förster des Anzbacher Amtes 1687 (3. 3.) […]
 

Weitere Erwähnung aus unserer Gemeinde, Seite 108:

Kleine Mitteilungen. Arkose Sandsteinrundlinge bei Ried a. Rbg.

Im Klostertal bei Ried a. Rdbg. steht im Talschluß die Ruine des Franziskaner-Klosters „Im Paradies“. (Blätter d. V. f. Ldkde. von N.Ö., Neue Folge. Ausgegeben am 15. Juni 1875, IX. Jhrg., Nr. 4, 5 und 6). Hinter der Kirchenruine sind die Grundmauern eines (vielleicht Wirtschafts-)Gebäudes erhalten, an denen einige große (bis zirka 1 x 1 1/2 m) Arkosesandsteinrundlinge (einer mit Sprengbohrloch) liegen. Diese sind wahrscheinlich aus dem dahinter aufsteigenden künstlich abgegrabenen, vielleicht als Steinbruch verwendeten Abhang abgerollt, aus welchem noch etliche Rundlinge herausragen.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.7   1724 – Österreichisches Staatsarchiv

Recherche vom 1.2.2024.

Angaben zur Identifikation
Signatur
AT-OeStA/HHStA SB Kartensammlung S, C-IV-61 Ke3-4/17

Titel
Forstmeisteramt Auhof (Hütteldorf): Mappa oder vollkommentlicher Grund-Ris, worinnen das völlige Koglinger Ambt mit seinem in die greyssig Perg eingethaillten District ... grundrichtig vorgestellet wird durch Franciscum Josephum Waldtforttner (Waldfortner), Ingenieur, 1724

Entstehungszeitraum
1724

Stufe
Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde)

Angaben zur Benutzung
Reproduktion vorhanden - Digitale Aufnahme

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 28.7.2024:
Ein Wechsel in die Bildübersicht ergab leider keine Ansicht.

Weitere Bemerkungen
Amt Kogl bei Rapottenkirchen (im 18. Jh. bei Auhof, betrifft Plan Nr. 61 bis 63)

Verwandte Verzeichnungseinheiten
keine

Benutzung
Schutzfristende: 31.12.1754
Erforderliche Bewilligung: Keine
Physische Benützbarkeit: Uneingeschränkt
Zugänglichkeit: Öffentlich

URL für diese Verz.-Einheit
https://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=3934432

 

Damals war noch unklar, ob es sich um unser Kogl handelt oder nicht. Nach Recherche in den Abschriften (zum Hausberg und Burg) am 28.7.2024 wurde ein Treffer entdeckt. Somit handelt es sich um unser Kogl!

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.8   1724 – Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes, W. Twerdy, 1998

Seite 276 bis 278.

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

Franz Joseph Waldforttner verfaßte 1724 einen erhalten gebliebenen Plan des Amtes Kogl bei Rappoltenkirchen.  55)
55) (1724, o. D., Museum Preßbaum, unter Obr. JM Amt, C 41, jetzt HHSTA, Obr. JM Amt, Karten IV/61)

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.9   1726 – Österreichisches Staatsarchiv

Eine nochmalige Recherche nach „Amt Kogl“ am 30.7.2024 ergab im Österreichischen Staaatsarchiv zwei weitere Treffer, deren Bedeutung ist aber unklar. Möglichweise bezieht sich der Zusammenhang mit dem Amt Kogl durch die Plannummer 62 und 63, ohne dass im Titel Kogl vorkommt:

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 20.8.2024:
Die weitere Durchsicht und Abschrift von Twerdy, Band 1 ergab, dass der Zusammenhang zwischen Aufhof und Kogl sich mit der Verlegung des Forstmeisteramtes von Purkersdorf nach Auhof ergab.

Angaben zur Identifikation
Signatur
AT-OeStA/HHStA SB Kartensammlung S, C-IV-62 Ke3-4/17

Titel
Forstmeisteramt Auhof (Hütteldorf): Delineatio Geometrica des zu der Hochstüfft Passauischen Herrschaft Königstötten gehörigen hochen Wildbahns meridionalseits der Donau, wie solcher an Ihro Römisch Kayserlichen und Königlichen Cath. Mayestät … überlassen würdet, unterzeichnet und ausgefertigt den 15. Jan. 1726. Von Joseph Haas

Entstehungszeitraum
1726

Stufe
Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde)

Auch hier wird eine digitale Aufnahme angegeben, scheint aber nicht verknüpft zu sein. Kein Bild vorhanden.

Weitere Bemerkungen
Amt Kogl bei Rapottenkirchen 
(im 18. Jh. bei Auhof, betrifft Plan Nr. 61 bis 63)
Verwandtes Material: Die Karten: C-III-42

URL:
https://archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=3934433

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.10   1743 – Österreichisches Staatsarchiv

Angaben zur Identifikation
Signatur
AT-OeStA/HHStA SB Kartensammlung S, C-IV-63 Ke3-4/17

Titel
Forstmeisteramt Auhof (Hütteldorf): Mappa über denjenigen königlichen Wildbanns District, welcher auf Ihrer zu Hung. und Böh. Königl. Matt. Mariae Theresiae ah. Befehl untern 2. May 1743 von dem königlichen Oberhof- und Landjägermeisteramt ergangenen Intimation der Herrschaft Rappoltenkirchen gegen 4000 fl. … verkauft … durch den königl. Forstmeister am Auhof Johann Adam Winckler des 25. Mai 1743 … ausgemacht.

Entstehungszeitraum
1743

Stufe
Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde)

Auch hier wird eine digitale Aufnahme angegeben, scheint aber nicht verknüpft zu sein. Kein Bild vorhanden.

Weitere Bemerkungen
Amt Kogl bei Rapottenkir
chen (im 18. Jh. bei Auhof, betrifft Plan Nr. 61 bis 63)

URL:
https://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=3934434


Da in der Abschrift „Herrschaft Rappoltenkirchen gegen 4000 fl.“ entdeckt wurde, wurde zum Wort „Wildbann“ recherchiert.

Wikipedia:
Ein Wildbann bezeichnete ein besonderes königliches Jagdrecht im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation etwa vom 9. bis zum 15. Jahrhundert. […]

 

Schweickhardt erwähnt die Jagd der Herrschaften auch einige Male. Die Abschriften siehe in Geschichte, Epoche 19 Jahrhundert in den Jahren 1831, 1834, 1835, 1836 und 1837.

 

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, Abschrift 18.8.2024 (Erklärung zu Auhof):
Quelle: Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes, Twerdy 1998, Band 1.

Seite 12:

Die Forstmeister ab 1500 hatten ein untergeordnetes Betätigungsfeld, das sich auf Gutachten bezüglich der Einplankung von Wiesen und der eventuellen Beeinträchtigung der Jagd beschränkte. Sie werden unter Auhof genannt, dem Sitz der späteren Forstmeister. Das sogenannte Waldamt wird unter Purkersdorf geführt.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.11   1760 – Schematismus Derer Kays. Königl. Wie auch Erz-Herzoglichen, Nach dem Alphabet gesezten Instanzien, Aemtern, …

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Titel: Schematismus Derer Kays. Königl. Wie auch Erz-Herzoglichen, Nach dem Alphabet gesezten Instanzien, Aemtern, Banco, Cammer, Buchhaltereyen, Canzleyen, Consiftorien, Gerichtern, Raths-Collegien, Nieder-Oesterreichischen Land-Ständen Ordnung, Der Stadt Wien Aemtern, Stadt- und Land-Gericht, In- und Ausseren Raths- und Universität; Beynebens Richtiger Anzeigung der Kays. Kön. auswärtig – befindlichen, und hier anwesend-fremden Bottschaftern, Gesandten, Abgesandten, Residenten, Abgeordneten, Räthen, und Agenten, wie auch Ihrer Kays. Kön. Maj. Gubernatoren, commandirenden Generalen, und Commandanten. Nebst denen Kays. Kön. und Erz-Herzoglichen Hof-Staaten, Coll. Apost. Ni. und O.Oe. Praelaten-Stand, Ritteren des Goldenen Vlieses, Militarischen Mariae Theresiae-Ordens, und Creutz-Damen-Raths, Wie auch Erb-Aemtern; und Verschiedenen – anderen in denen Kays. Kön. Erb-Landen befindlichen Instanzien.
Pro anno M. DCC. LX.

1760

Seite 56 (PDF-Seite 71):

Wald-Amts-Bau- und Clauß-Meister

Hr. Philipp Petzlberger, wohnt in seiner Hütten, im Koglinger-Amt, am Hagen.

Hr. Ferdinand Götzfrid, Forster im Rieder-Amt, log. zu Ried.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.12   1765 – Schematismus Derer Kays. Königl. Wie auch Erz-Herzoglichen, Nach dem Alphabet gesezten Instanzien, Aemtern, …

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1765 (Titel wie 1760)

Seite 94 (PDF-Seite 97):

Wald-Amts-Bau- und Clauß-Meister.

Hr. Philipp Petzlberger, wohnt in seiner Hütten, im Koglinger-Amt, am Hagen.

Kayserl. Königl. Wald-Forstere.

Hr. Ferdinand Götzfrid, Forster im Rieder-Amt, log. zu Ried.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.13   1767 – Schematismus Derer Kays. Königl. Wie auch Erz-Herzoglichen, Nach dem Alphabet gesezten Instanzien, Aemtern, …

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1767 (Titel wie 1760)

Seite 93 (PDF-Seite 104):

Wald-Amts-Bau- und Clauß-Meister.

Hr. Philipp Petzlberger, wohnt in seiner Hütten, im Koglinger-Amt, am Hagen.

Kayserl. Königl. Wald-Forstere.

Hr. Ferdinand Götzfrid, Forster im Rieder-Amt, log. zu Ried.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.14   1768, 1778 Erscheinungsjahr – Topographie von Niederösterreich, Friedrich W. Weiskern

Titel: Topographie von Niederösterreich in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben;
von weyland Friedrich Wilhelm Weiskern Anno 1768.

1778 derselbe Text.

Original-Link zu 1768.

Original-Link zu 1778.

Abtstädten. O. W. W. am Tullnerfelde, ein Pfarrdorf der herzoglich Savoyischen Herrschaft Judenau, hinter Sieghardskirchen, bey Dietersdorf.

Alarun. O. W. W A. 1033. ein Hof, welchen Kaiser Konrad II. Bischof Egilberten von Freysingen schenkte (Meichelbeck Calles ) jetzt Ollern.

Atzelsdorf. O. W. W. ein Edelsitz, Dorf, und Amt, mit der Savoyschen Herrschaft Büchsendorf vereinigt, zwischen Sieghardskirchen und Rapoldenkirchen.

Zu oben:
Büchsendorf. +. O. W. W. (Pixendorf) ein herzogslich Savoyisches, mit Judenau vereinbartes Schloß, und Landgut, nordwärts hinter Sieghardskirchen, am Tullnerfelde.

Blankenberg. O WW. ein F. Lubomirskysches mit der Herrschaft Neulengbach verbundenes Gut und Schloß hinter Sieghartskirchen , bey Dietersdorf.
Blankenberg. O. W. W. ein Dorf, welches zum Gebiete dieses Schlosses gehörig ist. Das alte adeliche Geschlecht dieses Namens ist ausgestorben.

Dietersdorf. O. WW. Schloß und Gut der verwittweten Prinzessinn von Savoyen , mit Judenau vereinigt, bey der Poststraße hinter Sieghardskirchen, nächst Abstädten; ist A. 1701. von Graf Johann Petern von Verdenberg durch Kauf an den Fürsten Hanns Adam von Lichtenstein , und von diesem und seiner Gemahlinn Erdmuth Theresia , an derselben Tochter Theresia Herzoginn von Savoyen durch Erbrecht gelanget.
Dietersdorf. O. W. W. ein Dorf, welches dieser Herrschaft eigen ist.

Dobra. O. M. B. Schloß und Herrschaft des Baron Ehrmanns, mit dem Schlosse Wegleß, dem Klaussenhofe, und dem Gute Tiefenbach vereint, am nordlichen Ufer der Kamp, zwischen Waldreichs und Krumau.
Die alten Herren von Dobra, waren Schenken in Oesterreich. Sifried Schenk von Dobra starb A. 1313. und liegt bey den Minoriten zu Wien. (Necrol. Min. beym Hier. Petz) Pilgrein von Dowra lebte A. 1322. (Hueber) Jans Schenk von Dobra überließ A. 1359. Rapoldenkirchen an Friedrichen von Kreusbach , zur Unterstützung seiner neuen Erbjagermeisterwürde. ( Steyrer )

Elsbach. O. W. W. s. Ollsbach.

Gerasdorf. O. W. W. südwärts der Poststraße nach Sieghardskirchen , zwischen Ollsbach und Rapoldenkirchen.

Gollern, O. W. W. ein Hof der Herrschaft Zwentensdorf, bey Abstädten.

Haagen. O. W. W. bey Kogel, im Koglinger Forstamte, der Stand des k. k. Klausmeisters, vom Waldamte Burkersdorf abhängig

Hagenau. O. W. W. Kirchdorf und Gut, mit einem alten Schlosse, wovon nur einige Bruchstücke mehr übrig sind, südwärts von Sieghardskirchen, bey Kasten. Erchimbrecht von Hagenow kommt A. 1158. in einem Documente des Klosters Garsten , als Zeuge vor. ( Hoheneck) Otto von Hagenau, Probst zu St. Pölten, der letzte seines Hauses , ließ A. 1337. den Grabstein von der Gruft seiner Vorältern von hier nach St. Pölten übersetzen. (Müller beym Duellius).

Henzing. O. W. W. Dorf und Gut des Stifts Mauerbach, bey Sieghardskirchen, gegen Judenau, wohin es zum Theil dienstbar ist.

Judenau. +. O. W. W. Schloß und Herrschaft der verwittweten Prinzeßinn von Savoyen , gebohrner Fürstinn von Lichtenstein; ist mit dem Gute Büchsendorf und Atzelsdorf, imgleichen mit Dietersdorf und Oedenthal vereinigt.
Judenau. +. O. W. W. ein dieser Herrschaft unterworfenes Kirchdorf an der Tulln, rechts der Poststraße hinter Sieghardskirchen. Die Herrschaft Judenau , mit Dietersdorf verbunden ward A. 1701. von Graf Johann Petern von Verdenberg , an den Fürsten Hanns Adam von Lichtenstein verkauft; durch diesen A. 1712. seiner Gemahlinn Erdmuth Theressia, als ein Witthum hinterlassen , und von derselben A. 1735. auf ihre Frau Tochter Theresia , verwittwete Herzoginn von Savoyen vererbt, welche ihren Namen durch Stiftung der Savonischen Ritterakademie zu Wien , auf der Laimgrube verewiget hat.

St. Johannsberg. O. W. W. Kirchdorf des Stifts Mauerbach, südwärts von Sieghardskirchen, hinter Kogel.

Kogel. O. W. W. ein altes Bergschloß, südwärts von Sieghardskirchen, bey Rapoldenkirchen.

Kogel. O. WW. ein der Herrschaft Rapoldenkirchen gehöriges Dorf.
Leupold von Chogel lebte A. 1344. (Hueber)
Herzog Leopold IV. ließ A. 1408. den Bürgersmeister Vorlauf, nebst einigen Rathsherren von Wien, bey Burkersdorf durch etliche Edelleute überfallen , und wider das gegebene sichere Geleite hieher ins Gefängniß bringen. ( Haselbach )

Das Koglinger Forstamt, vom vorgedachten Schlosse Kogel also genannt, unter Aufsicht eines Waldforsters am Preßbaum, gehört zum k. k. Waldamte.

Mannersdorf. O. W. W. Langmannersdorf, rechts der Poststraße hinter Sieghardskirchen, ein Dorf zur Herrschaft Rapoldenkirchen, und theils nach Niederherzogburg gehörig.

[Mutmannsdorf – Letzter Eintrag im „Erster Theil“.]

Durch das + endlich werden diejenigen Oerter bemerket, wo bey der lutherischen Kirchenvisitation im Jahre 1580. die protestantische Religion Platz gefunden hatte: welches man der Kirchengeschichte wegen anzuzeigen nicht unterlassen wollen.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.15   1775 – Schematismus Derer Kays. Königl. Wie auch Erz-Herzoglichen, Nach dem Alphabet gesezten Instanzien, Aemtern, …

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1775 (Titel wie 1760)

Seite 65 (PDF-Seite 70):

K. K. Waldforstere.

Hr. Ferd.[inand] Götzfrid, Forster im Rieder Amt, log. allda.

Hr. Georg Erasmus Monath, im Koglinger Amt, log. bey dem Preßbaum.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.16   1776 – Hof- und Staats-Schematismus der röm. kais. auch kais. königlich- und erzherzoglichen Haupt- und Residenzstadt Wien …

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Hof- und Staats-Schematismus der röm. kais. auch kais. königlich- und erzherzoglichen Haupt- und Residenzstadt Wien derer daselbst befindlichen höchsten und hohen unmittelbaren Hofstellen, Chargen und Würden, niedern Kollegien, Instanzien und Erpeditionen, nebst vielen andern zum allerhöchsten Hof, der Stadt und den k. k. Erbländern gehörigen, geistlichen-weltlichen und Militär-Bedienungen, Versammlungen, Stellen und Aemtern, mit einem dreyfachen Register versehen auf das Jahr 1776.

Seite 61 (PDF-Seite 138):

Waldforstere.

Hr. Ferd.[inand] Götzfrid, Forster im Riederamt, log. allda.

Hr. Georg Erasmus Monath, im Koglinger Amt, log. bey dem Preßbaum.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.17   1778 – Hof- und Staats-Schematismus der röm. kais. auch kais. königlich- und erzherzoglichen Haupt- und Residenzstadt Wien …

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1778 (Titel wie 1776)

Seite 65 (PDF-Seite 86):

Waldförstere.

Hr. Ferd.[inand] Götzfrid, im Riederamt, log. zu Ried.

Hr. Georg Erasmus Monath, im Koglinger Amt, log. bey dem Preßbaum.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.18   1781 – Hof- und Staats-Schematismus der röm. kais. auch kais. königlich- und erzherzoglichen Haupt- und Residenzstadt Wien …

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1781 (Titel wie 1776)

Seite 69 (PDF-Seite 148):

Waldförster.

Hr. Ferd.[inand] Götzfrid, im Riederamt, log. zu Ried.

Hr. Georg Erasmus Monath, im Koglinger Amt, log. bey dem Preßbaum.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.19   1784 – Hof- und Staats-Schematismus der röm. kais. auch kais. königlich- und erzherzoglichen Haupt- und Residenzstadt Wien …

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1784 (Titel wie 1776)

Seite 83 (PDF-Seite 356):

Purkersdorfer Waldbereitungs Bezirks Förstere.

Hr. Ignaz Thomanr, Forster im Koglinger Amt 1ten Theils, woh. zu Rapoltenkirchen.

Hr. Erasmus Monath, im Koglinger Amts, 2ten Theils, woh. auf der Tanerin.

Hr. Joh. Georg Gramelhofer, Forster in Rieder Amt und Forstknecht, woh. nächst Ried.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.20   1786 – Geographie für alle Stände. M. Johann Ernst Fabri.

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M. Johann Ernst Fabri,
Geographie für alle Stände.
Erster Theil. Erster Band.
Leipzig, 1786.

[Die Rechtschreibung wurde nicht angepasst!]

Ab Seite 783 (PDF-Seite 816):

II. Viertel Oberhalb dem Wiener Walde.

Abtstädten, am Tullnerfelde, ein Pfarrdorf, hinter Sieghardskirchen, bei Dietersdorf.

Alarun, ein Hof, jezt Allern.  [Ollern]

Atzelsdorf, ein adlicher Siz, Dorf und Amt, zwischen Sieghardskirchen und Rapoldenkirchen.

Blankenberg, Gut und Schlos, hinter Sieghardskirchen, bei Dietersdorf. Blankenberg, ein dahin gehöriges Dorf.

Dietersdorf, Schloß und Gut, bei der Poststraße, hinter Sieghardskirchen, unweit Abstädten. Dietersdorf, ein dahin gehöriges Dorf.

Ellsbach, f. Ollsbach.

Gerasdorf, südwärts der Poststrafe nach Sieghardskirchen, zwischen Ollsbach und Rapoldenkirchen.

Gollern, ein Hof der Herschaft Zwentendorf, bei Abstädten.

Haagen, bei Kogel, im Koglinger Forstamte, der Siz des k. k. Klausmeisters, von dem Waldamte Burkersdorf abhängig.

Hagenau, Kirchdorf und Gut, mit einem alten verfallnen Schlosse, südwärts von Sieghardskirchen, bei Kasten.

Henzing, Dorf und Gut des Stifs Mauerbach, bei Sieghardskirchen, gegen Judenau.

St. Johannsberg, Kirchdorf, südwärts von Sieghardskirchen, hinter Kogel.

Kogel, ein altes Bergschlos, südwärts von Sieghardskirchen, bei Rapoldenkirchen.
Kogel, ein der Herschaft Rapoldenkirchen gehöriges Dorf. Das Koglinger Forstamt steht unter der Aufsicht eines Waldförsters am Presbaume, und gehört zum k. k. Waldamte.

Männersdorf, Langmannersdorf, rechts der Poststrafe, hinter Sieghardskirchen, ein Dorf der Herschaft Rapoldenkirchen.

Ollern, ein Kirchdorf, hinter Mauerbach, gegen Freyndorf, vorzeiten Alarum und Alarn genant, ein Hof und eignes Gut.

Oelsbach, Elsbach, auch Ollersbach, ein Pfardorf, hinter Ried, links der Poststraße nach Sieghardskirchen.

Penning, ein Dorf, hinter Sieghardskirchen, bei Abtstädten.

Penzing, ein Dorf, südwärts der Poststrafe nach Sieghardskirchen, bei Rapoldenkirchen.

Plankenberg, s. Blankenberg.

Ranzelsdorf, hinter Sieghardskirchen, bei Abtstädten.

Rapoldenkirchen, Schlos und Herschaft, südwärts der Poststrafe gegen Kopel (Kogl). 
Rapoldenkirchen, ein diesem Schlosse unterthäniges Pfardorf.

Ried, ein Kirchdorf, links der Poststrase nach Sieghardskirchen, hinter Gablitz. Es ist alhier eine k. k. Wegmaut. Das Rieder Forstamt hängt von dem k. k. Waldamte zu Burkersdorf ab.

Röhrenbach, ein Dorf der Herschaft Rapoldenkirchen, bei Azelsdorf.

Sieghardskirchen, gewönlich Sizerskirchen genant, 4 Meilen westwärts von Wien, Markt, Pfarre und Landgut; Postwechsel auf der Linzerstraße, zwischen Burkersdorf und Bäschling.

Steinhäusel, ein Dorf, hinter Sieghardskirchen , oberhalb Dietersdorf.

Wagendorf, an der Tulln, zwischen Sieghardskirchen und Judenau.

Weinzierl, an Dorf, am Wienerwalde, hinter Ried, nordwärts der Strase nach Sieghardskirchen.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.21   1837, 1839 Erscheinungsjahr – Skizzen aus dem Wiener Walde. – Wien’s Umgebungen auf zwanzig Stunden im Umkreise.

Titel: Skizzen aus dem Wiener Walde. Andeutungen zu Ausflügen auf einen Tag von Joseph Feil. Wien 1837.

Online-Link 1837


Titel: Wien’s Umgebungen auf zwanzig Stunden im Umkreise. Nach eigenen Wanderungen geschildert durch Adolf Schmidl. Dritter Band. Wien 1839.

Online-Link 1839

Der Text ist jeweils derselbe.

Die nächsten Waldregionen liegen im Gebiete des Purkersdorfer und Breitenfurter Forst- oder Waldbereitungs-Bezirkes. Diese Bezirke sind wieder in die einzelnen Forste abgetheilt , deren jeder unter einem k. k. Förster und Jäger steht. Purkersdorf ist der Sitz des forstämtlichen Verwaltungsamtes und des Purkersdorfer k. k. Waldbereiters. Dieser Bezirk zerfällt in sieben Forste; die k. k. Jäger und Förster befinden sich:

4) für den ersten Theil des Koglinger Forstes zu Rapoltenkirchen;

5) für den zweiten Theil zu Preßbaum;

Am Röckawinkel und in Ried sind Waldübergeher.

Preßbaum hat eine eigene Schule, drei Wirthshäuser, und ist der Sitz des k. k. Försters und Jägers für den zweiten Theil des Koglinger Forstes, und in der nahen Pfalzau jenes für den Anzbacher zweiten Forsttheil.

Zusätze und Berichtigungen. Zu Band I.

Seite 309, Zeile 9
von oben. Von Sieghartskirchen verlohnt sich ein Abstecher nach Rappoltenkirchen, um den schönen freiherrlich Sina'schen Park zu besuchen.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.22   1843 – Hof- und Staats- Handbuch des österreichischen Kaiserthumes.

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Titel: Hof- und Staats- Handbuch des österreichischen Kaiserthumes.
I. Theil. Wien, 1843.

Seite 113 (PDF-Seite 146):

Purkersdorfer Waldbereitung.
Förster, zugleich Jäger.

Herr Aloys v . Brenner, im 1. Theile des Koglinger Forstes, in Rappoltenkirchen .

Herr Ludwig Freyherr Herdt v. Hutten, im 2. Theile des Koglinger Forstes, am Preßbaum.

Herr Ferdinand v. Katharin, im Rieder Forste, in Ried.

Waldübergeher.

Herr Jos. Steigerhofer, im Rieder und 1. Theile des Koglinger Forstes, in Ried.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.23   1847 – Hof- und Staats- Handbuch des österreichischen Kaiserthumes.

Online-Link

Titel: Hof- und Staats- Handbuch des österreichischen Kaiserthumes.
I. Theil. Wien, 1847.

Seite 117 (PDF-Seite 152):

Purkersdorfer Waldbereitung.
Förster, zugleich Jäger.

Herr Ludwig Freyherr Herdt v. Hutten, im 2. Theile des Koglinger Forstes, am Preßbaum.

Herr Ferdinand v. Katharin, im Rieder Forste, in Ried.

Herr Friedrich Huber, im 1. Theile des Koglinger Forstes, in Rappoltenkirchen.

Waldübergeher.

Herr Carl Jarisch, im Rieder und 1. Theile des Koglinger Forstes, in Ried.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.24   vor 13.3.1848 – Hof- und Staats- Handbuch des österreichischen Kaiserthumes.

Online-Link

Titel: Hof- und Staats- Handbuch des österreichischen Kaiserthumes.
I. Theil. 
Vollendet vor dem 13. März 1848.
Wien, 1848.

Seite 118 (PDF-Seite 159):

Purkersdorfer Waldbereitung.
Förster, zugleich Jäger.

Herr Ludwig Freyherr Herdt v. Hutten, im 2. Theile des Koglinger Forstes, am Preßbaum.

Herr Ferdinand v. Katharin, im Rieder Forste, in Ried.

Herr Friedrich Huber, im 1. Theile des Koglinger Forstes, in Rappoltenkirchen.

Waldübergeher.

Herr Carl Jarisch, im Rieder und 1. Theile des Koglinger Forstes, in Ried.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.25   1872 – Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich.


Online-Link Wikpedia

Ein Wildbann bezeichnete ein besonderes königliches Jagdrecht im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation etwa vom 9. bis zum 15. Jahrhundert.

 

Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, VI. Jahrgang 1872.
Wildbann in Niederösterreich im XVII. Jahrhundert. Von V. Reuterer.
Seiten 116, 172.

Online-Link

Verzeichnis der zur aktenmässigen Nachweisung ihrer Rechte auf die Ausübung der hohen und niederen Jagd aufgeforderten Landsleute.

[…]
11. Gerhard von Questenberg, wegen Rappoltenkirchnen.

Nr. 11.
Wegen Rappoldenkirchen hat Gerhardt vonn Questenberg sub Nr. 10 ein vidimirten Extract mit lit. Z. Z. seines Khauffbriefs dessen Datum wien den 24. Augusti des verwichenen 1627. Jahr producirt, Crafft dessen hat Er gedachte Herrschafft Rapoldenkirchen sambt allen Ein unnd Zuegehörungen, erkhaufft, so probirt Er auch sein Wildpahnsgerechtigkheitt mit einem Vidimirten Extract sub lit. A, a, a, auss einem Urbario über gemelte Herrschafft Rapoltenkirchen de anno 1595, darinnen die Zuegehörige Hölczer benennt unnd der Wildtpann mit seinen Zugehörigen Gemerckhen specifice aussgeczaigt, auch Ew. Khayl. Mayt. anrainnenden Hölczer unnd dess Wildtpaans gedacht wirdt. Er confirmirt auch solch seinn Jus mit ainem Anschlag Welcher denn 9. Decembris anno 1594 vonn Frannzen von Pressing aufgericht unnd geferttiget, Gestallt auss der Beylage B, b, b, zue sehen, darinnen der Wildtpaan mit seinen gemerckhen aussgeczaichnet, auch darbey gemeldt wirdt, dass ein Innhaber vermüg der Lanndsfürstlichen Lehenbrief sich dess Pradicats des Jägermaister Ambts am Wiener Waldt gebrauchen möge, Verrer unnd zue mehrer Behaubtung seiner gerechtigkheit producirt Er ein Vidimus von ainem allten Khaufbrief sub lit. C, c, c, so datirt worden am St. Gregorien Tage, des Lehrers anno 1406 darauss zue sehen, dass schonn zu derselben Zeit unnd also noch vor 200 Jahren der Wildtpaan unnd dass Jäger Ambt mit der Vessten Rapoltenkirchen verkhaufft worden, unnd dahero beruefft Er sich schliesslich auf die ruhige continuirende possess.
Dieweillen sich dann inn Ew. Khayl. Mayt. Jägerbuech unnd in der Forstmaister instructionen diser angezogenen Oertter halber nichts befindt, Alls wirdt Er von Questenberg bei seinen mit genuegsammen fundamentis demonstrirten titulo und possess ruehig verbleiben müessen.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 20.8.2024:
Abschrift des „khauffbriefs“ siehe im Register Nummer 3.4.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.26   1885 – Mittheilungen des Niederösterreichischen Forstvereines an seine Mitglieder.

Mittheilungen des Niederösterreichischen Forstvereines an seine Mitglieder.
Redigirt von Fritz A. Wachtl
Jahrgang 1885
(Der ganzen Reihe XXI. bis XXIV. Heft)
Wien, 1888.

Seite 57 (PDF-Seite 70):

Der Wienerwald.
Historisch-statistische Skizze.
Von Carl Breymann.

Übersichtskarte der K.k. Staatsforste im Wienerwald, 1885 siehe unter Karten 36.

A) Geschichtliches.

Nennen wir die Ortschaften : Kierling, Hintersdorf, Kirchbach, Weidlingbach, Neuwaldegg, Hütteldorf, Mariabrunn, Hadersdorf, Heimbach, Steinbach, Weidlingau, Purkersdorf, Gablitz, Ried, Rekawinkel, Pfalzau, Pressbaum, Tullnerbach, Wolfsgraben, Laab, Breitenfurt, Hochroterd, Giesshübel, Hinterbrühl, Sulz, Stangau, Wöglerin, Gruberau, Hochstrass, Agsbach, Klausen-Leopoldsdorf, St. Corona und Alland, welche ganz oder theilweise vom ärarischen Waldbesitze umgeben sind, so haben wir die jetzige räumliche Ausdehnung des Staatsforstes am besten veranschaulicht. […]

Nach dem Zurückdrängen. der Magyaren von dem gegenwärtig Österreichischen Boden wurden von den deutschen Kaisern Heinrich II., Conrad II., Heinrich III. und IV. den Regenten aus dem Fürstenhause Babenberg in verschiedenen Theilen der Ostmark gelegene Güter als Reichslehen zugewiesen. Eine dieser ersten Dotationen war das Gebiet zwischen der dürren Liesing und der Triesting, welche durch den Gnadenbrief Heinrich's II. am 1. November 1002 an Markgrafen Heinrich I. von Babenberg verliehen wurde und den grössten Theil vom Terrain des sogenannten Wiener-Waldes umfasste. Eine Vergrösserung dieser Lehen erfolgte mittelst Schenkungsurkunde des Kaisers Conrad II. ddo. Babenberg, 10. Juni 1035, wodurch die südliche Grenze dieser Lehen bis an die Piesting vorgeschoben wurde, wie auch in den Jahren 1002-1035 nördlich gelegene, bis an die Donau reichende Waldgebiete dem Wienerwalde zukamen. Aber schon unter der Herrschaft der Babenberger ereigneten sich mehrfache Besitzschmälerungen im Wienerwalde. […]

[„Besicht und Beraittung“ des Wienerwaldes, Abchluss 25. Mai 1573] Die in diesem Waldbuche beschriebenen zwölf Aemter sind: „Das Allandt - Sickhendorfer- und Dierliesinger Ambt, das Anninger - Ambt, das Ambt Reichliesing, Purghersdorff, Klosterneuburg , Tulbinger - Ambt , Köglinger-, Antzbacher-, Anzinger- und Dornbacher Ambt." […]

Das nied. -österr. Waldamt bestand zu dieser Zeit laut des damals giltigen Urbariums vom 12. März 1572 im Grossen und Ganzen aus der Domäne Purkersdorf mit allen jenen Waldungen, Wiesen etc. , welche die ehemaligen zwölf Waldbereitungsbezirke Alland, Mariazell, Kammberg, Sickendorf, Reichliesing, Purkersdorf, Klosterneuburg, Tulbing, Ried, Kogling, Anzbach und Anzing bildeten und gegenwärtig unter der Bezeichnung: „k. k. Wienerwald sammt Herrschaft Purkersdorf, Landtafel Einlage 419 V. U. W. W." erscheinen. […]

B. Statistisches.

1. Umgrenzung und deren Zustand.
Der k. k. Wienerwald in seiner heutigen Ausdehnung grenzt nördlich an die Gemeindegründe von Kierling und Gugging, die fürstlich Liechtenstein'sche Herrschaft Hintersdorf, an die gräflich Bray-Steinburg'schen Wälder zu Kirchbach, an das Gut Mauerbach, die Gemeindewälder von Ollern und Ried und an die gräflich Wimpffen'sche Herrschaft Rappoltenkirchen, westlich an das fürstlich Liechtenstein'sche Gut Neulengbach, an die Gemeindegründe von Eichgraben, […]

Vom Hauptkörper vollkommen getrennt sind nebst dem Ofenbacher Forste die Waldorte Sonnberg und Arzgrub im Forstbezirke Kierling, Wolfersberg in jenem von Neuwaldegg, der Schieferwald in jenem von Ried [?], der Höherberg und der Kaltenberg in jenem Alland und der Anninger in jenem von Hinterbrühl, endlich der Gern und Gross- Gern, in jenem von Breitenfurt. […]

Als einbuchtende fremde Domänen im Wienerwalde sind zu bezeichnen die Wälder der Stifte Schotten und Klosterneuburg, der fürstlich Liechtenstein'sche Besitz in Hintersdorf, der gräflich Bray-Steinburg'sche Besitz in Kirchbach, die Herrschaft Mauerbach und der Baron Laudon'sche Besitz in Hadersdorf, der Sina'sche Besitz in Rappoltenkirchen, der fürstlich Liechtenstein'sche Waldbesitz in Neulengbach, der Waldbesitz des Stiftes Heiligenkreuz, das Gut Tribuswinkel, endlich der in viele Einzelnparcellen zerstreute Waldbesitz des Wiener Bürgerspitales , dann einige Gemeinde- und Pfarrwaldungen. […]

1. Die Gruppe der reinen Laubholzbestände.
Hierher sind zu rechnen die Wirthschaftsbezirke Kierling, Neuwaldegg, Purkersdorf, Gablitz, Ried, dann vom Wirthschaftsbezirke Prebrunn die am linken Ufer des Tullnerbaches und rechten Ufer des Wolfsgrabenbaches bis zum Laaber Thale gelegenen Bestände, endlich vom Wirthschaftsbezirke Breitenfurt die links und rechts vom Laaber Thale situirten Waldtheile. Hier bildet die Rothbuche zum grössten Theile reine Bestände, kommt jedoch auch in Mischung mit Eiche und Hainbuche vor. In südlichen Lagen finden sich auch reine oder mit Weissbuche gemischte Eichenbestände vor, und zwar in vorwiegender Zahl die Zerreiche, dann die Stiel-, seltener Traubeneiche. Einzeln eingesprengt kommen Eschen, Ulmen, Ahorne, Erlen, Kirschbäume, in den Jungbeständen auch zahlreiche Birken, Aspen und Sahlweiden vor. […]

Der Achstransport wird begünstigt durch die, die Forste theils durchziehenden, […] durch ein Netz guter Thalstrassen als: […] der Pressbaum-Rappoltenkirchener, […] Bezirksstrassen.

Die wirthschaftliche Eintheilung des Wienerwaldes sammt dem Staatsforste Ofenbach, deren Flächengrösse und Material- Ertrag ist aus nachstehender Tabelle ersichtlich: [PDF-Seite 106]
Nr. 5 Ried
Zahl der Schutzbezirke: 2
Ertragbringendes Land
- Waldgrund: 1394.05 Hectar
- Landwirthschaftl. benützer Grund: 37.46 Hectar
Ertragsloses u. ertragunfähg. Land: 3.51 Hectar
Gesamtfläche: 1435.02 Hectar
Holz-Material-Ertrag
- Haubarkeits-Nutzung: 4340 Festmeter
- Zwischen-Nutzung: 340 Festmeter
- Gesamt-Material-Ertrag: 4680 Festmeter

Verzeichniss der P. T. anwesenden Mitglieder und Gäste und der Theilnehmer an der Excursion in die Staatsforste des k. k. Wienerwaldes am 24. August 1885.

Herr Lutz Leopold, k. k. Oberförster in Ried am Riederberge.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.27   1931 – Der Wienerwald als landesfürstliches Verwaltungsgebiet und der Kampf um seinen Bestand

Online-Link  Publikationen Land NÖ (Übersichtsliste)

Online-Link Ausgabe

Titel: Unsere Heimat. Monatsblatt des Vereines für Landeskunde und Heimatschutz von Niederösterreich und Wien.
Geleitet von Dr. Karl Lechner.
Neue Folge. IV. Band. 1931.

Artikel: Der Wienerwald als landesfürstliches Verwaltungsgebiet und der Kampf um seinen Bestand (1870 – 1872)
Von Dr. Anton Schachinger.

Ab Seite 217 (PDF-Seite 225):

Josef Schöffel, Retter und Beschützer des Wienerwaldes. Gedenkstein 3. Juli 1873.

Historische Schicksale des Waldes:
* […] Begrenzung […] durch einen die Siedlungen […] Sieghartskirchen, Ried, Ollern, […] verbindenden Grenzsaum findet, […]
* Eine Vorstellung von der räumlichen Ausdehnung […] Siedlungen, welche total oder partiell […] umgeben sind: […] Ried, […]
* Von diesem in das Staatseigentum übergegangenen Waldgebiet gelangte der Hauptteil als freies Allodialgut im 11. Jahrhundert an die Babenberger. 1002 (1. November) schenkte Kaiser Heinrich II. dem Babenberger Markgrafen Heinrich I. das Gebiet zwischen der Dürr-Liesing und der Triesting   (1: Mon. Germ. DD. III, 6. 25.), welchen Besitz dann der Salier Konrad II. mit der Schenkungsurkunde von 1035 an den Markgrafen Adalbert bis zur Piesting, also über das Wienerwald-Gebiet hinaus, erweiterte   (2: Mon. Germ. DD. IV, 6. 302.).
* Erweiterungen z.B.: 1002 – 1035, zahlreiche Vergabungen durch das Geschlecht „in predio nostro“.
* Tod des letzten männlichen Babenbergers, Friedrich II., in der Leithaschlacht 1246.
* Ankauf der Herrschaft Purkersdorf durch die Herzoge Albrecht und Otto 1333 (15. Dezember).
* 1354 wurde Wernher, der Schenk von Ried, durch Albrecht den Lahmen zum Forstmeister sämtlicher Waldungen der Umgebung eingesetzt.
* 1305 wird erstmalig Ludwig von Döbling (Ludweich von Löblich) als Forstmeister in Österreich genannt. (8: Qu. G. St. W. 1/3, Nr. 2909, 2923, 2934.)
* Hier mögen nur die frühesten Nennungen von Forstmeistern des Wienerwaldes festgehalten werden. Als solcher wird 1356 Wernher, der Schenk von Ried, genannt (Wernhardus, magister foreste silve Wiennensis);   (11: Qu. G. St. W. 1/3, Nr. 3145, Wernher, Forstmeister Herzog Albrechts (Qu. G. St W l/3, Nr. 3086 anno 1347, Qu. G. St. W. 1/3, Nr. 3147 anno 1356).)
* Am 20. November 1358 errichtete Rudolf IV. neuerlich das Jägermeisteramt, welches „von todez wegen vor vil Zites ledig worden waz“ und belehnte damit Friedrich von Kreuspach   (9: A. Steyerer: Commentarii pro historia Alberti II, 1725, S. 274.) 1359 wird Friedrich von Chreusbach als Oberstjägermeister in Österreich genannt.   (10: Trauttmansdorf: Beitrag zur n.-ö. Landesgeschichte, 1904, S. 177)
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 11.8.2024:
Der Name Kreuspach wird in der Abschrift Topographie von Niederösterreich (1768 und 1778) mit Rappoltenkirchen (anno 1359) in Verbindung gebracht.
* Das landesfürstliche Gebiet des Wienerwaldes war schon in der Babenbergerzeit in Ämter gegliedert, und zwar werden in den landesfürstlichen Urbaren (1220— 1240) als Ämter (officia) Laab, Kogel, Mauerbach, Dornbach. Alland und Klosterneuburg genannt.   (1: Dopsch: Landesfürstl. Urbare Nieder- und Oberösterreichs aus dem 13. und 14 Jahrhunderts. 1904, 1/1, 6. 52 f.)
1381 ist als solches Ried erwiesen   (2: Lichnowsky. 4. Bd., Nr . 1605.)
 
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 4.8.2024:
Eine Recherche zu „Lichnowsky 1605“ ergab einen Treffer. Abschrift im Register Nummer 3.3.
 
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts bestanden nach dem Gejaidbuch. das Wilhelm v. Greiß zusammenstellen ließ, an Ämtern im Wienerwald: Dornpach, Klosterneuburg, Tulbing, Riedt, Khogl, Aichperg, Mätzing, das Clain vorder Ambt zu Laab, das Groß Ambt Reyliesing, Anynger, Türliesing, Grueb, Allat, Pottenstein, Furter Amt und das Mugkhendorsser Amt  (3: Leeder: a. a. O., 6. 296.)
Im Vergleich mit dem Urbar von 1572 und der Grenzausmarkung 1573, nach denen der Wienerwald von „alters her" in zwölf Ämter (Alland, Sittendorf und Dürrliesing, Anninger, Reichliesing, Purkersdorf, Dornbach, Klosterneuburg, Tulbing, Ried, Kogel, Anzbach, Anzing) geteilt war, weist das Gejaidbuch eine feinere Gliederung auf und bezieht Waldland jenseits der Triesting mit ein.
* Holzarbeiter, Unterkunftshütten (Duckhütten)
* Gesetz vom 12. April 1870. Der Finanzminister wurde dadurch ermächtigt, die in Niederösterreich isoliert gelegenen Teile des Wienerwaldes, zusammen zirka 5409 Joch, zu veräußern. ([…], ferner die in Privatgründe reichenden Enklaven Vorder- und Hinterbonna, […]).

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.28   1934 – Der Wienerwald

Online-Link

Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich, Bände 1 – 2
Verein für Landdeskunde von Niederösterreich und Wien, 1934
Der Wienerwald

Suchworte Chogel Amt

Seite 148:

Kogel mit seiner starken Burg, die einem Geschlecht den Namen gab, bestand bereits im 12. Jahrhundert, wenn auch die erste Nachricht aus dem Beginn des 13. Jahrhunderts stammt, wo die Siedlung als babenbergisches Amt (officium Chogel) genannt wird. 175) Rappoltenkirchen […]

Suchwort Rappoltenkirchen

Seite 132:

Mit dem Aussterben des Mannesstammes 1045 wurde der mächtige Grundbesitz geteilt. Teile davon kamen an das Kloster Ebersberg, der Besitzkomplex um Rappoltenkirchen, wie auch dieses selbst gelangten vielleicht ebenso wie Ybbs an die Witwe Kaiser Heinrichs III., Agnes (+ 1077), die von den Markgrafen von Österreich beerbt wurde. Rappoltenkirchen (Rapotenchirchen) war nämlich vor der Übergabe […]

Seite 340:

[…] größtenteil von der Pest verschont. Die Sterbeprotokolle der Pfarren verzeichneten in ihrer Mehrheit nichts Auffälliges und auch die kleine Kapelle am Wege von Rappoltenkirchen nach Elsbach mit ihrer Bilderbeschriftung: „Anno 1713 hat eine ehrsahme Gemeinde von Rappoltenkirchen zum Schutze und Bewahrung von Pestkrankheiten zu Ehren der heiligsten Dreifaltigkeit, der hl. Jungfrau Maria Hilf, des heiligen Sebastianus, heiligen […]

Seite 476:

Auf das Zustandekommen der Straße 32 Rappoltenkirchen – Bonna mußten die Bewohner, die erstmalig um diesen Bau 1901 einkamen, 6 Jahre warten. Auf die erste Eingabe vom Jahre 1901 beschloß der B.-St.-A. Purkersdorf, über diesen Gegenstand erst nach der Herstellung eines Voran- […]

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.29   1927 – Historischer Atlas der österreichischen Alpenländer

Online-Link Auszugsansicht 1

Online-Link Auszugsansicht 2

Historischer Atlas der österreichischen Alpenländer, Teil 1, Ausgabe 2 – Teil 2, Ausgabe 2
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Holzhausen, 1957

Seite 14:

[…] predio nostro“ nachweisbar sind. Nach dem Aussterben der Hochfreien von Lengenbach 1236 zogen die Babenberger den Großteil ihres Besitzes an sich. Rappoltenkirchen (im 14. Jahrhundert Dotationsgut des herzoglichen Jägermeisteramtes!) und wohl auch das Amt Kogl des Waldamtes stammen aus diesem Erbe (vgl. Büttner, Rudolf: Burg und Herrschaft Neulengbach, Mitt. der Komm. f. Burgen- […]

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.30   1958 – Wien um die Mitte des XX. Jahrhunderts.

Eine weitere Recherche mit „Waldamt“ und „Waldbereitungsbezirk, Koglinger“ am 3. und 4.8.2024 ergab 23 weitere Treffer.

Original-Link

Titel: Wien um die Mitte des XX. Jahrhunderts. Ein Querschnitt durch Landschaft, Geschichte, soziale und technische Einrichtungen, wirtschaftliche und politische Stellung und durch das kulturelle Leben.

Ferdinand Lettmayer
Verlag für Jugend und Volk, 1958

Suchwort „Waldamt Kogl“, Seite 154:

Nun war man auch sehr bald gezwungen, das weite Waldgebiet zu organisieren, Verwaltungs- und Hegestellen, wenn auch anfänglich noch stark zerstreut (so in Alland, Laab, Mauerbach, Kogl und Klosterneuburg), einzurichten. Schließlich war mit der Erwerbung der Herrschaft Purkersdorf im 14. Jahrhundert endlich auch die Stelle gegeben, mit der der ganze Besitz zusammengefaßt und von der aus er zentral verwaltet werden konnte. So war gegen Ende des Mittelalters der erste Wandlungsprozeß des Gebietes zum regelrechten Wald- und Forstbetrieb soweit abgeschlossen, daß Maximilien I. die Verwaltung des Jagdwesens, des Wildbanns und Wildbrets und die Aufsicht über Wald und Holz […]

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.31   2000 – Die 1000jährige Geschichte des Wienerwaldes: zum nahen Millennium: 1002 – 2002

Original-Link

Die 1000jährige Geschichte des Wienerwaldes: zum nahen Millennium: 1002 – 2002
Friedrich Winna
Gerold, 2000

Seite 24:

Das landesfürstliche Gebiet im Wienerwalde war schon in der Babenbergerzeit in Ämter eingeteilt, und zwar werden in den landesfürstlichen Urbaren (1220 – 1240) als Ämter (officia) Laab, Kogel, Mauerbach, Dornbach, Alland und Klosterneuburg genannt. 1381 ist ein Forstamt in Ried erwiesen. Der Sitz der ältesten Forstämter befand sich zunächst im alterschlossenen Land am Rande des Wienerwaldes; es bestand kein Motiv, die Forstverwaltung mitten in den unwirtlichen Urwald hineinzusetzen. Von seinen Rändern her konnte der Forst ja weit besser überwacht, erschlossen und genutzt werden, zumal der Wienerwald damals noch ausschließlich […]

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.32   9.11.2020 – Online Artikel: Der Bezirk Tulln „Damals & Heute“

Original-Link

9. November 2020, Alexandra Ott
Online Artikel: Der Bezirk Tulln „Damals & Heute“

Waldamt „Chogel“
Kogl. 1260/80 wurde in einem landesfürstlichen Urbar das Waldamt „Chogel“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Babenberger dürften im Jahr 1236 das Waldamt von den Hochfreien von Lengbach ererbt haben.

Aufgrund dieses Artikels wurden die bisherigen Abschriften zum Hausberg, Burg am 12.8.2024 durchgesehen. Zu „1260/80“ gibt es folgende Abschriften:

Quelle: Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes, W. Twerdy, 1998

Die erste gesicherte Nennung von Kogl bezieht sich auf die österreichischen Urbare aus 1260/80. Darnach waren in das Amt Chogel 40 mod. Hafer und 300 Hühner abzuliefern. 5
(1260/80, Öst. Urbare I/1, S 53)


Quelle: Erich Rabl, Festschrift Sieghartskirchen, 1978

Die älteste Nennung für Kogl (Chogel) stammt aus 1260/80 […].


Quelle: Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich, Reihe B
Die Etymologie der niederösterreichischen Ortsnamen von Elisabeth Schuster
Wien, 1990.

Urk.: 1260/80 Chogel (Öst. Urb. I/1, 53)

Die Jahreszahl 1260/80 ist unklar. Aufgrund der Originalquelle (Die landesfürstlichen Urbare Nieder- und Oberösterreichs aus dem 13. und 14. Jahrhundert, Abschrift im Register 3.1 / Ein PDF unter 01 Karten, Bilder Nummer 37) - Urbare aus der Zeit der Babenberger ca. 1220-1240 - scheint dieser Zeitraum richtig zu sein: Original-Link
Die Bedeutung dieser Quelle wurde erst im Zuge dieser Recherchen im August 2024 klar - Erste Erwähnung des Waldamtes.


Aus den Abschriften (zu den Hausbergen, Burg), Suche nach „1220“ am 12.8.2024:

Quelle: Verschönerungsverein Kogl, 1994

Der Ort mit seiner festen Burg bestand schon im 12. Jahrhundert, obwohl die erste Nennung als babenbergisches Amt erst in den landesfürstlichen Urbaren von 1220 – 1240 aufscheint. Um diese Zeit war der Wiener Wald als landesfürstliches Verwaltungsgebiet in Ämter gegliedert. In den erwähnten Urbaren werden als Waldämter genannt: Laab, Kogel, Mauerbach, Dornbach, Alland und Klosterneuburg. (Quelle: Schachinger – Der Wienerwald)     Siehe im Register 3.27.

Kogl dürfte 1186 wie Rappoltenkirchen durch die steirischen Herzoge an die Hochfreien von Lengenbach, deren Machtbereich sich um 1200 zwischen Traisen und Wiener Wald erstreckte, gekommen, aber bald wieder babenbergisch geworden sein.

1240 waren im Gerichts- und Verwaltungsbezirk der Herren von Lengenbach Sitz von Ämtern der Babenberger Lengbach, Kogl und Sitzenberg.


Quelle: Ortswüstung Bors, Abschrift für die Gemeindehomepage/Frühgeschichte. Eintrag unter Kapitel 2.17.3:

Mögliche Nennungen: Purchstal apud Rapotenkirchen. Österr. Urbare 1/1, 71 (AMA Nr. 1391, HONB Nr. 8589). Zwischen 1220 und 1240.


Quelle: Dobersberger, "Sieghartskirchen, Ein Heimatbuch", 2001.

[Wüstung Steinfeld] Im Österreichischen Urbar wird zwischen 1220 und 1240 ein "Purchstal apud Rapotenkichen" erwähnt. "Lage und die fast quadratische Anordnung der Ortswüstung [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 13.8.2024: bei Kreuth] geben Anlass zu der Spekulation, dass es sich hier um eine frühe Burg gehandelt haben könnte, die mit dem dahinterliegenden Vronberg (Frauenberg ist wohl eine Verballhornung von Vronberg) und der Maierhof in Rappoltenkirchen in Zusammenhang steht." Oder ist hier der "Ruetzenmayrhof" zu suchen?


Eine nochmalige Nachschau im PDF (von der Recherche am 7.7.2024, „Die landesfürstlichen Urbare Nieder- und Oberösterreichs aus dem 13. und 14. Jahrhundert“) ergibt folgenen Aufbau, laut Inhaltsverzeichnis ab PDF-Seite 795:

In der Einleitung:
2. Die Urbare aus der Zeit Ottokars von Böhmen (1251 – 1276).

In den Texten:
I. Urbare aus der zeit der Babenberger (zirka 1220 – 1240).
Niederösterreich Seite 1 bis 84, somit fällt Kogl mit Seite 53 in diese Zeit.
Obwohl zwei Quellen mit 1260/80 die Seite 53 richtig angeben, ist die Jahreszahl falsch, wieso???
 
II. Urbare aus der Zeit Ottokars von Böhmen (1251-1276).

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.33   9.7.2021, Internetseite zuletzt bearbeitet: Waldamt Purkersdorf (Herrschaft)

Original-Link

Waldamt Purkersdorf (Herrschaft)

Ab 1235 ist das Amt eines „Forstmeisters“ in Österreich belegt.
Erstmals ein Forstmeister des Wienerwaldes 1356, Wernher (Schenk von Ried).
Forstmeister und Jägermeister bildeten die Waldverwaltung.
Der Wienerwald war seit der Babenbergerzeit in „Ämter“, also Verwaltungssprengel, gegliedert.
Um 1500 Reformen. Oberste Aufsicht und Verwaltung an einen Waldmeister, Sitz in Purkersdorf.
Ihm zur Seite ein Waldschaffer, drei Überreiter, zwölf Förster samt Forstknechten.
Bezeichnung Waldamt wurde üblich für die oberste Verwaltungsinstanz.
Dem Waldschaffer oblag die Einnahme der Natural- und Geldzinse der Waldleute.
Die Überreiter übten die Forstpolizei aus.
Oberjägermeisteramt war die vorgesetzte Behörde des Waldmeisters.
1849 erfolgte die Trennung von Staatsbesitz von kaiserlichem Privatbesitz.
 

Quellen: Grundbücher
Dienst-, Satz- und Gewerbücher 1573-1880. Zu Topographie und Besitzgeschichte des Wiener Raumes, vor allem von […] Kogl (Niederösterreich, Bezirk Tulln, Gemeinde Sieghartskirchen), […] „Ried“, […]

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 11.8.2024:
Link und teilweise Abschrift der Quelle von Dr. Anton Schachinger siehe im Register 3.27.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.34   Ab hier W. Twerdy, 1998: Band II. Die Verwaltung unter den Babenbergern.

Zum Waldamt:

Quelle: Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes.
Wilhelm Twerdy, Heimat Verlag, 1998.

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

Band II. (Fortsetzung von Band I, beginnt mit Seite 512.)

Seite 512:

Kapitel: VII.A.) Die Verwaltung des Waldes unter den Babenbergern
und nach deren Aussterben bis zu den Habsburgern.

In den Urbaren der Babenberger sind folgende Ämter genannt: Descriptio avene de forestis et de advocatiis et de marchfutter.

de officio Chogel 40 mod avene et 300 gallinas       Chogel, 1236
 […]

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 15.8.2024:
Interessant hier ist, dass das Jahr 1236 genannt wird.

Nach dem sogenannten Ottokrischem Rationar bestanden damals folgende Waldämter:   7)
1. Alland
2. Dornbach
3. Kogel
4. Laab
5. Mauerbach […]

Anmerkung 7)
1260/80, Österr. Urbare I/ 1, S 52, AfKÖG 1855, S 377.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 15.8.2024:
Im Hauptartikel von Chogel schreibt Twerdy, dass die erste gesicherte Nennung von Kogl das Urbar 1260/80, während er im obigen Text 1236 angibt.


Eine Internetrecherche am 15.8.2024 nach „ottokarisches Rationar“ ergab folgende Treffer:

Quelle: Oesterreichische Weisthümer. Gesammelt von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Siebenter Band. Niederösterreichische Weisthümer.
I. Theil. Das Viertel unter dem Wiener Walde.
Wien 1886

Niederösterreischische Weisthümer. Im Auftrage der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Herausgegeben von Gustav Winter.
I. Theil. Das Viertel unter dem Wiener Walde.
Wien 1886

Original-Link

In einer Anmerkung auf den Seiten 705 und 706 steht zu:

116. Ordnung und Banntaidinge des Wiener Waldes.  *)
I. „Waldbuch“
1511 December 31:

*) Der Grund zu dem ausgedehnten Besitz der österreichischen Landesfürsten im Wiener Walde (die waldbedeckten Alpenausläufer von der Triesting nordwärts bis zum Tulner Felde und zur Donau bei Klosterneuburg) ist durch die Schenkung König Heinrichs von 1002 gelegt, durch welche das Gebiet der Triesting und der Dürrliesing in das Allodialeigenthum der babenbergischen Markgrafen übergieng. Viel von diesem Besitze wurde von den Landesfürsten weiter vergabt (insbesondere an die Abteil Heiligenkreuz); aber bald erweiterten ihn neue Erwerbungen weit nach Norden.
1310 ist Herzog Friedrich im Besitze des Waldes Schuezleit am Utelperg (bei Hütteldorf).
1337 kaufte Herzog Otto das Dorf Gablitz (Freisinger Lehen) von Jans dem Greif, Bürger von Wien,
1361 Herzog Rudolf die Herrschaft St. Veit a. d. Wien von Stephan von Topel.
Die bedeutendste Erwerbung aber war die der Herrschaft Purkersdorf, welche die Herzoge Albrecht und Otto 1333 von Reinprecht von Walsee erkauften.
Die Verwaltung war im 14. und 15. Jahrhundert „Forstmeistern“ übertragen:
1309 erscheint als solcher (magister forestarum) Ludwig von Toblich, 1357 Werner der Schenk (von Ried).
Seit dem 16. Jahrhundert führte die oberste Aufsicht und Verwaltung ein zu Purkersdorf sitzender Waldmeister, dem ein Waldschaffer, dann mehrere Waldbereiter, Ueberreiter und Förster unterstanden. Nach dem Urbar von 1572 und der Grenzausmarkung von 1573 (beide im k. u. k. Reichsfinanzarchive zu Wien) war der Wiener Wald „von Alter her“ in folgende zwölf Aemter getheilt:
Alland (schon 1310 als Waldamt genannt),
Sittendorf und Dürrliesing, Anninger, Reichliesing, Purkersdorf,
Dornbach (schon im Ottokarischen Rationar),
Klosterneuburg, Tulbind,
Ried (schon 1381),
Kogel (schon im Ottokarischen Rationar),
Anzbach, Anzing. […]

Quelle: Deutsche Landesgeschichte. Herausgegeben von Armin Tille. Sechstes Werk.
Geschichte Nieder- und Oberösterreichs
von Max Vancsa.
Erster Band, bis 1288.
Gotha, 1905.

Original-Link

(PDF als Leseprobe – nicht alle Seiten werden angezeigt.)

Seite 513:

[…] Das Ergebnis war das Ottokarische Urbar, fälschlich als Rationar genannt   3), das das Land unter Enns mit der Riedmark und das Land ob der Enns umfasste und dem etwas später auch ein Steierisches Urbar folgte. […]

Anmerkung 3): Alte Ausgabe von Chmel im Notizenblatt V, 833 ff., 1855.
Jetzt die musterhafte kritische Ausgabe von Dopsch (siehe oben).

Zu Dopsch aus Anmerkung 1):
Dopsch, Beiträge zur Geschichte der Finanzverwaltung Österreichs im 13. Jahrhundert I (Mitt. d. Inst. f. österr. Gesch. XIV, 449 f. 1898) und jetzt in der Einleitung zur Ausgabe der landesfürstlichen Urbare.
Abschrift für die Gemeindehomepage im Register 3.1.

Eine Internetrecherche am 15.8.2024 nach „ottokarisches Urbar“ ergab folgenden Treffer. Zweck der Suche war eine Zeitangabe. Diese zwei Treffer sind zumindest zur Abschrift im Register Nr. 1 (1251 – 1276) kein Widerspruch.

Quelle: Oesterreichische Weisthümer. Gesammelt von der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Achter Band. Niederösterreichische Weisthümer.
II. Theil. Das Viertel unter dem Wiener Walde.
Wien und Leipzig, 1896.

Niederösterreischische Weisthümer. Im Auftrage der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Herausgegeben von Gustav Winter.
II. Theil. Das Viertel ob und unter dem Mannhartsberge.
Wien und Leipzig, 1896.

Original-Link

Seite 225:

Das Ottokarische Urbar (ca. 1262 – 1265) […]

Quelle: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark.
Anton Kapper, Viktor Ritter von Geramb, 1943.
Nur Auszugsansichten.

Original-Link

Seite 50:

[…] ist überhaupt nur zweimal genannt, im ottokarischen Urbar (1265/67), […]

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.35   Fortsetzung Twerdy: Die Forstmeister unter den Habsburgern. Ludwig von Döbling

Fortsetzung Abschrift Twerdy: 

Seite 514:

Kapitel: VII.B.1.) Die Forstmeister unter den Habsburgern

2. Ludwig von Döbling

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 15.8.2024:
Im Hauptkapitel zu Chogel steht, dass sich Ludwig von Döbling ab 1311 „von Kogel“ nannte.

Bereits 1309 wurde er mit seiner Hausfrau Geisel als Forstmeister genannt. Als Schaffer der Klosterfrauen zu Tulln besaß er ein Haus in Döbling mit Weingarten und Baumgarten zu Burgrecht, das er den Klosterfrauen verkaufte. Zeugen waren Chadolt und Ulrich von Döbling.   18)
1310 kaufte er mit seiner Gattin Geld auf 4 Hofstätten zu Döbling, das bereits Dorf der geistlichen Frauen von Tulln genannt wurde. Er gab diesen Besitz an das Königskloster, wie das Tullner Kloster als Stiftung König Rudolphs auch genannt wurde, weiter und erhielt hiefür Besitz zu Grinzing.   19)
Herzog Friedrich verpfändete ihm als Forstmeister für seine Verdienste für 140 Pfund das Amt in Alacht – Alland mit dem Turm und das Amt in Dornbach, das 24 Maß Hafer und 20 Hennen trug.   20)
Als Amtmann von Döbling und Diener der Klosterfrauen hatte er 1305 für seine Tochter, die ins Kloster eintrat, jährlich 1/2 Fuder Wein aus Döbling gegeben.
Sein Vater nannte sich Chadolt der Meissauer, Schaffer von Döbling.   28)
Den Weingarten „der Chrieche im Kaswassergraben“, Burgrecht des Niclas des Jägermeisters, verkaufte er 1311 um 82 Pfund.   22)
Um 1200 Pfund erwarb er von Weigand dem Eisenbeutel das Haus zu dem Chogel, das ihm der Herzog zu Lehen gab.   23)
Von Weigand erwarb er auch den Hof zu Chrottendorf mit 5 Lehen, der Eigen des Gotteshauses zu Klosterneuburg war.   24)
Mit den Stiftsholden zu Ottakring lag er 1315 im Streit, weil diese in seines Herrn Wald gejagt hatten, Probst Bertold stiftete Frieden.   25)
1316 war er Zeuge und siegelte 1317 einen Verkauf zu Charcharn an die Klosterfrauen und wenig später einen Waldverkauf bei Hütteldorf.   26)
1318 war er als Burgrechtsherr des Hofes zu Au Zeuge für Friedrich von Au, der diesen Hof an Niclas von Eslarn und dessen Frau Lucie verkaufte.   27)
Das Forstmeister Amt dürfte er bis 1320 ausgeübt haben.
Als er mit seiner Hausfrau Geisel 1321 einen Hof zu Au, von seinen Vorderen gekommen, um 400 Pfund an Niclas von Eslarn verkaufte, trug er keinen Titel. Siehe Register Urkunde Nr. 2.10.
Niclas war der Gatte seiner bereits verstorbenen Tochter Lucie gewesen. Sie hatte die Überteuerung dieses Hofes als Morgengabe erhalten. Seine Söhne Chadolt und Seyfried hatten damals noch kein Siegel.   28)
1325 wurde er als Grundherr der „alte FM“ genannt, hatte also das Amt nicht mehr ausgeübt.   29)
1329 schuldete der alte FM Ludwig mit seiner Frau Margret als Richter in Wien und sein Sohn Seyfried mit Gattin Kathrey dem Eberhart von Walsee 100 Mark Silber.   30)
Sein Sohn Seifried verkaufte später aus dem Urbar Chogel an Ott von Chirchling – Kierling das Gut bei dem Kogel, zu Pentzing, zu Hagenau und das Holz Wolfsleuten und überdies als Amtmann zusammen mit dem anderen Amtmann eine Schuld von 100 Mark Silber an den Münzmeister in Enns. 31) Siehe Recherchen unter Urkunden, Register Nummer 2.17.1.
Die Burg Kogel dürfte aber bald darnach zu Weichart von Toppel und seine Söhne Jans, Weichart und Niclas verkauft worden sein. Das Wappen seines Geschlechtes ist erhalten.
Der nachfolgende FM ist allerdings erst für 1324 bezeugt.
1301 und 1302 ist er bereits in Urkunden genannt.   32)

Anmerkungen:

19) 1310, 7. Juni
Q I/2, 1557, Q I/3, 2923, HHSTA, Kl. U 91, W 49, Bd. 1, 246 et 7. Juni, F II/10, Zeuge ist Weigand der Eisenbeutel!

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 17.8.2024:
Mit heutigem Tag erfolgte obige Abschrift, somit ist eine neue Urkunde mit ihm als Zeuge bekannt. Siehe zum Namen des Zeugen Urkunde Nummer 2.9. „1308. 25. März. Ohne Ort. Weigant Eisenpeutel von Kogel
 
Einschub, weitere Recherche dazu am 17.8.2024:

Auszugsansicht, Quelle:
Abhandlungen zur Geschichte und Quellenkunde der Stadt Wien, 1932

Seite 85:
[…] Von Döbling nennt sich der herzogliche Forstmeister Ludwig 1311 und 1315   573 a), der 1310 Juni 7 sein Eigen an vier Hofstetten zu Grinzing ans Königskloster zu Tulln verkaufte   573 b). […]

Fortsetzung der Anmerkungen:

23) 1311, in octava purif. beate virginis glor.,
Wien, AfKÖG 1849, S 535, U 35, Lichn. III,. CCCXXXXIV et 9. Feber, Wien, Lichn. III. 96, HHSTA, Pfandschaften
28) 1321, 13. Juli, NÖLA, U 127
31) Aus Urkunde 1332. 1. November, HHSTA et 1330. 10. Feber. Wien, OÖUB V., S 567, DLXX, A. Eferding

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.36   Fortsetzung Twerdy: Die Forstmeister unter den Habsburgern. Jans der Schenk von Ried

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 514:

3. Jans der Schenk von Ried

Er wurde bereits 1324 und 1325 als Forstmeister in Österreich genannt.   33)
In beiden Jahren siegelte er auch ohne FM.   34)
Zu Gast im Stift Klosterneuburg war er 1324, 1325 und 1327.    35)
Das Amt dürfte er aber bis 1329 ausgeübt haben. Sein Todestag muß vor dem 24. Feber. 1334 angenommen werden.   36)
Er war der Sohn des Ott von Kahlenberg, der mit Alheid von Ried verheiratet war.
Seine Großeltern waren also Chunrat de Mönch und Eyte, ehemals Landschreiber in der Steiermark, in Enns und in Österreich, beziehungsweise Dietrich von Kahlenberg.
Ried hatte Chunrat damals als Pfandgut von König Rudolph erhalten.
1310 ist Jans bereits als „erber Ritter“ genannt.   37)

Sein Sohn Albrecht der Schenk, nannte die Kinder des Stephan Poll 1354 seine Oheime.
So könnte die Gattin des Jans, eine Poll gewesen sein und hieß wahrscheinlich Kathrey.
Jans hinterließ auch 2 Töchter. Elsbeth wurde die Gattin Heinrichs des Schuchler, Katharina die Gattin des Hubmeisters Chunrat II. Harmarkter.
Das Erbe des Jans wurde allerdings in 4 Teile geteilt.

Anmerkungen:
33) 1324, Lichtmeß, HHSTA, W 49, Bd. 1., 332 et
1325. 2. Feber, HHSTA, W 49, Bd. 1., 339
34) 1324. 3. Juni, HHSTA et 24. Juni, HHSTA et
1325. 25. März, HHSTA, W 49, Bd. 1., 344
35 ) 1324. 18. November et 1326. 30. November et 1327. 8. März, alle F II/28
36) 1334. 24. Feber, Wien, NÖLA, U 216,Erbteilungsurkunde, laut Gebot des Herzogs in 4 Teile
37) 1310. 7. Juli, F II/10, CXXXI. Genannt wurde er 1313. 13. November, Waidhofen F II/35, 497, S 74 et
1315. 11. November, HHSTA et
1317, Juli, HHSTA, W 49, Bd. 1., 290 et
1321. 21. Dezember, Tulln, W 49, Bd. 1, 316

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.37   Fortsetzung Twerdy: Die Forstmeister unter den Habsburgern. Alber der Schenk von Ried

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 516:

7. Alber der Schenk von Ried

Herzog Rudolph IV. nannte 1363 Alber den Schenk von Ried „unseren Forstmeister“. 81)
Das Amt war damit an den Sohn des Jans des Schenk von Ried gekommen, der selbst Forstmeister gewesen war und vor dem 24. Feber 1334 gestorben ist.
Alber der Schenk begann seine Laufbahn im Dienste der Landesherren 1353 als Türhüter des Herzogs Albrecht.   82)
1358/1359 war er sein Hofmeister   83) und 1359 Kellermeister.   84)
Seine erste Gattin war Katherina, Tochter des Paul Vierdung aus der Neustadt.   85)
1366 wurde eine Kunigunde genannt und 1368 war es Kathrey, eine Tochter des Wolfgang von Lasberg.   86)
Nur ein Sohn des Alber ist bekannt, Hans der Schenk von Ried.
1365 bezeugte Albert der Schenk von Ried die Vollzugsurkunde der päpstlichen Kommissare in Wien.
Auch den großen Stiftsbrief des Kollegiatstiftes zu Allerheiligen an die Pfarrkirche St. Stephan zu Wien des Herzogs Rudolph IV. bezeugte Albrecht der Schenk von Ried „unser“ Forstmeister. 87)
Im Mai dieses Jahres erwarb er von Reinprecht von Tiernstein und dessen Hausfrau Elsbeth den Hof zu Hadersdorf und war im Juli Obrist Bergmeister.   88)
Im Dezember war er auch Hofmeister Herzog Albrechts und ist auch für 1366 als solcher bezeugt.   89)
Er übte auch das Amt des Landmarschals aus   90)
und siegelte im Dezember als Pfleger der Grafschaft Weitenegg.   91)
1367 erhielt er, der frühere Schenk des Herzogs Albrecht, auf sein Haus in der Hochstraße, das vorher im Besitze des Grafen von Ötting war, 400 Pfund für seine Dienste und Zehrung und 600 Pfund als Satz auf die Feste Arburg.   92)
Er scheint sonst nirgends als Pfandschafts Inhaber für diese Feste auf. Das Haus in der Herrengasse mußte später dem Hochhaus, Herrengasse 6 – 8, weichen.
Im Jahr darauf war er wieder Kellermeister Herzogs Rudolph, verkaufte aber im März als weiland Kellermeister mit seiner Hausfrau Kathrey 2 Getreide Zehente, eine zu Gramat-Neusiedel, der andere zu Velm.   93)
Am 14. August 1369 wurde er als verstorben gemeldet.   94)
1366 hatte er einen Pfandrevers über die Feste Ried gegeben, da er in Purkersdorf alle früheren Urkunden verloren hatte.   95)

Von 1366 bis zu seinem Tode ist keine Urkunde bekannt, in der er als FM siegelte. Haben seine bedeutenden anderen Ämter dazu verleitet, den Titel FM nicht zu führen? Tatsächlich ist sein Nachfolger erst nach seinem Tode, also ab 1370, genannt.

Anmerkungen:
81) 1363, 5. Jänner, F II/21 et 15. Juni, St. Pölten, NÖUB I., 576, 477, detto 574, 476 et
24. Juni, Enns NÖUB I, 579, 478, et
1363. 17. August, Wien, U. Grafeneck 73, MAfNÖ 1915
82) 1353. 30. November, Q I/1, 1001, o.T., 
1354. 22. Feber, Wien, Türhüter, Q II/1, 449, A. St. Wien, hier sind seine Oheime die Poll genannt,
83) 1358. 3. November, Mayer Wr. Neustadt I. et
5. November, Q II/1, 515, S 299 et
1359. 10. Jänner, Wien, Hofmeister, BHSTA, F II/35, 734
84) 1359, nächster Samstag nach Allerheiligen, W 49, Bd. 2., 292
85) 1359, nächster Samstag nach Allerheiligen, W 49, Bd. 2., 292
86) 1368. 6. März, BSU 233, A. St. Wien
87) 1365. 16. März, Wien, DA, Wien, Flieder, S 266 et
16. März, Wien, DA, Wien, Flieder, S 251
88) 1365. 3. Mai, NÖLA, U 663 et 21. Juli, Q II/1, 652
89) 1365. 6. Dezember, Wien, Q II/659 et
1366. 28. Jänner, Wien, Hofmeister Herzog Albrechts, HHSTA, Lichn. IV, 711 et
27. Feber, Wien, Q II/1, 661 et
11. November, Wien, OÖUB VII, 297, CCCII, A. Eferding
90) 1366, 27. August, Wien, NÖUB I, 667, 538 et
29. August, NÖUB I, 668, 538
91) 1366. 27. Dezember, Emmersdorf, Hueber A, S 87, Melk III, 435, 965
92) 1367. 12. Feber, HHSTA, Q I/1, 3251 und Lichn. IV, 789
93) 1368. 12. August, Q III/91 et
6. März, BSU 233
94) 1369. 14. August, Q III/ 198, GB 14, f 26
95) 1366. 28. Jänner, Wien, HHSTA, Lichn. IV., 711

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.38   Fortsetzung Twerdy: Die Forstmeister unter den Habsburgern. Johann von Dietreichstock

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 516 – 517:

8. Johann von Dietreichstock
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

1381 […] Den Lehensrevers des Hans Schenk von Ried über Feste und Waldamt zu Ried siegelte er im Juli.
1387 […] Im September war er Siegler und im Dezember Verweser des Hans des Schenk für dessen Gut Ried.   117)
Im März 1397 siegelte er wiederum für Hans den Schenk von Ried. 131)
1400 war er Zeuge eines Schuldbriefes des Hans von Ried. 140)

117) 1387. 12. September, Lichn. VI, 178, NÖUB, 293, 778 et
9. Dezember, Wien, NÖLA, U 1190
131) 1397. 30. März, Wien, NÖLA, U 1412
140) 1400. 14. Oktober, Q I/10, 18125

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.39   Fortsetzung Twerdy: Die Forstmeister unter den Habsburgern. Hans der Schenk von Ried

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 517 – 518:

11. Hans der Schenk von Ried

Bereits 1405 erhielt er Hadersdorf, woraus aber nicht geschlossen werden kann, daß er bereits in diesem Jahr Forstmeister war.   153)
Er führte an, daß Hadersdorf sein Vater Alber der Schenk von Ried, nach diesem aber der FM Johann von Dietreichstock bis zu dessen Tode besessen habe. 1381 hat er einen Lehensrevers über die Feste und das Waldamt zu Ried abgegeben. Die „Verwesung“ dieses Amtes gab er seinem Oheim Wernhart dem Drugsetz und dem damaligen Forstmeister Johann von Dietreichstock. 154) Schon 1376 hatte er in Nußdorf seinen Amtmann.   155)
Hans der Schenk dürfte zweimal verheiratet gewesen sein. Katherina, die Tochter des Ulrich von Padendorf und der Anna, brachte ihm käuflich den Hof zu Padendorf zu, der ein Lehen des Stephan von Hohenberg war.   156)
Walpurga, die Tochter des Jörg Hauser, war seine zweite Gattin. 1399 genehmigte Herzog Albrecht IV., daß er die Morgengabe auf die Feste Ried weisen dürfe.   157)
Nach dem Tode des Schenken hat Walpurga Sigmund von Polheim geheiratet und 1416 auf die Pfandschaft Ried verzichtet,   158)
wurde aber 1429 wieder als Witwe genannt.   159)
Hans hatte vermutlich nur eine Tochter aus erster Ehe, die mit Johann von Neydeck verheiratet war.
Der Herzog hat 1389 Johann dem Schenk und seinem „Aidam“ das Haus Zakking mit dem Kirchlehen zu Hain verliehen.   160)
Eine weitere Tochter könnte Gattin des Ulrich des Innprucker gewesen sein. An beide, an Hans den Schenk und an Ulrich, wurde der Turm zu Göttlesbrunn und das Dorf Arbaistal mit vielem Zubehör verliehen.   161)
Hans der Schenk war kaiserlicher Hauptmann in Laa. Er war aber auch herzoglicher Rat, der an König Sigismund von Ungarn Bericht geben mußte, daß an Bischof Bertold von Freising vom Papst die Kirche Salzburg zugesprochen worden war.   162)
1407 war er beim Landfriedens-Beschluß des Herzogs Leopold und den Verhandlungen mit Markgraf Jost von Mähren.   163)
Bei der Versöhnung der Brüder Herzog Leopold und Ernst in Korneuburg und in Krems bei einem Schiedsspruch zwischen den Herzögen, war der FM anwesend.   164)
Eine Zahlung von 200 Pfund durch den Bürgermeister von Wien bestätigte er im September.   165)
Im März 1409 siegelte er einen Urfehdebrief eines Dieners des Herzogs Ernst und war beim Vergleich mit den 1408 gefangen genommenen Bürgermeister und Bürgern von Wien.   166)
Herzog Albrecht IV. verlieh ihm den Satz zu Hadersdorf mit Zubehör, das Geroldsfeld mit dem Holz, die Wiese in dem Hebersbach und in dem Lebpach bei Geblitz, in dem Rotwasser, in dem Dutespach, Holz an dem Hadersberg, Kirchling mit Zubehör, den Hof zu Königsbrunn mit Zubehör und den Zehent zu Puchenstuben, weiters die Festen Ried und Zelking, den Zehent zu Gutenbrunn, Geld zu Böhmisch Krut, zu Steinabrunn, den Zehent zu Drasenhofen, Geld zu Schretenberg, am Zehent und auf den Hölzern zu Schorndorf, den Hof zu Klein-Rust und den Hof in der Sletten.   167)
Auffallend ist, daß der Schenk zu dieser Zeit nicht das Wappen seines Geschlechtes führte, sondern ein Kreuz, wie es der Deutsche Orden und auch die Malteser trugen. Er war der letzte seines Geschlechtes.
Als er FM war, mußte er große Verkäufe tätigen. Den Hof zu Hadersdorf mußte er 1412 für eine Schuld von 300 Pfund an den Propst Wilhelm den Turs, von St. Stephan, verpfänden. Falls er nicht zurückzahlen könnte, sollte der Obrist Kämmerer Hans von Ebersdorf den tatsächlichen Wert für den Verkauf festlegen. 168)
Als Grundherr vergab er 2 Wiesen.   169)
Ab 1407 ist seine Tätigkeit als FM gesichert.
Bereits 1397 mußte er die frei eigene „Hauser Wiese“ zu Steinabrunn, weiters bedeutenden Besitz in Grinzing, Nußdorf, Heiligenstadt und Sievering um 1000 Pfund verkaufen. Hier nannte er Rudolph von Lasperg seinen Oheim.   170)
Doch 1407 tätigte er als FM wiederum einen eher kleinen Verkauf, für den er sich vorher das Wiederkaufsrecht auf 6 Jahre ausbedungen hatte.   171)
Am 15. Juli 1410 erlitt das Heer des Deutschen Ordens bei Tannenberg eine vernichtende Niederlage,   172)
die eine ungeheure Wiedergutmachung erforderte. Steht seine große Verschuldung mit dem Schicksal des Deutschen Ordens in Zusammenhang? Oder nahmen auch österreichische Kontingente am Kreuzzug Königs Sigismund gegen Nikopolis teil, der am 25. September 1396 mit einer furchtbaren Niederlage endete. Auch hier mußten gewaltige Lösegelder aufgebracht werden. Unbekannt dürfte sein, daß sich König Sigismund für geliehene 100.000 Goldgulden verbürgte, um den Herzog von Nivernais auslösen zu können.   173)
Vor dem 28. September 1413 ist der FM gestorben.   174)
 

154) 1381. 16. Juli, Wien, Lichn. IV, 1605
[Erste Nennung Waldamt Ried. Abschrift siehe im Register Nummer 3.3.]
157) 1399. 8. September, Q I/10, 18104, Lichn. V., 344,
165) 1408. 6. September, Wien, Q II/1, 1743
166) 1409. 8. März, Wien Q I/10, 18365 et
ca. 1409, Q II/1768
167) 1396, HS 961, LB A IV, S 98, 985 et S 107, 1090 et zusammen mit Johann von Neydeck weitere Lehen, 310
174) 1413. 28. September, Q I/10, 18486

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.40   Fortsetzung Twerdy: Die Forstmeister unter den Habsburgern. Sigmund von Exczing

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 520, 521:

17. Sigmund von Eyczing
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

Als solcher [Forstmeister] verlieh er 1454 eine 2 TGW Wiese, die in das Amt Kogel diente. 263)

263) 1454. 31. März, HKA, M 977, Orig.
TGW = Tagwerk

Einschub AnmerkungMarktgemeinde, Andreas Bohnec, 20.8.2024:
Ein Abgleich mit einem Eintrag beim Hauptthema „Chogel“ (Siehe Register C 31) hat ergeben, dass in Bezug auf dieselbe Quelle das Datum mit 1454. 31. Mai angegeben wird (bei Anmerkung 38)!

Fortsetzung Twerdy:

1381 hatte Hans der Schenk von Ried einen Revers auf das Waldamt zu Ried ausgestellt. Für alle diese Ämter, die Ämter Alland und Dornbach ausgenommen, ist die Entstehungszeit mit dem Erwerb der jeweiligen Herrschaft gleichzusetzen. Über die Organisation der Verwaltung aus dieser Zeit ist nichts erhalten geblieben. Auffallend ist, daß die einzelnen Ämter gesondert im Bestand vergeben wurden, aber trotzdem dem Forstmeister unterstanden haben.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.41   Fortsetzung Twerdy: Die Waldmeister unter den Habsburgern. Andrä von Teuffenbach

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 530:

VII.B.2. Die Waldmeister unter den Habsburgern

31. Andrä von Teuffenbach
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

[…] Gegen Monatsende meldete der WM dem König, der Pfleger zu Hollenburg des Bistums Freising, habe etliche Vogeljagden auf des Bistums Gründen zu Ollern, die aber von alters her in das Waldamt dienen. Er wollte diese einziehen und selbst verleihen. […]

[Alle Anmerkungen um diesen Eintrag betreffen das Jahr 1555.]

[…] Seinen „Paumgarten“, von den verschiedenen Türkenstreifzügen verwüstet, vor Zeiten Kloster Paradies St. Lorenz genannt, ca. 2 1/2 Tagwerke groß, dem WM in Purkersdorf zugeordnet, an den Klosterbach in Ried reinend, verkaufte er an Matthias Vorderberg, Schneidermeister in Ried.   430)

430) 1556. 10. Jänner, HKA, HA, W 65/C, f 456

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.42   Fortsetzung Twerdy: Die Waldmeister unter den Habsburgern. Andre von Rosegg

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 530:

33. Andre von Rosegg
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend, wobei in diesem Fall Weinzierl unklar ist.)

Die Gemein zu Weinzierl auf dem Tullnerfeld hatte sich beschwert, daß ihnen durch den WM Holz entzogen würde.   443)

443) 1560. 21. März, HKA, HA, RN 196, f 27

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.43   Fortsetzung Twerdy: Die Waldmeister unter den Habsburgern. Erasmus Praun

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 532:

35. Erasmus Praun
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

[…] Im Hauptauszug 1565/66 heißt es, der WM hätte von den genannten Einnahmen die Hälfte.
[…] Rieder Amt: Matthias Vordernberger 12 fl
 Kogling: Blasi Rafler 10 fl 
[…]

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.44   Fortsetzung Twerdy: Die Waldmeister unter den Habsburgern. Urban Meisinger

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 532:

36. Urban Meisinger
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

[1571, Wismad diente man in 13 Ämtern]
Im Gegensatz zu den 12 Ämtern des Waldamtes, die in diesem Jahr fixiert wurden, nannte der WM auch das Baumgartner Amt. Ein Verzeichnis der Beamten des Waldamtes nannte 1571 sogar 16 Ämter. 498)

1572 wurde im Urbar aller Herren Hölzer in 12 Waldämtern beschrieben, alle anderen Wälder gehörten dem Landesfürsten. Auch ein Wiesenverzeichnis wurde, nach Ämtern getrennt, angelegt.   502)

502) 1573. 15. Mai, Festschrift Purkersdorf, 1967, S 85

Seite 536:

Der WM datierte mit 28. Dezember sein Wiesen Grundbuch, in dem 12 Ämter des Waldamtes genannt sind. Zum Datum der Eröffnung wurden auf Grund der Resolution des Herzogs Ernst bedeutende Grundflächen als Wiesen verkauft.   531)

531) 1579, 26. August, Newald, S 27

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.45   Fortsetzung Twerdy: Die Waldmeister unter den Habsburgern. Sebastian Sommer von Rottenberg

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 539:

38. Sebastian Sommer von Rottenberg
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

Im Jänner 1603 bat die Priorin des Tullner Frauenklosters Rosina von Pernhausen um 400 Stämmer Bauholz zur Erbauung ihrer Mühle in Tulln. Der Kanzler Carl von Harrach berichtete, daß das Holz der Frauen zu entlegen sei und draußen im Koglinger Amt, „seines Wissens“ niemals gehackt worden wäre, es solle geschlagen werden, wegen des Wildbannes habe er keine Bedenken. 587)

587) 1603, 3. Jänner, HA, T 30, f 494

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.46   Fortsetzung Twerdy: Die Waldmeister unter den Habsburgern. Johann Greimb

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 547:

47. Johann Greimb
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

[1683 Türken: Die Dörfer …, Bewohner verschleppt oder getötet.]
Gleiches Schicksal erlitten auch die Hüttler der 16 Ämter des Waldamtes.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.47   Fortsetzung Twerdy: Die Waldmeister unter den Habsburgern. Johann Egger

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 547:

48. Johann Egger
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

Eine Liste der abgängigen und der Hüttler, die überlebt hatten, sollte vorgelegt werden.

Den verbliebenen Waldamtshüttlern sollte kostenlos Bauholz zur Verfügung gestellt werden.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.48   Fortsetzung Twerdy: Die Waldmeister unter den Habsburgern. Johann Christoph Rechberger von Rechcron

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 548:

49. Johann Christoph Rechberger von Rechcron
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

1686 konnte der WM berichten, daß die Zahl der bestifteten Hüttler wieder 61 betrug, was einem Drittel der Zahl vor der Türkenzeit entsprach. Nicht bestiftet waren zu diesem Zeitpunkt die Ämter Weissenbach, Klosterneuburg, Anzing, Alland, Kogling, Ried, Tulbing und Dornbach. […]

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.49   Fortsetzung Twerdy: Die Waldmeister unter den Habsburgern. Johannes Andreas von Offner

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 552:

50. Johann Andreas von Offner
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

[1724] In diesem Jahr verfaßte der Waldförster Ing. Franz Joseph Waldfortner einen Plan des Koglinger Amtes. 777)

777) 1724, o. D., Museum Preßbaum, OJMA, C I, 1 HHSTA jetzt neue Nummer

(Plan in diesem Band II auf Seite 676 aus 1717 und Seite 678 aus 1724).
Gemeindehomepage unter 01 Karten, Bilder Nummer 39_Twerdy_Plan_Waldamt.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.50   Fortsetzung Twerdy: Allgemeine Informationen und Abkürzungen

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 554:

1788 Vereinigung des N.Ö. Waldamtes mit dem Obrist JM Amt.
Die Amtierung wurde von Purkersdof nach Wien verlegt.   808)
1820 erscheint ein Unter WM Gellinger für Au im Kracking auf   818). In seiner Amtszeit wurde die erste kartographische Vermessung des gesamten Besitzes durchgeführt. Es erfolgte die Bildung von Katastralgemeinen.
Die damals gewählten Parzellennummern blieben bis heute in Gültigkeit.
Seit 1820 gab es die Katastralbehörden, die bezüglich Grundstücksgröße und Vermarkung zuständig waren. Der Ortsrichter verlor damit die Verpflichtung, bezüglich Besitz und Größe eines Grundstückes maßgebend zu sein.

Seite 775 ff, Literaturverzeichnis:

Newald Johann: 2 Bücher/Artikel von 1883 und 1893

Seite 782, Abkürzungen:

AfKÖG ? Laut Verzeichnis AfÖG = Archiv für österr. Geschichte

BHSTA = Bayerisches Staatsarchiv

HHSTA = Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien

HKA = Hofkammerarchiv Wien

HS = Handschrift

HS 951 usw. = Lehenbuch, NÖ Ständisches Archiv

NÖLA = N.Ö. Ständisches Archiv

NÖUB = NÖ Urkundenbuch (Vermutung, Andreas Bohnec, 17.8.2024)

Q = Quellen zur Geschichte der Stadt Wien

F = Fontes Rerum Austriacarum (eigene Erfahrung aus den Abschriften, Andreas Bohnec, 17.8.2024)

Lichn. = Lichnowsky, Geschichte des Hauses Habsburg (eigene Erfahrung aus den Abschriften, Andreas Bohnec, 17.8.2024)

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.51   Fortsetzung Twerdy: Die Waldbesitzer in der Josephinischen Fassion: Waldamt Purkersdorf

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

VII.C.) Die Waldbesitzer in der Josephinischen Fassion

Seite 555:

VUWW
Waldamt Purkersdorf
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

VUWW 194, Kracking Unklar, weil nicht VOWW. Au am Kracking??
Riede unter Gablitz
Wiesen 28 20/64 Joch 7 Klafter
Wald 343 Joch 200 Klafter k.k. 343 Joch 200 Klafter

Seite 556:

Gmd. Purkersdorf
St. Lorenz, aufgel. 42 41/64 Joch 13 Klafter
36 32/64 Joch
54 46/64 Joch 23 Klafter
104 22/64 Joch 18 Klafter unter St. Lorenz

Seite 566:

VOWW
Waldamt Purkersdorf
(nur Auszüge, unsere Gemeinde betreffend.)

Herrschaft Chorherrn
VOWW 197, Ollern
privat mit Freihof 330 36/64 Joch 18 Klafter
Gmd. Ollern 390 6/64 Joch 18 Klafter

Seite 567:

Herrschaft Königstetten
Hschft. Plankenberg 37 1/64 Joch 15 Klafter   unter Plankenberg

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.52   Fortsetzung Twerdy: Die Waldbesitzer in der Josephinischen Fassion: Herrschaft Plankenberg

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 569:

Herrschaft Plankenberg

VOWW 343, Loibersdorf
Herrschaft 154 28/64 Joch 17 Klafter
Gmd. Loibersdorf 26 6/64 Joch 17 Klafter

Gmd. Streihofen 37 23/64 Joch 2 Klafter
privat 37 19/64 Joch 4 Klafter

Summe Herrschaft 154 28/64 Joch 17 Klafter
Summe Gemeinden 63 29/64 Joch 19 Klafter
Summe privat 37 23/64 Joch 2 Klafter
Summe 255 13/64 Joch 14 Klafter

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.53   Fortsetzung Twerdy: Die Waldbesitzer in der Josephinischen Fassion:  Herrschaft Rappoltenkirchen

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 570:

Herrschaft Rappoltenkirchen

VOWW 371, Elsbach
Pfarre Sieghartskirchen 12 Joch 196 Klafter
Pfarrhof Sieghartskirchen 1 Joch 290 Klafter
privat 52 32/64 Joch 73 Klafter
Hschaft. Judenau 6 Joch 269 Klafter unter Judenau
Kirche Rehrenbach 3 Joch 582 Klafter

VOWW 272, Henzing
Gmd. Henzing 7 Joch 1.264 Klafter
Gmd. Wagendorf 42 Joch 68 Klafter

Hschft. Judenau 5 Joch 1.375 Klafter unter Judenau
privat 95 24/64 Joch 1.100 Klafter

VOWW 373, Sieghartskirchen
Gmd. Sieghartskirchen 213 Joch 1.428 Klafter
Kirche Sieghartskirchen 17 Joch 1.016 Klafter
Pfarrhof Sieghartskirchen 1 Joch 850 Klafter
Gmd. Gerersdorf 6 Joch 235 Klafter

privat 15 25/64 Joch 1.370 Klafter

VOWW 374, Kogl
Herrschaft 175 Joch 1.304 Klafter
Hschft. Tulln 2 Joch 1.207 Klafter unter Tulln
Hschft. Judenau 13 Joch 1.139 Klafter unter Judenau
Gmd. Prießling 21 Joch 1.498 Klafter
Gmd. Wienersdorf 6 Joch 1.400 Klafter
Gem. Rerernbach 3 Joch 493 Klafter
privat 261 6/64 Joch 987 Klafter

VOWW 375, Ried
Kirche Ried 29 Joch 433 Klafter
Gmd. Ried 22 Joch 1.233 Klafter
privat 135 3/64 Joch 1.548 Klafter

VOWW 376, Rappoltenkirchen
Herrschaft 693 Joch 1.089 Klafter
Gmd. Rappoltenkirchen 132 Joch 1.365 Klafter
privat 8 Joch 522 Klafter
Hschft. Judenau 26 Joch 1.560 Klafter unter Judenau
Hschft. Atzenbruck 18 Joch 452 unter Atzenbruck
Summe Herrschaft 869 Joch 739 Klafter
Summe Pfarren 65 Joch 167 Klafter
Summe Gemeinden 457 Joch 984 Klafter
Summe privat 562 27/64 Joch 800 Klafter

Summe total 1.954 27/64 Joch 1.144 Klafter

Inbegriffen sind die ehemaligen Herrschaften Sieghartskirchen und Kogel, doch die Waldteile dieser Herrschaften sind größtenteils unter Waldamt angeführt.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.54   Fortsetzung Twerdy: Fotos und Pläne (Ende Band II)

Fortsetzung Abschrift Twerdy:

Seite 626:

Abb. 188) Ansicht von Ollern, NÖLB 30587
Abb. 189) Ansicht der Kirche zum Hlg. Rochus, 1997 [Ollern]
Abb. 190) Wallfahrtstafel 1683 – 1933 von Langenrohr und Ollern nach Maria Anzbach
Abb. 191) Kirche zur Hlg. Margarete in Sieghartskirchen, 1997

Seite 627:

Abb. 192) Übersichtsplan 1:50.000, Katastralgemeinen Sieghartskirchen, Rappoltenkirchen und Röhrenbach, BAfEuVW
[Alle Katastralgemeinden der Marktgemeinde Sieghartskirchen sind zu sehen und die umliegenden Katastralgemeinden.]
Abb. 193) St. Georgskirche und Schloß Rappoltenkirchen, G. M. Vischer, 1672

Seite 628:

Abb. 194) Kirche, 1997 [Rappoltenkirchen]
Abb. 195) Kirche, innen [Hochaltar, Rappoltenkirchen]
Abb. 196) Kirche, Kanzel [Rappoltenkirchen]
Abb. 197) Planausschnitt mit Kogl, 1760, ÖNB, Kartensammlung [

Seite 629:

Abb. 198) Kirche zum Hlg. Rochus, 1987 [Kogl]

[Die bei den Bildbeschreibung in eckiger Klammer gesetzten Anmerkungen sind von der Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 17.8.2024.]

Seite 676: Karte Koglinger und Rieder Amt

Seite 678: Karte Koglinger Amt
siehe unter 01Karten Nummer 39_Twerdy_Plan_Waldamt.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.55   Fortsetzung Twerdy: Die Grenzen des Waldes   (ab hier Band I)

Fortsetzung Abschrift Twerdy, Band 1:

Seite 9:

Als Grenzen des Waldes könnte man bezeichnen

[…] Der Besitznachweis wird von der ersten erhaltenen Urkunde bis zum Ende der Herrschaften 1848 geführt. Damals verblieb dem Herrschaftsbesitzer nur der sogenannte Dominikal Grund. Das war alles, was er selbst bewirtschaften ließ oder verpachtet hatte. Alles verliehene, verlehnte Gut, wurde dem damaligen Eigentümer als Besitz übertragen. Gemeinsames Eigentum von Gemeinden, wie Viehweiden, wurden unter der Bauernschaft aufgeteilt, wobei die Größe des jeweiligen Hofes als Schlüssel genommen wurde. […]

Mit der Eroberung des Awarenlandes wurde der gesamte Wald Königsgut. In der gefälschten, aber inhaltlich richtigen *) Urkunde von 823 ist dies festgehalten. Der Wald war also Lehen des Reiches, der vom jeweiligen König verliehen werden konnte oder dem Herrscher selbst als Jagdgebiet zur Verfügung stand. […]

*) Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 18.8.2024:
Auf Seite 12 steht: „inhaltlich aber richtig sein könnte   4).“

4) 823. 28. Juni, Frankfurt, Mühlbacher, Reg. d. Kaiserreiches, MB 28, 202, Sickel Th., Regesten d. U. d. Karolinger, 200.
Boshof (105) sagt zu dieser Urkunde, daß die längere Fassung als Fälschung aufzufassen ist, während die kürzere echt wäre, aber erst im 13. Jahrhundert Einschübe (St. Florian mit Linz) erhalten habe. Die unechte Urkunde weist Besitz um Zeiselmauer auf, der seit dem 9. Jahrhundert tatsächlich vorhanden war.
Die Fälschungen wären für den Gerichtstag hergestellt worden, den der wiedereingesetzte Herzog Heinrich der Zänker zwischen 985 und 991 in der Ostmark abgehalten hat. (Boshof 241)

Seite 10:

König Konrad schenkte 1033 dem Bistum Freising den Königshof Alarun, in bedeutenden, bisher unterschätzten Außmaßen an der Westseite. Auch hier hat später Kaiser Karl IV. von einer Belehnung an den Bischof von Freising abgesehen, da es zu diesem Zeitpunkt zwei deutsche Könige gab.

Seite 11:

IV. Die Westseite (von Nord nach Süd)

A.) Mukkendorf
B.) Wördern
C.) St. Andrä vor dem Hagental
D.) Königstetten
E.) Tulbing
F.) Chorherrn
G.) Ollern
H.) Ried am Riederberg
H.1.) Elsbach
I.) Sieghartskirchen
J.) Rappoltenkirchen
K.) Kogl
L.) Markersdorf
M.) Anzbach
M.1.) Wasen, Burgstall bei Anzbach
N.) Neulengbach
O.) St. Christophen
P.) Altlenbach
Q.) Unterturm
R.) Ollersbach
S.) Johannesberg
T.) Raipoltenbach
U.) Dietersdorf

Seite 12:

Die Forstmeister ab 1500 hatten ein untergeordnetes Betätigungsfeld, das sich auf Gutachten bezüglich der Einplankung von Wiesen und der eventuellen Beeinträchtigung der Jagd beschränkte. Sie werden unter Auhof genannt, dem Sitz der späteren Forstmeister. Das sogenannte Waldamt wird unter Purkersdorf geführt.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, Abschrift 18.8.2024:
Aufhof. Obiger Eintrag erklärt, wieso im Österreichischen Staatsarchiv Einträge von Rappoltenkirchen und Kogl „bei Auhof“ aufscheinen. Siehe Register 03 Landesfürlstliche Urbare… Nummern 3.7, 3.9 und 3.10.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.56   Fortsetzung Twerdy: Der Besitz des Hochstiftes Passau

Seite 12:

I.A.) Der Besitz des Hochstiftes Passau

[787/788 Herzog Tassilo mußte sich Karl dem Großen unterwerfen, Kremsmünster an Karl den Großen] Nach Zerstörung des Awarenreiches durch ihn, war das Gebiet rund um den Wienerwald um 805 in der Mark an der Donau. Durch Grabfunde in Mödling, Liesing, aber auch in Sieghartskirchen kann die Größe des Awarischen Reiches besser gedeutet werden.

Seite 13:

König Ludwig hatte 829 (828) eine Regulierung der Diözesangrenzen zwischen dem Erzbistum Salzburg und dem Bistum Passau vornehmen lassen. Kaiser Otto II. gab 975 der Kirche von Passau Kremsmünster als bischöfliches Eigenkloster, vermutlich gingen seit dieser Zeit ehemalige Besitzungen in Passauer Besitz über.
[Anmerkung Markgemeinde, Andreas Bohnec, 18.8.2024: In diesen Besitzungen war vielleicht Abstetten enthalten. Heimatbuch 1987 Abstetten, Roland Dobersberger]
Bischof Pilgrim von Passau (985 – 991) hielt in Anwesenheit des bayrischen Herzogs Heinrich II. in Österreich einen Gerichtstag ab, um den Besitz der Passauer Kirche amtlich festzustellen.  10)

10) 985/991, Heuwieser, Pass. Traditionen, S 79, 92.
Boshof, 241. Die angegebenen Besitzungen [u.a. Abstetten] sind nur im Lonsdorfer Codex enthalten und gelten als umstritten! Durch eine Schriftuntersuchung wurde aber festgestellt, daß die Notiz von einer Hand aus der Mitte des 11. Jahrhunderts im Traditionsbuch eingeschrieben worden ist. Die Gebietsumschreibung von Zeiselmauer lassen Anklänge an die längere, gefälschte Fassung der Urkunde von 823 erkennen.

[…] 6. Besitz um Tulln, Abstetten, auf Kremsmünster zurückgehend, unterhalb des Waldes konnte kein Besitz nachgewiesen werden.

991 besiegte Herzog Heinrich II. von Bayern, genannt der Zänker, die Ungarn, vermutlich bei Wien – Gottesfeld. Wohl nach diesem Siege ließ er die Rechte und Freiheiten des Bistumes Passau hinsichtlich seines Besitzes in der Ostmark gegenüber dem Markgrafen in Anwesenheit des Bischofs von Passau festlegen. Dies setzt voraus, daß die Schlacht vor dem Tod Bischofs Pilgrims am 20./21. Mai stattgefunden hat. „Egilinsteti, Zeizmannestetin et Abbasteti, ab occidente civitas Zeizzinmur sursum plagam Chunihohestorf et sic usque in cacumen montis Comagenis et ita usque ad Hangintenstein“, betraf das Gebiet der späteren Hofmark Zeiselmauer. Nur Abstetten, Zeiselmauer und das spätere Königstetten genannte Chunihohestorf können aus dieser Urkunde eruiert werden. Hangintenstein bedeutete wohl einen großen Felsen zwischen dem heutigen Greifenstein und Höflein, denn dort verlief die spätere Hofmarkgrenze, unmittelbar am Ufer der Donau. […]

[Schenkung] Dieses Gebiet wurde so gedeutet, daß es die Kirche St. Andrä vor dem Hakental sein müßte, da Kirchbach selbst nie eine Kirche besessen hat. […]

Aus der Schenkungsurkunde geht hervor, daß das Land erst urbar gemacht werden sollte. Hieraus müßte geschlossen werden, daß es sich um ein Waldgebiet gehandelt hat, wobei wir nicht wissen, wo damals die Waldgrenze verlief. Aus dem Passauer Besitz wissen wir, daß die Nordgrenze die Donau war, im Süden grenzte die Schenkung an Königsgut, an den Königshof Alarun [Ollern], der erst 1033 an das Bistum Freising kam. Im Osten bildete der Kierlinger Forst die Grenze, dann verlief sie entlang des Marchbaches nach Norden bis zur Donau. […]

Seite 16:

[1258] Für dieses Jahr wurde ein Heinrich von Wildenhag mit seiner (namentlich nicht bekannten) Gattin von Richsberg genannt, dies scheint die älteste Nennung des Freihofes Reichersperg in der Gemeinde Ollern zu sein.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 18.8.2024:
Eine Quelle wird nicht angegeben. Die Anmerkungen zuvor und danach beziehen sich auf Chorherren, Greiffenstein und Königstetten.

Veröffentlicht am 13.8.2025.

Nr. 3.57                        Band 1 muss noch weiter gelesen werden.

Text


04 Wappen


Einleitung und Download

Zusammenstellung am 9.7.2024 aus den bestehenden Abschriften und spätere Ergänzung nach neuen Recherchen.

In der chronologischen Reihenfolge der Veröffentlichungen wird die Urkunde vom 22. Februar 1344 mit dem Wappen in folgenden Quellen angegeben - Register 4.1 bis 4.10.

Ein PDF mit den Abschriften und Bildern können Sie hier öffnen (8 Seiten):

_Wappen.pdf herunterladen (0.84 MB)

Veröffentlicht am 11.8.2025 (Text) und am 7.11.2025 (PDF-Link).

Nr. 4.1   1880, Kerschbaumer "Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen"

Anmerkung 6, Seite 118 in einer Originalausgabe „Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich“. Originalausgabe in Privatbesitz.

1344 erscheinen urkundlich Reinprecht und Leopold von Chogel, Söhne des verstorbenen Conrad von dem Chogel, welche dem Abt Friedrich von Melk 6 Joch Aecker im Sierninger Felde bei Haunoldstein um 30 Pfund Wiener Pfennige verkaufen.  6)

6) ddto. 22. Februar 1344. Original im Melker Stiftsarchiv. Aus dieser Urkunde ist das Wappen der Besitzer der Veste Kogel ersichtlich. (Vergl. Hueber, Austria ex Archiv. Mellic, illustrata. Tab. XV., Nr. 7.) S. Anhang III.

Vollständige Abschrift dieser Quelle siehe im Register C 12.

Online-Link zur Originalausgabe.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 4.2   1898 / 1903, Topographie von Niederösterreich V

Wenige Jahre später werden in einer Urkunde ddo. 22. Februar 1344, welche auch das Wappen des Besitzers der Feste Kogel zeigt, Reinprecht und Leopold von Chogel, Söhne des verstorbenen Konrad von dem Chogel, angeführt, die dem Melker Abt Friedrich 6 Joch Äcker im Sierninger Felde bei Haunoldstein verkaufen.
(Original im Melker Stiftsarchiv.)

Vollständige Abschrift dieser Quelle siehe im Register C 16.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 4.3   1913, Topographie von Sieghartskirchen, Loidold

Über die einstige Veste Kogl sind noch einige Urkunden vorhanden: […] Ferner eine Verkaufsurkunde an das Stift Melk 1344 mit anhängendem Wappensiegel des Leupoldi de Chogel, […]

Vollständige Abschrift dieser Quelle siehe im Register C 17.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 4.4   1916, Gedruckte Postkarte

Über die einstige Veste Kogl sind noch einige Urkunden vorhanden, […] ferner eine Verkaufsurkunde an das Stift Melk 1344 mit anhängendem Wappensiegel des Leupoldi de Chogel, […]

Vollständige Abschrift dieser Quelle siehe im Register C 18.

Die Postkarte wurde 1919 geschrieben und enthält den Abdruck des Siegels mit der Umschrift "S. Leupold I. de Chogel".

Im PDF ist die Postkarte und das Siegel der Postkarte mit einer schärferen Version aus Register 4.5 zu sehen.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 4.5   1986, Kogl Festschrift - Schuster

Wappen am Deckblatt dieser Festschrift in Farbe (im PDF Seite 3).

Seite 20 –Wappen SW (im PDF Seite 3) und Beschreibung in Worten: 

Wappen der Herren von Chogel

Blasonierung:
Das grüne Schild ist mit einem Balken in gold, von rechts oben nach links unten geteilt. Im Balken drei, nach rechts oben gestellte schwarze Sparren.

Im linken oberen Feld eine Adlerschwinge mit Klauen in gold.

Im rechten unteren Feld ein schräg gestelltes Schwert in gold.

Seite 40: SW Foto der Reiterstandarte „St. Rochus“ mit dem Wappen im linken unteren Eck (im PDF Seite 4).

Seite 41: Sonderpost – sw Zeichnung der Burgruine und dem Wappen. Kleinere Ansicht auf Seite 44 (im PDF Seite 4).

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 4.6   1986, Geschichtstafel im Ort

Die Geschichtstafel im Ort wurde für das Gemeindearchiv am 23.10.2005 fotographiert.

Im PDF auf Seite 5 zu sehen.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 4.7   1994, Beiträge zur einer Ortskunde Kogl-Penzing

Genehmigung zur Veröffentlichung vom 27.9.2023.

Seite 17-19:
Kapitel: Die ehemalige Burg Kogl

Das Wappen der Besitzer der Veste Kogl ist aus einer Urkunde aus dem Jahre 1344 ersichtlich, die im Stiftsarchiv Melk aufbewahrt wird. (Was es darstellt, ist nicht genau ersichtlich. Angeblich soll es ein Hahnenschweif sein.)

Vollständige Abschrift dieser Quelle siehe im Register C 30.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 4.8   2012, Scann vom VV Kogl: alte Postkarten

Was ist zu sehen?

Wappenschild und Zeichnung des Siegels „S. Leupold I de Chogel“

Im PDF auf Seite 6 zu sehen.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 4.9   Juli 2024, Recherche zu den Urkunden-Siegel 1344

Die gesamte Urkunde siehe auch PDF Urkunden Großformat Seite 9, und die Abschrift unter 2 Urkunden im Register 2.12.

Zwei Siegel der vier könnten uns betreffen.

Im PDF auf Seite 6 zu sehen.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 4.10   1332, Wappen Eisenpeutel Chunrad

Online-Link zur Quelle.

Suchwort: Eisenpeutel

Das Wappen war ein Zufallsfund laut Inhaltsverzeichnis, Seite 219 (am 26.7.2024).

Abschnitt: 

Necrologia Germaniae (Necr.)
     5: Dioecesis Pataviensis (Austria inferior)
Monumenta Necrologica patrum minorum Conventualium AD S. Crucem Vindobonae.
Liber Sepulcrorum patrum minorum AD S. Crucem Vindobonae.

Abbildung des Wappens mit dem Text:
Sepulehrum d   1) Chunr(adi) Eysenpaewtel, ob. 1332 [XI. kal. Ianuarii]  2), ubi littera X.   b)

1: XVII. kal. supra p. 184.
2: Februarii potius, supra p. 168.
b: Littera colore rubro distinecta.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 26.7.2024:
 Beim Datum handelt es sich um sein Sterbedatum. Abschrift siehe im Register D 11, „Das Ministerialengeschlecht der Eisenbeutel und das Besitztum der Grafen von Schaunberg im Viertel ober dem Wienerwald, 1970, Büttner Rudolf“ und im Register D 28.

Im PDF auf Seite 7 zu sehen.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Nr. 4.11    1312 6. Mai (Lilienfelder Urkunde)

Ebenfalls im Register D 11 ist am Ende die Stammtafel der Familie Eisenbeutel angegeben. Darunter scheinen auf:

Konrad III. v. Kogel (1261 – 1292)
Weigand II. v. Kogel (1298 – 1313)

Ein Wappen der Eisenbeutel und das Wappen dieser beiden „v. Kogel“ wird wie folgt beschrieben:

„Die beigegebene Stammtafel enthält auch hypothetische Ansätze. Das Wappen ist bei Siebmacher folgendermaßen beschrieben: Im silbernen Schild, schrägrechts zwei krummgezogene rote Balken. Auf dem gekrönten Helm zwei silberne und schräg rot gestreifte Büffelhörner.

Hanthaler stellt die Siegel Konrads und Weigands Eisenbeutel aus der Lilienfelder Urkunde vom 6. Mai 1312 gegenüber; die Belegung des Schildes mit den Balken ist gegengleich erfolgt: bei Weigand krümmen sich die beiden Balken von (heraldisch) rechts oben, bei Konrad von links oben nach unten.“

Veröffentlicht am 11.8.2025


05 Vortrag vom 3.2.2024


Mitschrift

Dieser Vortrag war die Grundlage für die weitere Recherche. Welche Quellen gibt es über unseren Hausberg, die ehemalige Burg und welche Hintergrundinformationen?

Thema war nur der Hausberg – die Burgruine kommt später.

* Die Geschichte ist immer mit Bayern verbunden.

* Hausberg aus Erde und Holz. Den Steinbau kannte man damals noch nicht.

* Reiner Wehrbau, nur zur Verteidigung à gegen die Ungarn.

* Waren mit einem Edelsitz verbunden.

* Der Kogler Hausberg wurde um 1000 n.Chr. errichtet.

* Der [obere] Hausberg ist nicht der Standort der Burg.

* Der untere Hausberg im Garten von Hr. Albrecht und war früher größer. 
(Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec: Kogler Hauptstraße 12 (Nr. 26  ist die alte Hausnummer); vielleicht auch noch die Nachbarn Kogler Hauptstraße 16; in der Ortschronik beschrieben Frühgeschichte Nr. 60 auf HP Gemeinde bzw. hier unter Register C 30.)

* Die Ungarn führten alle 3, 4 oder 5 Jahre Plünderungen, Steifzüge durch.

* Von diesen Plünderungen lebten sie, hatten keine Versorgungstross mit sich. Daher waren sie auch so schnell.

* Waren sogar bis Hamburg.

* Pfeil und Bogen waren damals die einzigen Waffen für Angreifer und Verteidiger.

* Jahr 955: Schlacht Otto I. gegen die Ungarn. Diese wurden in unsere Gegend vertrieben.

* Awarische Grenze: Gölsen – Große Tulln – Hagenau – (Kogl??) – Hagenthal.

* Hag = Wort für eine natürliche Grenze, daher bei uns oft verbreitet.

* Buchberg ist die einzige bekannte Stelle, wo der Hag wirklich war. Manchmal bis zu 200 Meter breit.

* Beim Buchberg wurde auch ein Eingang in den Hag gefunden. (Errichtet durch die Ungarn???)

* Große Tulln – wurde oft umgeleitet, um Sümpfe bilden zu können (durch die Ungarn).

* Ostmark = Gebiet, zur Sicherung des Reiches.

* Die Babenberger in der Ostmark bewilligten oder befahlen die Errichtung von Hausbergen entlang der Großen Tulln.

* Bei uns war der Wald der größte Schutz, daher weniger Hausberge.

* Unser Hausberg ist so interessant, weil der Zusammenhang mit diversen Stellen (Hof, Wehranlage usw.) gegeben ist.

* Hausberg in 3 Stufen. Bei uns ganz oben 10 Meter Durchmesser.

* Früher war beim Hausberg noch kein Wald. Herr Johann Gutscher berichtet in seinem Lebenslauf (Druck 1887), wie er 40 Joch unter der Bevölkerung von Kogel verteilte und die restlichen 40 Joch bepflanzte. [Abschrift siehe im Register C 15.]

Veröffentlicht am 11.8.2025


06 Broschüre vom März 2024


Abschrift und Download

DER KOGLER HAUSBERG: WEHRHAFT GEGEN DIE MAGYAREN

Seit 1000 n. Chr. steht in Kogl eine Wehranlage – der Hausberg, einst erbaut zum Schutz gegen die Überfälle der Magyaren. Solche Bauten gab es viele in der Region, doch wenige sind so gut erhalten.

[Bild. Auf der Reliefkarte des NÖ Atlas sind die Konturen der Anlage noch deutlich erkennbar.]
Siehe im Register 01 Karten – Nummern 6 und 6.1 Geländestufen.

Hausberger sind die Urform der späteren Mauerburgen (Haus = Burg). Unser Hausberg, knapp oberhalb des Friedhofs, ist eine Wehranlage aus der Frühzeit der Babenbergerherrschaft, errichtet um 1000 n. Chr. am südlichen Ende eines Hügelzuges, einem „Sporn“, der an drei Seiten steil abfällt und an der Bergseite aus dem Gelände herausgeschnitten ist.

Die Anlage diente als Zuflucht der Bevölkerung bei feindlichen Überfällen. Diese Holz-Erde-Konstruktion in pyramidenähnlicher Form ist in drei Erdkörper unterteilt. Um den unteren und den mittleren Körper laufen Terrassen, die an mehreren Stellen noch gut erkennbar sind. Eine Plattform von 10 m Durchmesser schließt das 10 m hohe Kernwerk ab.

[Bild aus Wikimedia Commons. Ähnlich wie die Rekonstruktion im Geschichtspark Bärnau-Tachov (Böhme/Bayern) mag der Turm auf unserem Hausberg ausgesehen haben.]

Die Störungen auf der obersten östlichen Terrassenstufe sind vermutlich durch die Führung eines Mauerringes der späteren Burg entstanden bzw. durch die Anlegung eines Suchgrabens bei Ausgrabungen zur Burg von 1909.

Im Norden und Nordosten umgeben, noch sehr gut sichtbar, mehrere Reihen von Wall-, Graben-Anlagen den Bau. Sowohl Terrassen als auch Wälle waren ursprünglich dicht mit Palisaden besetzt. Die obere Fläche trug als letzte Bastion der Verteidigung ein turmähnliches Gebäude als Holz.

Es gab wohl eine Verbindung zwischen diesem und dem unteren Hausberg im Garten von Kogler Hauptstraße 26, der nur mehr als Erdhügel erhalten ist. Da sich die Hälfte der 32 Urhäuser, deren Lage noch bestimmbar war, förmlich um den unteren Hausberg gedrängt hat, kann man annehmen, dass dieser einst Wohnsitz von Edelleuten war.

[Bild. 1000 Jahre alte Spuren des Erdwerks des unteren Hausbergs.]

UMKÄMPFTES LAND

Nach den Stürmen der Völkerwanderungszeit wurden die Awaren mit ihren Einfällen zur Gefahr des neu entstandenen Frankenreiches unter Karl dem Großen. Mit einer großen Herresmacht besiegte er 788 in der Schlacht auf dem Ybbsfeld die räuberischen Reiternormaden und drängte sie weit nach Osten ab. Die neuerworbenen Gebiete zwischen Enns und Leitha wurden zur Karolingischen Ostmark, einem Grenzland und Schutzgürtel des Frankenreiches (= Mark).
Erschlossen und kolonisiert wurde die Mark von Bayern aus. Nach kaum 100 Jahren wurde alles zunichte gemacht, was bisher aufgebaut worden war. Ein neuer Feind aus dem Osten, die Ungarn (Magyaren), entvölkerte in mörderischen Streifzügen ganze Landstriche. Ihrer Kampftaktik war kein herkömmliches Heer gewachsen.

Wie die Awaren waren auch die Ungarn Reiternomaden. Ihre militärische Stärke verdankten sie den Pferden, mit denen sie verwachsen schienen. Auf keinen Tross (= dem Herr nachfolgender Truppenteil mit Verpflegung und Ersatzwaffen) angewiesen, konnten sie zu jeder Jahreszeit ihre vernichtenden Eroberungszüge durchführen. Nach ihrem Sieg über die Bayern 907 bei Pressburg stießen sie nach Westen vor, die Karolingische Mark hörte auf zu existieren, das Land bis zur Enns wurde ungarisches Hoheitsgebiet.

Zu ihrem eigenen Schutz umgaben die Magyaren ihre Wohn- und Weidegebiete mit künstlichen Sperren, unterstützt von natürlichen Hindernissen, der Geypü (= Hag). Eine solge Gyepü-Linie verlief in unserer unmittelbaren Umgebung, nämlich entlang der Gölsen, des Laabenbaches und der Großen Tulln. Die Vorarbeiten zu dieser Schutzzone waren ihnen schon von den Awaren geliefert worden, von denen es hieß, dass sie das Land westlich des Wienerwaldes verhagt hätten. „Es war dies eine geschickte Art künstlicher Geländeverstärkung durch Hecken, Baumsperren und Wälle.“
(Th. Rossiwall „Schlachtfeld Niederösterreich).
Beim Herannahen einer größeren Feindesmacht konnte auch relativ rasch der Fluss aufgestaut werden, um das umgebende Land zu überfluten. Der weitere Verlauf der Gyepü bis zum Buchberg ist gesichert. „Am Buchberg bei Neulengbach sind die Reste der aus Erdwällen angelegten ungarischen Befestigungen noch heute sehr deutlich zu sehen. Sie stellen wohl das eindrucksvollste Zeugnis der Gyepü-Bauweise im österreichischen Raum dar.“
(M. Rauchensteiner „Vom Limes zum Ostwall“, 1998).

Die vielen Ortsnamen, in denen das Grundwort Hag enthalten ist, erinnern an diese Wehrlinie in unserer unmittelbaren Umgebung z. B. der Hagberg, der zweite Gipfel des Buchbergs, oder Hagenau, Haghöfen. Andere befinden sich nördlich der Donau, wie Hagenbrunn, Hagenberg.
Ungerdorf, Ungerbach wiederum lassen den Bezug zu den Ungarn erkennen. Es wird daher angenommen, dass sich die Wehrlinie nördlich der Donau fortgesetzt hat. Am auffallendsten ist die Namensgleichheit zweier Orte, von denen der eine bei Altlengbach, de andere bei Laa an der Thaya liegt: Schoderlee. Wahrscheinlich handelt es sich hier um Zeltdörfer als Grenzwächterstützpunkte, da der ausgefallene Ortsname von sator – Zelt – abgeleitet ist.

Anmerkung Markgemeinde, Andreas Bohnec, 1.6.2024:
Im Mai 2024 wurden aus Privatbesitz die drei Bände „Die Etymologie der niederösterreichischen Ortsnamen von Elisabeth Schuster, 1994 zur Verfügung gestellt.
Sie können derzeit auf der Homepage der NÖ Landesbibliothek (LINK) unter „Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich, Reihe B, bestellt werden. Die Veröffentlichung einer wortgetreuen Abschrift wurde nicht genehmigt.

WORAUS BESTAND DER HAG?

„Eng nebeneinander gesetzte Gehölze – meist Hainbuchen (Hagenbuchen) wurden mit der Axt angehauen, umgeknickt und wieder in den Boden gesteckt. Sie verwuchsen rasch mit dazwischen gesetzten wildernden Heckenrosen (Hagebutte), Weißdorn (Hagedorn) und anderen Dornensträuchern zu einem undurchdringlichen Dickicht“.
(G. Wagensommer „Buchberg“).
Dieser für damalige Verhältnisse nicht bezwingbare Verhagung wies nur wenige gut getarnte Durchlässe auf. Der einzige nachgewiesene Gyepüstützpunkt befindet sich, wie schon erwähnt, auf dem Buchberg. Östlich der Gyepü erstreckte sich mehrere Tage weit ödes Land, „verbrannte Erde“, die Gyepüelve. Hier konnten sich die ungarischen Streifscharen unbemerkt sammeln und in die Nachbargebiete einfallen. Am stärksten von Plünderungen, Menschenraum und Verwüstungen betroffen war Bayern.

Als 955 die Magyaren in nie dagewesener Stärke die Grenze überfluteten, wurde König Otto I um Hilfe gerufen. Innerhalb weniger Wochen war ein gut ausgebildetes, gesamtdeutsches Reiterherr zur Stelle. Gegen ihre Gewohnheit nahmen die Ungarn die offene Feldschlacht an und wurden am 10. August, dem Laurenzitag, bei Augsburg vernichtend geschlagen. Als „Schlacht auf dem Lechfeld“ ging sie in die Geschichte ein. Nach dieser Niederlage räumten die Magyaren das Gebiet zwischen Enns und Wienerwald und zogen sich hinter die Gyepülinie zurück.

Es ist durchaus möglich, dass zwischen die Benennung des Laurenzikirchleins am westlichen Abhang des Buchberges und der Schlacht auf dem Lechfeld ein Zusammenhang besteht, zählt es doch mit seinem Rundbau aus Quadersteinen zu den ältesten Kirchen in Niederösterreich.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 25.7.2024:
Hier gelangen Sie zur Wikipediaseite „Schlacht auf dem Lechfeld“.

In bescheidenem Umfang erstand die Ostmark, jetzt die „Ottonische“ genannt, als bayrisches Lehen wieder neu. Sie reichte von der Enns bis zur Traisen. 976 wird der Babenberger Leopold I mit der Markgrafschaft belehnt, und erst 991 fand der Bayernherzog Heinrich (der Zänker) den Durchlass auf dem Buchberg. Die Ungarn wurden Schritt für Schritt zurückgedrängt, nahmen um 1000 mit ihrem König Stephan das Christentum an und begannen, sesshaft zu werden.

Unter dem 2. Markgrafen der Ostmark Heinrich I (994 – 1018) traf man bald Vorkehrungen gegen neuerliche Einfälle. Auch in unserer Heimat wurden rasch Wehrbauten als feste Plätze zum Schutz der Bevölkerung errichtet – die Hausberge.

Heute weiß man meist nur mehr um deren Standorte, aber von den Erdwerken selbst ist kaum noch etwas zu sehen. Umso erstaunlicher ist es, dass sich in Kogl nicht nur der Erbau mit allen drei Erdkörpern, sondern auch die umgebenden Wall-Graben-Anlagen erhalten haben.

Margarete Bareuther, Kogl

 

Quellen:
K. Bareuther: Beiträge zu einer Ortskunde
S. Fischer-Fabian: Die deutschen Cäsaren
M. Rauchensteiner: Vom Limes zum Ostwall
N. Britz: Was von 800 Jahren Österreich geblieben ist
Die Chronik Österreichs
Th. Rossiwall: Schlachtfeld Niederösterreich
G. Trumler: Das Buch vom Wienerwald
G. Wagensommer: Der Buchberg
Der Tullner Gau, Zeitschrift für Heimatforschung.

Veröffentlicht am 11.8.2025

Hier können Sie einen Scann der Broschüre öffnen:

Scann_Mai_2024.pdf herunterladen (1.67 MB)

Veröffentlicht am 7.11.2025


07 Inhaltsverzeichnis


Geplant: Orte und Personen


A Der (obere und untere) Hausberg


A 1   Historische Landkarten mit Links

Folgende Links wurden bereits unter Frühgeschichte Nr. 1 (Histororische Landkarten Online) veröffentlicht.


Josephinische Landesaufnahme (1763-1787)

Franziszeische Landesaufnahme (1806-1869) 

Franzisco-Josephinische Landesaufnahme (1869-1887)

Franziszeischer Kataster 1821

Schweickhardt Karte um 1840

Vischer Karte (1670) auf der Homepage der NÖ Landesbibliothek.

Für uns von Interesse: Blatt 7.  Hier gelangen Sie zu den Detailansichten der Vischer-Karte.

Veröffentlicht am 26.7.2025

A 2   1760, Postkarte  "Ruine de Chogel"

Eine Postkarte mit einer Zeichnung der Burgruine bezeichnet diese „Anno 1760“. Die Postkarte erschien im Verlag R. Meyer, München, 1916. 
 
Ob es dafür eine historische Vorlage gab, ist unbekannt.
 
Ein Download ist unter 01 Karten, 07_Postkarte_Ruine_1760 möglich.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 3   1880, Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft

Im Herbst 2023 wurde unter Frühgeschichte unter den angegebenen Nummern recherchiert und im Dezember veröffentlicht:

Frühgeschichte Nr. 2 (Pfarrchronik Rappoltenkirchen)

Seite 108:
(Tumulus in Kogl)
Bemerkenswert ist ein hinter dem Hause No 25 gelegener Tumulus, auf welchem Pfarrer Wiedermann in Rappoltenkirchen aufmerksam gemacht hatte. Er dürfte 8 - 10 Meter hoch ewesen sein. Als die Spitze abgetragen wurde, um ein Feld darauf anzulegen, wurden einige altertümliche Gegenstände gefunden, so ein Hirschhorn und Knochen.
(Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft. Bd. 9, S. 405 f. Monatsblatt des Alterthumsvereines zu Wien, Bd. 3, S 54).
 
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 24.6.2024:
Dieser Eintrag dürfte nach den Römergräbern erfolgt sein, also nach 1890.

Nach einer halbstündigen Suche nach dieser Quelle (MAG IX; Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft) konnte am 14.8.2024 die Originalquelle Online gefunden werden. Diese erschien 1880. Somit ist klar, dass der Eintrag in der Pfarrchronik nach den Römergräbern nicht im selben Jahr geschrieben wurde, sondern eine Abschrift ist!

Hier gelangen Sie zur Originalquelle (im Internet) - Artikel auf Seite 405 in der Originalquelle.

Abschrift:

Quelle: Mittheilungen der Antropologischen Gesellschaft in Wien.
Redigiert von Franz Ritter von Hauser, Carl Langer, M. Much, Friedrich Müller, S. Wahrmann, J. Woldrich.
Band IX. Wien. 1880.

eite 405:

Kleinere Mitteilungen.

2. Ein Tumulus bei Kogl.

Da bis jetzt südwärts der Donau in Niederösterreich nur sehr wenige Tumuli bekannt geworden sind, so dürfte nachfolgende Beschreibung eines solchen Tumulis vielleicht einiges Interesse erwecken.

Lage.
Westlich von Kogl, Pfarre Rappoltenkirchen, hinterhalb der Häuser Nr. 25 und 26.

Form.
Kegelförmig und mit einem Graben umgeben. Gegenwärtig ist der Kegel abgestumpft und der obere Durchmesser beträgt ungefähr 30 Schritte. Die Abgrabung geschah erst vor einigen Jahren. Auf dem Plateau ist ein Weinberg angelegt. In das Erdwerk selbst sind von zwei Seiten Hauskeller gegraben worden. Das Materiale des Hügels ist Lehm und dürfte zum Theile aus dem Graben herausgehoben worden sein.

Fundstücke.
Die Arbeitsleute, welche die Abgrabungen vorgenommen, erzählten Folgendes: Viele Scherben wurden vorgefunden, auch kleine Eisenstückchen, doch nichts, wie sie meinten von Bedeutung. Mitten im Erdwerke waren zwei behauene Steine, welche der Eigenthümer beim Hausbau vermauern liess; auch fand man ein tiefes Loch, welches in das Innere des Hügels reichte, gegenwärtig „verreist“, d. i. durch hinabfallende Erde ausgefüllt ist. Manche Scherben zeigten „Furchen nebeneinander, wo man den Finger hineinlegen konnte“, führten also offenbar von cannellirten Gefässen her. Auch ein Stück Hirschhorn und Knochen (nach Urtheilung eines Arztes der Oberarm eines Menschen) wurden ausgegraben.

Leider habe ich keinen der Fundobjekte zu Gesicht bekommen, sie sind verworfen worden; ich habe aber den Auftrag gegeben, etwaige Fundstücke mir zur Ansicht zu überbringen.

Der Kürze wegen und um wahrheitsgetreu zu berichten, habe ich vielfach die Ausdrücke des Volkes niedergeschrieben.

Vielleicht hat Kogl oder Kogel davon seinen Namen?

Leopold Wiedermann.
 

Internetrecherche 15.8.2024 zu „canneliert“:
Gerippt (zwei verschiedene PDF-Bücher).

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 4   um 1900/1920, Postkarte Hausberg ohne Bäume

Postkarte „Schloßberg mit Blick auf Kogel“

Das besondere an dieser Ansicht des Schloßberges ist, dass er ganz ohne Bäume ist.

Ein Download ist unter 01 Karten, 8_Oberer_Hausberg_ohne_Bäume möglich.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 5   14.8.1914, Postkarte Germanenhügel aus vorchristlicher Zeit.

3 Bilder, eines davon ist beschriftet mit „Germanenhügel aus vorchristlicher Zeit in Kogl“. Zu sehen ist der untere Hausberg. Er wird ohne Bäume gezeigt und der Kegelstumpf ist sehr gut sichtbar.

Poststempel vom 14.8.1914.

Siehe im Register 01 Karten Nummer 04.1_Germanenhügel_unterer_Hausberg.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 6   15.9.1930, Der Tullner Gau, Zeitschrift für Heimatforschung

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 25.7.2024:
Der folgende Text ist nur ein Auszug. Den vollständigen Text, welcher im Herbst 2023 recherchiert wurde, finden sie unter unter Frühgeschichte Nr. 14.

2. Wallburgen oder Ringwälle sind in Niederösterreich wohl mehrere vorhanden, aber bis heute wenig erforscht. Solche Wallburgen sind in Bisamberg, Michelsberg, Oberleisersberg und Rauheneck bei Baden. Sie stammen nach Prof. Menghin jedenfalls aus prähistorischer Zeit, aber es ist unbekannt, welcher vorgeschichtlichen Kulturperiode sie angehören. Als Standort der Ringwälle wählte man in der Regel von der Natur geformte Anhöhen und baute sie durch Wallanlagen und Zubauten aus. Die in ihnen gemachten Funde reichen von der Steinzeit bis in die spätrömische Kaiserzeit. Die frühmittelalterlichen Wallburgen, von Germanen und Slaven errichtet, waren Zufluchtstätten der mittel- und osteuropäischen Völker in Kriegszeiten. Zum Unterschied von den Hausbergen, auf deren Hauptkörper nur wenige Menschen Platz hatten, konnten die Wallburgen tausende von Menschen mit ihrer ganzen Habe und dem Vieh aufnehmen. Die Wallburgen waren entweder in Ebenen neben Wasserläufen oder auf Anhöhen, wo die geologischen Schichten Brunnen zuließen oder es wurde der Umfangswall bis zu einer Quelle herabgeführt.

4. Hausberg. Dieser ist von Tumulus, Leeberg und der Wallburg scharf zu unterscheiden. Tumulus ist stets ein Grab, stets künstlich aufgeschichtet, während der Hausberg nur Verteidigungszwecken diente. Die Benützung eines Tumulus zu Hausbergzwecken, d. h. als Zufluchtstätte bei feindlichen Ueberfällen ist zwar oft zu lesen, aber nach der Forschung Prof. Menghins in keinem einzigen Falle nachgewiesen worden, dürfte also auch nie vorgekommen sein. Sie sind zumeist aus dem Boden herausgearbeitet und gewähren durch ihre Lage einen weiten, freien Ausblick. Die Hausberge sind auch in Deutschland, England und Frankreich zu finden. Wie die französischen Burgenforscher schon früh erkannt haben, gehören die Hausberge dem hohen Mittelalter an. Das Viertel unter dem Manhartsberg ist gegen Norden und Osten ein offenes Grenzland ohne natürliche Befestigungen, hatte aber seit jeher häufig an räuberischen Ueberfällen von diesen Seiten zu leiden. Die Gefahren dieser Ueberfälle hatten daher schon im 10. Jahrhundert zur Anlage der Hausberge als Zufluchtstätten bei feindlichen Einfällen geführt. Das bildet auch die Ursache, daß gerade im Weinviertel die meisten Hausberge zu finden sind, es sind 50 an der Zahl. Die Annahme, daß sie vorgeschichtlich seien und damals Kultzwecken dienten, hat die neue Forschung nach Menghin und Dachler gänzlich fallen gelassen und es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die Anlage dieser Erdburgen höchstens bis zum 10.  oder 9. Jahrhundert zurückreicht. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß manche dieser Erdburgen an der Stelle einer altgermanischen Kultstätte sich erhob, wie man es überhaupt damals liebte, christliche Kirchen, Kapellen und auch Burgen an der Stelle altheidnischer Opferstätten erstehen zu lassen, um dadurch den Uebergang von altheidnischen zum christlichen Glauben möglichst zu erleichtern. So finden wir in unserer Heimat den Bau des Stiftes Göttweih auf den Trümmern eines heidnischen Heiligtums historisch beglaubigt durch die Vita Altmanni, des Bischofs von Passau und Gründer des Stiftes, in der es heißt: "Quod adhuc fossae et valles testantur et antiqua aedificia vel idola ibi reperta". (Was hier Gräber und Täler bezeugen und altes Bauwerk oder Götzenbilder, die dort gefunden worden sind.) In gleicher Weise wurden auch die Kirchen auf dem Michelsberge und in Schrick auf einer zerstörten heidnischen Opferstätte erbaut. Zu den besterhaltenen Hausbergen unsere engeren Heimat gehört der von Mitter-Stockstall, nebst den entfernteren von Ober-Gänserndorf, Geiselberg, Stroneck, Schrick (mit der Kirche im Inneren), Ebental usw. Hausberge waren Burgbauten (Haus-Burg); denn im Mittelalter hießen sogar große Burgen nur Haus. Als Ort der Errichtung solcher Erdburgen waren besonders die Enden von niederen Hügelzügen beliebt, die nach 3 Seiten abfielen, sodaß nur eine Seite durch stärken Wall und Graben zu schützen war. Bei Anlage in der Ebene mußte der ganze Umfang des Hauptkörpers (Hochburg), auf dem Holzbauten und Pallisadenbefestigungen waren, mit Wall und Graben geschützt werden. Wenn die Grundfläche für die ganze Anlage, mit der Hochburg in der Mitte zu schmal war, so legte man diese an die Spitze, rückwärts dann die Vorburg und trennte beide durch Wall und Graben. Die meisten unserer Hausberge haben nur einen Hochkörper. Der Hausberg bei Geiselberg hat 3 Wälle und Gräben, wobei die Verteidiger gegen die Mitte zum "Haus" gedrängt wurden. Eine wichtige Frage war die Beschaffung von Trinkwasser, im unteren Hofe für viele Menschen und Tiere, auf den Hochkörper für wenige Verteidiger. In unserem Lößböden war wohl das Wasser durch Brunnen, Quellen oder Wasserläufe für den tiefliegenden Burghof leicht zu beschaffen. War dies schwer oder unzureichend, legte man für den Ernstfall Zisternen an. Die Hausberge waren von mindestens einem Wall und Graben, manchmal auch von mehreren umgeben, von denen die äußeren durch die Bodenkultur heute zumeist ganz ausgeebnet sind. Von den alten Germanen oder Slaven wurden solche Hausberge jedenfalls nicht angelegt, da werden Sicherungsanlagen die früher erwähnten Wallburgen waren. Wir können nach der Forschung Menghins mit Bestimmtheit die Herstellung der Hausberge in das 10. Jahrhundert verlegen und annehmen, daß im 12. und auch im 13. Jahrhundert noch viele bestanden. Verschiedene Chroniken schildern ausführlich die Art der Herstellung dieser Burgen und die Reimchronik Ottokars stellt beispielsweise noch im 13. Jahrhundert den Holzburgenbau in unseren Ländern fest. Der Mauerbau war damals noch seltene Kunst und Steinbauten, besonders in unseren steinarmen Gegenden, wurden erst verhältnismäßig spät - erst im 12. Jahrhundert aufgeführt. Erst in dieser Zeit begann man allmählich, Wehrmauern und Burgen aus Stein und Mauerwerk zu machen. Bischof Altmann von Passau (1065-1092) hat fast sämtliche Kirchen östlich von Passau in Holz vorgefunden. Von den Hausbergen sind heute fast nur mehr die Hauptkörper, d. s. Kegel- oder Pyramidenstutze, erhalten, während die übrige Ausstattung, die aus Holz, Pfahlwänden und Häusern bestand, sowie Wälle und Gräben durch die Bodenkultur meistenteils ganz verschwunden sind. Bei vorgenommenen Grabungen fand man nur neuere Topfscherben, Münzen u. dgl. aus dem Mittelalter. Die äußeren Kanten des Hauptkörpers sowie der Wälle und Gräben waren, um ihrem Zwecke zu entsprechen, dicht mit Pfählen besetzt, die etwas nach außen geneigt, tief genug in die Erde vergraben und oben mit Längshölzern und durch Flechtwerk verbunden waren, oder es war statt der Pfahlwand ein kräftiger Flechtzaun vorhanden. Die Höhe der Wälle mußte so sein, daß die Verteidiger bequem Geschosse hinaussenden konnten. Die Walleingänge waren verborgen, weil die Belagerer es besonders auf sie abgesehen hatten. Auf der oberen Fläche des Hauptkörpers stand ein turmähnliches Holzgebäude mit Schießscharten. Dieses reichte bis an den Rand des Erdkörpers. Auf der oberen Fläche des Hauptkörpers (Bergfried) war nur für wenige Verteidiger Platz. Der Gutsherr konnte hier in Kriegszeiten weder seinen eigenen Besitz, noch weniger den seiner Untertanen aufnehmen. Daher ist anzunehmen, daß sein gewöhnlicher Wohnsitz mit Vieh und Vorräten in einen umfangreichen Hof unmittelbar an oder um die Hochburg lag und mit Wall, Pfahlwand und Graben befestigt war, sodaß er dort nicht mehr beständig wohnen, sondern auch seine Untertanen, die im Dorfe hausten, in Kriegszeiten samt ihrer Habe innerhalb des befestigtes Hofes unterbringen konnte. Deshalb liegen diese Erdburgen in der Nähe oder innerhalb der Ortschaften. Nur mit Hilfe der Untertanen war es möglich, die riesigen Erdarbeiten, Pfahlwände herzustellen, den nötigen Wehrbedarf an Steinen einzubringen; daher mußte der Gutsherr im eigenen Interesse seine Untertanen an Leben und Habe schützen. Nur mit Ihrer Hilfe war es möglich, den großen Umfang des Hofes zu verteidigen. Was wir heute noch sehen, war die Hochburg, der Bergfried, die letzte Verteidigungsstelle, wenn der Feind schon in den Burghof innerhalb der Wälle eingedrungen war. Der obere Durchmesser der Hochburg betrug zirka 10-15 m, also nur für wenige Bewaffnete. Daraus geht hervor, daß diese großen Erdburgen - wie A. Dachler berichtet - zumeist Feudalburgen waren, welche die mit einem Gute begabten Herren neben oder im Dorfe und wahrscheinlich gleichzeitig mit dessen Gründung anlegten, um sich und ihre Untertanen bei feindlichen Einfällen zu schützen. Ein deutlicher Beweis dafür ist, daß das Volk für diese Erdburgen den Namen "Hausberg" gebraucht. Der Name sagt uns, daß er von den zuletzt gekommenen deutschen Siedlern gegeben wurde, die noch das Haus darauf sahen. Die meisten unserer Erdburgen haben nur einen Hauptkörper. Die Belagerer, die nur Pfeil und Bogen hatten, versuchten den mit Dorngestrüpp und Aesten verbauten Eingang frei zu machen, um Wall und Graben zu übersetzen und Feuer zu legen. Die Verteidiger warfen Steine, schossen mit Pfeilen und gossen heißes Wasser oder Oel hinaus (A. Dachler). Wie die Burgen, so wurden häufig auch Kirchen, Kapellen und Gutshöfe befestigt und innerhalb der Ringe gestellt. So sehen wir am Hausberge in Ober-Gänserndorf heute noch den Friedhof, bis 1813 befand sich auch die Pfarrkirche darauf. Auch das Bistum Passau ha viele seiner Gutshöfe in ähnlicher Weise wie die Erdburgen befestigt und Kirche und Kapelle innerhalb des Ringes gesetzt, so z. B. die Kirchen in Kirchberg a. Wg., Hohenwart usw.

Ueber die Bestimmung der Erbauungszeit unserer Erdburgen berichtet uns A. Dachler: Die Besitznahme des nordöstlichen Teiles von Niederösterreich seitens Deutschlands begann 1002 zwischen Kamp und March, 1015 und 1017 wird dort mit den Slaven gekämpft, 1018 und 1025 finden dort große Vergabungen (Schenkungen) statt, nach 1041 dürfte die heutige Nord- und Ostgrenze festgestellt worden sein. Während die alte Mark (südlich der Donau gelegen) durch den Wienerwald und die Donau guten, natürlichen Schutz hatte, war die Nord- und Ostgrenze bei stellenweiser slavischer Bevölkerung den Einfällen aus Mähren und Ungarn preisgegeben. Auch hören wir, daß bei allen slavischen Stämmen, die an Ostfranken grenzten, schon um 855 feste Plätze und Burgen in großer Zahl bestanden. Umsomehr war es nötig, zur Behauptung des noch dünn bevölkerten Landes feste Plätze gegen feindliche Einfälle zu errichten, die Bewohner zur Arbeit heranzuziehen und ihnen Schutz und Sicherheit zu bieten. Die Gefahren dieser Einfälle hatten schon im 10. Jahrhundert zur Anlage von Holzburgen als Zufluchtstätten geführt, deren Erdunterbau in der Form des Hausberges heute noch teilweise erhalten ist. Sie stammen also aus der Feudalzeit, in der es den Adeligen erlaubt und sogar geboten war, Burgen zu errichten.
Erdwerke unserer Heimat, welche - nach A. Dachler - als mittelalterliche Erdburgen (Hausberge) gelten:
i) Kogl (bei Rappoltenkirchen): 3 Erdkörper, oberer Durchmesser 10 m, Höhe 10 m;

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 25.7.2024:
„3 Erdkörper“ – kann das schon damals (1930) ein Hinweis auf drei Hausberge in Kogl sein? Siehe Register A 8: Lehrwanderung 1951.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 7   17.8.1949, Einlageblatt 5

Einlageblatt Nr. 5
1 Bezeichnung, Name und Art des Naturschutzgebietes oder Landschaftsteiles:
Kogler Hausberg
 
2 Bundesland, Verw.-Bezirk, Gemeinden, sonstige Bezeichnungen:
Niederösterreich, Tulln
Kogl, Post Sieghartskirchen
Flur: Schloßberg
Gemeinde Sieghartskirchen
 
3 Parzellen Nr., Landkarten Nr., Maßstab:
Parz.Nr. 424/5, 424/2 teilweise.
andkarte Nr. 4756/1; 1:25.000
 
4 Genaue Beschreibung des Grenzverlaufes des Schutzgebietes:
Das Gebiet wird begrenzt; im Westen von der Straße Kogl-Rekawinkel, im Süden vom Weg, der zum Friedhof und um die Friedhofsmauer führt, im Osten vom Ackerland und im orden von eingezäunten Wald.
 
5 Flächenausmaß des Schutzgebietes:
rund 1.5 ha
 
6 Zugelassene Nutzung und besondere Schutzbestimmungen:
Grasnutzung im bisherigen Ausmaße. Verbote sind Maßnahmen, die die Natur verändern od. den Naturgenuß beeinträchtigen od. das Landschaftsbild verunstalten sowie die Anlage von Bauwerken, Ablagerungsplätzenn u.dgl. und die Anbringung von Reklamen.
 
7 Stellungnahme der Eigentümer:
Gem.Kogl. Der Unterschutzstellungsantrag wurde vom Bürgermeister gestellt. Kein Einwand.
 
8 Unterschutzstellung erfolgte am:
auf Grund
verlautbart im
 
17.8.1949
d. Bescheides d.BH.Tulln v.4.8.1949, V-657/1949
Amtsbl. d.BH.Tulln v.6.9.1949, Nr. 299
 
Quelle: Verschönerungsverein Kogl, erhalten am 25.1.2024.

 

SCHULCHRONIK KOGL
Teil 2 (Geschichtliches, Schuljahr 1932/33 bis 1957/58)

Seite 144:
Auf Ansuchen des Bürgermeisters wurden mit Bescheid der Bezirkshauptmannschaft vom 4./8.1949 Zl. V-657 die Parzellen 424/5 und 424/2 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Es handelt sich hier um die dauernde Erhaltung des „Kogler Hausberges“ am Südabhange des Schloßberges und eines schönen, mit eigenartig geformten mehr als 100jährigen Föhren bestandenen Wiesenhanges.

Eine weitere Quelle zum Naturdenkmal:
Lebensregion Biosphärenpark Wienerwald
Vielfältige Natur in Sieghartskirchen
Mai 2022

Hier gelangen Sie zum Original (PDF), LINK 

Abschrift Seite 24:

Naturdenkmäler:
[…] Ein flächiges Naturdenkmal stellt der Kogler Hausberg dar, ein Wiesenhang mit solitären Föhren am Südwestabhang des Schlossberges. Ein Teil des Bestandes, der vermutlich durch ehemalige Beweidung offen gehalten wurde, ist zwischenzeitlich in natürlicher Sukzession wiederbewaldet. Der Solitärcharakter der Bäume ist daher nicht mehr gegeben.

Beschreibung: Kogler Hausberg
Katastralgemeinde: Kogl
Kennzeichen: RU5-ND-17001


Veröffentlicht am 25.7.2025

A 8   1951, Lehrerwanderung - Erwähnung des dritten Hausberges

SCHULCHRONIK KOGL, 1951
Teil 2 (Geschichtliches, Schuljahr 1932/33 bis 1957/58)

Seite 152:

Lehrerwanderung. 1951

Am 26. April hielt die Lehrerarbeitsgemeinschaft, Sprengel Sieghartskirchen, eine Tagung in Form einer Lehrwanderung ab, der wohl in jeder Hinsicht ein voller Erfolg beschieden war. An einem herrlichen Frühlingsmorgen wanderten die Kollegen und Kolleginnen aus der Umgebung dem Ausgangspunkte der Wanderung, dem lieblichen, im Blütenschmucke prangenden Schulorte Kogl zu. Zu unserer großen Ehre und Freude, konnten wir auch unseren Herrn Landesschulinspektor Braun begrüßen. Herr Oberlehrer Bareuther eröffnete in Vertretung des Sprengelleiters um 1/2 9 Uhr die Tagung und führte uns anschließend auf einen der drei Kogler Hausberge, wo er die Geschichte des Ortes und seiner ehemaligen „Veste Chogel“ streifte. Unser nächstes Ziel war das Kohlenbergwerk in Hagenau. […]

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 9   1953, Buchbesprechung zu Hans P. Schad'n

Buchbesprechung: Hans P. Schad’n: Die Hausberge und verwandte Wehranlagen in Niederösterreich, 1953

Prähistorische Forschungen, von der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Heft 3, Verlag Ferdinand Berger, Horn- Wien 1953, 268 Seiten, 47 Abbildungen, 2 Kartenbeilagen.

Quelle: Universitäts-Bibliothek Heidelberg
Titel: Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens
Jahr: 20.1956

Zitierlink und Nutzungsbedingungen laut PDF im Internet.

Die vorliegende Arbeit – schon 1944/46 im wesentlich abgeschlossen, aber erst 1953 erschienen – stellt einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der mittelalterlichen Burgen Mitteleuropas dar; gerade auch deshalb, weil der Verfasser sich die Aufgabe gestellt hat, die in vielen einschlägigen Werken zu kurz gekommenen Hausberge – Burghügel, die einen Turm oder ein Haus, aus Holz oder Stein, trugen; der Ausdruck entspricht in der engeren heutigen Bedeutung der Bezeichnung „Burstel“ im schwäbisch-fränkischen Raum – als Reste kleiner Niederadelsburgen des früheren Hochmittelalters zu untersuchen.

Im Hauptstück arbeitet Schad’n die Sonderstellung der Hausberge innerhalb der vorgeschichtlichen, frühgeschichtlilchen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Wehrbauten heraus; außerdem stellt er den terminus technicus „Hausberg“ den anderen in den Quellen und der Literatur üblichen Bezeichnungen von Wehrbauten gegenüber. Die Anwendung der umstrittenen Schuchhardtschen Unterscheidung zwischen fränkischer und sächsischer Burgenformen und die süddeutschen Verhältnisse, insbesondere auf die Hausberge, wird abgelehnt. Die Hausberge selbst scheidet der Verf.[asser] in vier Typen: einfache Rundhügel (Kegelstumpf); pyramidenförmige Hügel mit rechteckiger oder quadratischer Grundfläche; Verbindungen von Kegel- und Pyramidenstumpf, dazu drei bis vierteilige Werke, bei denen auch andere Formen vorkommen; atypitsche Anlagen. Der Umwallung wird wenig Einfluß auf die Gestaltung des Kernwerkes der Anlage zugeschrieben, betont wird dagegen die starke Abhängigkeit vom Gelände, Verwendung und Zweck, rechtliche Stellung, Einrichtung und Ausstattung (Einbauten aus Holz oder Stein u. ä.), Verbreitung, Zeitstellung (11. Jahrhundert) und siedlungsgeschichtliche Bedeutung, Volkskunde (Namen, Sagen u. ä.) und schließlich der Denkmalschutz sind weitere Gesichtspunkte, die berücksichtigt werden.

Im II. Hauptstück wird die Geschichte der Hausbergforschung in Niederösterreich behandelt. Gegenüber der ursprünglichen Deutung als Grabhügel oder als Heiligtum, wie sie vor allem Matthäus Much vertreten hat, vermochte sich die Erklärung als Befestigungsanlagen erst allmählich durchzusetzen; vor allem Moritz Hoernes und Anton Dachler, dann auch Oswald Menghin haben ihr zum Durchbruch verholfen. Dementsprechend wurde auch der Zusammenhang der Hausberge mit der deutschen Besiedlung des Mittelalters erst allmählich erkannt; auch hier sind Hoernes, Dachler und Menghin wieder an erste Stelle zu nennen. Much hatte die Hausberge als quadisch oder rugisch angesehen und ins 3. bis 5. Jahrhundert, spöter in die Latenezeit gesetzt; andere wiesen sie der Völkerwanderungszeit zu. Ein ausführliches, nach den Erscheinungsjahren geordnetes Verzeichnis des speziellen Schrifttums über die Hausberge Niederösterreichs gibt eine wertvolle Ergänzung dieses Abschnittes.

Ein Inventar der niederösterreichischen Hausberge bildet das III. Hauptstück. Die Beschreibung der einzelnen Anlagen gliedert sich in die Lagebeschreibung (Lage zum Ort und im Gelände, Verhältnis zu Gebäuden oder geschichtlichen Punkten der Umgebung, z.B. neueren Burg- oder Schloßbauten, Maierhöfen, Wüstungen), die Angabe wichtiger Umstände (Bodenbeschaffenheit und Bewuchs, Eigentumsverhältnisse, Erhaltungszustand, Einbauten) und die eigentliche Beschreibung (Art, Anzahl und Form der Erdwerke, Maße; Überreste dazugehöriger Anlagen, wie Ortsbefestigungen, Hof, Wächterhaus, eingebaute Türme; technische Ausführung, Bedeutung in der Entwicklungsgeschichte dieser Bauten und im Schrifttum; mutmaßlilche Bestimmung: Edelmannssitz, Hochwerk eines Maierhofes, Vorwerk). Außerdem folgen noch Angaben über Funde und Grabungen, Geschichte und Siedlungsgeschichte, Volkskunde (Namen und Überlieferungen, Sagen und Gebräuche) sowie Hinweise auf die einschlägige Literatur.

Bedauerlicherweise konnte der ursprünglilch geplante Bilderband mit Plänen und Lichtbildern aus Mangel an Mitteln nicht herausgegeben werden. Dafür sind dem Inventar zahlreiche Pläne beigegeben. Außerdem liegt noch ein Plan im Maßstab 1: 2 000 der bekannten Anlage von Stillfried und eine Übersichtskarte bei.

Das Werk von H. P. Schad’n umreißt sehr ausführlich den Stand der Forschung und ist zweifellos für die gesamte Burgenforschung von hohem Wert. Es ist nur zu bedauern, daß für unser Gebiet eine derartige Erfassung dieser Gruppe mittelalterlicher Wehranlagen noch fehlt. Für Bayerisch-Franken liegen die Arbeiten von K. Gumpert und H. Schreibmüller „Frühmittelalterliche Turmhügel in Franken“ (Ansbach 1950) und neuerdings von Klaus Schwarz „Die vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmäler Oberfrankens“ (Kallmünz/Opf. 1955) vor.

Tübingen, Gerhard Wein

Anmerkung Martgemeinde, Andreas Bohnec, 25.7.2024:
Außer dieser Buchbesprechung fand sich im Internet kein Original. Laut den erfassten Quellen wird an zwei Stellen erwähnt, dass Schaden den unteren und oberen Hausberg beschrieben hat.

Sollte zu einem späteren Zeitpunkt eine Abschrift möglich sein, wird diese hier erscheinen.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 23.8.2024:
Die Möglichkeit einer Ausleihe eines Exemplares aus der NÖ Landesbibliothek wurde entdeckt. Derzeit läuft die Anmeldung für einen Leseausweis. Da derzeit die Reihenfolge der einzelnen Abschriften festgelegt wird, wird die Abschrift nach der Veröffentlichung der bisherigen Abschriften erfolgen.

Für diese spätere Abschrift wurde das Register 9.1 angelegt.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 9.1   1953, : Hans P. Schad’n: Die Hausberge und verwandte Wehranlagen in Niederösterreich

Derzeit läuft die Anmeldung für einen Leserausweis der NÖ Landesbibliothek. Danach kann ein Exemplar für die Abschrift zugesandt werden.

Zuletzt veröffentlicht am 28.8.2024

Die Hausberge und verwandten Wehranlagen in Niederösterreich 
Hans P. Schad'n, Wien, 1953 
 

Seite 9:
I. Abteilung: Wehrbauten, die vornehmlich aus Erde und Holz bestehen. 
 
2. Die hoch- und spätmittelalterlichen Befestigungen, die sich um die Hausberge gruppieren.
A. Von der Einsetzung der Babenberger bis zur Thronbesteigung der Habsburger (um 1000 bis um 1300). [...] 
 
Seite 14:
"Haus" bezeichnet zunächst jedes Gebäude, das menschlicher Wohnung, Unterkunft und Beschäftigung dient, und diesen Sinn verbinden wir auch heute noch damit. Das Wort tritt seit dem 13. Jahrhundert vielfach urkundlich an die Stelle von "Burg", meist gebraucht mit dem Beisatz "festes Haus". Diese verengte Bedeutung behält es bis in das 17. Jahrhundert bei.
Der Grund dieser Umbenennung war nicht etwa, daß das "Haus" in die Burg einwanderte, wie Knapp meint, denn es war immer da in dem alten Palas, sondern daß seit dem 13. Jahrhundert zahlreiche kleine Sitze entstanden, die im wesentlichen nichts anderes waren als "feste Häuser". Dasselbe gilt für die Anlagen aus der Zeit der Landnahme und deshalb trifft auch die volkstümliche Bezeichnung "Hausberg" den Kern der Sache.
"Feste" (mhd. veste) ist schon im Althochdeutschen in der Bedeutung "befestigter Ort" bezeugt und wird im späten Mittelalter (14. Jahrhundert) häufig urkundlich für Burg oder Haus gebraucht. Das Wort betont die fortifikatorische Stärke der Anlagen ohne Rücksicht auf die Form. Ob es sich darauf bezieht, daß in dieser Zeit "eine wehrtechnische Festigung der Verteidigungsbauten durch Zwinger und Mauerturm" erfolgte (Knapp) ist möglich, aber nicht sicher. [...] 
 
Seite 24:
2. Hausberge des Landes in übersichtlicher Darstellung.
a) Formen und Typen. [...]
1. Die größte Verbreitung weist den Rundhügeltypus auf, ihm gehören etwa 2/3 aller Hausberge an. [...]
Die Umwallung nimmt im allgemeinen keinen wesentlichen Einfluß auf die Gestaltung der Anlage, höchstens, daß die Größe dadurch stark mitbestimmt wird. Einen Graben ohne Wall finden wir: [...] Ried am Riederberg,... 
 
Seite 25:
Eine größtenteils sehr schön ausgebildete Kegelform haben die Werke, bei denen sich das Endstück zu einer Rückfallkuppe verknotet und durch einen Halsgraben vom Hinterland abgetrennt ist; zu diesem Typus gehören: Ried am Riederberg, [...] 
 
Seite 27:
Bisweilen besaßen die Befestigungen dieser Art eine ganz beachtliche militärische Stärke, die kaum von den späteren Mauerschlössern übertroffen wurde, wie z. B. Ried am Riederberg [...] 
 
Seite 28:
Wir können nach der Bestimmung, die diese Anlagen zu erfüllen hatten, zwei Untergruppen unterscheiden: [...]
b) Vorwerke und Warten, deren Wirkungskreis sich auf ein bestimmtes Gebiet der Verteidigung, nämlich den Wachdienst, beschränkte. Die Vorwerke mögen kleine Häuser aus Holz oder Stein getragen haben, für die Warten aber war der Turm die einzig zweckmäßige Bauart.
Vorwerke von Schlössern finden wir in folgenden Orten: Kogel, [...] 
 
Seite 35:
Die Anlagen mit dieser Brustwehr leiten hinüber zu den eigentlichen Beringburgen, die wohl durchwegs bereits gemauert waren. Während in der eben behandelten Gruppe das Haus ungefähr die Mitte einnimmt und von einem freiliegenden Wehrgang umsäumt wird, ist hier entweder um die Plattform eine hohe Ringmauer geführt, an die sich innen ein Wehrturm, ferner Wohn- und Wirtschaftsgebäude anlehnen, oder die Gebäude selbst bilden einen Bering, der sich halb oder ganz um einen kleinen Hof schließt.
Die erste Form finden wir in [...]; die andere in Ried am Riederberg (halb geschlossen) [...] 
 
Die Türme, die oftmals in den Hausberganlagen der späteren Zeit stehen, haben nicht zum Wohnen gedient, sondern nur als Zufluchtstätte und Warte, wie denn im deutschen Burgenbau überhaupt der romanische Wohnturm zum Wehrturm geworden ist. Steintürme ohne Erdunterbau, die schon ganz den Bergfrieden der Mauerburgen gleichen, haben die Anlagen von Ried am Riederberg [...] 
 
Seite 38:
Öfter war dafür ein kleiner Turmhügel zugerichtet, von dem noch Überreste vorhanden sind: Ried am Riederberge [...] 
 
Seite 39:
Sehr häufig ist die Umwallung durch eingebaute Türme verstärkt. Es sei insbesondere auf folgende Werke verwiesen: Ried am Riederberge [...] 
 
Als Ergänzung zu den offen daliegenden Wehranlagen durchziehen bisweilen unterirdische Gänge oder Erdställe den Mittelkörper, um der Besatzung im Falle der höchsten Gefahr die Flucht ins Freie zu ermöglichen. [...] In anderen Orten weiß bloß die mündliche Überlieferung in unsicherer Weise davon zu berichten, wie in Kogel [...] 
 
Seite 42:
d) Verbreitung, Zeitstellung und siedlungsgeschichtliche Bedeutung; örtliche Eigenheiten.
[...] Zwei Hauptlinien. Eine von Süden nach Norden durch das Tiefland der March; die andere läuft von Osten nach Westen durch das Zayatal. [...] Die Führung der Linien läßt klar erkennen, daß die Befestigungen hauptsächlich zum Schutze gegen die von Ungarn Mähren drohenden Einfälle angelegt wurden. [...] 
 
Im Viertel ober dem Wienerwald häufen sie sich in auffallender Weise in dem an das Tullner Becken stoßenden Hügelland, das begrenzt wird vom Wienerwald, der Westbahnstrecke und der Traisen. Auch diese Erscheinung kann wohl nur eine siedlungsgeschichtliche Ursache haben. [...] 
 
Seite 44:
e) Volkskundliches.
[...] Die beiden häufigsten Bezeichnungen sind "Hausberg" und "Schloßberg" oder ähnliche Zusammensetzungen, die bei uns auch in das Schrifttum übernommen wurden. "Schloß" ist der jüngere Ausdruck für "Haus" und wird mit diesem gleichbedeutend verwendet. Es ist nun interessant, daß auch in der volkstümlichen Benennungen zum Ausdruck kommt, welchen Entwicklungsgang diese Werke genommen haben. Denn die meisten Anlagen, die einen mit "Schloß" gebildeten Namen tragen, waren mit einem Mauerbau bewehrt, gehören also zu den jüngeren Befestigungen dieser Art, während fast alle Werke, die vermutlich mit einem Holzbau versehen waren und daher in der Regel aus älterer Zeit stammen, als "Hausberge" bezeichnet werden. Natürlich wird diese Unterscheidung nicht strenge durchgeführt, in der Mehrzahl der Fälle aber stimmen die Benennungen mit dem angeführten Tatbestand überein. [...] 
 
Seite 45:
Überdies stehen ja an manchen Orten noch bedeutende Überreste (Ried, Schiltern) [...] 
 
Regelmäßig heißt es, in dem versunkenen Schloß sei ein großer Schatz verborgen, eine Erzählung, die wohl von den Leebergen herübergekommen ist, aus denen tatsächlich beim Pflügen oder Graben öfter Gegenstände zum Vorschein kommen, darunter auch Gold- und Silbersachen. [...] 
 
Seite 47 - 48:
f) Denkmalschutz
[...] Zu diesem Zwecke müßte in jedem Amte ein Verzeichnis der zu schützenden Denkmäler aufliegen, in dem die besonders wertvollen entsprechend hervorgehoben sind.   51) 
 
51) Um eine Klassifizierung vorzubereiten, seien hier diejenigen Hausberge zusammengestellt, die vor jeder Veränderung zu bewahren wären; die Namen der Orte, in deren Gebiet ein besonders wertvolles Denkmal liegt, sind mit einem oder zwei Sternchen versehen. [...] * Ried am Riederberg [...] 
 
Seite 50 - 51:

b) Mittelalterliche Ortsumwallungen und Fluchtburgen

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 27.4.2025:
Abschrift dieses Textes, weil der obere und untere Hausberg vielleicht mal verbunden war und weil im Heimatbuch von Ollern eine Fluchtburg in einer Skizze eingetragen ist.

Während wir bei der Behandlung der Frage, ob und wie der Burgentyp der Hausberge mit den älteren heimischen Erdbauten zusammenhängt, über Vermutungen nicht hinauskommt, liegen die Fäden, die von dem urgeschichtlichen Ringwall zu den mittelalterlichen Ortsumwallungen einerseits und den gleichalterigen oder jüngeren Fluchtburgen andererseits hinüberführen, ziemlich offen zutage.

Diese Werke werden hier behandelt, weil die mittelalterlichen Ortsumwallungen meistens in Verbindung mit Hausbergen auftreten und sich parallel zu diesen weiterentwickelt haben: Wie die Hausberge die Vorläufer der Mauerburgen, so sind die Siedlungsgürtel die Vorläufer der späteren Stadtmauern. Die mittelalterlichen Fluchtburgen wiederum haben eine so auffallende Ähnlichkeit mit den Ortsumwallungen, daß sie kaum von ihnen zu unterscheiden sind, wenn nicht die Lage einen sicheren Anhaltspunkt bietet.

Daß diese Fluchtburgen eine dem urgeschichtlichen Ringwall ähnliche Form haben und wahrscheinlich auch auf ihn zurückgehen, ist weiter nicht auffällig, da sie ja eine Tradition fortsetzen, die bis in die indogermanische Zeit zurückreicht. Aber auch für die Ortsumwallungen gilt ähnliches, denn die urgeschichtlichen Höhenfestungen waren ja größtenteils ständig besiedelte Plätze. […]

Bei uns vermitteln den Übergang von den urgeschichtlichen zu den mittelalterlichen Erdbauten sowohl der Zeitstellung wie der Form nach die sogenannten „Burgwälle“. Sie stehen vielfach auf altbesiedelten Boden und sind äußerlich, von der Technik der Erdarbeiten abgesehen, kaum von den urgeschichtlichen Ringwällen zu unterscheiden. Ihre Keramik ist gekennzeichnet durch das häufige Auftreten des Wellenornamentes, sie gelten als frühdeutsch oder slawisch und sind jedenfalls älter als die Hausberge. Je nach ihrer Lage sind sie teils als Siedlungen, teils als Fluchtburgen anzusehen, doch ist diese Zuteilung nicht gesichert. […]

An diese befestigten Siedlungen, die noch den Charakter der alten Ringwälle tragen, schließen sich die Ortsumwallungen an, die in die Zeit der Hausberge fallen und auch mit diesen verbunden sind. 54)

54) Über die „Spähhügel“ bei Burgwällen siehe Anm. 16.

16) Burgenkunde 1905, S. 98 f.
Als Beispiel sei die sogenannte Hunneschans (Hünnenschanze) am Uddeler Meer (Holland) angeführt, eine aus dem 9. Jahrh. stammende Wallburg. Hier stehen an der Außen- und Innenseite des Walles neben dem Durchlaß ovale, oben abgeplattete Erdkegel, die beide vermutlich als Torschutz gedient haben und daher wie die Hausberge mit einem Fort versehen waren (C. Schuchhardt, Die Burg, S. 190, Abb. 175). […]

Die Siedlungsgürtel der Holz-Erdtechnik, in die Hausberge eingebaut sind, gleichen in der Anlage ganz den späteren Städten, bei denen die Burgen vielfach im Zuge der Stadtmauern stehen. In der Marchgegend finden wir eine Reiche solcher Umwallungen: Drösing, Stillfried, Oberweiden, Niederweiden und Oberhausen-Sachsengang.
Sie fallen fast alle in die Zeit der Ortsgründung; die ältesten sind also bald nach dem Jahre 1000 anzusetzen, nur Niederweiden gehört einer späteren Zeit an. Es scheint demnach, daß nach der Gewinnung der Neumark die ganze Marchgrenze durch einen Gürtel derartiger Befestigungen gesichert wurde. […]

Seite 56 (Unterschiede Leeberge – Hausberge)

[…] Die Hausberge haben, wenn die Zerstörung nicht sehr weit fortgeschritten ist, meist eine ausgesprochene Plattform mit einem mehr oder weniger scharf ausgeprägtem Rand, während der Gipfel der Leeberge durchwegs gleichmäßig abgewölbt ist.

Wichtig sind endlich geschichtliche Zeugnisse. Wenn ein Geschlecht aufscheint, das sich nach dem Orte benennt, ist mit ziemlicher Sicherheit auf einen befestigten Sitz zu schließen, ganz abgesehen davon, daß oft der Bestand einer Feste ausdrücklich bezeugt wird. […]

Seite 59:

Einzelne Hausberge wurden später als Wachtberge benützt, was wir teils aus den Namen schließen können, teils aus der mündlichen Überlieferung oder aus geschichtlichen Quellen wissen. Hier wären anzuführen die Werke von Altlichtenwarth, Forchtenau, Obersulz und Wultendorf, ferner der Buchberg, Loschberg, Michelsberg und der Schaustein bei St. Oswald. […]

B. Spätmittelalterliche Bauten, die das Erbe der Hausberge übernehmen.
a) Mauerburgen.

Seite 60:

[Hausberg] In einzelnen Fällen mögen wohl die unzulänglichen Blockhäuser und Holztürme entfernt und auf den alten Unterbau gemauerte Häuser gesetzt worden sein, nachgewiesen aber ist bei uns eine solche Erneuerung in keinem einzigen Fall und wird sich wohl auch schwerlich durch Grabungen feststellen lassen. […] Man hat vielmehr die neueren, weitaus geräumigeren Mauerschlösser nicht auf, sondern neben den alten Anlagen erbaut, wie zahlreiche Beispiele lehren. […]

Die Zeit, in der dieser Übergang erfolgte, ist nicht überall gleich, da verschiedene Umstände dafür maßgebend waren, welcher Baustoff verwendet wurde. In einer Gegend, wo Steine leicht zu beschaffen waren, mag man früher gemauerte Häuser aufgeführt haben, als dort, wo das Material weit hergeholt werden mußte. Ebenso wird man den solideren Steinbau bevorzugt haben, wenn dem Bauherrn größere Mittel zur Verfügung standen und mit einer längeren ungestörten Bauzeit gerechnet werden konnte. Nicht gleich war natürlich auch, an welchem Punkte die Feste lag. Sie wird stärker ausgebaut worden sein, wo sie zugleich Aufgaben zu erfüllen hatte, die den Schutz des Landes betrafen, und daher der Landesherr den Bau unterstützte. Im allgemeinen wird man die Hauptmasse der Hausberge mit Steinschlössern in die Zeit versetzen können, in der der Mauerbau in größerem Umfange geübt wurde, d.i. in das 12./13. Jahrhundert, die Übergangswerke aber, die eine Auflösung der alten Form zeigen, in noch spätere Zeit. 74)

74) Die weitverbreitete Meinung, daß vorher in Deutschland ausschließlich in Holz gebaut wurde, ist nicht richtig. B. Ebhardt führt darüber in seinem Werke „Der Wehrbau Europas“ I, S. 312 f. folgendes aus: „Vor dem Fall des Römerreiches wurden Germanen als Sklaven an Steinbauten beschäftigt… sie lebten diesseits und jenseits des Limes immer in Berührung mit den Römern. Sollten die hochbegabten nordischen Germanen die Bedeutung des Steinbaues nicht erkannt haben? Daß die Deutschen im 8., 9. und 10. Jahrhundert und noch lange nach 1000 nur in Holz gebaut haben, glauben wir also nicht…
 Im steinarmen Flachlande freilich, in Sümpfen, Flüssen und Seen werden Wall- und Erdkegelburgen noch lange mit Holzbauten, Türmen, Planken und Zäunen gekrönt worden sein, erreichbar über Holzbrücken und Knüppeldämme, deren uralte Reste wir aus Morrfunden kennen.“ […]

Seite 61:

An den Bauten der zweiten Gruppe läßt sich am besten verfolgen, welch innige Beziehungen zwischen den Hausbergen und Mauerburgen bestehen, sodaß es nur schwer möglich ist, sie scharf voneinander zu scheiden.

Aus der großen Masse der Werke, die hier einzureihen sind, ragt eine Anzahl durch ihre besondere entwicklungsgeschichtliche Bedeutung hervor, denn ihr Erdunterbau weist einerseits noch die Form der echten Hausberge auf, andererseits aber erreichen die gemauerten Einbauten eine solche Mächtigkeit, daß sie bereits in den Vordergrund treten. Wegen der Größe der Anlage und der technischen Vollendung stellen diese Bauten einen Höhepunkt in der Entwicklung der Hausberge dar. Es zeigt sich hier am klarsten, daß die Erdwerke von vornherein für einen Mauerbau berechnet waren, da beide aufeinander abgestimmt sind. Man hat aber den Eindruck, daß die Mauerburg die Fesseln, die ihr die alte Form auferlegt, im Begriffe ist, zu sprengen. Diese Festungen stehen also fast mathematisch genau an der Grenze zwischen den alten Hausbergen und den neueren Mauerburgen, sie gehören sowohl jenen wie diesen an und vermitteln so recht augenscheinlich den Übergang zwischen den beiden Bauarten. Auf sie trifft daher in erster Linie die Bezeichnung „Übergangswerde“ zu, die ich für die ganze Gruppe geprägt habe. Diesen Typus verkörpern in vollendeter Weise die Werke von: Ried am Riederberg, […]

Seite 63:

b) Kirchenbauten mit und ohne Wehranlage.

Zwischen Herrschaftsbezirk und Pfarrsprengel bestehen die innigsten Beziehungen, was sich schon darin äußert, daß Burg und Kirche vielfach zu einer Einheit verbunden waren. Überhaupt haben die Kirchenbauten der älteren Zeit vieles mit den Burgen gemeinsam: Sie sind meist wie diese auf freistehenden Anhöhen, vorspringenden Geländeecken oder erhöhten Punkten erbaut; die Hochlage der Kirche verleiht ja der deutschen Dorflandschaft ihr Gepräge. […]

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 27.4.2025:
Abstetten ohne Burg, Sieghartskirchen – Burg vielleicht auf der anderen Straßenseite, ehemaliges Gasthaus Berger.

Seite 64:

Die Kirchenfestungen bilden also ein Seitenstück zu den Hausbergen und sie haben auch einen ähnlichen Entwicklungsgang durchgemacht wie diese.

Einige weisen die Formen der echten Hausberge auf und sind wohl auch zum Großteil aus solchen hervorgegangen, wie Johannesberg, […]

1. Wehrkirchen, die mit Hausbergen zu einer Doppelfestung vereinigt waren: Tulbing, […]

Seite 78 ff:

II. Hauptstück: Unsere Hausberge im Schrifttum.
1. Geschichte der Hausbergforschung in Niederösterreich.

[Behandelt frühere falsche Annahmen. Die Jahreszahlen sind entweder die Lebensdaten oder das Erscheinungsjahr eines Werkes.]


Die Anfänge der Hausbergforschung in Niederösterreich fallen zusammen mit dem Aufkommen der prähistorischen Wissenschaft, deren Pflege eine Hauptaufgabe der 1870 gegründeten „Anthropologischen Gesellschaft“ war. […]

Matthäus Much (1832-1909)
Lambert Karner (1841-1909)

Erdställe wie Hausberge, treten fast immer zusammen auf.

Franz X. Kießling (1859-1940)
Maler Ignaz Spöttl (um 1890)

Moritz Hoernes (1852-1917)
Um 1901 und 1901 erkannte er als erster „die Bedeutung und Zeitstellung“ unserer Hausberge richtig.

Oskar Firbas (1907), lehnt Muchs Tempeltheorie ab. In anderen Ländern wurden die Hausberge längst als Befestigungen erkannt. Er betont den wehrhaften Charakter der Hausberge.

Anton Dachler (1841-1921)

Hermann Leiter (1913)
Er erkennt, dass Hausberge nicht planlos, sondern „längs der wichtigeren Flüsse und entlang der wichtigeren Verkehrswege angelegt“ sind.

Oswald Menghin (1914)
Richard Böhmker (1924)
Pfarrer Anton Hrodegh (1875-1926)
Auf ihn schein es zurückzugehen, dass diese Bauten [Hausberge] im Schrifttum öfter als „Fluchtburgen“ bezeichnet werden, ein Ausdruck, der aber entschieden abzulehnen ist, da er eine ganz falsche Vorstellung von dem Wesen dieser kleinen Edelmannsitze erweckt.

Eduard Beninger (1924)

Seite 91 ff:

Schad’n:
Bei Much und Dachler setzt seine Arbeit an.

Seite 92:

Ferner ist hier zum erstenmal klar ausgesprochen, daß nicht jeder Hausberg eine Holzburg getragen hat, sondern daß es im Lande zahlreiche Bauten dieser Art gibt, die bereits mit einem Steinhaus versehen war. So selbstverständlich dies auch heute sein mag, damals war es gegenüber Dachler eine neue Erkenntnis. […]

Seite 94:

Den völligen Durchbruch des Gedankens, daß bei den Bauten, die wehrhaften Charakter haben, das Wehrbaumäßige in den Vordergrund zu stellen ist, finden wir in den beiden folgenden Arbeiten, obwohl beide von der Kunstgeschichte herüberkommen. Sie sind deshalb wichtig, da bei ihnen der Zusammenhang mit der Hausbergforschung hergestellt ist und der Entwicklungsgedanke eine leitende Rolle spielt.

Die 1931 bei Strzygowski eingereichte Dissertation „Die befestigten Kirchen des südlichen Beckens“ von Maria Sommerlatte ist leider unveröffentlicht geblieben. […]

Der 1940 von Werner Höld veröffentlichte Aufsatz über „Burgen der Ostgrenze in Niederdonau“ ist gleichfalls aus einer kunstgeschichtlichen Disseration hervorgegangen. Er behandelt fast ausschließlich Burgen im Viertel unter dem Wienerwald und greift nur gelegentlich über dieses Gebiet hinaus. […]

Seite 96 ff:

2. Verzeichnis des speziellen Schrifttums über die niederösterreichischen Hausberge.

1832-1841, Schweickhardt. Ried am Riederberg, Johannesberg.

1879, Wiedermann, Leopold. Ein Tumulus bei Kogel. M.A.G., IX, S. 405 f. [Abschrift im Register A3 1880, Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft]

1897, Calliano, Gustav, [Bericht über die befestigte Siedlung auf dem Buchberg]. M.A.G. XXVII, S. [24]
* Buchberg bei Neulengbach.

1934, Schad’n, Hans P., F.B.Ö. I, H. 17-20.
* Johannesberg, * Ried am Riederberg.

1936, Schad’n, Hans P., Hausberge und verwandte Festungsanlagen im Marchfeld. M.A.G. LXVI, S. 276 bis 318.
Ried am Riederberg

1937, Fuchs, Hans, Bodendenkmale im Wienerwald U.H. X, Nr. 4, S. 128.
Kogel (Hochburg).

Seite 107: Vorbemerkungen zur Übersichtskarte. […]

Seite 109:
III. Hauptstück: Beschreibung der einzelnen Werke.
Vorbemerkungen […]

Seite 120:

Buchberg (Bergname), Gde. Maria Anzbach, G.-B. Neulengbach, B.-H. Hietzing Umgebung.

Der Buchberg bildet einen in nord-südlicher Richtung streichenden Höhenrücken, dessen westliche Längswand schroff und sturmfrei abfällt. Der Gipfel, der sich 10 – 12 m über den Rücken erhebt (Kote 464) und heute ein Schutzhaus trägt, ist zu einem Hausberg ausgebaut, der samt dem angrenzenden höheren Teil der Kuppe von einem starken Ringwall umschlossen wird, so daß die ganze Anlage das Aussehen einer urgeschichtlichen Höhenfestung hat.

Der Umfassungswall setzt im Südwesten bei dem Steilhang des Berges an und endet ebenda im Nordwesten. Das Material hiezu wurde teils durch Abdachung der Wände, teils durch Einebnung des anstoßenden Geländes gewonnen. Er ist an der östlichen Längsseite größtenteils zu einer Terrasse eingeflacht und hat hier sowie im Norden und Süden je eine Öffnung.

An der Südseite ist die beim Aufstieg rechts liegende Torwange erhöht und verbreitet wie zur Aufnahme eines kleinen Turmes. Im Osten, wo sich anscheinend der Haupteingang befand, greifen die Wallarme ineinander. Außen liegt davor eine tiefe Grube; sie wird von einem Wallbogen umsäumt, der rampenartige bis zur Eingangsöffnung emporsteigt, so daß es den hier eben verlaufenden Bergrücken führt, ist vielleicht nicht ursprünglich, sondern stammt aus späterer Zeit.

Aus dem Gipfel, der im Südwesten des umwallten Gebietes aufsteigt, ist die Burganlage herausgearbeitet, ein ovaler Kegelstutz, dessen Plattform ungefähr 42 m lang und 15 m breit ist. Die westliche Längsseite geht in den Berghang über, die östliche fällt in vier übereinanderliegenden halbmondförmigen Terrassen gegen den Ringwall ab. Die beiden obersten sind mit einem Randwall versehen, der, höher ansteigend, auch die Nord- und Südseite des Kegels umfaßt, die dritte ist sehr schmal und besteht eigentlich nur aus Graben und Wall, die vierte dürfte den Aufgang zur Burg vermittelt haben. Calvi spricht von einer „mit Steinen gepflasterten Auffahrt“, doch ist davon heute nichts mehr zu sehen. Das Werk hat durch den Einbau der Schutzhütte sehr stark gelitten. Diese steht vermutlich auf den Grundmauern des Schloßgebäudes, die nach älteren Berichten früher aus dem Boden ragte.

Die nördliche Hälfte der vom Ringwall umschlossenen Kuppe nimmt eine sanft gewölbte Hochfläche ein, deren scharf abfallende Wände künstlich abgedacht zu sein scheinen. Hier standen wahrscheinlich die Wirtschaftsgebäude; heute Ackerboden.

Neolithische und endbronzezeitliche Funde weisen darauf hin, daß die Kuppe in urgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Ob auch der Ringwall aus dieser Zeit herrührt und beim Bau der mittelalterlichen Burg bloß weiter ausgestaltet wurde, müßte erst untersucht werden.

 

Skizze: Burgstall auf dem Buchberg bei Neulengbach [Register Download von Karten, Fotos: 41_Schad’n_Buchberg]

Legende:
 …….. größere Neugungsänderung die in Schichtenliniendarstellung nicht gut erkennbar ist.
Stein-/Holz-Bau
Schraffendarstellung wurde nur für jene Geländeformen angewendet, die bei reiner Schichtenliniendarstellung nicht zum Ausdruck kommen würde.

Der Ortsname „Burgstall“ scheint, wie schon Schweickhardt vermutet, darauf hinzuweisen, daß hier eine ältere Anlage bestanden hat, nach der der Ort benannt wurde.

Calvi gibt an, daß in den älteren Grundbüchern der Herrschaft Neulengbach der Höhenzug die Bezeichnung „Buchberg“ trage, woraus sich dann die heutige Namensform entwickelt habe. Eine ähnliche Umdeutung des Namens findet sich bei Lembach, wo die „Buchleiten“ einst „Burgleiten“ hieß (vgl. G. Binder, II, S. 26).

Die Burg auf dem Buchberg dürfte der Mittelpunkt eines größeren Befestigungssystems gewesen sein, in das auch das Werk von Johannesberg einbezogen war. Hinter dem Orte Burgstall aber „am Hange des Buchberges“ sind keine Wallreste außer der Gipfelfestung zu sehen, wie man etwa aus den Angaben Binders und anderer Schriftsteller schließen könnte. Im 12. Jahrhundert erscheint ein Hartwich v. Purgstall, der angeblich hieher gehört. Schweickhardt wiederum spricht die Vermutung aus, daß die Edlen von Hagenau hier ihren Sitz gehabt haben. Das Schloß soll 1529 zerstört worden sein.

 

G. Galliano, M.A.G. XXVII (1897), S. [24] (erster Bericht).
Mitteilungen des Staatsdenkmalamtes 1919, S. 52 f. (Funde; Ansicht der Verwallung und kartographische Zeichnung).

 

Seite 159:

Johannesberg, G.-B. Neulengbach, B.-H. St. Pölten.

Die Kirche mit viereckigem, bergfriedartigem Turm steht auf einer weit gegen Nordwesten vorspringenden, steil abfallenden Hügelnase, deren oberer Teil zu einem ovalen Kugelstutz zugeformt und mit einem talwärts herumlaufenden Wallgraben versehen ist. Die Plattform, deren Rand einst von einer Friedhofmauer umsäumt war, ist 33 m lang und 15 m breit.

Wall und Graben sind an den Längsseiten zu einer Stufe eingeebnet. Diese läuft im Nordosten gleichmäßig etwa 10 m unter dem Plattenrande fort, während sie im Südwesten mit dem Gelände stark ansteigt, bis sie an einem plateauartigen Vorsprung endet, der fast aussieht wie eine dem Kegel im Süden vorgelagerte Pyramide.

An der rückwärtigen, dem Dorfe zugekehrten Schmalseite ist die Formation durch den Einbau eines Hauses gänzlich verwischt worden. Man erkennt aber deutlich an dem abfallenden Gelände, daß der Kegel über seine Umgebung emporgeragt hat. Vielleicht war hier ein Graben gezogen wie beim Pirawarther Werk, das überhaupt in der Anlage große Ähnlichkeit mit unserem hat.

Die Überlieferung, daß das Kirchlein „St. Johannis am Berg“ zu der auf dem nahen Buchberg gelegenen Burg gehört hat, scheint geschichtlich begründet zu sein; denn es bestand hier vermutlich einst ein Vorwerk, das später in eine Kapelle umgewandelt wurde, allerdings nicht schon um 1228, wie eine von Calvi gebrachte, aber urkundlich nicht belegte Notiz des Pfarrgedenkbuches meldet.

F.B.Ö. I, Heft 17/18 (1934), S. 230 (Erster Bericht des Verfassers dieser Arbeit über die Wehranlage).
Pr. Calvi, Hietzing (1901), S. 386.
Schweickhardt, O.W.W. I, S. 150.

Seite 165:

Kogel, G.-B. und B.-H. Tulln.

Am Nordwestende des Ortes steht hinter den Häusern Nr. 25 und 26, angelehnt an eine natürliche Böschung, ein künstlich aufgeworfener Kegelstutz mit umlaufendem Graben. Privatbesitz, mit Obstbäumen bestanden, zwei Kellereinbauten.

Der Kegel war früher 8 – 10 m hoch, wurde aber in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 28.4.2025: die 1870iger Jahre] um einige Meter abgetragen, wovon wohl die Anschüttung an der Nordseite herrührt. Jetziger Plattendurchmesser etwa 20 m. Der Graben ist an der Sohle 8 – 9 m breit, der einstige Randwall ist weggeackert.

Funde im Mittelkörper: Grob geriefelte Gefäßscherben, Eisenstücke, in der Mitte des Plateaus zwei große behauene Steine und ein tiefes Loch, das in das Innere des Hügels reichte und vermutlich von einem Erdstall herrührte.

Wahrscheinlich ein Vorwerk des Schlosses, bestimmt zur Bewachung der Straße, wie aus der Lage am Dorfausgange hervorgeht. Die mündliche Überlieferung weiß auch zu berichten, daß beide Werke durch einen Gang verbunden waren.

Das Mauerschloß, das am Südostende des Ortes auf dem „Schloßberg“ stand, besaß einen durch drei übereinander aufsteigende Zwingerterrassen geschützten Turm und dürfte ebenfalls nach Art der Hausberge angelegt gewesen sein.

1261 erscheint ein Wolfgherus de Chogel.
1455 wird das „öd haus und purkstall zu dem Kogel“ genannt, worunter jedenfalls die Hochburg zu verstehen ist.

L. Wiedermann, M.A.G. IX (1879), S. 405 (Erste Beschreibung); Mo.Bl.A.V. III (1890-92), S. 54.
A. Dachler, Erdburgen (1912).
G. Binder, I. S. 110 (nur über die Mauerburg).
Top. V, S. 293.

Recherche zu Dachler, Binder am 7.9.2024.

Bei Dachler (Erdburgen in Niederösterreich) fand sich eine Auszugsansicht:
Kogel bei Rappoltenkirchen, III, 10, 10, Bl. XII. 393, Anth. Ges. XVII (45).
Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien, 1912

Anderer Suchtreffer zu Dachler:

Auffallend ist mir, dass das hier für Berggipfel geläufigste Wort Kogel (Kegel) in den Eigennamen sehr sparsam erscheint: ich habe nur […]
Seite 200, Die deutschen Mundarten. Eine Monatsschrift für Dichtung, Forschung und Kritik. Dr. G. Karl Frommann, Vierter Jahrgang. Nürnberg, 1857.
Interessant daran ist, dass dies eine Erklärung sein könnte, wieso der Ort Kogl seinen Namen vom Hausberg haben könnte. Vergleiche dazu die Abschrift Wiedermann (1880, Register A 3). Im letzten Satz stellt er die Frage: „Vielleicht hat Kogl oder Kogel davon seinen Namen?“

Zu Binder ergab die Recherche keinen Treffer.

 

Seite 208:

Ried am Riederberg, G.-B. und B.-H. Tulln.

Etwa 1/4 km südlich vom Orte springt vom Klosterberg in nordnordwestlicher Richtung ein bewaldeter Ausläufer vor, der sich vorne zu einer Rückfallkuppe verknotet und durch zwei Seitentäler bis auf einen engen Hals vom Mutterstock abgeschnürt wird. Dieser Bergsporn trägt eine Hausberganlage mit Mauerburg, ein hervorragendes Werk der Übergangszeit, das in technischer Vollendung beide Bauweisen in sich vereinigt.

Aus der Gipfelkuppe ist ein 10 – 12 m hoher, fast kreisrunder Kegelstutz herausgearbeitet, dessen Plattform einen Durchmesser von 40 – 45 m hat, also eine ungewöhnliche Ausdehnung für eine Hausberganlage besitzt. Den südöstlichen, gegen denn Halsgraben zu liegenden Teil nimmt eine niedrige Erhebung ein, in die ein runder Wehr- und Wartturm eingebaut ist. Rund um den Plattenrand führt eine Ringmauer, die auch den Turm umfaßt. Auf den übrigen Seiten sind im Halbkreis an den äußeren Bering 5 -6 Gebäude (Gemächer) angelehnt, die durch einen inneren Mauerring abgeschlossen werden, so daß in der Mitte ein kleiner Hof freibleibt. Die Form der Einbauten läßt sich nicht genau bestimmen, da die Mauern bis auf geringe Reste abgetragen und offenbar anderweitig verwendet worden sind.

Das Hochwerk ist von einem dreifachen Festungsgürtel umgeben, der das Gelände geschickt ausnützt. Den Mittelpunkt des Systems bildet ein quer über den Hals gelagerter mächtiger Erdriegel, an den sich sowohl die innere wie die äußere Umwallung anschließt.

Der Innenwall umfaßt von hier aus zangenartig nach beiden Seiten den Burghügel und läuft an der Hangseite (im Norden) auf einer 2 – 4 m breiten natürlichen Stufe aus, die bis zu 15 m sturmfrei abfällt. Durch den westlichen Arm führt ein Tor in das Innere, dessen nordseitige Wange einen kleinen Turmhügel trägt. An dieser Stelle setzt ein zweiter Wall ein, der anfangs unter dem oberen dahinführt, dann wie dieser gegen Norden in eine 6 -7 m breite Terasse übergeht, deren Steilhang fast bis zum Bergfuß reicht.

Die äußere Verteidigungslinie besteht im Westen aus einem mächtigen Wall, der am Hals bei dem erwähnten Querriegel anhebt und ein Stück dessen geradlinige Fortsetzung bildet, dann im rechten Winkel gegen Westnordwesten umbiegt und von da, allmählich sich senkend, in einem weiten Bogen längs der steilen Seitenwand des Spornes bis zum Talboden hinabzieht. Der Erdriegel und das Wallknie sind mit einer mächtigen Schildmauer besetzt, die die Angriffseite abschirmte. Bei der Ansatzstelle des Walles führt heute eine Feldstraße in das Innere, die sich kurz nach ihrem Eintritte gabelt; ein Ast läuft geradeaus über einen Damm, der den Burggraben überbrückt, auf den Kegel zu, der andere mündet in den Hohlweg ein, der den westlichen Außenwall innen bis zum Bergfuß begleitet. Dieser Durchbruch der Schildmauer stammt wahrscheinlich aus neuerer Zeit; die Hauptzufahrtstraße trat daher wohl beim unteren, durch einen kleinen Turmhügel gedeckten Tor des äußeren Walles ein und führte in dem oben erwähnten Grabenweg, beiderseits durch Wälle flankiert, zur Burg hinauf.

Die ostseitige äußere Verteidigungslinie zerfällt deutlich in zwei Abschnitte. Der südlichen Hälfte ist ein mächtiger Wall vorgelagert, der mit dem Außenabfall des Schildmauers-Riegels einen tiefen Hohlweg bildet. Die durch diesen gelegte Feldstraße läuft am Nordosthang des Spornes weiter und trifft unten mit dem von Westen kommenden Grabenweg zusammen. Die rampenartige Terrasse, über die sie führt, die dritte von oben, ist als der nördliche Teil der äußeren Verteidigungslinie anzusehen. Sie wird am Fuß von einem natürlichen, grabenartigen Einschnitt eingesäumt, der sich bis zur Ansatzstelle des Südwalles hinaufzieht.

Eine ältere Umwallung ist nicht vorhanden, sondern die Erdwerke wurden gleichzeitig mit den Steinbauten und für diese angelegt, wie die Einheitlichkeit und Geschlossenheit des Aufbaues zeigt.

Auf den Hängen sind Scherben dickwandiger, grauer Tongefäße zu finden, die dem Mittelalter angehören.

Schweickhardt nennt die Burgstelle „Schloßberg“, bei der Bevölkerung ist aber die Bezeichnung „Hausberg“ üblich.

1165 Uotto de Riede (Schachinger, Wienerwald, S. 149).
1280, 21. Juli, verzichten die Brüder Albero und Leudold von Kuenring zugungsten Albrechts von Habsburg auf die Veste Ried am Wienerberge, wogegen ihnen König Rudolf die Pfandschaft der Stadt Zwetl und die Belehnung mit dem Dorfe Rossaz bestätigt (Frieß, Die Herren von Kuenring, Regest Nr. 344).
1356 ist Wernher, der Schenk von Ried, erster Forstmeister des Wienerwaldes (Schachinger, a.a.O., S. 248).
1397 front Herzog Albrecht Hannsen dem Schenkchen von Ried „sein Vest Ried“ (Schlager, Wiener Skizzen II, S. 122).

H.P. Schad’n, F.B.Ö. I, H. 17 – 20 (1934), S. 236 (Erster Bericht, veranlaßt durch eine Mitteilung des H. Fuchs).
H. Fuchs, F.B.Ö. II, H. 4 (1938) S. 256 (Mittelalterliche Funde).
O. Lautinger, U.H. 1941, Nr. 10-12, S. 242 f. (Zu der irrigen Ansicht, daß das Mauerschloß in eine ältere Flucht- oder Wallburg eingebaut sei, vgl. U.H. 1942, Nr. 4-6, S. 74f.).
G. Binder, I, S. 107.
Schweickhardt, O.W.W. II, S. 208.

Seite 210 – 212: St. Andrä vor dem Hagenthale mit Skizze.

Seite 241 – 242: Tulbing

Veröffentlicht am 26.7.2025

A 10   1954, Plan

Hier scheint die Burgruine am Hausberg eingezeichnet zu sein.
 
Quelle: Marktgemeinde Sieghartskirchen, Allgemeine Verwaltung.
 
Ein Download ist unter 01 Karten, 9_Plan_1954 möglich.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 11   1957, Anzeiger - Bände 93-94

Google-Büchersuche am 9.6.2924 – nur Auszugsansichten:

„Anzeiger – Bände 93-94, Seite 340, 1957“

[…] die Burgen […] Neulengbach, Seebach, Wasen bei Anzbach, Haag bei Markersdorf, Inprugg, Asperhofen, Siegersdorf, Plankenberg-Loibersdorf (erst seit 1647), Dietersdorf und Judenau. An der kleinen Tulln lagen die Burgen Sieghartskirchen, Kogl, Rappoltenkirchen und Ried […]
Das Tullnerfeld säumten im Osten die Burgen Freundorf, Chorherrn, Tulbing, Hindersdorf, Eisdorf, Altenberg und Greifenstein. An der Donauflanke lagen Kritzendorf, die Burg Kierling, Klosterneuburg und die Burg am Leopoldsberge. Im Tale des Wienflusses sind Purkersdorf, Mauerbach, Hadersdorf, Hackung und […]     Gelb Recherche Handy 27.6.2024 – Screenshot gespeichert fehlt noch. Email erl.

[…] Übergangsformen von den Hausbergen zu den reinen Steinburgen fanden sich in Kirchbach, Tulbing, Ried und Kogl am Nordwestfuß des Wienerwaldes. Eine Karte und ausführliche Darstellung der Hausberge verdanken wir Schad’n.

Die Dichte des Burgennetzes ergibt sich aus den folgenden […]

[…] Es kam auch zur Anlage von hölzernen Beobachtungstürmen, die den Benennungen Wacht- oder Wartberg zugrunde liegen; z. B. Hohenwart bei St. Andrä und nordöstlich Rappoltenkirchen. Mit Beginn der Neuzeit wurde das System der Warnstellen, der […]

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 12   21.1.1977, Bezirkshauptmannschaft Tulln

Der Kogler Hausberg wurde mit Bescheid vom 4.8.1949 zum Naturdenkmal erklärt. Aufgrund eines neuen Naturschutzgesetzes war ein neuerliches Verfahren zur Erklärung zum Naturdenkmal notwendig.
 
Quelle: Marktgemeinde Sieghartskirchen, Allgemeine Verwaltung.
 
Neuregelung des Naturschutzrechtes in Niederösterreich. Sicherung der Kontinuität bestehender Schutzwirkungen für bestimmte Gebiete.
 
Die Gemeinde Sieghartskirchen ist Verfügungsberechtigter über das mit Bescheid vom 4.8.1949, Zlg. V-657/1949 zum Naturdenkmal erklärten Kogler Hausberg in der KG Kogl (Lagebeschreibung: Das Gebiet wir begrenzt: im Westen von der Straße Kogl-Rekawinkl, im Süden vom Weg, der zum Friedhof und um die Friedhofsmauer führt, im Osten von Ackerland und im Norden von eingezäunten Wald.)
 
Am 1. Jänner 1977 ist ein neues Naturschutzgesetz, LGBl. 5500-0 in Kraft getreten.
 
Da keine Übergangsbestimmung hinsichtlich der Naturdenkmäler vorhanden ist, ist neuerlich ein Verfahren zur Erklärung zum Naturndenkmal durchzuführen.
 
Hievon werden Sie gem. § 9 Abs. 5 des NÖ. Naturschutzgesetzes 1977 in Kenntnis gesetzt und wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß Sie ab Erhalt dieses Schreibens verpflichtet sind, die Auflagen des § 7 Abs. 2-5 der zitierten Gesetzesstelle zu befolgen. Zum ergenis des Ermittlungsverfahrens werden Sie gesondert Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten.
 
Eine Abschrift der letztgenannten Gesetzesstelle liegt bei.
 
Für den Bezirkshautpmann.
 
[Es folgt die oben erwähnte Beilage.]

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 13   23.1.1978, Bezirkshauptmannschaft Tulln

Schreiben der Bezirkshauptmannschaft Tulln, vom 23.1.1978: 
 
Anläßlich einer am 12.10.1977 durchgeführten örtlichen Erhebung über die Feststellung der Existenz und Form von Naturdenkmälern wurde festgestellt, daß das Naturdenkmal „Kogler Hausberg“ in der KG. Kogl, in seiner beschriebenen Form erhalten ist und gekennzeichnet ist. Eine Veränderung ist nicht erfolgt, sodaß die Schutzwürdigkeit gegeben ist.“

Es ergeht die Einladung, hiezu eine Stellungnahme abzugeben. Der Bezirkshautmann
 
Quelle: Marktgemeinde Sieghartskirchen, Allgemeine Verwaltung.

Veröffentlicht am 25.7.2025 

A 14   31.1.1978, Stellungnahme der Gemeinde

Antwort auf Bezirkshauptmannschaft Tulln, 23.1.1978:
 
Die Marktgemeinde Sieghartskirchen befürwortet die Aufrechterhaltung des Naturdenkmales „Kogler Hausberg“ in Kogl. Der Bürgermeister:

Veröffentlicht am 25.7.2025 

A 15   25.10.1978, 10.12.1998, 4.3.1999 Bescheide

Bescheid

Gemäß § 9 Abs. 1 des NÖ Naturschutzgesetzes, LGBl. Nr. 5500-0, wird der „Kogler Hausberg“ auf Parz.Nr. 424/2 und 424/5, KG. Kogl, zum Naturdenkmal erklärt.

Gemäß § 9 des Naturschutzgesetzes darf ein Naturdenkmal nicht verändert, entfernt oder zerstört werden.

Begründung:

Der „Kogler Hausberg“ liegt am Südwestabfall des Schloßberges und stellt einen Weisenhang mit eigenartig geformten Solitärföhren dar, die an den oberen Rändern des Hanges von Erlen- und Weidenbeständen durchsetzt sind. Das Gebiet umfaßt ca. 1,5 ha und ist eine Zierde des dortigen Landschafts- und Ortsbildes. Darüber hinaus ist das Gebiet von heimatkundlicher Bedeutung, da diese Hausberge den Gemeinden oft genug als Zufluchtsstätte bei feindlichen Angriffen gedient haben.

Anläßlich einer am 12. Oktober 1977 durchgeführten örtlichen Erhebung durch den Naturschutzkonsulenten wurde festgestellt, daß der „Kogler Hausberg“ in seiner beschriebenen Form erhalten und gekennzeichnet ist. Eine Veränderung ist nicht erfolgt, sodaß die Schutzwürdigkeit noch gegeben ist. […]
 
Quelle: Marktgemeinde Sieghartskirchen, Allgemeine Verwaltung.

Hier gelangen Sie zur Originalquelle (PDF): Link Bezirkshauptmannschaft Tulln.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 25.7.2024:
Im obigen Link finden Sie die Bescheide vom 25.10.1978, 10.12.1998, 4.3.1999.

Da die Bescheide alle in einem PDF sind, erfolgt die Abschrift der Bescheide von 1998 und 1999 hier:

Bescheid 10.12.1998
Naturdenkmal „Kogler Hausberg“ – Widerruf

Die Bezirkshauptmannschaft Tulln ändert den Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Tulln vom 25. Okt. 1978, IX-K-20/3-1978, in dem der „Kogler Hausberg“ auf den Grundstücken 424/2 und 424/5, KG Kogl, zum Naturdenkmal erklärt wurde, dahingehend ab, daß für die im beiliegenden Lageplan markierten Flächen für die Friedhofserweiterung die Erklärung zum Naturdenkmal widerrufen wird. […]

Begründung: Mit Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Tulln vom 25. Okt. 1978, IX-K-20/3-1978, wurde der „Kogler Hausberg“ auf den Grundstücken 424/2 und 424/5, KG Kogl, zum Naturdenkmal erklärt.

Die Marktgemeinde Sieghartskirchen hat nun bei der Bezirkshauptmannschaft Tulln angesucht, für den Teil des Naturdenkmales „Kogler Hausberg“, der sich auf Grundstück 424/5 befindet, die Erklärung zum Naturdenkmal zu widerrufen, da dieser Bereich zur Friedhofserweiterung vorgesehen ist.

Der Amtssachverständige für Naturschutz der Bezirkshauptmannschaft Tulln hat dazu folgendes Gutachten abgegeben:

„Aus den zur Verfügung stehenden Unterlagen ist nachvollziehbar, daß für den auf dem Grundstück 424/5 befindlichen Teil des Kogler Hausberges eigenartig geformte Solitärföhren als Zierde des dortigen Landschafts- und Ortsbildes für die Erklärung zum Naturdenkmal ausschlaggebend waren.

Die auf dem Gelände stockenden Kiefern hingegen entsprechen nach Stammumfang, Höhe und Kronenausformung durchaus artspezifischem Wachstum und zeigen aus fachlicher Sicht auch keine abweichenden besonderen Merkmale. Der vermutlich durch ehemalige Beweidung degradierte Standort hat sich zwischenzeitlich in natürlicher Sukzession wiederbewaldet und den Solitärcharakter der Kiefern aufgehoben. Naturschutzfachlich ist daher eine wesentliche Änderung jener Eigenschaften, die für die Erklärung zum Naturdenkmal „Kogler Hausberg“ auf dem Grundstück 424/5 ausschlaggebend waren, eingetreten.“ […]

Bescheid 4.3.1999
[…] Anläßlich des Ersuchens um Löschung des Naturdenkmales auf Grundstück 424/5, KG Kogl, wurde vom Grundbuch des Bezirksgerichtes Tulln mitgeteilt, daß die Grundstücke 424/2, 424/5 und 447, KG Kogl, in das Grundstück 424/1 einbezogen wurden und somit nicht mehr besteht.
Eine Löchung des Naturdenkmales auf Grundstück 424/5, KG Kogl, kann daher nicht durchgeführt werden.
Auf Grundstück 424/1 wurde das Naturdenkmal „Kogler Hausberg“ ersichtlich gemacht. […]

Veröffentlicht am 25.7.2025 

A 16   1969, 1982: Rudolf Büttner, Burgen und Schlösser in Niederösterreich. Zwischen Greifenstein und Sankt Pölten

Zunächst war die Originalquelle unbekannt, da nur die Kopie der Seiten 80 und 81 aus Privatbesitz vorlagen.

Nach Erhalt einer Privatausgabe von „Rudolf Büttner, Burgen und Schlösser in Niederösterreich. Zwischen Greifenstein und Sankt Pölten“ im Mai 2024 kann die Ausgabe vom Jahr 1969 bestätigt werden.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 4.6.2024:
Die in eckiger Klammer gesetzten Abschriften sind Ergänzungen aus der Ausgabe 1982 (Scann aus Privatbesitz im Gemeindearchiv vorhanden).

Abschrift 1969:

KOGL (Kogl/Tulln)
BURGSTALL auf dem Schloßberg

Das Dorf Kogl liegt s. Sieghartskirchen im Tal der Kleinen Tulln. Über der hochgelegenen Kirche ö. des Waldfriedhofes ein bewaldeter Sporn der Hochfläche [Schloßberg benannt]. Ein ovales Erdwerk besteht aus einer rundlichen Platte mit 18 m als größtem Durchmesser und – durch einen seichten Graben abgeteilt – einem kleineren Vorwerk im NO. Um das ganze Erdwerk läuft eine Hangterrasse; unterhalb derselben im allgemeinen natürlicher Steilabfall, nur im NO ein tiefer Graben. Die Burg, die schon 1455 verödet war, soll eine dreifache Ringmauer gehabt haben; eine Grabung konnte 1909 zwei Ringe freilegen. Schad’n spricht von drei übereinander aufsteigenden Hangterrassen. [Bei Weiskern ist Kogl ein altes Bergschloß, das Dorf der Hft. Rappoltenkirchen gehörig.] 1837 fand Scheiger Mauertrümmer vor. Die beste Darstellung bietet die alte Detailkarte 1:25.000.

HAUSBERG im Dorf.
[KOGL, Hausberg – RUETZENMAYRHOF]

In der w. Dorfzeile hinter den Bauernhäusern Nr. 25 u. 26. Obstgärten. An der Grundstücksgrenze der beiden Höfe ein Kegelsturz mit umlaufenden Graben. Das Erdwerk war um 1875 noch an 9 m hoch; später wurde etwas Material abgetragen und an der N-Flanke angeschüttet. Die Plattform hat heute einen Durchmesser von 12 m und eine Fläche von 144 m2. Am dorfseitigen Hang sind für jedes Gehöft Keller in das Erdwerk eingebaut. Es fand sich früher aber auch ein tieferes Loch als Rest eines Erdstalles. Die Kleinfunde dürften dem Ma. zugehören. Die Sohle des Ringgrabens ist etwa 8 m breit, der äußere Randwall ist ziemlich eingeackert.

Die beiden Höfe gehörten vor 1848 zur Herrschaft Rappoltenkirchen (Grundb. R. f. 65 u. 64). Besitzer des Hauses Nr. 25 ist heute die Fam. Pawel, von Nr. 26 Fam. Albrecht. Ursprünglich mag hier der Eisenbeutel-Hof [Ausgabe 1982 nicht mehr Eisenbeutel- sondern Ruetzenmayrhof] gestanden haben.

Vor 1122 schenkten Wolfgang und Belmia v. Burgstall (s. Kogl) eine Hufe und einen Weingarten in Röhrenbach (n. Kogl) an Klosterneuburg (FRAU II/4 Nr. 501). Das im ldfl. Urbar verzeichnete Waldamt Kogl [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec: Abschrift siehe unter 03 Landesfürstliche Urbare…, erstmalige Nennung im Register  3.1] dürften die Babenberger 1236 von den Hochfreien v. Lengbach ererbt haben. Wolfgang v. K., der einen Bruder Konrad hatte, ist 1255 – 1276 genannt [1276 benannt, ist aber vor 1287 nach Oberösterreich übersiedelt. (Not.Bl. f. Ö. Gesch. u. Lit. 1843 Nr. 3/4, 72.]. 1281 nennt sich Konrad der Eisenbeutel nach Kogel, das aber bald an seinen Bruder Weigand übergeht. Die Eisenbeutel nennen sich sonst nach der Osterburg oder nach Purgstall/Erlauf.
[Über den Eisenbeutelhof siehe Sieghartskirchen.
Die Eisenbeutel sind Gefolgsleute der Gf. Schaunberg. Schon 1252 hatte Weigand I. Eisenbeutel Schaunberger Lehen in Sieghartskirchen.]  Die Familie besitzt bis 1347 das Dorf Sieghartskirchen bei Kogl, da zusammen mit der Osterburg damals durch Heirat [„durch Heirat“ fehlt in der Ausgabe 1982] an die Tiernstein übergeht. Ein Geschlecht, das sich nach Kogl nennt, tritt bis ans E. d. Ma. auf, ist aber in der Nähe der Osterburg ansässig. [Letzter Satz in der Ausgabe 1982: In der Nähe dieser Burg sitzt bis Ende des Ma eine Familie, die sich nach Kogl nennt.]

1311 geht das Haus (= Veste) [= die Burg] von Weigand d. Eisenbeutel an den Forstmeister Ludwig v. Döbling über, der die Burg aber nicht mehr als Eigengut besitzt, sondern vom Herzog zu Lehen nimmt (AÖG II 533). ).           [Siehe 02 Urkunde die Register 2.17.5 und 2.17.6.]
[Ausgabe 1982: … v. Döbling um 1200 Pfund Pf. an den Herzog über. Sie bleibt nicht als freieigener Besitz, sondern als ldf. Lehen dem Forstmeister (AÖG II 533).]
1335 kam die Veste mit dem Eisenbeutelhof von dem Hofrichter Weichart v. Doppel an den Landesfürsten zurück.
 
[Ausgabe 1982: Vor 1335 wurde der Hofmeister in Österreich Weichart v. Toppel von den Herzogen mit der Feste Kogl, von den Gf. v. Schaunberg mit dem Eisenbeutelhof (wahrsch[einlich] in Sieghartskirchen) und dem Ruetzenmayrhof belehnt. Die genannten Besitzungen bzw. Lehen verkauft Weichart v. Toppel den Herzogen, die damit die verlehnte Burg Kogl zurückgewannen. Den Ruetzenmayrhof übergaben einige Tage darnach, am 24. VIII. 1335, die Schaunberger an die Herzoge.
Da der Ruethenmayrhof, über dessen Lage nichts bekannt ist, im Schaunberger Besitz um Kogl-Sieghartskirchen zu suchen ist, wird hier angenommen, daß der Hausberg in Kogl mit diesem Hof identisch war. (Büttner, Eisenbeutel 261, 271)     [Abschrift und Online-Link zu dieser Quelle „Büttner, Eisenbeutel“ siehe im Register D 11]
 
Um 1350 ist das Forstamt nach Ried verlegt.
1394 – 1408 besaßen die Seepecken [Sepecken], ein Rittergeschlecht, das sich nach Seebach bei Neulengbach nannte, das castrum (= Burg).
1408 wurde der Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf auf dem Rückweg von St. Pölten nach Wien ö. des Riederbergsattels von Parteigängern des Hzg. Leopold unter Hans v. Laun gefangen und in der Burg des Seepecken [Sepecken] eingesperrt, bis ein ansehnliches Lösegeld bezahlt worden war.

Hans v. Eyczing hatte anschließend von Hzg. Albrecht das Haus zu Kogl zu Lehen erhalten. Als er gegen den Willen des Herzogs einen Einfall nach Mähren unternahm, ließ der Herzog die Burg K. [Kogl] besetzen. Am 16. 1. 1415 erhielt Hans das Lehen K. nur unter der Bedingung zurück, die Burg binnen zweier Monate abzubrechen; Hans sollte sich mit einem Meierhof und Waldbesitz begnügen (NotBl 1853, 335, 22). [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 26.6.2024: Eine Abschrift der Urkunde über den Abbruch der Burg ist vorhanden – siehe bei 02 Urkunden im Register 2.14.]
Ein Johann v. K. ist noch bis 1439 genannt.
1455 erhielt Wolfgang Kienberger das ererbte „öd haws und Purkhstal zu dem Kogel“ von Kg. Ladislaus Posthumus verliehen.
1591 gehörten 20 von den 28 Häusern in Kogel, 1594 alle Gründe des ehem. Edelmannssitzes Kogl zur Herrschaft Rappoltenkirchen, bei der sie verblieben.
Auf Vischers Karte 1669/70 ist Kogl noch eingezeichnet; nach den Urbaren war es längst verödet.

Quellen bei Büttner:

[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 29.8.2024:
LINK für alle Detailansichten Vischer
Link nur für Blatt 7 (unsere Gemeinde)
Siehe auch im Register 01 Karten Nummer 15_Vischer.][Weiskern I 326]
Schweickhardt II 125  [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 29.8.2024: Die Abschriften sind bereits seit Mai 2024 unter Epoche Geschichte 19. Jahrhundert zu lesen.]
L. Wiedemann, Ein Tumulus zu Kogel, MAG IX 405
Halmer, Ww 39, 40
 

Fuchs, UH X 1937, 128
Abschrift: Kogel. Nordöstlich der Kirche, am Westabhange gegen Kreuth – Rappoltenkirchen ist eine große Anlage mit Wällen, Gräben und Mittelwerk (zirka 15 x 20m) leicht auffindbar. Einige Mauerreste sind noch erhalten. Hanns Fuchs.

Schad’n 165, auch 28, 39, 98, 106

Kerschbaumer, Die Veste K. BlLk 1880, 117 (Link und Abschriften siehe in den Registern C 12, C 13, 02 Urkunden Register 2.10, 2.11 und 2.12.)
Veste K., Tullnergau II/6, 7    (Abschrift siehe im Register C 20.)

MZK 1909 Sp. 601
(Abschrift siehe im Register C 2.)
Hier gelangen Sie zum Original (Internet): LINK

Riesenhuber 243    (Abschrift siehe im Register C 19.)
TopNÖ V 293    (Abschrift siehe im Register C 16.)
Lindner, Monasticon Metropolis Salzburgensis antiqua 1908 (unter Baumburg) 17
Schachinger 148, 167 u.a. [fehlt in 1982]
Lechner, TK 1954, 45     [Original Privatbesitz bekannt – dzt. Noch kein Scann.]
[Büttner, Die Ministerialen v. Eisenbeutel, JbLk 38 (1968/70) 243]
Tullnführer 83 [fehlt in 1982]
Büttner, Burgen Ww, 126, 127 [fehlt in 1982]
Arnberger 120, 186 [fehlt in 1982]
Winner 114
Winter I 706 Note (Waldamt), III 120 Note.
 [HONB K 206]

Ausgabe 1969 – Ab Seite 8 ff:

Die Verteidigung der Ebene des Tullnerfeldes

Das Tullnerfeld ist abgesehen von der näheren Umgebung von Tulln und vom Südrand des Gebietes fast zur Gänze geistlicher Besitz gewesen. Die größeren geistlichen Grundherrschaften waren Königstetten/Passau, Michelhausen/Regensburg, Ollern/Freising, Atzenbrugg/Klosterneuburg, Traismauer/Salzburg, weltliche Herrschaften aber Judenau, Gutenbrunn-Sitzenberg, Rappoltenkirchen, Tulln, Würmla, später in Nachfolge von Murstetten Zwentendorf.

Geistliche Grundherren waren meist nicht burgenfreundlich. Sie müssen diese Burgen, aber auch den Rechtsschutz ihrer Untertanen an Adelige und Ritter überlassen. Diese Lehensleute und Vögte sind ständig bestrebt, ihre Machtbefugnisse auf Kosten ihres Lehensherrn auszuweiten. Soweit Burgen von den geistlichen Grundherrn für unentbehrlich gehalten wurden, wurden sie am O-Rand und S-Rand der Hofmarken, also an der Feindseite, angelegt: dies gilt für die Passauer Hofmark Zeiselmauer-Königstetten für Greifenstein, Eisdorf, Hadersfeld, Hintersdorf, Tulbing für die Regensburger Grundherrschaft um Michelhausen für Dietersdorf, Pixendorf, Atzelsdorf. Den Salzburger Erzbischöfen dürften ihre Burgen in Preuwitz-Ponsee, Reidling-Sitzenberg, Gutenbrunn, Einöd, Wasserburg und Pottenbrunn frühzeitig verloren gegangen sein. Waren auch innerhalb der Pasauer Hofmark Zeiselmauer-Königstetten etliche Ansitze entstanden, so vermochten die Bischöfe diese zurückzukaufen.

Besonders burgenfeindlich waren die Orden der Zisterzienser und Kartäuser. Ihre Sorge war es, „ne igitur quisquam facultatem habeat castellum aedificandi“, also daß nicht irgendwer die Möglichkeit fände, eine Burg zu errichten. Die Kartäuser von Mauerbach besaßen die Ortsobrigkeit in Frauenhofen, ihr Gutshof wurde erst später zu einem Schloß umgebaut. 

Im Tullnerfeld erleichterte die weite Ebene feindliche Angriffe und adelige Fehden. […]

Passauer Amt Tulln wahrscheinlich bei Freundorf.

Eine curtis war üblicherweise eine befestigte Anlage (Erdwerk).

Die Bezeichnung Burgstall, Hausberg wurde immer, Wasen meist in Zusammenhang mit einer Wehranlage gebraucht. Hingegen wurde das Grundwort „–burg“ im Hochmittelalter nicht für Stein- (Ritter-) Burg verwendet. Im Frühmittelalter trugen größere, befestigte Sammelsiedlungen eine Benennung auf –burg: Hollenburg, Herzogenburg, Wilhelmsburg, Traisenburg; nur für solche „Burgensiedlungen“ paßt auch die Bezeichnung „Bürger“. Eine Ritterburg konnte erst in der Neuzeit die Bezeichnung –burg erhalten. Die Araburg hieß im Mittelalter Arberg, Wasserburg Wasserberg usw. Wollte man eine Steinburg nicht nach der benachbarten Siedlung (Tulbing, Rappoltenkirchen, Pixendorf …) nennen, mußte man je nach Lage Grundwörter wie –berg, -stein, -au und ähnliche verwenden. […] Als deutsche Gattungsnamen mußten mehrdeutige Begriffe wie „Haus“ (im Sinne festes Haus), gelegentlich „Hof“ verwendet werden. Im Spätmittelalter stehen die Bezeichnungen Veste, Schloß, Turm, Burg und Tabor in Gebrauch. […]

Um 1200 verfügten die Hochfreien von Lengenbach über fast zwanzig Burgen, die sich von der Umgebung Hainburgs bzw. vom Weinviertel bis gegen Mauthausen, ja bis Kärnten erstreckten. Von den Eigen- und Lehenbesitz seien folgende Burgen genannt: Rappoltenkirchen, […]

Vor 1188 erschienen die Lengenbacher als Lehensleute der Grafen von Sulzbach, die sie damals beerbten. Von diesem Geschlecht übernahmen sie die Stellung als Domvögte der Bischöfe von Regensburg. […]

Die Lengbacher hatten Anteil an der Gerichtsverwaltung durch die Blutgerichtsbarkeit, an der Finanzverwaltung durch die Zolleinnahmen im Amt Lengbach, an der Forstverwaltung durch den Besitz des Waldamtes Kogl.

So sehen wir, was zu einer großen Herrschaft gehörte: grundherrliche und vogtherrliche Rechte, Anteil an Forsten und Regalien, Immunität von Landgericht oder Innehabung der Landgerichtsbarkeit. Insbesonders sind Vogtei und Gerichtsbarkeit Kennzeichen des freien Eigens.

Abteilung der Landgerichte aus dem Landgericht Tulln nach Grund

1. Königstetten für Passau 1277
Michelbach für Passau 1277
St. Pölten für Passau 1277
2. Tullnerfeld landesfürstlich
3. Gemeinlebarn 1278
Einöd
4. Lilienfeld für Lilienfeld 1217
m. Wilhelmsburg (1257)
m. Hainfeld
5. Hohenberg 13. Jahrhundert
Nach Klebel ist Neulengbach ein ursprünglicher Bezirk der Blutgerichtsbarkeit (12. Jahrhundert).

Stadt Tulln 1364
Neulengbach 1359
Wald 1510
Kreisbach 1400
m. Araberg
Markersdorf landesfürstlich

Murstetten 17. Jahrhundert
Neulengbach
Pixendorf 1584 daraus auch Zwentendorf.
Judenau 1587; Atzenbrugg;
Traismauer 1584
Gutenbrunn 1578 m. Eggendorf
Pottenbrunn 1584 m. Langmannersdorf

Zufluchtsorte und Kreidfeuer 1593

(Aus dem Bereitungsbuch des Niederösterreichischen Landesarchivs)

„Beschreibung der Vesstungen, darin die darbei benenten Fleckhen und Underthanen im Fahl der Noth ir Zueflucht haben und nemben sollen. So im Monat Martio und Appril (domini) Dreyundneunzigsten … verricht und gehandlet worden.“ […]

Auffällig ist, daß Siedlungen, für die wir ein Schloß annehmen, als Zufluchtsorte übergangen wurden. Dies sind im Bezirk Tulln: Rappoltenkirchen, Dietersdorf, […]

An „Kreydenfeuer“, dh. Warnfeuer, die beim Herannahne des Feindes entzündet werden und ein optisches Signal weitergebe sollen, sind 1593 in Aussicht genommen: Auf dem Nußperg (1), Am Hohenperg under dem Schloß Greyfenstein (1), Im Lembach (2), und zwar auf dem Himelein Perg (?), dann erst wieder außerhalb unseres Gebietes Am Götwey (2), bei Rabenstein usf. Vischer zeichnet ein Kreidfeuer auf dem Blatt Hadersfeld.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 17   1994, Beiträge zu einer Ortskunde von Kogl und Penzing, Verschönerungsverein Kogl

Genehmigung zur Veröffentlichung vom 27.9.2023.

Seite 20:
Kapitel: Der Hausberg bei Kogl Nr. 25
  
Im Jahr 1879 berichtet Pfarrer Wiedermann, Rappoltenkirchen, über einen bemerkenswerten Erdhügel hinter dem Hause Kogl Nr. 25. Dieser ist zweifellos nicht auf natürliche Weise entstanden, sondern von Menschenhand errichtet worden. Wiedermann bezeichnet ihn als Tumulus. Dieser Hügel, dürfte, wie er schreibt, 8-10 m hoch gewesen sein. "Als einige Jahre vorher die Spitze abgetragen wurde, um ein Feld darauf anzulegen, wurden einige altertümliche Gegenstände gefunden, so ein Hirschhorn und Knochen. (Quelle: Topographie von Niederösterreich)
  
Die Bedeutung des Wortes Tumulus hat sich seither geändert. Heute bezeichnet man als Tumuli vorgeschichtliche Grabhügel, früher hat man auch Hausberge so genannt. Bei unserem Hügel ist wohl sicher, daß er als Mittelstück eines Hausberges, bzw. eines den Hausbergen verwandten Wehrbaues, anzusehen ist. Hausberge sind künstliche Erdaufschüttungen in Pyramidenstumpf- oder Kegelstumpfform, die einst eine Holzburg, ein festes "Haus", trugen und mit Wall und Graben umzogen waren. Innerhalb von Wall und Graben lief eine Pfahlwand um den Mittelkörper. Diese Wand bestand aus eingegrabenen Pfählen, die mit Ruten verflochten waren. Hausberge sind also Wehranlagen. Ihre Entstehungszeit verlegen die Forscher ins zehnte und elfte Jahrhundert. Bei der Anlage dieser Wehrbauten wurde das Gelände genützt. Der Erdkörper unseres Hausberges z. B. wurde neben einer natürlichen Böschung errichtet. Über die Einrichtung und Ausstattung der Hausberge ist noch manches zu erforschen. Vielfach ist man auf Schlüsse angewiesen. In der Mehrzahl waren die Hausberge - wie später die Mauerburgen - ständig bewohnte feste Sitze von Edelleuten. Im Notfall - bei Feindesgefahr - fanden auch die Dorfbewohner oder ein Teil von ihnen Zuflucht. Der als Wohnsitz und Fluchtburg dienende Hausberg mußte dementsprechende Ausmaße und eine zweckdienliche Ausstattung haben.
  
Der Hausberg ist die Urform der späteren Mauerburg. Aus ihm hat sich im Laufe der Zeit die Wehranlage entwickelt. In sie Entwicklungszeit fällt, so wird angenommen, die Errichtung der Burg Kogl. Sie war eine Mauerburg und stand auf einem Erdunterbau, der die Zeichen eines Hausbergmittelstückes trägt.
  
Die andere Gruppe der Hausberge stellen die wegen ihrer kleinen Ausdehnung nicht oder nur in beschränkten Maße zum Wohnen eingerichteten Wehrbauten. Als einem Edelmannsitz zugehörige Turmwerke, Vorwerke und Warten dienen sie dem Wachdienst.
  
Ein solches Vorwerk sieht der Hausbergforscher Hans P. Schadn in dem Erdhügel hinter dem genannten Haus Nr. 25.
  
"Dieser hat die Form eines Kegelstumpfes und lehnt sich an eine natürliche Böschung an. Er ist zum Teil mit Obstbäumen bepflanzt und hat zwei Keller eingebaut. Der Hügel war früher 8-10 m hoch und wurde in den Siebzigerjahren um einige Meter abgetragen. Die Aufschüttung an der Nordseite rührt wohl davon her.
  
Der jetzige Plattendurchmesser beträgt etwa 20 m.
  
Der Graben ist an der Sohle 8 bis 9 m breit, der einstige Randwall ist weggeackert.
  
Funde in Mittelkörper: Grobgeriefelte Gefäßscherben, Eisenstücke, in der Mitte des Plateaus zwei große behauene Steine und ein tiefes Loch, das in das Innere des Hügels reichte und vermutlich von einem Erdstall herrührt.
  
Wahrscheinlich ein Vorwerk des Schlosses, bestimmt zur Bewachung der Straße, wie aus der Lage am Dorfausgang hervorgeht. Die mündliche Überlieferung weiß zu berichten, daß beide Werke durch einen Gang verbunden waren". (Quelle: Schadn)
  
Hausberge finden sich in unserer Gegend nicht selten. Die Kirche von Johannesberg steht auf dem Mittelbau eines Hausberges, auch auf dem Buchberg haben sich Reste eines solchen erhalten  und Ried hat einen mächtigen Erdkörper, der sogar den Namen "Hausberg" führt. Weitere befinden sich in Hasendorf, Pixendorf, Tulbing usf. (Quelle: Schadn)
  
Quellen: Topographie von Niederösterreich / Schadn

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 26.6.2024:
Bei Schadn könnte es sich handeln um:
H. P. Schad’n, Die Hausberge u. verwandte Wehranlagen in N.-Ö. 1:500.000. Mitt. Anthrop. Ges. Wien 30/1950
 
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 29.8.2024:
Laut einer Buchbesprechung aus dem Jahr 1956 erschien obiges Werk 1953, wurde aber schon 1944/46 im wesentlichen abgeschlossen. Eine Abschrift der Buchbesprechung finden Sie im Register A 9.
Die Bestellung eines Orignalexemplares über die NÖ Landesbibliothek läuft gerade. Die Abschrift dazu finden Sie im Register A 9.1.

Veröffentlicht am 25.7.2025 

A 18   2001, Roland Dobersberger, "Sieghartskirchen, Ein Heimatbuch"

Genehmigung der Veröffentlichung für die Gemeindehomepage wurde von der Familie am 4.9.2024 erteilt.

Seiten 162 – 165:

Geschichtlicher Überblick:

Von dem Haus (= der Burg oder Veste Kogl) ist ein Erdwerk zu unterscheiden, welches beim Haus Nr. 25 und 26 noch zu erkennen sind. Büttner vermutet hier den in Urkunden genannten Ruetzenmayrhof. […]

Schad'n beschreibt ein Erdwerk hinter den Häusern Nr. 25 und 26, angelehnt an eine natürliche Böschung, ein künstlich aufgeworfener Kegelstutz mit umlaufendem Graben. Pfarrer Wiedermann hatte bereits im vergangenen Jahrhundert auf diese Befestigung von Menschenhand hingewiesen. Nach Schad'n war der Kegel früher 8 - 10 m hoch, wurde aber in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts um einige Meter abgetragen. Der jetzige Plattendurchmesser beträgt etwa 20 m. Der Graben ist an der Sohle 8 - 9 m breit, der einstige Randwall ist weggeackert. Wahrscheinlich war die Anlage ein Vorwerk des Schlosses, bestimmt zur Bewachung der Straße, wie aus der Lage am Dorfausgang hervorgeht. Die mündliche Überlieferung, fügt Schad'n hinzu, weiß auch zu berichten, dass beide Werke durch einen Gang verbunden wären.

Die Überlieferung erzählt weiters von einer schachtartigen Vertiegung auf der Plattform des Hausbergs. Gern wird die Geschichte von einem Hund erzählt, den sein Herr, der Jägerbursch Großschopf aus Kreuth, in ein Loch hetzte, das in den Berg führte, und der dann nicht mehr zurück konnte. Drei Tage soll man das verzweifelte Bellen des Hundes aus dem Inneren des Berges gehört haben. Auch wird erzählt, dass ein geheimer Gang von der Burg Kogl zum Schloß Rappoltenkirchen geführt haben soll. Selbstverständlich ist auch von ungeheuren Schätzen die Rede, die im Inneren des Berges vergraben liegen. Hatten diese den ehemaligen Schloßherrn von Rappoltenkirchen Baron Simon Sina gereizt? Er hatte den Plan, den Hügel auf eigene Kosten umzulegen, doch das Projekt kam wegen des Widerstandes der Ortsbevölkerung nicht zustande.  149)

(149: TopvNÖ, 5. Bd., 293.) [Abschrift siehe im Register C 16.]

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 19   8.2.2002, Ausdruck Internetseite, unbekannte Quelle

Sieghartskirchen, KG Kogl, VB Tulln

Hauptburgname: Kogl I

Weitere Burgnamen: Schloßberg, Schloßkogel

Objekt: Hausberg/Burgstall/Erdweg

x: 724769 y 343198

Geschichte
Landesfürstlicher Besitz dürfte aus dem Besitz der Hochfreien v. Lengenbach vor 1236 hervorgegangen sein.
1255/57 erscheint Wolfgang von Kogl.
Konrad der Eisenbeutel nennt sich 1281 nach Kogl, später sein Bruder Weigand. Die Eisenbeutel erscheinen hier als Gefolgsleute der Gfn. v. Schaunberg.
1311/13 gelangt die Burg Kogl an den Landesfürsten,
ab 1335 ist Weichart v. Toppel landesfürstlicher Lehensträger.
1394 – 1408 sitzen die Sepecken auf dem „castrum“ Kogl.
Nachfolger wird Hans v. Eitzing, dem Hzg. Albrecht nach Übergriffen 1415 den Abbruch der Burg befiehlt. [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 26.6.2024: Eine Abschrift der Urkunde über den Abbruch der Burg ist vorhanden – siehe 02 Urkunden im Register 2.14.]
1430 ist ein Hans von Kogl genannt.
1455 wird das „öd haws und Purkhstal…“ an Wolfgang Kienberger verliehen.
Scheiger berichtet 1837 noch von sichtbaren Mauertrümmern.

Lage/Beschreibung
Der Hausberg liegt östlich der Kirche von Kogl, oberhalb des Waldfriedhofes auf einem bewaldeten Sporn des „Schloßberges“.
Aus dem südlichen Ende des Sporns, der hier 3-seitig steil abfällt, ist das ca. 12 x 16 m große Kernwerk gearbeitet. Um den Hügel läuft eine Hangterrasse, die teilweise, besonders an der angriffseitigen N-Seite zu einem starken Wall ausgebildet ist. Die Störungen des Walles gehen auf die Untersuchungen (Suchgraben) von 1909 zurück. *) Etwas tiefer liegt eine weitere Terrassenstufe, die sich im S zu einem breiten ebenen Plateau erweitert, im N in einen dem Kernwerk vorgelagerten, ca. 60 m langen Wirtschafts- oder Vorwerkbereich übergeht. Diese Fläche ist durch einen Abschnittswall und –graben vom nördlichen Vorgelände getrennt. Um Kernwerk und Vorwerk läuft eine 3. Terrassenstufe, die jedoch nur mehr partiell verfolg- bzw. klärbar ist, im W und SW jedoch noch vorgelagerte Wallanlagen ausbildet. Hier am W-Hang zeigen sich mehrere jüngere Wegführungen, die das urspr. Gelände möglicherweise verunklären. Am SO-Abfall des Kernwerkes ist ein weiterer Suchgraben zu beobachten, der die beiden obersten Terrassenstufen durchschneidet. Durch die Grabung von 1909 konnten 2 Mauerringe der angeblichen 3-fachen Ringmauer aufgedeckt werden. Die aufgefundenen, heute nicht mehr sichtbaren Beringführungen wären vorrangig auf dem Kernwerk und der obersten Terrassenstufe zu rekonstruieren.

*) Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 2.6.2024:
Laut Originalquelle wurde bei der alten Feste gegraben. Der Standort der Burg soll aber nicht am Hausberg, sondern westlich davon, auf der heutigen Wiese sein (Vortrag vom 3.2. und 24.2.2024.)
Siehe Register C 2 „Mitteilungen der K.K. Zentralkommission für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale. Dritte Folge, Achter Band. Wien, 1909.“, Seite 601.

Literatur
Binder: Burgen und Schlösser I, 110
Büttner: Burgen und Schlösser 5, 47f
Schad’n: Hausberge, 165
Schwammhöfer: Archäologische Denkmale II, Nr. 65/2

Erhaltungszustand/Begehbarkeit
Gut erhaltene Hausberganlage, bewaldet. Frei zugänglich.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 29.8.2024:
Zu diesem Text wurde keine Internetseite gefunden. Es ist daher unklar, woher diese Kopie stammt. Auf der Kopie steht „Ausdruck NÖ, Freitag, 08. Februar 2002“.
Erhalten aus Privatbesitz.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 20   2003, Dehio – Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Niederösterreich südlich der Donau,  Teil 1, A bis L

Bundesdenkmalamt - Genehmigung zur Veröffentlichung der Texte erteilt am 29.8.2024:
Quelle wie in der Registerüberschrift angegeben.

KOGL. Gem. Sieghartskirchen. Polit. Bezirk Tulln
Hausberg, kegelstumpfförmiges Kernwerk am NW-Ende des Ortes (hinter den Häusern Nr. 25, 26) durch mächtigen Abschnittsgraben vom Hinterland abgeriegelt (durch Abgrabung stark zerstörter Kunsthügel), vermutl. Vorwerk zur Burg auf dem Schlossberg.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 21   2006, Erlebnis Wandern. In vier Etappen rund um und auf den Buchberg.

Quelle „Erlebnis Wandern. In vier Etappen rund um und auf den Buchberg. 
Hausberg von Ma. Anzbach, Asperhofen und Neulengbach. 
Zusammengestellt von G. Wagensommerer.
Verein für die Geschichte von Neulengbach und Umgebung

Neulengbach, im Mai 2006. 1. Auflage


Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 29.8.2024:
Eine Anfrage zur Veröffentlichung (Urheberrecht) wurde am 23.8.2024 per Email gestellt. Die Genehmigung zur Veröffentlichung wurde am 18.9.2024 erteilt.

Seiten 4 – 5, Vorwort:
Laurenzi Kirche – Seehöhe 307 m
Scheibenkreuz – Seehöhe 261 m
Johannesberg – Seehöhe 347 m
Buchberg – Seehöhe 469 m

Seiten 6 – 7, 9 Die Laurenzi Kirche

Dem Buch von Wolfgang Häusler „Land zwischen Donau und Schöpfl ist zu entnehmen: „… Der großen strategischen Bedeutung des Buchberges in früheren Zeiten verdankt wohl auch das einsam über dem Dorf Haag bei Markersdorf gelegene Laurentiuskirchlein seine Entstehung. Mit dem Patrozinium sollte wohl die Erinnerung an einen entscheidenden Sieg über die Magyaren festgehalten werden. […]

Es ist als sehr wahrscheinlich, dass es sich bei der Stelle, wo heute die Laurenzi Kirche steht, um einen christianisierten, vorgeschichtlichen Kultplatz handelt. Die „offizielle“ Version, nach der der Sieg bei der Ungarnschlacht am Lechfeld am 10. August 955 erfolgte und darum diese Kirche zum Gedenken daran hier errichtet worden sein soll, dürfte demnach nicht zutreffen. Hingegen passt die Sage vom „vertragenen Kirchlein“ sehr gut zu meiner Vermutung: Es sollte die Kirche nicht im Ort, sondern dort, wo die Menschen seit altersher ihre Götter verehrten, erbaut werden. […]

Seite 13, Der hl. Laurentius

Auch zu unseren Landen hat Laurentius einen besonderen Bezug: Otto I. siegte auf dem Lechfeld im Jahr 955 genau am Laurentiustag und schrieb diesen Sieg dem Heiligen zu, dem er vor der Schlacht ein Gelübde abgelegt hatte. […]

Seite 14, Historisches

Der Broschüre von Stephan Biedermann, Kooperator in Anzbach, „Neulengbach – die Perle unseres Wienerwaldes in Vergangenheit und Gegenwart“ aus dem Jahre 1921 entnommen:

Markersdorf. An der sanft verlaufenden Buchbergabdachung gegen das Tal der großen Tulln liegt das schöne Markersdorf, den Namen nach das Dorf eines Mark-Wart, eines Grenzwächters. Ein Heinrich der Hauspeck von diesem Markersdorf macht 1318 eine Schenkung an das Stift Klosterneuburg. Etwas höher, freier und ungeschützter liegen die Häuser von Haag, der Volksmund sagt: „Hoch“. In deren Nähe steht das Heiligtum von Markersdorf, das weithin sichtbare liebliche Lorenzi – Kirchlein. […]

Seiten 30 Grabensee und 31 - 32 Johannesberg

Grabensee: (Funde) Letztlich fand sich noch – wenn auch nur durch einen Scherben vertreten – ein Hinweis auf die Übergangsperiode vom Frühmittelalter zum Hochmittelalter (um 1000 nach Chr.). In diesem Fall darf man aber nur darauf schließen, dass der Platz zu dieser Zeit von Menschen frequentiert war. […]

Johannesberg: Die Kirche über einer ehemaligen Burganlage („Hausberg“) ging nach einer Urkunde aus dem Jahre 1389 aus einer Burgkapelle zum hl. Pankratius hervor und war Filiale von Sieghartskirchen. […]

Die Kirche erhebt sich auf einem Erdwerk, das Schad’n folgendermaßen beschreibt:
Die Kirche mit viereckigem, bergfriedartigem Turm steht auf einer weit gegen NW vorspringenden, steil abfallenden Hügelnase, deren oberer Teil zu einem ovalen Kegelsturz zugeformt und mit einem talwärts herumlaufenden Wallgraben versehen ist. Die Plattform, deren Rand einst von der Friedhofmauer umsäumt war, ist 33 m lang und 15 m breit. Wall und Graben sind an den Längsseiten zu einer Stufe eingeebnet. Diese läuft im NO gleichmäßig etwa 10 m unter dem Plattenrande fort, während sie im SW mit dem Gelände stark ansteigt, bis sie an einem plateauartigen Vorsprung endet, der fast aussieht wie eine dem Kegel im S vorgelagerte Pyramide. An der rückwärtigen, dem Dorfe zugekehrten Schmalseite ist die Formation durch den Einbau eines Hauses gänzlich verwischt worden. Man erkennt aber deutlich an dem abfallenden Gelände, dass der Kegel über seine Umgebung emporgeragt hat. Vielleicht war hier ein Graben gezogen … Es bestand hier vermutlich ein Vorwerk (zu der auf dem nahen Buchberg gelegenen Burg), das später in eine Kapelle umgewandelt wurde.

Seiten 40 – 42, Der Buchberg

Beilage Farbfoto aus Zeitung Modell der alten Befestigunganlage, im Buch selber zwei schwarz-weiß Zeichnungen. Siehe im Register 01 Karten Nummer 10_Buchberg-Buch.

Schwarz-Weiß Zeichnung: Die prähistorische Wallanlage auf dem Buchberg nach Hans P. Schad’n. (1953)   Siehe im Register 01 Karten Nummer 41_Schad’n_Buchberg

Farbfoto aus einer Zeitung: Ein Modell der alten Befestigungsanlage ist im Wienerwaldmuseum in Eichgraben ausgestellt.

Der Buchberg trägt auf seiner Hochfläche eine seit 1980 denkmalgeschützte urzeitliche Wallanlage. Mit einer Länge von 350 m und einer Breite von 150 m ist sie die größte im Wienerwaldgebiet. Ausgrabungen des Niederösterreichischen Landesmuseums in den Jahren 1981 und 1982 haben Aufschluss über Alter und Aufbau des mächtigen Ringwalles ergeben. Zur Anlage der Befestigung mussten ältere Siedlungsobjekte zerstört werden. Dann wurde unter Ausnützung natürlicher Geländestufen ein 2 m hoher Wall aufgeschüttet, dem ein Spitzgraben vorgelagert ist. In einer weiteren Bauphase wurde dieser Wall um ungefähr einen Meter überhöht, der alte Graben zugeschüttet und darüber ein neuer angelegt. Der jüngere Wall trug auf seiner Krone eine Holzpalisade, die in ihrer gesamten Länge durch Feuer zerstört worden ist, was eine mächtige Brandschicht beweist.

Beide Phasen der Wallaufschüttung enthielten Tonscherben der jüngeren Bronzezeit (1250 – 750 v. Chr.). Untersuchungen in dem vom Wall eingeschlossenen Areal haben gezeigt, dass hier aber auch in der mittleren Bronzezeit (1500 – 1250 v. Chr.) eine ausgedehnte Siedlung bestanden haben muss. Ob sie durch einen innerhalb der jungbronzezeitlichen Wallanlage liegenden Wall geschützt war, muss durch zukünftige archäologische Untersuchungen geklärt werden.

Dass auf dem Buchberg auch ein Friedhof vorhanden war, legte ein 1912 bei einem Hausbau gefundenes bronzezeitliches Grab nahe. Spätjungsteinzeitliche (2000 v. Chr.) Scherben weisen auf eine noch ältere Besiedlung hin. Außerdem ist durch Funde auch die Anwesenheit von Kelten und   Römern belegt.

Um den Gipfel, auf dem heute ein Gasthaus steht, wurde im hohen Mittelalter ein Bering von 4 Wällen angelegt, deren innerster heute noch in einer Höhe von 3,5 m erhalten ist. Diese Wälle bestanden aus einem mit Erde gefüllten Holzkastenwerk. Das Gipfelgasthaus dürfte auf den Mauerresten eines zum Bering gehörenden Turmes errichtet worden sein.

Seiten 61 – 62, Hag

Schwarz-weiß Skizze Hag; Arten und Anzahl der Pflanzen.

[Die erwähnten Fotos und Zeichnungen - siehe im Register 01 Karten Nummer 10_Buchberg-Buch.]

Zum Abschluss unserer Wanderung schauen wir noch einen Sprung beim „Hag“ vorbei. Im Frühjahr 2001 wurde auf Initiative des Vereines für die Geschichte von Neulengbach und Umgebung die Neupflanzung eines Hags angeregt und durchgeführt. Zahlreiche freiwillige Helfer setzten damals 24 Bäume (Elsbeere, Speierling, Wildapfel und Wildbirne) und insgesamt über 1000 Sträucher (Brombeere, Hainbuche, Hasel, Heckenrose, Schlehdorn, Weißdorn und Kreuzdorn) auf einem der Stadtgemeinde Neulengbach gehörenden Grundstück unweit der Laurenzi Kirche (ca. 500 m Luftlinie). Im Laufe der Jahre wird sich daraus ein historischer „Hag“ bilden.

Vereinzelt sind sie noch anzutreffen die „lebenden Zäune“ in der Natur. Früher wurden Felder und Viehkoppeln nicht eingezäunt, sondern eingehegt. Eng nebeneinander gesetzte Gehölze – meist Hainbuchen (Hagenbuchen) – wurden mit der Axt angehauen, umgeknickt und wieder in den Boden gesteckt. Sie verwuchsen rasch mit dazwischen gesetzten wildernden Heckenrosen (Hagebutte), Weißdorn (Hagedorn) und anderen Dornensträuchern zu einem undurchdringlichen Dickicht.

Vor über tausend Jahren verlief so eine großzügig angelegte Wehrlinie am Osthang des Tales der Großen Tulln bzw. des Laabenbaches und ist durch Ortsnamen mit dem Grundwort „Hag“ überliefert. Die Forschungen von Hofrat Rudolf Büttner haben den Umfang und die Bedeutung dieser alten Wehrlinie festgestellt. Ortsnamen wie Haag bei Markersdorf waren der Anlass für seine Theorie.

Laut Etymologischen Wörterbuch bedeutet Hag:
„Dorngebüsch, Buschwerk, kleiner Wald, Einhegung, Schanze, Stadt, Hecke, Einfriedung, umfriedeter Ort“. Das „Gehege“, abgeleitet von der Wortwurzel „Hag“, hat viele Verwandte. Vom Dorngesträuch über die Hecke und den Hain geht die Wortfamilie bis zum Familienamen Hagen und zum Ortsnamen Ha(a)g(en). Tatsächlich war so ein Hag ein oft über 100 m breites, undurchdringliches Dickicht. Diese für damalige Verhältnisse unpassierbaren Wehren hatten an wenigen Stellen gesicherte Durchlasse – so genannte Schanzen. Um der Bevölkerung einen Eindruck von so einer historischen Befestigungsanlage zu vermitteln hat der Verein für die Geschichte von Neulengbach und Umgebung die Pflanzung so eines Hages angeregt und durchgeführt.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 22   6.7.2010, Bundesdenkmalamt für Flächenwidmungsplan

Im Herbst 2023 wurde unter Frühgeschichte unter den angegebenen Nummern recherchiert und im Dezember veröffentlicht:
Frühgeschichte Nr. 86 (Flächenwidmungsplan)

Flächenwidmungsplan der Marktgemeinde Sieghartskirchen, 2010

Im Flächenwidmungsplan ist angegeben: „Bodendenkmal – Archäologisches Fundhoffnungsgebiet“, Quelle: Bundesdenkmalamt, Abt. für Bodendenkmale, Schreiben vom 06.07.2010.

Diese werden mit dem Symbol BD und einer Nummer angegeben.

Mittelalterlicher Hausberg Kogl: 7
BD 7 Parzelle 400/2 und 401/1  KG 20141 Kogl

Lagestelle des im 15. Jh. Verödeten Schlosses Kogel: 8
BD 8 Parzelle424/1 KG Kogl (MGM, Schlossberg?)

Bundesdenkmalamt, Schreiben vom 6.7.2010.
KG Kogl
Gst. Nr. 180/3, 183/1, 184, 399, 400/2, 401/1, 404/4, 404/6: Mittelalterlicher Hausberg Kogl
 
Gst. Nr. 424/1: Lagestelle des im 15. Jh. verödeten Schlosses Kogl

Siehe im Register 01 Karten Nummer 34_Flächenwidmungsplan.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 23   2021, Tulln, Geschichte der Stadtgemeinde, 2. Auflage

Im Herbst 2023 wurde unter Frühgeschichte unter den angegebenen Nummern recherchiert und im Dezember veröffentlicht:
Frühgeschichte Nr. 105 (Hübl)

Tulln, Geschichte der Stadtgemeinde, 2. Auflage, 2021
Dr. Richard Hübl, Juli 2021

Das Original befand sich bis zum Hochwasser (15. September 2024) in der Gemeindebücherei und wurde dadurch zerstört.

Die Genehmigung zur Veröffentlichung wurde im August 2023, wenn die Gemeinde dem heimatkundlichen Arbeitskreis beitritt, von Herrn Dr. Hübl erteilt. Der Gemeinderatsbeschluss dazu war am 7.9.2023.

Seite 126:
Karte 33: Herrschaftliche Verhältnisse im Mittelalter und der frühen Neuzeit im Verwaltungsbezirk Tulln.
 
Sieghartskirchen bei LG Neulengbach.
(Landgericht?)
 
Zeugen früher mittelalterlicher Herrschaft im Raum Tulln sind zuweilen noch heute erhaltene Hausberge, kegelstumpfartige Hügel für Holzburgen wie bei [...] und Kogl. [...]
 

Die bedeutendsten mittelalterlichen Herrschaftsträger im Raum Tulln waren nördlich der Donau [...], südlich der Donau die Herren von Atzenbrugg, von Tulbing und von Ried, jeweils mit ritterlicher Gefolgschaft. [...]

Seite 127:
Karte 34: Kirchliche Verhältnisse des Mittelalters im Verwaltungsbezirk Tulln.

Seite 191:
Karte 53: Herrschaftsverhältnisse der frühen Neuzeit im heutigen Verwaltungsbezirk Tulln
[…]

Um 1600 bestanden 20 Herrschaftssitze im heutigen Bezirk Tulln. [...]

Seite 198:
Karte 56: Der Verwaltungsbezirk Tulln im Zeitalter der Glaubensspaltung (Quelle: Bereitungsbuch 1590/91)
Eine Abschrift in LINK siehe unter „Geschichte Epoche 16. Jahrhundert“ im Register „1591 Abschrift Bereitungsbuch“.

Die Karten im Format PDF und TIF wurde für das Gemeindearchiv am 7.11.2023 von Dr. Richard Hübl übermittelt (Gemeindegebiet Sieghartskirchen manchmal nur teilweise zu sehen):

* Besiedlung MA
* Herrschaftskarte MA Raum Tulln
* Kirchliche Verhältnisse Mittelalter
* Lafrere Atlas 1540 1550
* Lazius Karte 1561 Detail
* Mercator Detail
* Vischerkarte
* Türken 1683 Belagerung Tullns
* Bezirk Herrschafaten FNZ
* Postkarte 1782
* Bezirk Konfessionen FNZ
Bez. Karte 1918
* Befestigungsplan 1914 15 THM
* Einmarsch Tulln 1945
* Admin Karte Neulengbach
* Reitpost
* Sieghartskirchen Franziszeische Landesaufnahme 1809-1819
* Sieghartskirchen Schweickhardt-Karte von Österreich unter der Enns (ca. 1840)
* Wienerwald Plan 1874

Einige der angegebenen Karten sind im Register 01 Karten, Nummern 17_Hübl, 17.1_Hübl und 17.2_Hübl angeführt. Dort finden Sie auch den Link zur Downloadseite.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 24   2021, Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich – Beiheft 12

Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich – Beiheft 12 / 2021

Roland Filzwieser
Burg und Herrschaft Scharfeneck am Leithagebirge als landschaftsarchäologischer und historischer Perspektive

Text für HP:
Interessant ist der Abschnitt „8.1 Wehranlagenin Ostösterreich“ – viele Beispiele von Hausbergen.
Ab Seite 64 unten, entspricht im PDF Seite 66.

Hier gelangen Sie zur Seite (Österreichische Gesellschaft für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie) zum Download.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 25   2024, NÖ Atlas Geländestufen

Im Download unter 01 Karten, PDF 06.1_Geländestufen sehen Sie:
 
Abb. 1: Aus dem NÖ Atlas die Geländestufen beim oberen Hausberg und die Ansicht mit Orthofoto.
Abb. 2: NÖ Atlas Geländestufen mit dem oberen und unteren Hausberg. Vermutung Hinweis auf möglichen Standort der Burg.
 * Abb 3: GIS-Orthofoto der Gemeinde.
Abb. 4: NÖ Atlas – drei Geländestufen auf der Wiese – Vermutung möglicher Hinweis auf die drei Ringmauern?

Vergleichen Sie dieses Bild mit den Fotos unter 01 Karten 03_Möglicher_Verlauf_der_Ringmauern_2024 und 03.1._Möglicher_Verlauf_der_Ringmauern_2013.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 26   2024, Geländestufen - andere Karte

Im Download unter 01 Karten, PDF 06_Geländestufen sehen Sie:
 
Abb. 1: NÖ Atlas für die Teilnehmer des Vortrages am 3.2.2024.
Abb. 2: Geländekarte von Kogl, ausgehend von der Homepage Burgruine Ried am Riederberg.
Abb. 3: Geländekarte mit Markierung oberer und unterer Hausberg, vermuteter 3. Hausberg.
Abb. 4: Vergrößerte Ansicht des unteren und des vermuteten dritten Hausberges.
Abb. 5: Vergrößerte Ansicht des oberen Hausberges.
Abb. 6: Markierung des möglichen Standortes der Ringmauern, Burg oder der Nebengebäude beim oberen Hausberg.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 27   1874, Germanische Wohnsitze und Baudenkmäler in Niederösterreich.

Blätter des Vereines für Landeskunde für Niederösterreich, 1876

Artikel: Germanische Wohnsitze und Baudenkmäler in Niederösterreich.
Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen im Jahre 1874.
Von Dr. Matthäus Much. (Fortsetzung.) II.

Anmerkung 1 Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 24.7.2024:
Der untere Hausberg wird auf einer Postkarte als Germanenhügel bezeichnet. Siehe im Register 01 Karten Nummer 04_Germanenhügel_unterer_Hausberg.

Anmerkung 2: Der einzelnen Teile des Artikels siehe ab PDF-Seite 103, 174, 261, 426, 554, 642 und Schluss 676.

Anmerkung 3: Die einzelnen Skizzen von Hausbergen siehe im Register 01 Karten Nummer 31_Wallanlagen.

Anmerkung 4: Der ursprüngliche Link bei der Recherche am 13.7.2024 ist heute (25.7.2025) nicht mehr gültig.


PDF Seiten 554 – 578:

Hausberg von Geiselberg (PDF-Seite 561),
Hausberg von Stronegg (PDF-Seite 562),
Hausberg von Spannberg, Lichtenwart (PDF-Seite 575),
Hausberg von Ebenthal, Gross-Jena (PDF-Seite 578),
 

I. Einfache Tumuli (ab PDF-Seite 650): Bullendorf an der Zaya, Wilfersdorf an der Zaya, Hüttendorf an der Zaya, Ebenthal.
II. Tumuli mit herumlaufenden Graben: Lichtenwart, Staats, Hagenberg, Neudorf, Schotterlee, Pyrawart.

* Baumaterial Erde die weitaus überwiegende Menge in Niederösterreich.

* Es wurde nämlich entweder rings um den für das Bauwerk abgemessenen Raum ein manchmal sehr tiefer und breiter Graben ausgehoben und die dadurch gewonnene Erde zur Erhöhung des vom Graben umschlossenen Raumes verwendet und so das Bauwerk aufgeführt, wie bei jenen von Marchegg, Spannberg, Mistelbach, oder es wurden mit der aufgeworfenen Erde Wälle gebildet wie in Schrick. An anderen Orten wurde die vorspringende Ecke einer Hochfläche oder ein heraustretender Hügel völlig isoliert, mit der abgegrabenen Erde erhöht und geformt und in solchen Fällen auch grossartiger und umfangreicher gestaltet, da die Natur selbst schon einen Teil der Arbeit ausgeführt hatte, wie bei dem abgestuften Tumulus von Ober- Gänserndorf, einem der höchsten aller vorgeschichtlichen Bauten Nieder-Oesterreichs.

Einfache Formen:
* Einfache Bauten auf meist runder, oder ovaler oder auch unregelmässiger Basis, also kegelförmige Erdwerke…
* Kegelförmige Erdwerke mit herumlaufendem Graben,…
* Kegelförmige Erdwerke mit Stufen,…
* Kegelförmige Erdwerke mit herumlaufendem Wall und Graben,…
* Kegelförmige Erdwerke mit zwei- bis dreifachen herumlaufenden Wällen und Gräben,…
* Einfacher Ringwall mit eingeschlossener ebener Fläche…
* Dreifacher Ringwall mit eingeschlossenem sich nicht über die Scheitellinie der Wälle erhebenden ebenen Raume,…
* Einfache Erdwerke auf vierseitiger Basis, abgestumpfte, Pyramiden,…
* Abgestumpfte Pyramiden mit herumlaufendem Graben,…
* Abgestumpfte Pyramide mit Wall und Graben,…
* Zwei unregelmässig- kegelförmige Erdwerke neben einander,…
* Ein das ganze Bauwerk hoch überragender kegelförmiger Tumulus neben einer mit ihm verbundenen oder durch einen Graben getrennten, abgestumpften Pyramide und umschlossen von einem gemeinschaftlichen einfachen oder doppelten Walle und Graben,…

* Dimensionen unterschiedlich, auffallend übereinstimmend die Höhenmasse von 10 Metern.

* Zweck und Name: Gegenwärtige Einigung, alle vorgeschichtlichen Bauwerke als Grabmäler zu betrachten;
* keine mittelalterlichenn Schanzen- (!) und Wachthügel sind in ihnen zu sehen;
* Nicht nur in Niederösterreich heissen einzelne Bauwerke „Wachtberge“;

* In der That zeigen viele der sogenannten Hausberge Spuren, dass auf ihrer Höhe noch besondere Vorrichtungen vorhanden gewesen sein mögen. […]So trug der Hausberg von Spannberg auf seinem Plateau einen Ueberbau von etwa 2.5. Meter Höhe, der nur um einen Meter vom Rande des Plateaus zurückstand.
Einen ähnlichen Ueberbau trägt der Hausberg von Lichtenwart noch heute; er nimmt die Mitte des Plateaus ein, hat 40 Schritte im Umfange, ist jedoch kaum / Meter hoch und in seiner Mitte wieder etwas vertieft. Vielleicht haben indess auch diese Ueberbauten nur zur Abschliessung gedient.

* Mit dieser zweifachen Qualificierung unserer vorgeschichtlichen Bauwerke nach ihrer vorwiegenden Bestimmung als Grabmäler und Tempelstätten treffen auch die Bezeichnungen zu, welche ihnen das Landvolk Nieder-Oesterreichs verleiht. Sie werden „Lee“ („Leeberge“) oder „Hausberge" genannt, u. z. in ausschliesslicher Weise, so dass ihnen nur die eine oder die andere Bezeichnung zukommt. „ Leeberge" heissen zu allermeist nur die einfachen, kegelförmigen Erdwerke, die wir gewöhnlich als Tumuli bezeichnen ; „Hausberge dagegen jene Werke verschiedener Form , sobald sie sich in Abstufungen erheben, oder mit Wall und Graben umgeben sind, namentlich aber dann, wenn sie aus mehreren der bezeichneten Formen Kegel, Pyramide und Wall zusammengesetzt sind, für welche die Bezeichnung Leeberg niemals angewendet wird.

* Leeberg und Hausberg sind also Gattungsnamen, die zuweilen durch einen besonderen Eigennamen verdrängt worden sind. So wird der Hausberg von Hagenberg offenbar wegen seiner Form Glockenberg" genannt, oder der Hausberg bei Kronberg von dem auf ihm aufgerichteten Kreuze der Kreuzberg", während sich die alte Bezeichnung seines Wesens noch im Namen des ihn umschliessenden Grabens, des Hausgrabens", erhalten hat.

* Sonach würde „Haus" einen umgürteten, umschlossenen Raum bedeuten. Bei Zugrundelegung dieses ursprünglichen Sinnes des Wortes Haus eröffnet sich uns die Bedeutung unseres Hausberges in klarster, zutreffendster Weise als eines umhegten, von Wall und Graben umschlossenen Hügels, womit denn auch die Thatsache vollkommen übereinstimmt , dass eben nur jene vorgeschichtlichen Bauwerke im Volksmunde „Hausberge heissen, welche von Wällen oder Gräben, oder von horizontalen rings umlaufenden Stufen umgürtet, umschlossen werden.

Ab PDF-Seite 642:

Lage und Verteilung.

* So mannigfaltig Form und Grösse unserer vorgeschichtlichen Bauwerke sind, so sehr und noch viel mehr wechselt ihre örtliche Lage. Es lässt sich in dieser Beziehung gar keine Regel, nach welcher man bei Auswahl des Ortes für die Anlage vorgegangen wäre, ausfindig machen. Bald finden wir sie auf breitgegründetem Hügel, bald auf weitgedehnter Ebene; bald blicken sie von steiler Höhe über den mächtigen Donaustrom mit seinen Inseln und Auen, bald ruhen sie versteckt im stillen grünen Thale. Sind sie auf dem Berge, so sind sie doch nicht immer auf dessen höchstem Punkte, sind sie in der Tiefe, so sind sie doch nicht immer an niederster Stelle.

* Zwei Umstände fallen indessen doch auf, wenn man dieselben in eine Karte des Landes einträgt. Zunächst wird dadurch klar, dass von einer Reihen entwicklung oder sonstigen systematischen Anordnung, wie sie behauptet wurde, nicht die Rede sein kann. Dagegen aber springt sofort der Umstand in die Augen, dass von den genannten 60 Bauwerken nur vier auf den Landesteil diesseits der Donau fallen, während alle übrigen sich jenseits, u. zw. ausschliesslich im Viertel unter dem Mannhartsberge, also auf sehr kleinem Raume vereinigen.

* III. Tumuli mit herumlaufenden Stufen.
9. Schotterlee.
Im Westen des Ortes . Schon der Name des Ortes verräth ein hier bestehendes Bauwerk. Das zu besprechende besteht indes nur aus einem natürlichen Hügel, der blos geformt wurde. Um ihn herum läuft ein zum Teil noch erhaltener, durch Menschenhände angelegter Wall oder eine Stufe, dem einzigen Zeichen seiner einstmaligen Bedeutung. Der Hügel ist Gemeindeeigentum und war bis vor kurzer Zeit gemeinschaftliche Hutweide, die jetzt aufgebrochen und in Felder umgestaltet wurde ; bald wird jede Spur verschwunden sein, dann wird auch nur mehr sein Name Hausberg" Nachricht geben von seinem einstigen Wesen.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 28   1878, Blätter des Vereines für Landeskunde für Niederösterreich

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec:
Der ursprüngliche Link bei der Recherche am 13.7.2024 ist heute (25.7.2025) nicht mehr gültig.

PDF Seite 401:

Aufruf und Bitte.

Zu den wichtigsten Denkmalen der frühesten Kulturzustände unserer Heimath gehören die im Lande zerstreut vorkommenden hügel- oder wallartigen Erhebungen des Bodens, die, obwohl häufig nur mehr in ihren Resten vorhanden, doch sofort als ein Werk von Menschenhand erkannt werden. Sie haben verschiedene Formen, vom einfachen Walle oder blossem, auf runder oder vierseitiger Basis stehenden Hügel bis zum gewaltigen, aus verschiedenen Formen kombinierten, wallumschlossenen Bauwerke. Ihnen allen ist auf niederösterreichischem Boden, soweit unsere Kenntnisse bis jetzt reichen, gemeinsam, dass sie aus Erde aufgeführt wurden, während sie anderwärts auch aus Steintrümmern bestehen. Die Forscher nennen sie prähistorische Grabhügel, Tumuli, Burgwälle u. s. w., unser Volk aber hat zum Teile ihre uralten Namen bewahrt und nennt sie Lee, Leben, Leber, Leeberge und Hausberge. Neben ihnen sind auch noch andere, aus einzelnen grösseren Steinblöcken errichtete Denkmale zu erwähnen, wie einzelne aufgerichtete Steine, Steinalleen , Steinkreise, Steintische, Wackelsteine , hangende Steine, von denen in Niederösterreich wol erst eine Steinallee konstatiert werden konnte. die sich aber in der einen oder der anderen Form gewiss noch hie und da, am wahrscheinlichsten im oberen Manharts -Viertel erhalten haben.

Das Wesen aller dieser Bauwerke und die Geheimnisse, die sie bergen sind, weil sehr verschiedenartig, noch nicht in ihrem vollen Umfange ergründet. Die bis zum Schlusse des Jahres 1875 reichenden Ergebnisse meiner eigenen Forschungen habe ich im X. Jahrgange (Neue Folge) dieser Blätter veröffentlicht: die seither unverdrossen fortgeführten Untersuchungen bestätigen die bis dahin gewonnenen Resultate, die wir kurz zu dem zusammenfassen können, dass ein sehr grosser Teil aller dieser Bauwerke Grabhügel und heilige Stätten sind und einer Zeit angehören, welche weit über die durch schriftliche Urkunden erhellten Perioden hinaufreicht. Aber gerade hierin liegt die grosse Bedeutung und der noch nicht zu ermessende hohe Wert, den sie für die Erforschung der ältesten Schicksale unserer Heimath besitzen; sie sollen und werden uns umfassende Aufschlüsse gewähren eben über die Zeit, über die wir keine schriftlichen Urkunden besitzen, und da wir diese nicht geschriebenen Zeugnisse der Vergangenheit nunmehr lesen und verstehen gelernt haben, so ist es an der Zeit, auch an sie mit unseren Fragen heranzutreten . Diese aber müssen um so lauter werden, und die Pflicht eines jeden Freundes unserer Heimath, hierbei mitzuwirken, wird eine um so dringlichere, je mehr diese Denkmale durch die alles nivellierende Kultur, vornemlich unter dem Pfluge des Landmannes und unter dem Schlägel des Strassen- und Eisenbahn-Arbeiters verschwinden.

Vor Allem handelt es sich darum, das Vorkommen aller einzelnen vorgeschichtlichen Baudenkmale jeder Art zu konstatieren. Der späteren Untersuchung wird es vorbehalten sein, ihre Gesammtzahl, ihre Verteilung im Lande, sodann die Art ihrer Form, ihrer Konstruktion, ihres Inhaltes und ihre einstige Bestimmung zu ermitteln. Schon die Aufsuchung aller einzelnen dieser Bauwerke übersteigt die Kraft eines Mannes. und darum sind hierbei Alle mitzuwirken berufen, denen die Kunde unserer Heimath am Herzen liegt.

An alle Diese ergeht nun die freundliche Bitte, allen im Bereiche ihres Wohnortes befindlichen Bauwerken, seien es Erdwerke oder Steinsetzungen, einen Teil ihrer Aufmerksamkeit zu schenken. Zur Erleichterung der Beurteilung wird es dienen, hier die bereits bekannten vorgeschichtlichen Bauwerke nach Massgabe ihrer äusseren Erscheinungen im Einzelnen anzuführen.

I. Einfache freistehende Tumuli auf runder Basis 
bei Deutsch - Altenburg , Nieder-Hollabrunn , Nieder - Fellabrunn , Gross - Mugel, Hainburg, Zegersdorf, Ober-Hollabrunn (wie viele ?), Neustift, Pillichsdorf, Buch, Gaisruck , Hüttendorf , Wilfersdorf , Bullendorf , Reisenberg (Wasenbruckmühle) , Dörfles (bei Unter- Gänserndorf), Rabensburg, Bernhardsthal, Abtsdorf (nördlich davon auf dem Wagram) , Ober - Weiden (im Orte), Ober - Weiden (im Felde), Zwerndorf (grosser Leeberg) , Zwerndorf (kleiner Leeberg), Weidendorf, Weikendorf (in den Satzlingen), Gaisruck.

II. Tumuli mit einem herumlaufenden Graben
zu Gross -Wiesendorf, Hetzmannsdorf, Lichtenwart , Hagenberg , Staats , Mitterstockstall.

III. Tumul mit herumlaufenden Stufen
zu Ober- Gänserndorf, Spannberg, Pirawart, Schotterlee, Neudorf (bei Staats) , Königsbrunn.

IV. Tumuli mit herumlaufendem Wall und Graben
zu Spannberg, Kronberg, Olgersdorf, auf dem Schlifberg und Buschberg.

V. Tumuli mit mehrfachem Wall und Graben
zu Geiselberg, Gross -Weikersdorf, Klein-Ebersdorf, Rabensburg.

VI Tumuli auf vierseitiger Basis (Pyramidenstutz)
bei Zlabern (nächst Staats) und Feldsberg.

VII. Tumuli auf vierseitiger Basis ( Pyramidenstutz) mit herumlaufendem Graben
zu Mistelbach, Unter- Gänserndorf (im Orte), Unter- Gänserndorf (in den Wiesgründen), Guntramsdorf, Baumgarten (bei Marchegg), Marchegg.

VIII. Einfacher Ringwall
auf dem Pfaffenberg, Maiersdorf (um die Kirche), Gnadendorf (um die Kirche) , Schlickendorf (?).

IX. Dreifacher Ringwall
zu Schrick (um die Kirche), Brodersdorf (Ungarn, an der Leitha bei Deutsch-Brodersdorf).

X. Zwei Bauwerke neben einander
zu Grub- Stillfried, Eizersthal- Breitenwaida.

XI. Aus allen Formen der Erdwerke kombinierte Bauwerke
zu Hippersdorf, Ober - Russbach , St. Ulrich , Ober- Sulz , Ebenthal , Wultendorf, Stronegg, Stockerau, Hohenau.

XII. Hiezu kommen die sogenannten Circumvallations -Wälle, welche vorgeschichtliche Ansiedlungen teilweise oder ganz einschliessen, u. zw. zu Grub-Stillfried, Deutsch- Altenburg, auf dem Bisamberg, dem Braunsberg, dem Leiserberg, dem Steinberg (beide bei Ernstbrunn).

Die Tumuli bei Randegg, Pottenbrunn, Oberhausen, Petronell, Weinsteig, Bockfliess, Künring, Maissau, Kirnberg, Klein- Kirchberg (zwischen Sitzendorf und Frauendorf), Bergau (Würfelberg), Bergau (Ort) , Raschalaa, Mailberg, Seefeld , Nappersdorf und Götzendorf kenne ich nicht aus eigener Anschauung und vermag sie daher auch nicht in eine der bezeichneten Formen einzureihen. […]

Wien, im November 1878.

Dr. Much, VIII., Josefsgasse 6.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 29   1891, Die prähistorischen Fundstätten Bosnien, Hercegowina, österreichisch-ungarisches Fundgebiet.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec:
Der ursprüngliche Link bei der Recherche am 13.7.2024 ist heute (25.7.2025) nicht mehr gültig.

Dargestellt von V. Radimsky, Berghauptmann.

Skizzen siehe im Register 01 Karten Nummer 31_1_Wallanlagen.

II. Die prähistorischen Objecte.

PDF-Seite 93:

Auffallend ist es, dass die Erdställe nicht selten in der Nähe der später zu besprechenden grossen Tumuli und Hausberge vorkommen. […]

PDF-Seite 145:

Eine dritte Art von prähistorischen Cultusstätten sind die gewöhnlich grossen Erd- oder Steinbauten, welche unter dem Namen der Leeberge, Hausberge, Burgställe, Gschlösser und Schlosskogel bekannt, in fast allen österreichisch-ungarischen Ländern mehr minder häufig vorkommen. […]

PDF-Seite 146:

Die einfachen runden oder ovalen Tumuli werden in Niederösterreich Leeberge genannt, während die abgestuften, mit Wall und Graben umgebenen Tumuli und besonders die complicirteren Formen derselben als Hausberge bezeichnet werden. […]

PDF-Seite 152:

Ich habe bereits erwähnt, dass wenigstens die zusammengesetzten Formen der Hausberge als Tempelstätten, d. h. als der Gottheit gewidmete, abgeschlossene Räume anzusehen sind. Denn dass sie keine Befestigungen und Zufluchtstätten sein können, zeigt schon ihre für Kriegszwecke ganz unpraktische Form. […]

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 30   1896, Topographie von Niederösterreich

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec:
Der ursprüngliche Link bei der Recherche am 13.7.2024 ist heute (25.7.2025) nicht mehr gültig.

Herausgegeben vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich. Vierter Band. Wien.
Alphabetische Reihenfolge und Schilderung der Ortschaften in Niederösterreich.
Dritter Band: H, I und J (j) mit Register.

PDF-Seite 117, zu Hasbach:

Das Volk erklärt den Namen Hausberg als „beim Haus am Berg“ oder „Berg beim Haus“, weil diese Äcker zu dem Meierhause gehörten. Das Wort Haus bedeutete aber in der alten Zeit eher Burg als Meierhof, so dass Hausberg mit Schlossberg wiederzugeben wäre. […]

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 31   1902, 1903: Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec:
Der ursprüngliche Link bei der Recherche am 13.7.2024 ist heute (25.7.2025) nicht mehr gültig.

Redakteur: Dr. Anton Mayer. I. Band. 1902 und 1903. Wien.

Karte dazu siehe im Register 01 Karten Nummer 31.2_Karte.

PDF-Seite ab 78 unten ff:

Programm für die Sommerversammlung des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich am Sonntag den 15. Juni 1902.

[…]
(Zur Erörterung wird die Frage vorgelegt: Sind die sogenannten Hausberge als die unmittelbaren Grundlagen einstiger Holzburgen oder als ältere Baureste zu betrachten, welche in späterer Zeit zur Errichtung von Holzburgen benützt wurden?)

Berichte zu den Exkursionen mit Besichtigungen siehe PDF-Seite 113 ff und 237 ff.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 32   1904, 1907: Forschungen zur deutschen Landes- und Volkskunde

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec:
Der ursprüngliche Link bei der Recherche am 13.7.2024 ist heute (25.7.2025) nicht mehr gültig.

Im Auftrage der Centralkommission für wissenschaftliche Landeskunde von Deutschland
Herausgegeben von Dr. A. Kirchhoff. Fünfzehnter Band. Stuttgart. 1904.

Derselbe Artikel wurde nochmals im Sechzehnten Band, 1907 abgedruckt. Es scheint so, dass in dem Projekt Google-Bücher in einem gebundenen Buch mehrere Hefte gibt. Der Artikel scheint aus Heft 5 zu stammen:
Anthropogeographische Probleme aus dem Viertel unterm Manhartsberge in Niederösterreich.
Von Dr. Oskar Firbas, Klagenfurt.
Stuttgart 1907.

Artikel: Mundart.

PDF-Seite 1124 ff:

* Wir sehen also vorläufig von anderen Kulturresten der Stein-, Bronze- und Eisenzeit ab und beschäftigen uns bloß mit den prähistorischen und frühgeschichtlichen Bauten, die ich in Leeberge, Hausberge und Erdställe gliedere. Das ist eine Einteilung, die im großen und ganzen das Landvolk stets beobachtet hat, die aber mit voller Schärfe niemals in wissenschaftlichen Publikationen gebraucht wurde. Hier werden nämlich (z. B. v. Much) Leeberge und Hausberge zusammen als Tumuli erwähnt und ein Unterschied nur nach der Zahl der Wälle und ähnlichen äußerlichen Momenten gemacht. Man sollte aber nach innerlichen Unterscheidungsgründen im wahren Sinne des Wortes urteilen, weshalb ich als das wesentliche Moment heraushebe , ob diese Tumuli einen Inhalt bergen und daher Gräber sind, oder ob sie keinen besitzen, und, wie es dann stets der Fall ist , von Wall und Graben umgeben sind.

* Von den Leebergen sind die Hausberge sehr zu unterscheiden: sie sind nicht aufgeschüttete Erhebungen, sondern bloß künstlich zugeformte Teile des Geländes, sie haben stets mindestens einen Wall oder Graben, enthalten niemals eine Grabkammer im Innern und sind immer in nächster Nähe von Ortschaften gelegen. Auch Name und Tradition weisen auf einen tiefgehenden Unterschied zwischen beiden hin. Das Bestimmungswort haus bedeutet im Mittelhochdeutschen   3) auch Burg, und es ist also Hausberg dasselbe wie Burgstall, wie man sowohl in NÖ als auch in Bayern sagt. Auch die Sage des VUMB weiß stets von einer Burg zu erzählen, die einst auf dem Hausberg stand, und verlegt manche Spukgeschichte auf jene Stätten.

3) Nach einer gütigen Mitteilung von Prof. R. Much.

* Welchen Zweck haben nun diese gewaltigen Bauten gehabt? In anderen Ländern, wo sie auch vorkommen , also in Norddeutschland, Bayern, Böhmen und Ober- Ungarn, zögert man nicht mit der Erklärung : man hält sie für Wallburgen, errichtet, um einem Gaue, einem Dorfe, die nötige Sicherheit zu verleihen. - Namentlich von den Elbslawen wissen wir, daß sie feste Orte eben die heutigen Burgwälle - besaßen, die nie bewohnt waren und in die sie sich in Feindesnot zurückzogen. Aber die niederösterreichischen Forscher haben sich diese Erklärung nie zu eigen gemacht, sondern namentlich Math. Much, der verdienstvolle Erforscher unserer Hausberge, sah in ihnen heidnisch-germanische Kultstätten, weil er sie als Festungen für ganz ungenügent hielt   1). Damit hat er recht, wenn er als Feind die Römer annimmt, aber schon Oskar Schuster (die alten Heidenschanzen Deutschlands, S. 68   2) sagt: „Hier ist nichts von einem Plane, das ganze zu sichernde Land durch regelmäßige Wälle zu befestigen und in gewissen Abständen durch geschlossene Werke zu decken, zu bemerken… Regellos sind die Rundwälle verteilt… sie dienten also nur dem kleinen Kriege ... Es sind Bauernburgen, die in den kleinen Fehden der Germanen eine große Rolle spielten, in den größeren Kriegen aber nicht besetzt wurden. "Wenn man also die Hausberge für bloße Bauernburgen hält, dann erweisen sie sich vollkommen hinreichend für diesen Zweck. Man muß ja bedenken, daß sie durch hölzerne Brustwehren noch verstärkt waren, daß in den unteren Ringen eine große Anzahl von Bogenschützen Platz hatte und die Terrassierung aus den Hausbergen die beste Festung machte, die unter den gegebenen Verhältnissen möglich war.

1) Nur Hoernes hält sie für „relativ jung ... und zu Zwecken der Sicherung“ erbaut. Bronzezeit, S. 18.

2) Nach Neudeck, Germanische Befestigungen. Mitteil. d. a . G. IX, S. 29.

* Nur in der Art der Ausführung zeigen sich Unterschiede und nationale Eigenheiten. So unterscheiden sich denn auch die Hausberge unseres Viertels von den bayrischen, böhmischen und oberungarischen dadurch, daß sie keine Abschnittsbefestigungen sind, welche das Innere einer Flußschlinge vom Hinterlande durch Wall und Graben abtrennen, sondern daß stets die Form eines auf allen Seiten freistehenden Kegelstutzes angestrebt wird, der in terrassenartigem Aufbaue von konzentrischen Wällen und Gräben umgeben wird. Nur darin, ob die Verbindung mit dem Hinterlande ganz oder bloß teilweise unterbrochen ist, in der Höhe und Anzahl der Ringe unterscheiden sich die Hausberge unseres Viertels. Dagegen finden sich ähnliche Typen außerhalb des Viertels nur noch auf dem Rheinberge bei Kromau   3), in OÖ. zu Pohlheim bei Grieskirchen   4) und in Ottau im südlichen Böhmen   5). Wohl aber unterscheiden sich die übrigen böhmischen   6), die bayrischen und oberungarischen   7) auf den ersten Blick durch eine viel rohere Technik von unsern Hausbergen.

3) Koudelka , Mitteil. d. a. G. IX.

4) Müllner, Mitteil. d. a. G. XIII, S. 75.

5) Mitteil. d. a. G. XXI, S. [ 62].

6) Vergl. Atlas der Zentralkommission.

7) Neudeck a . a. O.

* Ihre Verteilung im VUMB läßt gar keine besonderen Grundzüge erkennen. Sie bilden durchaus nicht eine Kette von Befestigungen, wie man früher wollte, sondern treten uns bald da, bald dort entgegen, ohne Plan und System, wie aus der Karte zu ersehen ist. Dagegen ist es Regel, daß sich die Hausberge immer in nächster Nähe oder inmitten der Ortschaften (gewöhnlich auf Gemeindegrund) finden und daß sie dort, wo das nicht der Fall , auf ein jetzt verschollenes Dorf hinweisen.

* Diese auffallende Tatsache , daß die Hausberge stets unmittelbar bei Dörfern stehen, läßt entweder vermuten, daß die Dörfer älter sind und die Hausberge erst von den Dorfbewohnern angelegt wurden, oder daß die Hausberge in ältere Zeiten zurückgehen und die Dörfer später möglichst nahe an sie angebaut wurden, um ihren Schutz zu genießen. Um diese Frage zu entscheiden, ist es notwendig, das Alter der Hausberge zu bestimmen. Mit Hilfe einer historischen Methode ist dies aber, wie die Versuche von Much, Spöttl u. a. beweisen, nicht möglich, da sich auf den Hausbergen wenig menschliche Reste fanden und diese allen möglichen Zeitaltern angehören. Es bleibt uns daher nur übrig, aus der geographischen Verbreitung dieser Bauten eventuelle Schlüsse zu ziehen. Während sich nun im VUMB ca. 50 Hausberge finden, haben wir im übrigen NÖ keinen einzigen. Das ist aber eine auffallende Erscheinung, die sich nur aus der Existenz eines Volkes erklären läßt, welches weder im Waldviertel, noch südlich der Donau, sondern nur in unserem Gebiete und etwa noch in Mähren einheimisch war. Das können aber nur die Quaden gewesen sein, denn alle anderen Völker, Kelten und Slawen, Bayern und Franken, wohnten zu beiden Seiten der Donau und müßten im Süden wie im Norden ihre Wallburgen errichtet haben, wenn sie solches überhaupt taten. Wären die Hausberge mittelalterliche Burgen, dann könnte man ebenfalls nicht verstehen, warum sich im übrigen NÖ keine finden, da wir ja überall dieselben Adelsgeschlechter antreffen. Nur eine ethnographische Ursache ist hier anzunehmen, da wir auch nicht behaupten können, daß die Landesnatur im übrigen NÖ derartige Bauten verhindert hätte.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 33   1907, 1909: Jahresbericht über die Erscheinungen auf dem Gebiete der germanischen Philologie

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec:
Der ursprüngliche Link bei der Recherche am 13.7.2024 ist heute (25.7.2025) nicht mehr gültig.

Herausgegebenn von der Gesellschaft für deutsche Philologie in Berlin.
Neunundzwanzigster Jahrgang, 1907

Leipzig, O. R. Reisland, 1909.

 

XVII. Altertumskunde.
A. Vor- und frühgeschichtliches.

PDF-Seite 330:

34. Matthäus Much, Die Hausberge in Niederösterreich. Ihre Bedeutung und Zeitstellung (Mitteilungen der Anthrop. Gesellschaft in Wien. XXXVII. Bd. S. 163 ff.).

Veranlassung zu dem Aufsatze hat das Buch von Oskar Firbas, Anthropogeographische Probleme aus dem Viertel unter dem Manhartsberge in Niederösterreich. Forschungen zur deutschen Landes- und Volkskunde. Hrsg. v. Dr. A. Kirchhoff, Bd. XVI gegeben. M. kommt zu dem Resultate, daß die Hausberge, ringwallumschlossene Tumuli, ursprünglich sakralen Charakter gehabt haben, und er verweist auf ganz ähnliche Formen in der Schweiz und in Frankreich. Er vermutet, daß sie im Verlaufe der Latène-Zeit entstanden und daß ihr Bau den Kelten zuzuschreiben ist.

Veröffentlicht am 25.7.2025

A 34   1914-1915: Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec:
Der ursprüngliche Link bei der Recherche am 13.7.2024 ist heute (25.7.2025) nicht mehr gültig.

Redigiert von Dr. Max Vancsa.
VII. Band. 1914 und 1915. Wien.

Artikel: Archäologische Bodendenkmale in Niederösterreich. (Tumuli, Ringwälle, Hausberge, Erdställe, Opfersteine.). Von Dr. Owald Menghin
Laut XIII. Jahrgang, Nr. 11., November 1914 Vortragsabend am Samstag, 28. November.
Der hier gedruckte Aufsatz ist nur ein Auszug des Vortrages.

* Es sind vierzig Jahre her, seit Matthäus Much im Vereine für Landeskunde einen Vortrag über vorgeschichtliche Baudenkmale, die er unter dem Namen Tumuli zusammenfaßte, hielt. Much ist bekanntlich einer der Altmeister österreichischer Urgeschichtsforschung und, was unsere engere Heimat anlangt, ist um ihre archäologische Erforschung wohl niemand mehr verdient als er. Viele Jahrzehnte lang durchstreifte er rastlos Niederösterreich nach allen Richtungen, um Hausberge, Ringwälle, Verschanzungen, Hügelgräber, Gräberfelder, Wohngruben zu entdecken und sehr viel von dem, was an solchen Dingen in der späteren Literatur immer wieder genannt wird, ist von ihm gefunden und zum erstenmal beschrieben worden. Aber nicht nur mit dieser sammelnden Tätigkeit begnügte er sich. Er suchte das Material auch wissenschaftlich zu durchdringen, zu deuten, zu datieren und seiner ethnischen Herkunft nach zu bestimmen. Daß ihm dabei oft Irrtümer unterliefen, wird niemanden wundernehmen, der weiß, wie wenig in jenen Tagen das prähistorische Studium bei uns entwickelt war; Matthäus Much gehört ja selbst zu denen, unter deren pflegenden Händen diese Wissenschaft erst zu dem mächtigen Baume wuchs, als der sie uns heute entgegentritt. Der Grundfehler seiner Ansichten war, daß er Hügelgräber, Ringwälle und Hausberge nicht streng voneinander schied, sondern unter dem gemeinsamen Namen »Tumuli« durcheinanderwarf. Obwohl sich seine Anschauungen später in manchen Punkten berichtigten, ist er nie zur vollen Klarheit über den tiefgründigen Unterschied zwischen diesen archäologischen Erscheinungen durchgedrungen. Ja, das außerordentliche Ansehen, das Matthäus Much allenthalben genoß, hat es bewirkt, daß seine Theorien heute noch die communis opinio weiter Kreise darstellen. Und darum wird es mir vielleicht verdankt werden, wenn ich hier kurz auseinandersetze, was in bezug auf die erwähnten drei Typen inzwischen Neues an den Tag gefördert wurde und als der gegenwärtige Stand der Forschung bezeichnet werden darf. Ich füge noch eine vierte, vielgenannte Erscheinung an, die Erdställe. Auch über sie hat M. Much als einer der ersten geschrieben. Das Hauptverdienst ihrer Durchforschung gebührt allerdings dem »Höhlenpfarrer« Lambert Karner, der über sie ein großes Buch geschrieben hat. Die darin vorgetragenen Ansichten über Alter und Zweck der Erdställe sind aber ebenfalls irrig.

* Hügelgräber […] Diese Erdbauten zu Begräbniszwecken, und nur diese, nennt man in der prähistorischen Fachwelt Tumuli; der Gebrauch dieses Ausdruckes für Erdwerke zu Befestigungszwecken, wie Wallburgen und Hausbergen, ist durchaus mißverständlich und muß verschwinden.

* Damit wollen wir dieses Kapitel verlassen und uns dem nächsten der zu besprechenden Typen, den Wallburgen oder Ringwällen zuwenden. Was davon in Niederösterreich vorhanden ist — es ist nicht wenig, aber schlecht erforscht — bildet, wie noch fast überall, in Bezug auf die Datierung eine Crux der Prähistoriker. Nur ausnahmsweise war ein guter Platz nur eine kurze Zeitspanne besiedelt, wie etwa die Malleiten bei Fischau, deren Erscheinungen wir samt und sonders in die - mittlere Hallstattzeit datieren können. In den meisten Fällen waren günstige Punkte fast während aller prähistorischen Perioden und auch noch später bewohnt; es läßt sich unter solchen Verhältnissen nun wohl kaum je ermitteln, welcher Besiedlungsphase die Verwallung angehört, wenn diese nicht etwa zufällig archäologische Schichten überschneidet oder datierbare Einschlüsse enthält, die natürlich älter sein müssen als die Wallanlage. Bei dem schlechten Erhaltungszustande der meisten prähistorischen Ringwälle und den hohen Kosten sind solche Unternehmungen nur in Ausnahmsfällen möglich. Wir können daher nicht sagen, welcher vorgeschichtlichen Kulturperiode die Wallbauten vom Bisamberg, vom Michelsberg, vom Buschberg, vom Oberleiserberg, von Rauheneck angehören. Daß sie prähistorisch sind, können wir allerdings mit Bestimmtheit behaupten; denn schon frühmittelalterliche Wälle sehen ganz anders aus. Ganz abgesehen vom Erhaltungszustand sind sie stets viel größer und massiger. Für das südliche Niederösterreich, wo sich die ganze römische Kultur zwischen Vorzeit und Mittelalter einschiebt, liegen in dieser Hinsicht die Verhältnisse klar; den riesigen, nun leider einem Steinbruche ganz zum Opfer gefallenen Wall am Stein in Deutsch - Altenburg würde z. B. kein Kenner für vorgeschichtlich angesehen haben, auch wenn bei seiner Abgrabung nicht römische Mauertrümmer zum Vorschein gekommen wären. Anders liegt es im Norden der Donau, wo wir mit einem kontinuierlichen Übergang von den prähistorischen bis zu den mittelalterlichen Verhältnissen — wenn auch nicht ohne Beeinflussung durch die Römer — zu rechnen haben. Hier liegt es mit unserer Kenntnis noch sehr im Argen und es ist hier von der keltischen Invasion (La Tenezeit) an bis zur Neubesiedlung durch Deutsche seit dem X. Jahrhundert gewagt, für gewisse Bauwerke Datierungen zu bieten. Trotz alldem glaube ich Matthäus Muchs Quadenring von Stillfried an der March dem Mittelalter zuweisen zu müssen, ohne abstreiten zu wollen, daß derselbe Platz auch ältere Befestigungen getragen habe, wie die Kleinfunde vermuten lassen.

In nahe Beziehung zu den prähistorischen Ringwällen hat man die Hausberge rücken wollen Das vielumstrittene Problem war in anderen Ländern (denn sie haben eine weite Verbreitung bis nach Frankreich und England) schon längst gelöst, als man bei uns noch immer an Muchs Tumulus- und Opferstättentheorie festhielt oder gar in ihnen mit Firbas quadische Festungsbauten sah. Tatsächlich ist der Hausberg von Tumulus und Ringwall scharf zu trennen. Der Tumulus ist, wie wir gesehen, stets ein Grab, stets künstlich aufgeschichtet. Die Benützung eines alten Tumulus zu Hausbergzwecken, von der man immer wieder lesen kann, ist zwar theoretisch möglich, praktisch aber in keinem einzigen Fall nachgewiesen. Ich glaube auch nicht daran. Der vorgeschichtliche Ringwall benützt eine von der Natur geformte Anhöhe und bessert, was noch fehlt, durch Wallanlagen, also durch Zubauten, aus (Gräben fehlen in unseren Gebieten, wie es scheint). Ganz anders der Hausberg. Sein Hauptmerkmal ist, daß er Terrain schneidet, formt, gewaltige Erdumwälzungen vornimmt und höchstens das gewonnene Material zu Aufbauten verwertet. Und das wichtigste: er ist nichts Ganzes, es fehlen noch wesentliche Teile dessen, wozu er ursprünglich gedient, nämlich als Festungswerk. Können wir uns ihn als solches vorstellen? Die scheinbare Unmöglichkeit, dem Hausberge einen Sinn als Befestigungsanlage abzugewinnen, war ja mit ein Hauptgrund für Muchs Theorie. Dazu trat noch die Tatsache, daß Much auf Hausbergen prähistorische Funde gemacht hat. Diese können aber nichts beweisen. Denn sobald man aus der fundreichen ebenen Zone in die vorgeschichtlich unbesiedelten alpinen Gegenden Niederösterreichs tritt, bieten die Hausberge nichts mehr als mittelalterliche Scherben. Das Zusammentreffen prähistorischer Kleinfunde mit einigen Hausbergen ist also ein durchaus zufälliges. Nein, die Hausberge gehören dem hohen Mittelalter an, wie die französischen Burgenforscher schon früh erkannt haben, und sind als Holzburgen zu rekonstruieren, d. h. nichts anderes als die Erdfundamente für den eigentlichen Burgbau aus Holz. Es ist das Verdienst Dachlers, auch bei uns diese Verhältnisse vollständig klar gelegt zu haben. Beweise für diese Auffassung bietet uns die bildende Kunst und die Literatur jener Zeit. Der Teppich von Bayeux stellt Erstürmungen solcher Holzburgen dar. verschiedene Chroniken berichten ausführlich über die Art der Herstellung dieser Burgen. Für uns kommt vor allem die Reimchronik Ottokars in Betracht, die durch mehrere Stellen noch für die Zeit um 1300 den Holzburgenbau in unseren Ländern erweist.

* Erdställe

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 25.7.2024:
Ein Artikel zu dem Thema Erdställe aus „Der Tullner Gau, 1930“ wurde im Herbst 2023 unter Frühgeschichte Nr. 13 recherchiert und im Dezember veröffentlicht. Grundlage ist das Werk des „Höhlenpfarrers“ Lambert: Künstliche Höhlen aus alter Zeit, 1903.

* 1. Die Tumuli oder Hügelgräber erscheinen in Niederösterreich in verschieden ausgeprägten Typen in der mittleren Bronze-, in der mittleren Hallstatt- und in der frühen Römerzeit. Spätere Tumuli sind nicht nachgewiesen.
2. Die vorgeschichtlichen Ringwälle sind bisher chronologisch nicht weiter trennbar. Außer ihnen erkennen wir im Süden des Landes sicher mittelalterliche Wälle. Im Norden lassen sich die spätvorgeschichtlichen, römischen und frühmittelalterlichen Wälle mangels genauerer Forschung noch nicht gliedern.
3. Die Hausberge sind die Erdunterbauten von Holzburgen etwa vom X. bis zum XIII. Jahrhundert.
4. Die Erdställe sind Verstecke der Landbevölkerung aus dem späten Mittelalter und der Neuzeit.
5. Die Opfer- und Schalnsteine im Granit sind zumeist Naturphänomene.

Veröffentlicht am 25.7.2025


B Der dritte Hausberg


B 1  Vermutung über die Lage und Download mit Karten

Für ein besseres Suchergebnis im Internet folgt hier der Text. Alle dazugehörigen Bilder können Sie am Schluss mit Text downloaden.

Recherche Landkarten 8.7.2024

Anmerkung Andreas Bohnec (Marktgemeinde): Aus der Erinnerung habe ich einmal gelesen oder gehört, dass auf dem Kogler Hausberg nun ein Haus stehen soll. Ich habe die Parzelle 706/3  (heute Rittmansbergergasse 6, Haus wurde 2003 gebaut) immer damit in Verbindung gebracht – wieso weiß ich nicht mehr.
Heute denke ich, dass ich schon früher mal Geländekarten gesehen habe und dies so mit dieser Parzelle in Verbindung gebracht habe. Das wäre aber zum oberen Hausberg (oberhalb des Friedhofes) und dem unteren Hausberg (Haus Nr. 25 jetzt Kogler Hauptstraße 16 und vielleicht auch Nr. 26 alt, jetzt Kogler Hauptstraße 12 – dazwischen kleinere Parzelle Kogler Hauptstraße 14, reicht aber nicht so weit nach hinten, bis zum Acker Parzelle 705) ein dritter Hausberg!
 
Kann da sein?   JA, laut Abschrift aus der Schulchronik Kogl, Teil 2 (siehe Beilage 1):

Lehrerwanderung. 1951
Herr Oberlehrer Bareuther eröffnete in Vertretung des Sprengelleiters um ½ 9 Uhr die Tagung und führte uns anschließend auf einen der drei Kogler Hausberge, wo er die Geschichte des Ortes und seiner ehemaligen „Veste Chogel“ streifte.

 

Am 24.7.2024 fand sich im Tullner Gau (1930) folgender Eintrag:
Erdwerke unserer Heimat, welche - nach A. Dachler - als mittelalterliche Erdburgen (Hausberge) gelten:
i) Kogl (bei Rappoltenkirchen): 3 Erdkörper, oberer Durchmesser 10 m, Höhe 10 m;
 

„3 Erdkörper“ – kann das schon damals (1930) ein Hinweis auf drei Hausberge in Kogl sein?

 

Eine solche wie oben erwähnte Geländekarte ist auf der Homepage des „Vereines zur Erhaltung und Erforschung der Burg Ried am Riederberg“ zu finden (Register Burgruine – Abschnitt Open Data, erstmalig 2023 für die Gemeindehomepage ausgewertet). Diese ist auf Ried fixiert. Man kann aber die Karte nach Kogl ziehen.

Es folgt die Geländekarte. Der obere, untere und der vermutete 3. Hausberg sind gekennzeichnet.

Im Zuge der Zusammenstellung für die Gemeindehomepage wurden die historischen Landkarten von der Homepage der Burg Ried am Riederberg übernommen und mit anderen Funden erweitert. So auch mit der „Haus und Hof, Hausgeschichte Digital“ Homepage.

Es kann durchaus sein, dass ich (Andreas Bohnec) im Jahr 2019 für die Vorbereitungen der Vermögenserfassung über eine Homepage auf diesen Einschnitt in der Rittmansbergergasse gestoßen bin. Layout ist dasselbe wie bei der Haus-Hof-Karte. Auch hier ist das heutige Haus zu sehen.

Es folgt die Haus-Hof-Karte.

Telefonat mit Eigentümer (zum vermuteten 3. Hausberg) am 8.7.2024:

* Jetzt sind nur mehr ebene Flächen.
* Nichts mehr Steiles da.
* Etwas Gelände war.

Es folgt ein Orthofoto von Kreuth bis nach Kogl. Hier kann spekuliert werden, wie die Verteidigungsanlagen der ehemaligen Burg nach Kreuth hin ausgerichtet gewesen sein könnten.

Es folgt ein Orthofoto des unteren Hausberges. Wenn die Bäume um den Hausberg wachsen, ist die kreisrunde Form interessant.

Scann der Haus-Hof-Karte mit den Hausnummern um 1820.   Bezüglich der Hausnummern der Urhäuser siehe Abschrift im Register D 18.

Bezüglich der Vermutung einer Verbindung zwischen dem oberen und unteren Hausberg (siehe die Broschüre vom März 2024, im Register „06 Broschüre“) bedenken Sie bitte, dass es zum Zeitpunkt des Hausberges (um 1000) wahrscheinlich weniger Häuser gab, als um 1820. Die Nummerierung 1821 war von Süden nach Norden.

Es folgen die Scanns mit den per Hand eingetragenen Hausnummern.

Weiters folgen die Besitzer der Bauparzellen um 1821, sowie die Pläne des Franziszeischen Katasters.

Bitte verwenden Sie die im PDF angegebenen Links hier:

Recherche im NÖ Landesarchiv zum Bauparzellen-Protokoll am 8.7.2024:

Links zum

Plan (scheint eine frühe Version zu sein im Vergleich zu der später färbigen Version)

Bauparzellen Protokoll

Veröffentlicht am 26.7.2025

Hier können Sie das PDF mit den Bildern öffnen (14 Seiten):

Vermutung_dritter_Hausberg.pdf herunterladen (1.97 MB)

Veröffentlicht am 7.11.2025.


C Ehemalige Burg


C 1   2013, 2024: Möglicher Verlauf der Ringmauern;  1751 und 1757 Fassion im NÖ Landesarchiv

Im Register 01 Karten, Bilder die Nummern:
03_Möglicher_Verlauf_der_Ringmauern_Wiese_2024
03.1_Möglicher_Verlauf_der_Ringmauern_Wiese_2013

Weiteres:
07.1_Gemälde_Burgruine
 
Recherche im NÖ Landesarchiv (Fassion 1751, 1757)
35_Fassion_Landesarchiv



Bild von Robert Netek gemalt 2008 – Ansicht der Burg.
Siehe Nummer 07.1_Gemälde_Burgruine im Register 01 Karten, Abbildung 2 und 3.

Gemaltes Bild von der Burg (Sitzungssaal bis 2018)
Siehe Nummer 07.1_Gemälde_Burgruine im Register 01 Karten, Abbildung 1.

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 2   1909, Mitteilungen der K. K. Zentralkomission für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale, Dritte Folge, Achter Band

ONLINE-LINK


Nr. 12, Dezember 1909
Tätigkeitsbericht, Spalte 601

Kogl, alte Feste. Lehrer PUPP hat Grabungen nach der Feste unternommen, hierbei Überreste der ersten Ringmauer aufgefunden und einen Teil der zweiten Ringmauer bloßgelegt.

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 3   Schweickhardt, Zusammenfassung Kogl 1834, 1836, Recherchen Mihm

Abschnitt Kogl siehe im Register 01 Karten Nummer 13_historische_Landkarten. Online-Links unter Frühgeschichte Nummer 1.

Die vollständigen Abschriften von Schweickhardt mit den Online-Links siehe unter Geschichte, Epoche 19. Jahrhundert.

 

Perspectiv-Karte des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, 1834
Franz Xaver Schweickhardt Ritter von Sickingen

XXI Section.

Von hier führt der Weg […] zum Dorfe Kogel, […] Vor Jahrhunderten stand hier eine Veste, welche den edlen Herren von Kogel angehörte, die aber zeitlich wieder zerstört worden sein muß.

 

Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten

topograhpisch – statistisch – genealogisch – historisch bearbeitet,

und nach den bestehenden vier Kreisvierteln gereiht.

 

Zweiter Band.

Viertel Ober-Wienerwald.

 

Wien, 1836.

Aus Joh. Bapt. Wallishausser´s Buchdruckerei.

 

Seite 125 – 128:

Kogel.

[…] Hart am Orte erhebt sich der sogenannte Kogelberg, auf dessen Höhe einst das Schloß, oder die Veste Kogel stand, von welcher nur noch einige Steinklumpen zu sehen sind; der Berg selbst besteht aus festem kalkartigem Sande, welcher hier gegraben wird. […]

Wie wir bereits oben erwähnt haben, so stand hier vor Zeiten eine Veste, welche den Herren von Kogel angehörte. Leopold von Chogel lebte im Jahre 1344 (Hueber). Herzog Leopold IV. ließ im Jahre 1408 den Bürgermeister Vorlauf, nebst einigen Rathsherren von Wien, als sie von der Versammlung von St. Pölten zurückkehrten, bei Purkersdorf durch einige Edelleute überfallen, und wider das gegebene sichere Geleite nach Kogel ins Gefängniß bringen (Haselbach). Wie lange das Geschlecht der Kogel blühte ist unbekannt; die Veste aber scheint im zweiten Türkenkriege schon verlassen und zerstört gewesen zu seyn, als sie sonst der fleißige Topograph Mathäus Fischer, im Jahre 1679, gewiß in sein Werk aufgenommen haben würde.

Der hochwürdige Herr Pfarrer Mihm von Sieghartskirchen, hat sich eine Mappe der vereinigten Herrschaften Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen vom Jahre 1647 verschafft, auf welcher der Grundriß dieses Schlosses, sammt Nebengebäuden, gezeigt wird, und nach welchem dasselbe von großem Umfange war. Die Ortsbewohner haben es bisher gethan und fahren noch immer fort, daselbst die Steine zu ihren Baulichkeiten zu holen, so, daß man bald wird den Platz suchen müssen, wo diese Veste einst gestanden habe. […]

In den „Geschichtlichen Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt VII. Band, 1903, Beiträge zur Geschichte der Pfarre Rappoltenkirchen“ wird Schweickhardt wie folgt zitiert:
1761 fing man an, die Steine zum Pfarrhof von der öden Veste auf dem sogenannten Schlossberge zu brechen, und 1763 war er vollendet.

Anmerkung Andreas Bohnec, 12.7.2024:
Die Bände von Mihm wurden mittlerweile digitalisiert und können über das Diözesanarchiv St. Pölten eingesehen werden:

Online Link zum Diözesanarchiv: Diözesanarchiv St. Pölten (findbuch.net)

Geben Sie in der Suchfunktion Mihm ein und Sie erhalten folgende Ergebnisse:

1836, Statistisch-genealogisch-historische Topographie der lf. Pfarre und Kirche Sieghartskirchen, zum Theile auch der benachbarten Pfarreien und Herrschaften.
1841, Kirchen- und Staatsgeschichte des Erherzogtums Österreich. 1. und 2. Band
1842, Kirchen- und Staatsgeschichte des Erherzogtums Österreich. 3.
1844, Kirchen- und Staatsgeschichte des Erherzogtums Österreich. 4. und 5. Band

1. Band: Kirchen- und Staatsgeschichte des Erherzogtums Österreich beleuchtet durch die wichtigsten Begebenheiten der k.k. österreichischen Erb- und anderen Nachbarlanden, vorzüglich aber des aufgelösten römisch-deutschen Kaiserreiches.

II. Periode: Von dem gänzlichen Verfalle des abendländisch römischen Kaiserreiches durch Odoacer, bis zur Gründung der Ostmark durch Carl d. Gr. 476 – 788.

III. Periode: Von der Gründung der Ostmark durch Carl den Großen bis zu Gelangung Österreichs an die Babenberger. 788 – 982.

IV. Periode: Von der Gelangung Österreichs an die Babenberger bis zu ihren Aussterben. 982 – 1246.

2. Band:
V. Periode: Das Zwischenreich nach dem Aussterben der Babenberger bis Oesterreich an die Habsburger Albert I. kommt. 1246 – 1283.

VI. Periode: Von Albert I. bis zur Wiedervereinigung der getrennten Habsburger Linien unter Kaiser Maximilian I. 1283 – 1496.

Bild: Ansicht von Mauerbach.
[In der Abschrift erwähnt. Siehe unter 01 Karten, Nummer 38_Mihm_Mauerbach]

3. Band:
VII. Periode: von Kaiser Maximilian I. und der Wiedervereinigung der getrennten Länder unter ihm durch das Aussterben der Linie Tirol bis zum Austerben des Habsburger Mannsstammes mit Kaiser Carl VI. 1496 – 1740.

4. Band:
Fortsetzung der VII. Periode von Kaiser Leopold I. bis Maria Theresia. 1658 – 1740.

VIII. Periode. Von Maria Theresia bis auf die neueste Zeit. 1740 – 1842.

5. Band:
Keine Titelseite. Sehr viel über Napoleon.


Eine Recherche bis zum 17.7.2024 hat ergeben, dass die erwähnten Pläne nicht zu sehen sind. Im Vergleich zum Band I. „Adam Mihm, Statistisch-genealogisch-historischen Topographie der lf. Pfarre und Kirche Sieghartskirchen, zum Theile auch der benachbarten Parreien und Herrschaften, 1836“ ist ersichtlich, dass in diesem Band vorhandenen Pläne leider nicht gescannt wurden. Diese wurden im Jahre 2009 im Zuge der Napoleonausstellung für das Gemeindearchiv fotographiert.

Folgende Vermutungen sind möglich:

* Pläne der Klosterruine und des Schlossparkes von Rappoltenkirchen sind vorhanden. Wurden diese mit der Burg Kogl verwechselt?

* Laut der Pfarrchronik Sieghartskirchen soll ein Band von Mihm verborgt und nicht mehr zurückgeben worden sein. Befand sich der Plan hier?

* Es gibt einen Plan über die vereinigten Herrschaften Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen um 1700 mit allen Ortschaften. Ist dieser Plan gemeint? Hier ist aber nur die Lage des öden Schlosses eingetragen bzw. links davon ein weiteres Gebäude.
Siehe unter 01 Karten die Nummer 14_Mihm.

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 4   1837, Über Burgen und Schlösser im Lande Österreich unter der Enns

Hier gelangen Sie zum Original - Online-Link.

Versuch einer gedrängten Darstellung ihrer Schicksale, Bauart, inneren Einrichtung, des Lebens in denselben, ihrer Angriffs- und Vertheidigungsweise.
Von J. Scheiger. Wien, 1887.

* Hauptquelle Matthäus Vischers bekanntes Werk.

* Eintheilung der Burgen und Schlösser überhaupt.
Erhaltung, Erbauungszeit, Lage und Bestimmung sind die Eintheilungsgründe, nach welchen wir alle Burgen und Schlösser und ihre Ruinen classificieren können.
In der ersten Beziehung finden wir:
Burgställe, wo nämlich keine Gebäude oder Mauerreste mehr vorhanden sind, sondern nur die Form einzelner Theile derselben aus den Vertiefungen der ehemaligen Gräber und aus dem spärlichen über den Grundmauern wachsenden Grase erkenntlich sind. […]

* Burgtrümmer möchte ich jene Ueberbleibsel alter Burgen nennen, welche aus Mauerwerk bestehen, ohne daß jedoch die alte Form ihrer Eintheilung, ihrer Gestalt nach, und ihr Gesamtumfang erkannbar ist. […]

* Burgruinen endlich nenne ich jene, deren Dachung fehlt und welche unbewohnt, aber in ihrern Theilen erkennbar sind. […]

* Bewohnte, erhaltene Burgen endlich, die seltenste Gattung von allen, sind meist der Sitz von Kanzleien  […], bisweilen auch von Fabriken; seltener werden sie von ihren Besitzern selbst bewohnt. […]

* PDF-Seite 48: Daß die ältesten Burgen, wohl kaum noch diesen Namen verdienend, aus Erdwällen und Pfahlwerken bestanden, unterliegt keinem Zweifel, da unsere Vorälteren feste Wohnsitze und Vertheidigungswerke den Römern mittelbar oder unmittelbar ablernten, deren Lager nur solche Muster boten. Eines solchen runden, einem römischen Lager oder wohl eher einem Avarenringe nachgeahmten Erdwerkes Überbleibsel sah man noch zu Vischers Zeiten bei Ebenthal. […]

* Ab PDF-Seite 109: Anhang. Verzeichnis der Burgen und Schlösser Niederösterreichs nach den Kreisvierteln, und mit Angabe ihrer Erhaltung im Jahre 1837.
Blankenberg, bewohntes Schloß.
Dittersdorf, zu ökonomischen Zwecken verwendet, verfällt.
Kogel, Mauertrümmer.
Rapoltenkirchen, bewohntes Schloß.
Ried, Burgstall.
Sieghartskirchen, verschwunden.

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 5   1846, Wiener Skizzen des Mittelalters

„Wiener Skizzen des Mittelalters. Geschichtliche Wiener Denkwürdigkeiten aus Original-Documenten.“ von J. E. Schlager. 1846. (Band 1?)
Seite 93, PDF Seite 104.

Die Wiener Stadtfehde mit den Rittern Laun und Druchsess.

Die drei Beilagen von 1408 und 1409 über die Fehde des Hanns Lawn mit seinen Helfern den Rittern Druchsess, Rohrbach, Neydegger, Sebekh, Praunstorffer, Muschrat, Feuershütz, Freytl, und Reutinger, geben nähere Aufklärung über die bekannte Gefangennehmung des vom Sct. Pöltner Landtage heimkehrenden Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf, so wie der Rathstherrn Angervelder, Rogk, Poll, Dorfner, Schebnitzer und Niklas unterm Himmel am Palmtage des Jahres 1408 bei Gablitz, wobei der Rathsherr Flusshard erstochen wurde, und die übrigen Wiener Abgeordneten zuerst in die dem Ritter Sebekh gehörige benachbarte Veste Kogel  *), eine nun nur mit Mühe mehr bemerkbahre Ruine zwischen Gablitz und Sieghardskirchen, später nach Kreuzenstein und Dernberg gebracht wurden.

*) Wiener Skizzen 1836. II. Reihe Seite 105.

Die Verschreibung (Versorgungsbrief) vom Jahre 1408 des Bürgermeisters Vorlauf, welchen der gleichzeitige Ebendorfer in seiner Chronik (Pez Scriptores II. 1834) einen „vir promptus et in armis expertus“ nennt, dann der übrigen Rathsherren bei ihrer Freilassung, stellt übrigens diesen ganzen Handel in ein besseres Licht für die Ritter, als bisher bekannt war, denn es heisst darin ausdrücklich, dass Hans der Lawn mit seinen Dienern früher ehrbar abgesagt habe; auch deutet der Schadenersatz, welchen die Herzoge Leopold und Ernst, unterm 22. April 1409 mit 1500 Gulden aussprachen, so wie das Hauptgut (Hauptforderung) von 3127 Gulden dahin, dass die Absage durch widerrechtliches Vorenthalten einer Schuldforderung des Ritters Hans des Lawn, durch die Bürger Wiens veranlasst wurde. Ob der Grund der Verweigerung etwa in den politischen Umtrieben dieser Zeit lag, wo jeder der beiden Brüder Leopold und Ernst die Vormundschaft über ihren Neffen Albrecht an sich reissen wollte, muss dahin gestellt bleiben. Zwei von den hier Mithandelnden, Vorlauf und Rogk nämlich, erlebten diese Ausgleichung nicht, da sie bekanntlich schon am 11. Juni 1408 ihr Leben auf dem Blutgerüste endeten, und Herzog Ernst nichts anders für sie thun konnte oder wollte, als desswegen Auskunftsbriefe an die bedeutenderen Innungen Wiens zu sende, welche sein Nichtwissen um das Vorgegangene so wie seine Theilnahme bezeugen sollten, wovon sämmtliche Exemplare in dem Stadtarchive noch aufgewahrt sind.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 26.6.2024:
Eine Internetsuche nach dieser zweiten Quelle von 1836 ergab in der Google-Buchsuche kein gescanntes Exemplar. Allerdings wird aus dieser Quelle im Vortrag von Kerschaumer im Jahre 1880 zitiert. Siehe im Register Nummer C 12. Sie bezieht sich auf einen Besitzer der Veste, Urkunde von 1394.

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 6   1850-1860-1876, Pfarrchronik Rappoltenkirchen

Die Genehmigung zur Einsicht in die Pfarrchroniken und Veröffentlichung geschichtlicher Informationen liegt aus dem Jahr 2011 vor (Dözese St. Pölten).

Scann einer Übersetzung ist im Gemeindearchiv vorhanden.

Zu Beginn der Pfarrchronik wurde vieles aus Büchern abgeschrieben. Leider wurde nicht immer die Originalquelle angegeben.

Seite 4:
Geschrieben in den Jahren 1850 – 1860.
Diese Aufzeichnungen geschahen vom Hoch. Consistorialrathe u. Pfarrer (:1835 – 31/V 876:) zu Rapoltenkirchen. Franz Xav. Schütz.
und wurden fortgesetzt von Leopold Wiedemann Pfarrer in Rappoltenkirchen (1876 – 1911)

Seite 26:

Kogl mit Grieshof und Schauermüle

Der Ort Kogl mit einer kleinen Kirche und Schule liegt am Bache gleichen Nahmens, und am Fuße eines Berges, auf welchem die ehmalige Veste Kogl bestand, wovon nur mehr einige Steinklumpen noch zu sehen sind. Der Berg selbst, besteht aus festem kalkartigen Sande, welcher hier gegraben wird. […]

Anmerkung Marktgemeinde, Andras Bohnec, 24.8.2024:
Die Originalquelle könnte Schweickhardt aus 1836 sein. Vollständige Abschrift siehe unter Epoche 19. Jahrhundert.

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 7   1978, Erich Rabl, Festschrift Sieghartskirchen

Seite 62:

8.2. KOGL

Im Tal der kleinen Tulln, im Übergangsgebiet zwischen Wienerwald und Alpenvorland, südwestlich von Sieghartskirchen liegt Kogl.

Östlich des Friedhofes zeigt ein ovales Erdwerk auf einem bewaldeten Sporn die Stelle an, wo bis 1415 die Burg Kogl stand, die eine dreifache Ringmauer gehabt haben soll. 1408 wurde der Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf von Parteigängern Herzog Leopolds IV. auf der Burg Kogl gefangen gehalten und erst nach Bezahlung eines ansehnlichen Lösegeldes freigelassen. Hans von Eyczing, der gegen den Willen des Herzogs Albrecht einen Einfall nach Mähren unternahm, mußte die Burg Kogl 1415 abbrechen. Die älteste Nennung für Kogl (Chogel) stammt aus 1260/80 […].

Aufgrund dieser Erwähnung des Jahres 1415 wurde eine Anfrage bezüglich der Quelle an die Gemeinde aus Kogl gestellt. Die Recherche am 12.4.2010 ergab den Originaltext der Urkunde von 1415 – siehe unter Urkunden im Register 2.14.

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 8   1859, Dr. Falkner’s gesammelte Schriften

Online-Link zu einer langen Geschichte:

Dr. Falkner’s gesammelte Schriften. Vierter Band. Erzählungen. Vierter Theil. Leipzig, 1859

„Die Vormünder“
Historische Erzählung a. d. 15. Jahrhundert.

Seiten 1 bis 144, (PDF Seite 8 bis 151).

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 27.6.2024:
In der Geschichte geht es um eine Frau, in die sich Bürgermeister Conrad Vorlauff verliebt. Sie erkrankt und stimmt der Verlobung zu, wird entführt und auf die Veste Kogel gebracht. Jahr: 406 bis 1408. Die schon bekannte Entführung des Bürgermeisters und das Komplott der hingerichteten Handwerker werden ebenfalls beschrieben. Alles im Zusammenhang mit der Veste/Schloss Kogel.
Der Inhalt gleicht mehr einem Roman- Inwiefern der Inhalt mit den tatsächlichen Geschehnissen übereinstimmt, kann nicht gesagt werden.
Der Text konnte aus dem PDF kopiert werden und wurde auf die Richtigkeit kontrolliert.

Veste Kogel auf den Seiten 80, 82, 90, 92, 93, 95, 96, 109, 110, 112, 114, 115, 120, 124, 126, 127.

[Beginn Seite 79 unten.]

In anderer Richtung über's Schöff, (das heutige Mariahilf) hinaus floh aber ein Reiter, mehrere Knechte im Gefolge, eine vor Schrecken und Frost ohnmächtige Frauengestalt vor sich im Sattel haltend, so eilig, als es die stellenweise fast undurchdringlichen, vom Sturme zusammengewehten Schneemassen nur erlaubten. Und erst nach einem höchst anstrengenden Ritte von mehren Stunden, öffneten sich der vor Kälte erstarrten Schaar die gastlichen Räume der dem edlen Ritter Sebekh, des Neudecker's Freunde und Genossen, angehörigen Veste Kogel, zwischen Gablitz und Sieghartskirchen, deren Ruinen heut zu Tage nur mit Mühe mehr zu entdecken sind.

Herrn Vorlauff's tiefe Befümmerniß über diesen neuen, empfindlichen Schlag seines feindlichen Geschickes vermochte das am nächsten Morgen ihm durch einen seiner Leute übergebene, von unbekannter Hand an ihn gelangte Schreiben nur wenig zu lindern.

In zierlichen, leicht lesbaren Zügen bot es folgenden Inhalt:

,,Ich war Zeuge sowohl des Entwurfes, als auch der Ausführung jener schändlichen That, die Euer Herz mit schwerer Betrübniß erfüllen muß. Trozdem ich Euch in dieser Sache gleich gerne gedient hätte, war ich, der Einzelne, doch dessen nicht fähig. Ich begnüge mich daher, Euch bekannt zu geben, daß das Mädchen, dessen Schicksal Euch so nahe geht, von Herrn Hanns dem Neudecker, dem unwürdigen Sohne jenes, Eurer Partei so treu und edelmüthig anhängenden, würdigen Greises, gewaltsam entführt und nach des Sebekh's Veste: Kogel gebracht worden sei. Für einstweilen mag sie sonder Zweifel eine gute Behandlung daselbst zu erfahren haben, denn der Junker liebt sie, und ihr wird die Liebe zu Euch sicherlich die hinreichende Kraft geben, auch an diesem Orte Eurer würdig zu verbleiben. Die Brandlegung und der schmerzhafte Tod der armen Barbara sind nicht so eigentlich des Junkers Werk, als vielmehr eines seiner Helfershelfer, und zwar Eures erbittertsten Feindes, dessen Schale ohnedieß bald voll sein wird. Vielleicht wird es mir vergönnt sein, Euch in der Folge, was Elsbeth's Befreiung betrifft, dienen zu können, ich rechne sogar darauf. Für jetzt kann aber nicht davon die Rede sein, da ich mich nicht von hier entfernen darf, weil Ihr, ohne daß Ihr es wißt, meiner in Eurer Nähe nur zu sehr bedürft. Bald indeß kommt die Zeit, wo sich die Umstände anders gestalten werden, und dann rechnet auch dort auf den Beistand Eures, Euch bis in den Tod getreuen und ergebenen Freundes!"

 

8.
In seinem Hause auf dem alten Kienmarkte saß am nächsten Morgen, den Kopf kummervoll in die Hand gestützt, Wien's hochgesinnter Bürgermeister in seinem Arbeitsgemache. Wichtige Papiere lagen vor ihm auf dem Tische ausgebreitet, in die er zwar gedankenvoll, aber sichtlich mit einem anderen Gegenstand beschäftigt, hineinstarrte. Aus seinem Nachsinnen sich jedoch gewaltsam aufraffend, bemühte er sich, den durch nächtliche Anstrengung und tiefes Herzeleid krankhaft erregten und zugleich auch wieder abgespannten Geist zu neuer Thätigkeit, zu neuer, rücksichtsloser Anstrengung zu zwingen. Aber umsonst; vermochte er es doch nicht, für den Augenblick die düsteren Bilder zu bannen, die seine starke Seele gefesselt hielten, vermochte er es doch nicht, den Menschen zu verleugnen, der, wenn auch zehnmal Staatsmann und Bürger, demungeachtet die zartesten und süßesten Empfindungen seines Herzens nie vollends ertödten, und aufhören kann, für Das zu fühlen, was ihm so überaus theuer ist. –

Wie er, eine Beute des herbsten Schmerzes, so da saß, ja selbst eine Thräne ihm im Auge glänzte, ohne daß sein Mund Worte der Klage oder des Unmuthes laut werden ließ, that sich die Thüre, der er den Rücken zugewandt hatte, auf und trat mit leisen Schritten ein kleiner, untersetzter Mann herein, mit einem jener offenen, freundlichen Gesichter, zu denen man sich gewöhnlich im ersten Augenblicke schon mächtig hingezogen fühlt. Es war der reiche Rathsherr Hanns der Rockh, des Vorlauff wahrster, innigster Freund.

Mit bekümmertem Ausdrucke, denn er war wohl unterrichtet von dem harten Schlage, der Vorlauff's Herz neuerdings getroffen, näherte er sich ihm, ohne daß der Andere seine Gegenwart ahnte. Gerührt auf ihn niederblickend, legte er mit den tief empfundenen Worten: „Mein armer Konrad, mein beflagenswerther Freund!" die Hand sanft auf des verehrten Mannes Schulter.

Da fuhr Herr Vorlauff hastig aus seinen Träumen empor, ergriff die ihm gebotene Freundeshand mit Wärme, schüttelte sie, strich sich mit der Anderen über die Augen und entgegnete mit gepreßtem, kummervollem Ausdrucke: „Ja wohl, arm und beklagenswerth!“ –

,,Und ist denn gar nichts zu thun," erwiderte Jener, „das Mädchen aus des Burschen Klauen zu befreien? Solch‘ empörende Gewaltthat — solch' himmelschreiend, schändliches Gebahren – es bliebe ungeahndet, straflos? Man könnte ja immerhin –"

,,Ihn zur Herausgabe seines Raubes zwingen?" fiel ihm Herr Vorlauff schmerzlich lächelnd in die Rede. „Mein guter Hanns, aus Liebe zu mir vergissest Du Dich und mich und auch die Dinge neben uns! Soll ich die Stadt aufbieten, die Kraft der Bürgerschaft, mein Liebchen zu befreien? Wie, oder soll ich Wien's gesammte Söldnermacht zusammenraffen, einen Kriegszug gegen Kogel zu unternehmen, die Buben zur Auslieferung der Geraubten zu bewegen? Und alles Dieses, weil ich Bürgermeister bin? Beklage mich in Deinem Herzen, guter Hanns, daß ich nicht einmal thun kann für sie, was selbst der Aermste könnte: mein Leben auf das Spiel zu setzen, sie zu befreien, oder in dem Wagniß meinen Tod zu finden! Ich bin nicht mein, nicht meines Lebens Herr; nicht mir, der Stadt gehör' ich an; mein Kopf, mein Arm, sie sind ihr Eigenthum, ob mir das Herz drum auch verbluten möchte! Beklage mich – bin ich doch ärmer als der Aermste, – der Hülfloseste von Allen!"

Erschüttert und schweigend stand der Andere ihm zur Seite.

„Ich kann Nichts für sie thun," fuhr Herr Vorlauff mit gleichem Ausdrucke fort,,,als sie des Höchsten Schutze empfehlen, sie, die mir Alles ist! Mehr kann ich nicht! Gold fruchtet nichts in diesem Streit, - ob ich gleich bot, was ich vermag. Er ist hinaus, den ich deshalb gesandt, - doch kehrt er sicher ohne Frucht und Trost zurück! “ –

,,Doch, doch," erwiderte Rockh, „wer weiß, was noch geschieht? Der Alte, der Neudeck, der Biedermann, ich sprach ihn eben, er wußte nichts von seines Sohnes Bubenstück - er wird gleich hier sein, - vielleicht, daß er –

„Was vermag der brave Vater, der Redliche, über den bösen, ungerathenen Sohn? Erlitt sein Herz nicht manche tiefe Wunde, geschlagen von der Hand des Unglückseligen, der seines Vaters Haupt nicht achtet, noch der Ehre seines Hauses wahret? - Er kann nicht helfen!" –

„Verzage darum nicht - wer sich selbst verläßt, der ist von aller Welt verlassen!"

„Genug," rief Herr Vorlauff, rasch abbrechend', mit seiner gewohnten Entschlossenheit und Selbstbeherrschung, „genug davon! - Was hast Du weiter zu berichten? - Fiel sonst nichts vor, - kein neuer Frevel, feine neue Ungebühr?" – „Nicht, daß ich wüßte –“
[Hier endet Seite 83, Fortsetzung Seite 89 unten.]

[Wolfgangs Haß gegen Vorlauff und den Rath; nützt die Wuth des Pöbels;
große Waffenvorräthe;]
Und so klug war jedes der Mitglieder benützt und an den ihm passenden Ort gestellt worden, daß auch das einzige weibliche Wesen, das Zeuge jener Verhandlungen gewesen war, nicht leer ausging und seinen nicht unwichtigen Antheil an der Förderung des Ganzen erhalten hatte. Denn da keiner der Männer zu entbehren war, jedem die ihm angewiesene Stelle einzunehmen oblag, so hatte Wolfgang, da sie das ganze Project bis in's kleinste Detail kannte, die verständige und kecke Gundel dazu auserwählt, die letzten und wichtigsten Nachrichten nach der den Aufrührern so wichtigen Feste Kogel zu überbringen, wo viele und mächtige Theilnehmer und Genossen ihrer Bestrebung versammelt waren, um von dortaus im entsprechenden Sinne zu ihren Gunsten zu handeln. Vor wenigen Stunden erst, hatte die Dirne, gehüllt in die Schatten der Nacht, ihre Wanderschaft nach diesem Ziele angetreten.

Ueber der bedrängten Stadt im allgemeinen, wie noch besonders über dem Hause manches fleißigen Bürgers und braven Unterthans, dessen reiche, sauer erworbene Habe die Gier des Janhagels anzureizen, vermögend gewesen war, schwebte demnach in jener Nacht das Verderben in seiner gräßlichsten Gestalt. Ueber Allen hing die Wolke, die Tod und Unheil in ihrem Schooße barg und am nächsten Morgen, Alles niederschmetternd, sich entladen haben würde, hätte nicht über dem arglos schlummernden Wien sein milder Schutzgeist treu gewacht. Wie bei vielen Gelegenheiten in älterer wie in neuerer Zeit seine Hand zum Schutz und Schirm darüber haltend, und über seine geliebten Fürsten, steuerte er dem unabwendbar scheinenden, wie allmächtig heranschreitenden Verderben auch in diesem Falle, es mit kräftigem Fuße in den Staub tretend.

Und auch jetzt hatte er sich, wie sanft, des würdigsten Mannes bedient zur Rettung Aller.

Kurz bevor die ganze Bande aufbrechen wollte, auf daß sich Jeder an den ihm angewiesenen Platz begebe, ward es plötzlich laut vor der Spelunke. Stampfen und Wiehern von Rossen, Klirren von Waffen, verworrenes Gesumme von Männerstimmen drang von Außen in das Innere der gedrängt vollen Stube. Da bemächtigten sich Beben und Zähnklappern des Regiments im Kreise der ertappten Verbrecher, da überzog fahle Blässe jedes Antlig, und durchrieselten Todesschauer und Schrecken jede Ader, jeden Nerv ihrer, dem Henker verfallenen Leiber. Wir sind verrathen, wir sind verloren!" ertönte es von allen Seiten, da an ein Entrinnen nicht zu denken war. Die Einen weinten in den Staub gezogen von ihrer Feigheit und Muthlosigkeit, während die Anderen um Rettung, nur für dieses Mal, zu Gott beteten, das musterhafteste und frömmste Leben für die Zukunft gelobend, und nur einige Wenige, nachdem sie den ersten Schreck bemeistert, über das Mißlingen des schön angelegten Planes fluchten und tobten. Doch währte alles dieses nur durch wenige Momente, da alsbald Thüre und Thor dem wüthenden Andrange der außen Stehenden erlagen, und diese nun den vollen Anblick dessen genossen, was sie zu sehen erwartet hatten. Eben so schnell war auch die ganze Horde der Verräther, die sich auf ungefähr dreißig Individuen belief, entwaffnet und, da der Schreckenste wie Lämmer wehrlos und des Widerstandes unfähig gemacht hatte, gefesselt und gebunden, ohne daß nur ein Tropfen Blutes geflossen, nur ein Mann verwundet worden wäre. Und als die Mitternachtsstunde von den Thürmen ertönte und das alte Jahr scheidend dem neuen die Vollendung des großen Werkes, das in den letzten Augenblicken seines Wirkens noch begonnen, überließ, wogte der gewaltige Zug unter Herrn Vorlauff's Führung bei Fackelschein zurück nach der Stadt, der strengen, unerbittlichen Gerechtigkeit ihren Lauf zu lassen.

9.
Eine halbe Stunde südlich von dem, an der Poststraße nach Linz, außerhalb Purkersdorf und Gablitz, zwischen Wien und St. Pölten inmitten gelegenem Markte Sieghartskirchen, erhob sich auf dem hart an den Ort Kogel grenzenden Kogelberge damals das Schloß gleiches Namens. Diese Feste, obgleich einst großen und weitläufigen Umfanges, ist jetzt ein bloßer Steinhaufen. Bald wird jede Spur von ihr von der Erde vertilgt, ja und in Kurzem selber der Platz nicht mehr zu erkennen sein, auf welchem sie gestanden, da die Bewohner des erwähnten Dorfes die Steine zu ihren eigenen Baulichkeiten daselbst zu holen pflegen.

Dieser war also der Ort, wo des Neudecker's Bundesfreund und Genosse, der Ritter von Sebekh haus'te und wo die unglückliche Elsbeth nach ihrer Entführung durch Ersteren, wenn auch vor Beleidigung geschützt, doch nur unfreiwillige Unterkunft gefunden hatte. Elsbeth's kränkliches, abgehärmtes Aussehen, welches bei ihrem Eintreffen auf dem Schlosse dem Neudecker die beißendsten Spott- und Stachelreden betreffs seines Geschmackes eingebracht hatte, machte es ihr allein möglich, daß sie unbeachtet und unangefochten und mit Ausnahme der Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit ihrer Willkür überlassen in stiller Zurückgezogenheit daselbst leben konnte und, wären die Besuche des Junkers nicht gewesen, von Niemandem weiter beirrt und angefochten wurde. Sonst würde sich ihre Lage sicher anders gestaltet haben, da sie außer einer alten Magd, die ihr zur Bedienung beigegeben war und die noch außerdem die Küche des Ritters zu besorgen hatte, als das einzige weibliche Wesen auf dem Schlosse athmete. Und zwar um so gewisser in einer Zeit, wo dasselbe von Gästen und Knechten wimmelte, da Kogel der Ort des Stelldicheins für die umwohnenden Adeligen war, untereinander Rathes zu pflegen und, wenn die geeignete Stunde geschlagen, von hier aus unterschiedliche gemeinsame Unternehmungen zu Gunsten ihrer Partei in Ausführung zu bringen.

Aber selbst des Neudecker's Besuche belästigten Elsbeth nicht zu häufig, da er sich für einstweilen damit zu begnügen schien, sie den Händen Dessen, dem er ihren Besitz nicht gönnte, entrissen zu haben. Uebrigens mochte er auch die Wiederkehr ihrer früheren Gesundheit und das nicht ohne Wahrscheinlichkeit davon abhängige erneute Erblühen ihrer Reize abzuwarten gewillt sein, bevor er ihr mit weiteren, zudringlicheren Bewerbungen zu nahen unternahm. Freilich ließ er hierbei den Umstand nur zu sehr außer Augen, daß die zahllosen Thränen, die das beklagenswerthe Mädchen vergoß, aus Schmerz über den grausamen Mord ihrer geliebten Mutter, wie über den Verlust ihrer Freiheit und die bange Sorge vor frecher Ungebühr und frevelhafter Gewaltthat, welche fortwährend schwer lastend ihren Busen beengte, nicht eben viel hiezu beitragen konnten, ihrer großen Abneigung gegen den Junker, den sie, so sehr sie ihn einstens geliebt, eben so glühend dem jüngst Verübten zufolge nun haßte, nicht zu gedenken.

Nicht minder qualvoll und beunruhigend mußte für Elsbeth aber ohne Zweifel der Umstand sein, daß ihr jede Gelegenheit, Nachricht von Wien zu erhalten, völlig genommen und sie demnach in der schrecklichsten Ungewißheit über das Schicksal des Mannes zu leben gezwungen war, den sie unter allen auf Erden am meisten achtete und liebte. Und zwar aus dem doppelten Grunde, da erstlich niemand auf Kogel lebte, der ihr in dieser Hinsicht freundlich gesinnt gewesen wäre, andererseits die Argusblicke der Alten wie ihrer übrigen Umgebung jeder derartigen Bestrebung unübersteigliche Schranken entgegengesett hätten.

So war nun schon ein Monat verstrichen, ohne daß Elsbeth die Schwelle ihres Kämmerleins, wohin sich höchstens der Wiederhall der lärmenden Gelage der Ritter in den unteren Gemächern des Schlosses verlor, überschritten hatte.

Zwar war ihr der Fernblick in die zwar schöne, aber doch unendlich einförmige Winterlandschaft, welche sich vor ihren Augen ausbreitete durch die engvergitterten Fensterlein ihres Kerkers gestattet, was mochte ihr dieser aber frommen in ihrer Lage, ward sie doch niemals vom frühen Morgen bis in die sinkende Nacht daselbst eines lebenden Wesens ansichtig, das ihr Trost und Erheiterung in den Stunden ihrer Prüfung gebracht hätte. Da war es freilich nicht zu wundern, daß ihre Thränen reichlich flossen und ihre Wänglein nicht röther wurden, indem es außerdem sogar nicht an Reue und Gewissensbissen fehlte in Erinnerung der Worte, die sie letzthin sprach als Antwort auf Herrn Vorlauff's so redlich gemeinten Antrag, da sie nach ihrer jetzigen ruhigeren Ueberlegung und Meinung dieselben nimmermehr hätte sprechen sollen.

Von allem und jedem Verkehre mit der Außenwelt abgesperrt, erfuhr sie auch nichts von des Letzteren zum Behufe ihrer Befreiung dem Neudecker gebotenen höchst annehmbaren Bedingungen, welche, hätten der Herr des Schlosses und die Uebrigen zu entscheiden gehabt, sicherlich nicht zurückgewiesen worden wären, indem sie Alle sich glücklich geschätzt hätten, die grämliche Dirne auf so vortheilhafte Weise los zu werden. Ingleichen, daß der Junker alle diese Anträge mit Wuth und Verachtung von sich gewiesen, wie er den Befehlen und Aufforderungen seines schwer beleidigten Vaters, dessen Verzeihung er unzähliger anderer Ursachen willen höchst unwürdig war, mit Sport und Hohn begegnete.

So war die für die "Unzertrennlichen" und ihren Anhang in Wien so verhängnißvolle Sylvesternacht des Jahres 1407 herangekommen.

In den unteren Gemächern des Schlosses ging es toll und lärmend her, denn da war volle und glänzende Versammlung, während in dem oberen Stockwerke die arme Elsbeth in stiller Einsamkeit im brünstigsten Gebete auf ihren Knieen lag, zu Gott um ihre Freiheit flehend, aber nicht um Herrn Vorlauff's Hausfrau zu werden, sondern um im Staube vor dem würdigen Manne diesem zu gestehen und abzubitten, was sie verbrochen, und darauf hinter heiligen Mauern, in strenger Regel, unter Reue und Gebet die Schuld zu fühnen, die auf ihrem Herzen so schwer lastete.

Unten ging indessen der Becher fleißig in der Runde und wurde an reichbesezter Tafel viel und mit Nachdruck verhandelt über die Geschichte des Augenblicks und der nächsten Zukunft, besonders aber den Enderfolg des für den kommenden Tag, den ersten des Jahres 1408, bestimmten Losschlagens ihrer Wiener Freunde gegen den Rath, den Adel und die Reichen.

Mitternacht war nicht mehr fern und Mancher des Weines übervoll längst schwer benebelt auf sein Lager gesunken, als nach dem anstrengendsten und beschwerlichsten Ritte von mehreren Stunden die so kräftige Gundel von Frost erstarret und völlig erschöpft auf Kogel anlangte.

Nachdem man dem Herrn des Schlosses ihre Ankunft und deren Zweck gemeldet hatte, wurde sie, wie sie sich nur einigermaßen erholt, sogleich nach dem Versammlungssaale der Ritter geführt, wo man ihre Berichte mit einem so lauten und einstimmigen Jubel aufnahm, daß selbst die trunkenen Schläfer darüber aus ihrer Betäubung aufschreckten. Der Eindruck, den die kräftige und jugendfrische Erscheinung der Dirne auf die durch Wein und reichliche Genüsse aufgeregten Zecher ausübte, war himmelweit verschieden von dem, den die todesmatte und hinfällige Elsbeth bei ihrer Ankunft hervorgebracht hatte. Denn nicht ein Arm nur schlang sich zudringlich um ihre Hüften, und nicht nur einer der Versammelten suchte sich ihr aufzudringen als Ritter und Beschüßer gestachelt von geilem Kitzel und eitler Sinnenluft. Gundel verwahrte sich aber mit Leichtigkeit gegen jede Annäherung solcher Art und sah sich in diesem Bestreben kräftig unterstützt von Herrn Stephan Sebekh, der ganz erfüllt von den empfangenen Nachrichten die leicht Erregten mit Derbheit zur Ruhe verwies, da es jezt wichtigere Dinge zu verhandeln galt, als schnödes Minnespiel und unzeitige Tändelei.

Auf seinen Befehl wurde der Dirne hart an Elsbeth's Kämmerlein ein Schlafgemach angewiesen, um dort Ruhe und Erholung zu finden.

Nachdem die Ritter die Aufgabe des morgigen Tages noch reiflich besprochen, dann aber, um doch wenige Stunden der Ruhe zu pflegen, sich auf ihr Lager hingestreckt hatten, war allmählich die Nacht vergangen, als kurz nach Sonnenaufgang, wie schon Alles zum Aufbruch vorbereitet stand, ein Reiter auf schaumbedecktem Rosse im sausenden Galoppe die Straße entlang von Wien her auf das Schloß zusprengte und die bei weitem minder willkommene Nachricht brachte, daß die Wachsamkeit des Bürgermeisters Vorlauff das Complot bei Zeiten noch entdeckt, die Häupter desselben in sicheren Gewahrsam gebracht und die ganze Unternehmung solchergestalt scheitern gemacht habe.

So groß die Freude war, welche früher Gundel's Botschaft allerseits verbreitet hatte, so groß war die Wuth, die sich jetzt Aller bemächtigte, und es war auch nicht Einer in der Versammlung, der dem biederen Bürgermeister nicht neuerdings Verderben und Rache hiefür geschworen hätte. Es erübrigte nichts weiter, als jede Unternehmung einstweilen ruhen zu lassen und abzuwarten, wie sich die Dinge weiterhin gestalten würden.

Ingleichen gestattete auch der Burgherr, der über diesen Vorfall sich trostlos zeigenden Gundel, welche es nicht wagte, nach Wien zurückzukehren, da sie selber in das Complot verflochten gewesen, auf Kogel zu bleiben, um vor der Hand, daselbst Schuß und Zuflucht zu finden. Andrerseits war ihm wie noch mehr Herrn Neudeck ihre Anwesenheit erwünscht, da er der schlauen, verschlagenen Dirne Elsbeth's Wartung und Pflege weit zweckmäßiger als jener Alten übergeben konnte. –
[Hier endet Seite 97 oben, Fortsetzung Seite 108 oben.]

Um das bei dieser Gelegenheit Versäumte wo möglich nachzuholen und den schon ganz nahe drohenden erneuten Ausbruch des Bürgerkrieges abzuwenden, lud Herzog Leopold die Deputationen der Stände und sämmtlicher Städte zu einer neuen Tagsagung nach St. Pölten. Der hierzu bestimmte Tag war der nächstfolgende Palmsonntag. Auch an die Stadt Wien war dieselbe Einladung nebst der Zusage sicheren Geleites für die Abgeordneten ergangen.

Obgleich Herr Vorlauff wie seine Freunde, die eben nicht liebreiche Gesinnung, die der Herzog gegen sie hegte, kannte, so war doch die in Rede stehende Angelegenheit eine zu wichtige und einflußreiche auf das Wohl des Landes wie der Stadt, als daß man das eigene in den Vordergrund stellend den entmuthigenden Einflüsterungen einer warnenden Stimme das große Wort hätte gönnen dürfen. Und zudem war ja die geleistete Zusage des Herzogs Bürge für die Sicherheit und Unverletzlichkeit der Kommenden. Es wurde also nur die Wichtigkeit der Sache erwogen und sofort zur Wahl der Mitglieder der Deputation geschritten, an deren Spize Herr Konrad Vorlauff als Bürgermeister sich selber stellte, die Anderen durch sein Beispiel ermuthigend und aneifernd. Als Resultat solch' edlen und unerschrockenen Handelns, das auch die Uebrigen als Richtschnur des eigenen erwählt hatten, sah man kurz darauf zur bestimmten Frist die wackere Schaar mit zahlreicher, wohlbewaffneter Begleitung die Stadt verlassen und dem Ziele getreuer Pflichterfüllung entgegeneilen.

Den geliebten Bürgermeister geleiteten auf diesem Zuge sieben Herren des inneren Rathes: Rudoph Angerfelder, Peters des Stadtrichters Bruder, ferner Hanns Rockh, Vorlauff's Liebling und allezeit Getreuer, Stephan Poll, Friedrich Dorfner, Wolfhard Schädnitzer, Niklas Flußhard, ein reicher und schöner Mann, fast noch in jugendlicher Blüthe, und Niklas unterm Himmel.

Auf Schloß Kogel hatte sich seither im Allgemeinen Nichts, im Einzelnen aber doch Manches geändert. Die Zusammenkünfte der Landedelleute und adeligen Räuber aus der Umgegend hatten wie früher fort bestanden, ohne daß eine weitere Folge derselben an's Licht des Tages getreten wäre. Um so größere Veränderungen hatten sich hingegen an Elsbeth's Person und in ihrem Thun und Treiben ergeben.

Seit Gundel's Anwesenheit auf Kogel, und zwar bald nach ihrem Erscheinen, hatten diese Veränderungen in Elsbeth's ganzem Wesen sich bemerkbar zu machen begonnen und waren bis jetzt in erfreulicher Weise vorwärts geschritten, denn sie erholte sich zusehends, verlor nach und nach das bleiche kränkliche Aussehen von früher und näherte sich, wenn auch nur allmählich jenem Zustande in den Tagen ihrer ungetrübten Gesundheit. Und nicht minderes galt von ihrem Gemüthsleben, indem ihre Thränen versiegten, ihre Laune weit aufgeräumter und heiterer wurde und sie sich um beträchtliches leichter und besser in ihr Schicksal zu fügen schien als bisher.

Herrn Hans von Neudeck, der der Einzige von Allen sich um Elsbeth kümmerte, war diese Veränderung längst aufgefallen, die er dem heilsamen Einflusse Gundel's zuschrieb, die Stunde preisend, die sie hieher geführt. Auch Herr Sebekh wie die andern waren weit entfernt, etwas Auffallendes oder Verdachterregendes in dieser Sache zu sehen, da von der natürlichsten Seite aus betrachtet Gundel's heitere, ewig fröhliche Gemüthsstimmung vollkommen geeignet erschien, auf Elsbeth in solcher Weise einzuwirken.

Gundel lebte aber nicht gleich Elsbeth als Gefangene auf dem Schlosse, vielmehr verließ sie dasselbe auf Stunden, ja selbst auf längere Zeit, wenn sie solches irgend einer Ursache willen für nöthig erachtete. Nie hatte man ihr die Freiheit, nach Willkühr zu kommen oder zu gehen, entzogen, da man ihrer Treue und Verläßlichkeit mehr als gewiß war.

Herr Sebekh selber hatte sie bei mehrfacher Gelegenheit der Kundschaft willen gegen Wien oder mit wichtigen Aufträgen nach den Schlössern seiner nahewohnenden Freunde gesandt und immer zu seiner vollsten Zufriedenheit, da sie sich bei solchen Anlässen stets als eine kluge, verständige und treue Dirne bewies.

Und so geschah es denn auch eines Morgens, am vorhergehenden Abende hatte eine große Versammlung auf Kogel statt gefunden, daß die Dirne nach dem Gemache des Burgherrn gerufen wurde.

Diesem Rufe Folge leistend erschien sie daselbst. Herr Stephan Sebekh saß bei ihrem Eintritte brummend und äußerst mißgelaunt, nichtsdestoweniger aber höchst eifrig mit seinem Morgenimbisse beschäftigt, an einem Tischchen im seitlichen Erker der Stube, indeß der Neudecker in ähnlicher Verfassung und zorngerötheten Angesichts, wie nach eben geführtem heftigen Streite, mit hastigen Schritten die Diele entlang schritt. Bei ihrem Erscheinen verstummten Beide wie auf ein gegebenes Zeichen und sie fragte nach des Ritters Befehle.

„Gundel!" begann dieser nachdem er neuerdings einen umfangsreichen Bissen hinabgewürgt. „Es bereiten sich wichtige Dinge vor. Dinge die Dich selber gar nahe angehen. Dem Spürhund drinnen, dem Vorlauff, soll's an die Kehle gehen, wenn ihn seine Nase nicht wie früher auf die beffere Fährte leitet."

Erröthend, nach Herrn Sebekh's Meinung aus, Freude und Ueberraschung, bat sich Gundel nähere Erklärung aus. Dieser, ihrem Verlangen willfahrend, eröffnete ihr bereitwillig, wie am nächsten Sonntage zu St. Pölten eine große Verhandlung des Herzogs mit den Abgeordneten der Stände und Städte des Landes stattfinden werde, zu welcher die Stadt Wien eben den Vorlauff nebst noch sieben Anderen zu senden gedenke, nachdem ihnen der Herzog sicheres Geleite zugesichert. Sei man aber gleich Willens, diese Herren auf ihrer Hinreise, in keinerlei Weise zu stören, so gelte dasselbe doch nicht in gleichen Grade von ihrer Heimkehr, indem es unverzeihlich wäre, eine so günstige Gelegenheit zu versäumen, erstlich wegen vieler erlittener Unbilden das Recht der Wiedervergeltung an ihnen zu üben, und überdieß manche aus ihrer Gefangennehmung ersprießende Vortheile zu genießen — und beständen diese auch in nichts weiter als einem ansehnlichen Lösegelde für jeden Einzelnen.

Auf Gundel's Zwischenfrage, wie sich denn ein solches Vergehen mit des Herzogs Worte, das diesen Männern freies Geleite verbürgte, vertragen dürfte und ob Herr Sebekh, und die Anderen in ähnlicher Weise nicht schwere Verantwortung auf sich lüden, erwiderte der Letztere, dem Neudecker von der Seite mit argliftiger Miene zunickend: „Ei Närrchen, wie kann davon die Rede sein? Lud sie Leopold doch nur ein zum Kommen, und bot ihnen frei Geleite, wer sprach von der Heimreise? Das hätten Die von Wien, früher und wie sie sonst pflegen, reiflicher bedenken sollen! - Doch," fügte er rasch abbrechend hinzu, „ zur Sache! Ich rief Dich nicht, Dir dieß bekannt zu machen, auf daß Du Freude fühlen mögest in Deinem Herzen, die ich Dir wohl gönne - ich rief Dich, weil ich Dein bedarf und weil ich Dich kenne und Dir vertraue. Einen Auftrag gilt's, der Keinem meiner Leute taugt, die auch nichts ahnen von dem Unternehmen und nichts ahnen sollen. Stehenden Fußes sollst Du hin zu dem auf dem Kreuzenstein, dann auch zum Feuerschütz, zum Muscharat und ihnen Kunde bringen von dem, was wir bereiten, wie auch, daß ich sie entbiete, zulängst von heut' am zweiten Abende mit ihren Leuten hier auf Kogel einzutreffen. Fünf sollen Dich begleiten von meinen Tapfersten und jedes Haar auf Deinem Haupte Dir bewahren. Sorge aber, daß Keiner ahne, welch' Geschäft es sei, das Dich zu Jenen führt, - trau ich den Burschen doch nicht weiter als mein Auge reicht und lebt doch Mancher in der Nähe, der das Nest vor uns auszunehmen, wenn er's könnte, sich nicht entblödete. Drum säume nicht und erprobe neuerdings so Witz als Muth!"

Mit diesen Worten war Gundel entlassen. Es war ihrer Schlauheit aber nicht entgangen, daß nur Herrn Sebekh's Arglist und Mißtrauen ihr jene Knechte beigab. Sie sollten sie mehr bewachen als beschützen, da er in früheren Fällen, wo ihre Sicherheit weit mehr in Gefahr gewesen, nie an einen derartigen Schutz für sie gedacht hatte.

Kaum hatte Gundel die Schwelle verlassen, als auch der durch ihre Ankunft früher nur mühsam zurückgehaltene Zank zwischen dem Neudecker und dem Burgherrn auf's Neue wieder losbrach, indem der letztere, seinem Unmuthe die Zügel lassend, begann: „Nun, da soll Euch ja der Teufel holen, wie jede Gemeinschaft zwischen uns, wenn Ihr nur stets der eigenen Laune folgt, ohne der Genossen Nutz und Frommen zu bedenken. Wenn die Sache also sich gestaltet, waren wir wohl Freunde die längste Zeit!"

"Weil Ihr's denn gar so übel nehmt," erwiderte allmählig einlenkend und sich Gewalt anthuend der Neudecker nach längerem hin und her Streiten, „weil Ihr’s gar so übel nehmt, so soll er leben meinetwegen, - ich treff‘ ihn wohl noch anderswo.“

„So seht Ihr's endlich ein?" rief der Andere, schnell besänftigt und zum Frieden die Hand bietend, „Ihr seht es ein? Ja? Dann ist's ja gut. Ein starrköpfig, thöricht' Kind müßt ich Euch nennen, säht Ihr solch' klares Ding nicht ein! Zähl ich im Geist das Geld zusammen, um welches sich Jeder lösen wird, fürwahr, ein rundes Sümmchen müßt es werden! Und da kommt Ihr nun, und wollt uns unsern Nutzen also schmälern, wollt uns den Vorlauff tödten, weil Ihr ihm gram seid, - den Vorlauff, um dessen Befreiung die Stadt am tiefsten in den Säckel greifen soll! Sagt selbst, wie ginge dies an, da uns d'rum zu thun sein muß, den Vogel lebend zu erhaschen? Das könnten wir ja nimmer dulden!"

„Nu' schweigt nur wieder," entgegnete ihm der Neudecker, im Begriff die Stube zu verlassen mit neu aufflammendem Unmuthe, „begnügt Euch mit meinem Wort, daß er nicht fallen soll von meiner Hand. Bei der Freundschaft, die ich für Euch, wie für die Andern hege, schwör' ich's Euch zu. Nun aber lebet wohl, vor Abend bin ich heim!" wornach er hinabeilte, sein Roß bestieg, und zum Thore hinaus jagte.

So sehr er sich aber auch in seines Bundesfreundes Nähe Gewalt angethan und die wahren Gefühle seines Herzens verläugnet hatte, konnte er doch nicht umhin, bald darnach, als er in's Freie gelangt war, dem Sturme, der in seinem Innern tobte, also Luft zu machen: „Hannsnarr! Du traust dem Schwur? Armsel'ger Schuft! Hanns von' Neudeck verkauft die Rache seines Herzens nicht um Tonnen Goldes, nicht um Ruhm, um keine Macht der Erde! Du sollst mich nimmer hindern, sie zu nehmen; - und fiel erst Der, - kommt leicht die Reih' an Dich!"

Sich hoch aufbäumend vor Schmerz, über den tief eingedrückten Sporn des ergrimmten Reiters, flog der wüthende Rappe dahin über Stock und Stein. –

Erst in später Stunde der folgenden Nacht kehrte Gundel mit ihren Begleitern heim von ihrer Sendung. Sie brachte größtentheils erfreuliche Nachricht mit, indem sowohl der Feuerschütz als auch Muscharat, entzückt über den nahe bevorstehenden Strauß und über die Gelegenheit, den Wienern eins zu versetzen, die Einladung mit Freuden angenommen und versprochen hatten, sich mit ihren Leuten zur guten Stunde auf Kogel einfinden zu wollen, was aber der auf Kreutzenstein zu seinem größten Bedauern nicht vermochte, da das Zipperlein ihn schmerzlich an's Lager gefesselt hielt. Herr Sebegh ermangelte nicht, der klugen Gundel über die gute Vollführung des ihr gewordenen Auftrages das größte Lob zu ertheilen. Er konnte nicht umhin, sein Bedauern auszusprechen, daß die Natur sie nicht als Mann in's Leben rief, weil da gewiß auf meilenweit in der Runde weder Ritter noch Knecht zu finden sein dürfte, der es mit ihr aufzunehmen fähig wäre. Und so rostig war Herrn Sebegh's Laune, daß er mit lachendem Munde, in das ihm etwas seltsam vorkommende Verlangen Gundel's, ihn und die seinigen auf dem Zuge gegen die Wiener begleiten zu dürfen, willigte. –

An dem Abende, der diesem Unternehmen vorherging, herrschte ein Leben und Treiben auf Kogel, wie nie zuvor. - Wie in einem aufgeregten Ameisenhaufen wimmelte es in den weiten Räumen der Burg von Menschen jeglichen Alters und Aussehens und beiderlei Geschlechtes. Denn viele der Ritter waren nicht nur mit Roß und Mann gekommen, sondern hatten auch noch eine Menge Dirnen mit sich gebracht, als gälte es mehr ein lustiges Beilager und tolles Fastnachtspiel.

In des Burgherrn Gemächern war versammelt, was nur irgend zum Bunde gehörte. Nicht Einer fehlte. Da saßen sie Alle beisammen die räuberischen, weit und breit gefürchteten Gesellen, seit lange der Schrecken sowohl der vorbeiziehenden Kaufleute, wie auch des Bürgers und Landmannes. Der gehaßte Hans der Laun von Grumau, Burghard der Truchseß, Janel der Jud, ein berüchtigter Halunke, Hanns und Thomas die Neudecker, uns von früher her in ehrenvollem Gedächtnisse, Hanns Freytl, Schart Muscharat, der Herrn Sebegh vorzüglich mit seinem weiblichen Gefolge überrascht hatte, Wilhelm der Feuerschütz, Abel Traunsdorfer und Andere, die hier namentlich anzuführen zu weitläufig wäre. Das wahre, rechte Leben kam aber unter die Versammelten als Herrn Sebegh's Kundschafter, den dieser nach St. Pölten gesendet hatte, mit der erfreulichen Nachricht heimgekehrt war, daß die Tagsazung daselbst beendigt sei und die Wiener bereits alle Anstalt getroffen hätten, sich am frühen Morgen auf die Heimreise zu machen. Da wurde erst recht wacker drauf losgezecht, als wäre es auf völlige Austrocknung des Burgkellers abgesehen gewesen.

So reichlichen Ueberfluß an Speise und Trank die Tafel der Ritter bot, so arger Mangel war unten bei dem Gesinde eingerissen, daß, nach Aufzehrung der geringen auf eine weit spärlichere Anzahl berechneten Vorräthe nichts anderes erübrigte, als aus der Umgegend, und zwar vorzüglich aus dem am Fuße des Kogelberges gelegenen Dorfe, das Fehlende herbeizuschaffen.

Auch dieser Sorge unterzog sich Gundel als die Unternehmendste und Rührigste. Ohne daß die Knechte aus ihrer Gemächlichkeit aufgeschreckt oder bei ihrem Würfelspiel, gestört wurden, raffte ste, nachdem sie nur wenige Augenblicke im Schlosse verweilt hatte, im Halbdunkel des Hofes sämmtliche Dirnen zusammen, führte diese, mit einer voranschreitend, den steinichten Berg hinab, um sich im Dorfe angelangt zu zerstreuen und bei den einzelnen Landleuten zu suchen, was sie brauchten. Sie selber trat mit ihrer Begleiterin in eine der Hütten, während sie die anderen rechts und links anpochen hieß.

Bald hatten sie ihren Zweck erreicht und schleppten sie reichlichen Imbis den Berg hinan, von dessen Höhe ihnen das Gelärme und Gejohle der Zechenden entgegen schallte. Voll Begierde, den Ihrigen die ersehnte Labung zu verschaffen, stürmten die rüstigen Dirnen ohne umzusehen den Berg hinan, so daß Gundel, welche ihnen stumm und schweigend gefolgt war, wie fröhlich und munter sie auch früher die Anhöhe ihnen voraus hinabgeeilt, bald weit hinter ihnen zurückblieb. –

Da, als sie sich allein und unbeachtet sah, stürzte sie hin auf ihre Knie, Gott im brünstigen Gebete zu danken für das einstweilige Gelingen eines gefährlichen Wagnisses, und seinen ferneren Beistand zu erflehen für das noch zu Vollbringende! –

Im Schlosse wieder angelangt, stieß sie auf den Neudecker, der sie schon überall gesucht, und aufgeregt vom Weine, eben hinaufeilen wollte zu Elsbeth, um sich im Vorgefühle der baldigen Befriedigung seiner Rache schon heute grausam und entmenschten Herzens zu laben an ihrer Verzweiflung, wenn er ihr verkündigte, was Herrn Vorlauff fast unausweichlich morgen beschieden sei. Mit Mühe hielt Gundel den Rasenden zurück von seinem Beginnen, dessen Gedanken sie nur dadurch eine andere Richtung zu geben vermochte, daß sie ihm verkündete, sie selbst werde, nach Sebegh's Erlaubniß, den morgigen Zug mitmachen. Und wirklich war es ihr solchergestalt gelungen, eine Saite anzuschlagen, die in seinem Inneren gewaltig wiedertönte, denn sein Auge glühte in einem wilden, teuflischen Feuer, und ihre Hand kräftig in der seinen drückend, daß sie fast aufschreien mußte vor Schmerz, raunte er ihr mit gedämpfter Stimme in's Ohr: „So sollst Du sein Ende sehen, denn so wahr ich lebe, - nicht sein Engel führt ihn morgen mir entgegen, - wenn ich auch Dem mein Wort gab, sein zu schonen!" - wornach er Elsbeths und alles Anderen vergessend wieder forteilte zu den Genossen. –

Wenige Stunden nach Mitternacht, bevor noch der erste Hahnenruf erscholl, hatte der Herr das Gebet der reuigen Dirne erhört und völlig gelingen lassen ein Werk der Liebe und Menschlichkeit. –

Wie Herrn Sebegh's Kundschafter der Wahrheit getreu berichtet, war die Tagsatzung zu St. Pölten zu ihrem Schlusse gediehen, aber ohne daß, wie bei der vorigen zu Neustadt, das gewünschte Ziel erreicht worden wäre, indem des Herzogs Forderungen von der Art sich erwiesen, daß die Abgeordneten der Gegenpartei, sich nicht leicht mit ihm vereinigen konnten. Die Verhandlungen waren also wieder geschlossen, und die Sache neuerdings einer weiteren Entscheidung anheim gestellt worden.

Noch vor Sonnenaufgang des nächstfolgenden Montages, machten sich die Wiener, zwar gewarnt, aber dennoch vertrauend auf das freie Geleite des Herzogs, auf, mit ihren Leuten den Heimweg anzutreten.

Unter harmlosen Gesprächen waren die Herren schon manche Stunde Weges geritten, bis sie in dem zwischen Sieghartskirchen und Ried gelegenen Walde, hart an dem dort strömenden Bächlein, von den Schaaren Sebegh's und seiner Spießgesellen, ihnen an Zahl weit überlegen mit der Forderung aufgehalten wurden, sich als Gefangene ohne Streit und Schwertschlag zu ergeben. Dieser Aufruf traf aber in Herrn Vorlauff zur Verwunderung des Gesindels, den unrechten Mann. Denn obgleich er nicht dem Kriegerstande angehörte, sondern nur ein friedlicher Bürger war, besaß er doch den kühnen Muth und die unerschütterliche Tapferkeit des Soldaten, einer ungemeinen Gewandtheit in Führung der Waffen nicht zu gedenken. Das schnöde Ansinnen wurde demnach von seiner Seite mit Verachtung zurück gewiesen. Zugleich munterte er aber die Seinigen zur hartnäckigsten Gegenwehr auf, und beschwor sie, lieber tapfer streitend zu fallen, als feig und verächtlich die Waffen zu strecken.

Das Beispiel des kühnen Führers befeuerte den ganzen Troß, so daß sie ungeachtet ihrer bedeutenden Minderzahl, die Angreifenden geworfen haben würden, hätten des Herzogs Söldner im entscheidenden Momente nicht Reißaus genommen. Hierdurch gestaltete sich die Lage der Bedrängten äußerst mißlich. Nun war an ein Entrinnen nicht leicht mehr zu denken und zwar um so weniger, da der durch die anfangs tapfere Gegenwehr der Letzteren etwas eingeschüchterte Muth der anderen wieder neu und gewaltig auflebte. Der Kampf wurde jezt mit noch größerer Hitze und Erbitterung geführt. Viele bluteten schon aus mehreren Wunden, ja von Sebegh's Leuten lag schon mancher als Leiche hingestreckt am Boden, ohne daß die Wiener auch nur einen Mann verloren hatten.

Da änderte sich das Schicksal der letzteren mit einem Male, als, von der Seite durch's Dickicht brechend, ihnen der Neudecker mit seinen Knechten in den Rücken fiel. Nun hatte die gute Sache den Todesstoß erhalten, denn panischer Schrecken ergriff die Mehrzahl, daß sie der eigenen Ehre, wie des Wohles der Freunde vergessend, ihr Heil in schmächlicher Flucht suchten, und da man ihrer nicht sonderlich achtend es unterließ ihnen nachzusetzen, auch fanden. Und je größer die Verzweiflung der in die Enge getriebenen Wiener geworden war, um so mehr hatte sich auch die Wuth der Feinde gesteigert, die bisher nur darnach getrachtet hatten, Jene, an deren Ergreifung ihnen gelegen war, lebend und ohne ihnen ein körperliches Leid zuzufügen in ihre Gewalt zu bekommen. Diese Rücksicht außer Augen gelassen fiel der reiche, blühende Flußhard als das erste Opfer, da er, nachdem er den übermüthigen Muscharat vom Pferde gestochen, selber von einem Speere durchbohrt in seinem Blute zu Boden stürzte. Doch hielt sich Herr Vorlauff immer noch frei und aufrecht auf hohem Rosse, so kräftige Hiebe nach rechts und links entsendend, daß es bisher Keinem gelang, ihm zu nahe auf den Leib zu rücken.

Endlich ereilte aber auch ihn sein Geschick. Nachdem der Knäuel der Feinde sich immer dichter um ihn zusammengeballt hatte, bäumte sich, auf empfindliche Weise verwundet, sein Pferd plötzlich, überschlug sich, und begrub ihn rücklings niederstürzend unter seiner Last. Jubelndes Halloh der Ersteren begleitete des edlen Mannes Sturz. Nur mehr von Wenigen seiner Getreuen umgeben mühte er sich trotz alles Kraftaufwandes vergeblich ab, sich unter der Last des Thieres hervorzuarbeiten, als sein Blick aufwärts in des Neudecker's racheglühendes Auge fiel, der, nachdem er die Reihen seiner Genossen durchbrochen, eben im Begriffe stand, seine Waffe dem am Boden liegenden durch die Brust zu jagen. In demselben Augenblicke aber, als hätte ein Engel des Himmels das Schwert des Rächers geschwungen, stürzte der Wüthrich selbst, bevor er die verruchte That vollbracht, mit tief klaffender Kopfwunde und Ströme von Blut vergießend neben seinem ausersehenen Opfer zur Erde hin.

Alle standen da wie gelähmt, denn die in dem edelsten Feuer erglühende mannhafte Gundel das Schwert der Vergeltung in hoher Rechten schwingend war es, welche jetzt auch vor Herrn Vorlauff's staunendem Blicke auftauchte. Und links und rechts die elenden Strauchdiebe, welche sich gerade bestrebten, den besten der Menschen seiner Freiheit zu berauben, mit gewaltigen Streichen niederstreckend, war es ihr fast schon gelungen, diesen wieder wehrhaft zu machen, als ein nur zu wohl treffender Schwertstoß, von rückwärts ihre Brust völlig durchbohrend, sie zu seinen Füßen hinwarf, ehe das schöne, fromme Werk noch völlig gelungen.

Da schwand der Zauber der ihre Umgebung gefesselt gehalten, und verzögerte nicht länger den fluchenswerthen Sieg der Schlechten.

Die arme Gundel lag aber verblutend vor ihm, der der Einzige von Allen Liebe und Menschlichkeit an ihr geübt, am Boden. Nur mit Mühe und dem Aufwand ihrer letzten Kräfte sich aufraffend, vermochte sie noch die Worte zu stammeln: „Elsbeth - frei - ich war nicht – unwerth – Eurer Gnade!“ - wonach sie als reuige Sünderin, der des Herrn Paradies niemals verschlossen ist, verscheidend auf den Rasen zurücksank.

Herr Konrad Vorlauff, nebst den übrigen Männern des Rathes wurde aber als Gefangener nach Kogel abgeführt.

11.
De mortuis nil nisi bene. Diesem Grundsatz zufolge dürfte es hier nichts weniger als überflüssig sein, unmittelbar an die Schilderung von Gundel's Tode, einige Worte zu reihen, welche manches in dem Charakter dieses Weibes widersprechend und zweideutig Scheinende in Einklang zu bringen und in ein besseres Licht zu sehen geeignet sein dürften.
[Hier endet Seite 120 unten, Fortsetzung Seite 123, Mitte.]

Alle ihre weiteren Handlungen entsprangen aus dieser Quelle [= Gundel]. - Wie ihr von früher bekannt war, hatte aus mehrfachem Grunde Wolfgang Herrn Vorlauff um so glühendere Rache geschworen, als der Schurke überhaupt jederzeit des Biedermannes erbittertster Feind ist. Nach dem letzten Vorgange mußte dieß noch ärger geworden sein. So lange jener in enger Haft gehalten wurde, wußte sie diesen wenigstens von der einen Seite aus sicher; nicht so aber, nachdem Wolfgang's Strafzeit ihr Ende erreicht hatte. Darum ihre Flucht von Herrn Schädniger's Maierhofe, wo sie so lange tadellos und musterhaft gelebt, und ihr erneuter Umgang mit jenen Schandgesellen, bis sie dem Beile des Henkers erlagen. Sah sie sich doch nur auf solche Weise in den Stand gesetzt, durch List und Schlauheit die Pläne und Absichten derselben gründlich zu erforschen und den zerschmetternden Schlag von dem Haupte des Allverehrten, wie seiner Freunde ferne zu halten und zu vereiteln. Gerne würde sie auch Elsbeth's Entführung verhindert haben, hätte dieses in ihrer Macht gestanden, leider konnte aber die Absendung jenes Briefes an Herrn Vorlauff, wenige Stunden nach vollführter That, das Einzige sein, was sie mit dem besten Willen in dieser Angelegenheit für ihn zu unternehmen vermochte. Dieser Brief sowohl, wie jener andere, der ihm die genaue Kenntniß jenes furchtbaren Complots verschafft hatte, rührte, da sie selber des Schreibens unkundig, von der Hand des ehrwürdigen Paters Anselm vom Karmeliterorden her, der Gundel's ganzes Denken und Trachten kannte, ihr darum väterlich geneigt war und dem sie mit kindlicher Liebe und rührendem Vertrauen anhing.

Nicht nur ihre eigene Schlauheit, sondern hauptsächlich der Segen Gottes, der auf all' ihrem Thun seit sie wieder die Pfade der Tugend gewandelt lag, hatte ihr unter dem Anscheine einer Fügung des Zufalles Eingang auf Kogel verschafft, wo ihr, obgleich sie Tag und Nacht unablässig darüber nachsann Elsbeth zu befreien, da der günstige Augenblick hartnäckig zögerte, dieses leider erst spät gelang.

Mußte Elsbeth's krankes Herz, nachdem sie einen tiefen Blick in Gundel's Inneres gethan, nicht heilenden Balsam finden für seine herbe Wunde und allmählig genesen von Hoffnung sanft gewiegt und in der Erkenntniß so vielen Edelmuthes, und reinen Strebens?

Da schlug endlich die Stunde, die Elsbeth der verhaßten Bande ledig machte, und zugleich die Schlußkatastrophe herbeiführte in Gundel's doch nicht ganz zwecklosem, an mancher wichtigen Lehre reichem Leben. - Nach dem unerforschlichen Walten der Vorsehung sühnte der schönste und ehrenvollste Tod die Schuld ihrer früheren Jahre, nachdem sie das geliebte Haupt des Mannes geschirmt, der so vieles gewirkt hatte, zum Heile Vieler, nicht aber ohne zugleich einem fluchbeladenen Sünder das Ziel seiner zahllosen Lasterthaten vorzustecken. –

Der allgemeinen Meinung nach, die sich sogleich nach dem Anlangen jener Flüchtlinge, welche die Botschaft von des Vorlauff und der Uebrigen Gefangennahme überbrachten, zu Wien geltend machte, hatte der Herzog bei diesem Gewaltstreich unzweifelhaft selber die Hand mit im Spiele. Die Gründe, welche dieser Ansicht fast unumstößliche Gewißheit verliehen, waren erstlich des Letzteren bekannte Abneigung gegen Herrn Vorlauff und den Rath, die seinen Absichten in mehrfacher Beziehung im Wege stehen mochten, hauptsächlich aber sein Benehmen nach diesem Vorfalle selber. Denn abgesehen davon, daß Leopold seinen jener Schnapphähne wegen des verübten Frevels zur schweren Verantwortung zog, brachte er die ganze Sache weiterhin fast gar nicht zur Sprache, ein Umstand, der wohl allerdings mehr als Verdacht erregend war.

Erboßt über die Frechheit, solchen Gedanken über seine geheiligte Person Raum zu geben, kam Herzog Leopold unmittelbar nachdem er durch seine Spione Kunde davon erhalten nach Wien. In der Voraussetzung, daß durch obigen Gewaltstreich, wie durch die zahllosen, vorhergegangenen Befehdungen und Plackereien der Muth der Wiener gebrochen sei, erlaubte er sich die übermüthige Forderung, es solle ein Stück der Stadtmauer zum Behufe seines Einzuges nieder gerissen und die gegen den Auflauf des (freilich ihm ganz ergebenen) Pöbels in den Gaffen gespannten Ketten weggenommen werden.

Zu seinem Erstaunen verweigerte ihm aber der Rath, der diesem Begehren nur zu gut auf den Grund sah, ungeachtet der Abwesenheit Vorlauff's, die Bewilligung desselben. Was blieb ihm da, so lange ihm die eigentliche Macht fehlte, Gehorsam zu erzwingen, wohl übrig, als in stillem Ingrimme die Lippen übereinander zu kneifen und bessere Zeiten abzuwarten? Und so bezwang er denn, wenn auch nicht ohne große Mühe, den Sturm seines wild erregten Gemüthes, um sich abermals nachgiebig zu zeigen, worauf zwischen beiden Brüdern neuerdings eine Versöhnung so weit zu Stande kam, das Herzog Leopold zu Krems und Herzog Ernst zu Wien, am 2. Juni urkundlich erklärten: „Sie wollten brüderlich in Wien beisammen wohnen, die Einkünfte der Vormundschaft, so wie die der gemeinschaftlich zu regierenden Länder theilen und eben so dasjenige, was ein Jeder seit dem 25. November 1407 eingenommen. Die früheren Verträge sollten in Kraft bleiben. Wer von den Brüdern dagegen handeln würde, dem sollten die Unterthanen den Gehorsam versagen dürfen.“

Der neue Friedensact theilte aber das Loos seiner Vorgänger, da sich schon in den nächsten Handlungen eine neue Willensverschiedenheit der Brüder aussprach, in Folge deren Herzog Ernst, der seither gegen Leopold immer im Nachtheile gewesen war, Wien verließ und sich nach Grätz begab. –

Während dieser Vorgänge in Wien waren die Gefangenen, die man anfangs unter Sebegh's Obhut auf Kogel verwahrt hatte, nach dem jenseits der Donau gelegenen, größere Sicherheit bietenden Kreuzenstein gebracht worden. Herr Wolfgang von Rohrbach, ein berühmter Kriegsmann, ehemals Vogt zu Wels, war damals Landrichter von Kreuzenstein. Nachdem sie aber auch hier keine bleibende Stätte gefunden, wurden sie zuletzt nach Dürrenberg, einem alten Raubneste im Viertel O. M. B., das wenige Jahre später (1440) durch Ulrich von Eizing mit Hülfe der Städte im Viertel O. M. B. zerstört wurde, versetzt.

Erst nach zweimonatlicher strenger Einkerkerung wurde Herr Vorlauff nebst den übrigen gegen nachherige Entrichtung eines Lösegeldes von zweitausend Gulden auf Ehrenwort entlassen, wornach sie am 18. Juni und zwar gerade am Frohnleichnamstage zum größten Jubel ihrer Freunde wieder in Wien eintrafen. –

Ungeachtet aber Herr Vorlauff seine geliebte Elsbeth im Hause ihres Pathen Jörg's des Bogners, wo sie einstweilen ihre Unterkunft gefunden, gesund und wohlbehalten wieder getroffen hatte, lagerte doch eine Wolke düsterer Schwermuth auf seiner sonst so lebensheiteren Stirne, welche selbst die Freude des Widersehens höchstens auf Momente zu verbannen vermochte. Eigentlich schien seit Gundel's heldenmüthigem Tode Glück und Zufriedenheit gänzlich von seiner Seite gewichen zu sein, ja, es hatte sich in lezterer Zeit sogar eine düstere Ahnung, daß die Gefangennahme auf Kogel nur der Beginn verhängnißvollerer und traurigerer Ergebnisse in seinem Leben sein dürfte, unwiderstehlich seines Herzens bemächtigt.
 [Hier auf Seite 127 Mitte wird Kogl zum letzten Mal erwähnt. Abschrift weiter, dann es werden die Geschehnisse bis zum Tod des Bürgermeisters Vorlauf geschildert.]

Und wirklich sollte ihn diese innere Stimme nicht getäuscht haben. –

Durch die immerwährende Gährung und die raftlos wiederkehrenden Zerwürfnisse unter seinen Bewohnern, wie auch die unaufhörlichen Kriege seiner Landesherrn unter sich, war Wien in große Geldverlegenheit gerathen. Es galt also zunächst auf irgend eine Weise diesem Uebel abzuhelfen und aus dem Irrsal den geeigneten Ausweg zu finden.

Zu verschiedenen Malen war in voller Rathsversammlung unter Herrn Vorlauff's Vorsitze dieser höchst wichtige Gegenstand in reifliche Erwägung gezogen worden, ohne bisher auch nur im entferntesten der gestellten Aufgabe gerecht zu werden. Tausend Mittel waren vorgeschlagen und als unzweckmäßig wieder verworfen worden, ohne daß man dem Ziele auch nur um einen Schritt näher gekommen wäre. Ein Entschluß mußte aber denn doch gefaßt werden, da die Noth zu sehr drängte. So in die äußerste Enge getrieben, entschied sich der Rath endlich dahin, eine bedeutende Abgabe auf den Wein, wie auf die Fässer und das Lesgeräthe zu legen. Es stellte sich dieses in der That als das einzige Mittel heraus, wieder einiges Geld in den Stadtschatz zu bringen.

So zweckmäßig dieser Beschluß war, so verderblich erwies er sich in seinen nächsten Folgen.

Das gemeine Volk, ohnedies des Rathes und der Reicheren erbittertster Feind, empörte sich darüber, indem es sich hierdurch neuerdings beeinträchtigt fühlte, murrte laut, ja gerieth sogar in zügellose Wuth. Die Aufhetzer verdoppelten ihre Geschäftigkeit von früher, ließen des Kellerhalses und der Uebrigen blutige Gespenster Rache heischend vor aller Blicken auftauchen und ruhten nicht, schreckliche Dinge für die nächste Zukunft vorzubereiten.

Lärmend und klagend traten demzufolge die Handwerker und viele aus dem Pöbel hin vor Leopold, auf dessen Unterstützung sie rechnen konnten, und überreichten ihm eine Bittschrift, worin sie über Bedrückungen des Stadtrechtes klagten, um Abhülfe baten, Ausmusterung im Rathe, Ausstoßung Einiger und Aufnahme Anderer verlangten.

Dem Herzoge, unaufhörlich gehetzt von den Ohrenbläsereien seines Günstlings, des Wähinger's, kam diese Bitte nicht ganz unwillkommen, denn nun war der Tag der Rache gekommen, der Tag, wo er der Schlange den Kopf zertreten konnte, die so lange und bisher ungestraft ihr Gift nach ihm gespieen. Leopold war ein stolzer und ehrgeiziger Mann, der in dieser Richtung am meisten und schmerzlichsten verwundet werden konnte. Dieses war geschehen, war bei mannigfachen Gelegenheiten geschehen. Und eben Die, welche sich so hoch vermessen, waren jetzt wehrlos in seine Hand gegeben. Mehrere waren schon gefallen dort, wo Leopold nun stand - die Blätter der Geschichte erzählen uns dies an verschiedenen Stellen - und so fiel auch Leopold.

Am 7. Juli ließ der Herzog den Bürgermeister Konrad Vorlauff, den ehrwürdigen Konrad Ramperstorffer, Rudolph Angerfelder, Hannsen Rockh, den Schrul, Mosbrunner und den alten Stichel ergreifen, und in den gemeinen Kerker des Marschallgerichtes werfen; und noch in derselben Stunde war das Urtheil gefällt. Es lautete auf Tod durch das Schwert, am vierten Tage zu vollstrecken!
[Hier endet Kapitel 11 auf Seite 129. Ende insgesamt auf Seite 144 mit dem Jahre 1411.]

Seite 86:
Außer der schon erwähnten Zerklüftung der Wiener in Parteien, bei welcher Gelegenheit Adel, Rath und Bürgerschaft zu Herzog Ernst standen, während die Handwerker und das gemeine Volk für Leopold schwärmten, war bisher, nämlich bis Anfang Decembers, nichts sonderlich Erwähnenswerthes vorgefallen.
(Interessant wegen der Hinrichtung von Handwerkern 1408).

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 9   1859, Ausflüge in die sämmtlichen Umgebungen der Kaiserin Elisabeth-Bahn zwischen Wien und St. Pölten in acht Haupt-Touren. Von Franz Gustav Adolph Ressel.

ONLINE-LINK

Ausflüge in die sämmtlichen Umgebungen der Kaiserin Elisabeth-Bahn zwischen Wien und St. Pölten in acht Haupt-Touren. Von Franz Gustav Adolph Ressel. 1859.

Seite 49:

[…] Biegen wir aber von der Höhe des Berges links, so führt uns der Weg durch eine Waldlichtung nach dem schon genannten Penzing. Hier geht es abwärts - am Schamberghofe vorüber - zu dem Hügel, auf welchem sich das ziemlich bedeutende Dorf Kogel erhebt. Der Ort soll uralt sein, und, wenn wir unserem Gewährsmanne glauben dürfen, vordem - eine nunmehr längst zerstörte Veste der Edelherren von Kogel enthalten haben. Der Charakter der Gegend , nördlich von der Neulengbacher Straße bis weit gegen die Donau hinab, bietet ein anmuthig abwechselndes Bild von sanft gerundeten Hügeln, theilweise mit Laub- und Föhrenwald gekrönt, und umfaßt eine Unzahl mitunter sehr interessanter Ortschaften, durch die wir nun den geneigten Leser im Anschlusse an einige an der Westbahn belegene Centralpunkte zu leiten versuchen. […]

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 10   1864, Für Haus- und Familie. Illustrirte Blätter der Unterhaltung und Belehrung häuslicher Kreise gewidmet.

Online Link: Illustrirtes Haus- und Familienbuch - Google Books

Artikel „Conrad Vorlauf, Bürgermeister von Wien“ beginnt auf Seite 83 bis 84 (PDF Seite 348 bis 349).

[…] Unter diesen schwierigen Umständen wurde der Rathsherr Conrad Vorlauf zum Bürgermeister erwählt und bestätigt (Neujahr 1408).  *)

*) Nach den Bürgermeistertafeln bei Tschifchka bekleidete er diese Stelle schon einmal 1406.

[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 27.7.2024:
Mit heutigem Tag wurde eine Online Ausgabe der „Geschichte der Stadt Wien“ gefunden und erfasst. Hier wird das Jahr 1406 bestätigt. Siehe Register C 14.]


Er gehörte der gemäßigten Rathsbürgerpartei an, wie seine Collegen Angerfelder, Rampersdorfer und Rockh, einer Partei, welche an dem Prinzen Albrecht als Landesherrn und an den Rechten der Bürgerschaft festhielten, Leopold nur als Regenten betrachtete und dereinst bessere Zeiten hoffte.

Der Reiche Niklas Flußhard und Andere neigten sich entschieden auf die Seite des Herzogs Ernst, der, besonders durch den unzufriedenen österreichischen Adel aufgefordert, sich anschickte, seinem Bruder die Regentschaft streitig zu machen; das Volk aber und die Räthe aus dem Volke bringen an dem freigebigen Leopold, der durch Mißachtung der alten Bräuche und Gesetze ihr eigenes Begehren unterstützte. – Herzog Ernst war schon in Neustadt, da versammelte Berthold von Wehing die Adeligen im Schlosse Enzersdorf und beschwichtigte sie durch glatte Worte – Leopold verließ das unruhige Wien, und schrieb einen Landtag nach Klosterneuburg aus. Inzwischen geschah in Wien etwas, das die Parteien erbitterte, und das erste Blut säete, welches nothwendig zu blutiger Ernte reifen mußte. – Ein Riemer und Waffenschmid, ein Krämer und ein Schneider, faßten an der Spitze von gleichgesinnten Spießgesellen, vielleicht durch heimliche Umtriebe des Kanzlers aufgereizt, den verbrecherischen Entschluß, den durch seine strenge Gerechtigkeit gefürchteten Bürgermeister und die patricischen Stadträthe zu fangen oder zu ermorden, und ihre Häuser zu plündern. – Der wachsame Vorlauf, vielleicht gewarnt, kam ihnen zuvor, und ließ sie verhaften und vor Gericht stellen. – Auf kurze Zeit war der Pöbel wie betäubt, und stumm vor Schreck vernahm er das wimmernde Glöcklein, das seinen Vorkämpfern zum Tode läutete! Die Besseren versammelten sich um den Bürgermeister und die gute Sache, denn sie erkannten wol, es galt einen Kampf um den Besitz; und die unversöhnlichsten der Erbbürger verlangten und erhielten die Häupter der Angeklagten (5. Jänner 1408). Gleichwol gab es der Besorgten viele, die, Vergeltung fürchtend, zur Milde gerathen hatten, und diese siegten, als des Herzogs Bote den Rath zu gütlichem Vergleiche lud.

Vorlauf und die Stadträthe, obwol über den Undank des Volkes entrüstet und kaum ohne Argwohn gegen die geheimen Urheber jener Empörung, boten dennoch die Hanz zur Versöhnung, welche zu Klosterneuburg scheinbar zustande kam. – Es galt ja, die Stadt und ihre Umgebung vor den Schrecken einer Belagerung zu wahren, welche bei der Unverläßlichkeit und Zaghaftigkeit so Vieler nur traurig enden konnte.

Da weckte ein Ereigniß die Friedliebenden aus ihrem Schlummer. – Friedrich von Wallsee, der offenste Gegner Leopold’s, ward durch angezündetes Pulver schmählich gedödtet. – Allgemein beschuldigte man den Herzog oder den Bischof dieser That. Ernst eilte nach Wien und wurde von den Angesehenen mit Jubel empfangen; aber die Besonnenen unter ihnen zweifelten und nur zu bald behielten sie Recht. – Die Fürstenbrüder versöhnten sich und Ernst überlieferte seine Anhänger der Billigkeit – will sagen, der Rache seines Bruders! – Gleichwohl begaben sich die Bürger auf einen Landtag nach St. Pölten, mit jenem echt österreichischenn Glauben in ein Fürstenwort, die Zweifel überwindend, um einen würdigen Frieden zu erlangen zwischen Fürst und Volk; und doch, was konnten sie hoffen nach dem moralischen Siege ihrer Gegner? – Die Verhandlungen zerschlugen sich.

Als Conrad Vorlauf und die Räthe Angerfelder, Hannes Rockh, Rampersdorfer, Flußhard, Moosbrunner und Andere bei Purkersdorf vom Riederberge herabzogen, wurden sie von den adeligen Wegelagerern Stefan Seebegk und zwei Neudeggern, sowie von den Anführern der Wiener Volkspartei, Abel Traunsdorfer, Schart Muscharat, Wilhelm Feuerbach und Merten dem Juden verrätherisch überfallen und nach tapferer Gegenwehr, wobei der reiche Flußhard getödtet wurde und Vorlauf nur durch Aufopferung eines Bürgers demselben Schicksal entging, zuerst nach der Veste Kogel, dann nach Kreuzenstein und endlich nach Ternberg in schmähliche Gefangenschaft geführt und nur gegen das Versprechen von 2000 Gulden Lösegeld entlassen. Wenn auch der Herzog oder Berthold von WEhing diese Schandthat nicht befahl, so hinderte er doch die Schurken nicht, die sie vollführten, und beschimpfte sein Ansehen durch ein gebrochenes Wort.

So kamen Vorlauf und seine Freunde, erbittert, erschöpft und das Unheil des Landes beklagend, nach Wien. – In ihrer Abwesenheit hatten sich die Führer des Volkes im Rathe der Gewalt bemächtigt.

Hermann Bergamenista, Hans Beldsperger und Andere sahen mit Mißtrauen ihre Gegner zurückkehren, die Miene machten, das Erlittene an ihnen zu ahnden. – Das Lösegeld, eine für damals hohe Summe, mußte bei Wucherern aufgetrieben werden und der Bürgermeister schrieb zur Deckung eine neue Umlage auf den Wein aus. – Das Volk verklagte die alten Räthe beim Herzoge, verleumdete die Edlen, daß sie Verrath gesponnen hätten wider den Regenten, ja daß sie die freie Reichsstadt hätten verkünden wollen und Anderes mehr. – Wachen umstellten das Rathhaus und Vorlauf wurde vor den Herzog gebracht, um sich zu rechtfertigen. – Man verlangte von ihm, für sich und seine Genossen zu beschwören, keine erlittene Beleidigung zu rächen, jeder Verbindung mit den Feinden des Herzogs zu entsagen und sich den Befehlen desselben zu unterwerfen.

Mochte dies auch die Rechte der Stadt gefährden; noch blieb ja die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. — Als aber der Kanzler die weitere Bedingung vorlas, daß zur Bürgschaft des Gehorsams, eine vom Herzoge zu bestimmender Theil der Stadtmauer niedergerissen werden solle, da konnten Versprechen und Drohungen ihn nicht bewegen; heiliger Zorn über solche Schmach und Noth der theuren Vaterstadt erfüllte Vorlauf’s Herz und er und seine Genossen zogen den Tod dem Verrathe an ihren Pflichten vor. – Vorlauf, Angerfelder, Rampersdorfer, Rockh und zwei Andere wurden, am 7. Juli 1408 in den Kärntnerthurm geworfen, und da Feinde ihre Richter waren, zum Tode verurtheilt. – Am 11. Juli 1408, bewegte sich der schreckliche Zug nach dem Schweinemarkte, und auf dem Gerüste, umdrängt vom neugierigen Pöbel, aber auch von vielen schmerzerfüllten Bürgern, schloß das erschütternde Drama des zertretenden Rechtes, der verurtheilten Treue! Vorlauf bot zuerst sein Haupt mit den Worten dar: „Bin ich Euch stets vorangegangen in der Treue zu unserem echten Landesherrn, Albrecht, so will ich Euer Vorlauf auch im Tode sein!“ – So fiel er; und den Namen des Prinzen und der Stadt auf den Lippen, folgten ihm seine Gefährten; und die Söldner hinderten nicht den allgemeinen Ruf der Trauer und des Unwillens, der die Menge durchbebte über den Fall des freien Bürgerthums! – So spärlich die Nachrichten über jenen Edlen und seine Freunde sind, die Ereignisse sprechen zu ihren Gunsten und das Schweigen ihrer Feinde. – Nicht durch große Thatkraft und kühnes Wagen, sondern durch Standhaftigkeit und Würde ausgezeichnet, waren sie Martirer der guten Sache und über ihrem Grabe machten die Streitenen bald nachher Frieden. – Möge sich bald ein würdigeres Denkmal jenen Männern und in ihnen dem Bürgerthume erheben, eine Zierde unseres Domes, unserer Stadt! –

Wilhelm Rathenhofer.

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 11   1873, Blätter des Vereines für Landeskunde für Niederösterreich, VII. Jahrgang: Der Wildbann

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Neue Folge Nr. 1 u. 2. Ausgegeb. am 15. März 1873.

Mitteilungen.
Der Wildbann in Nieder-Oesterreich im 17. Jahrhundert.
Ein urkundlicher Beitrag zur Geschichte des landesfürstlichen Jagdregale.
Von V. Reuterer.
(Schluss)

Beilage 2: Urbarium. Ain Kauffs-Anschlag unnd lautere Verzaichnuss über die Vesten Rappoltenkirchen mit Ihrer ein vnnd Zugehörung. Wie volgt.
1. Erstlichen. Die Vesten Rappoltenkirchen mit Ihren Zimblichen Gebäw dabei ain stallung, Pröss sambt Ihrer Notturfft, ain Hauss Müllel darauf man die Haussnotturfft mallen khunt, auch der Mayrhoff mit seinen notturftigen Gepäwen Zu nächst dran sambt denselben Paumgarten vnnd Graben, mit sambt dem Oeden Purgstall zum Kogl so vormalss gleicher massen Ein Edlmannssicz gewesen, Aber nun alle gült vnndt guetter desselben öden Sicz zu vorbemelten Vesten Rappoltenkirchen eingeleibt worden sein.
Angeschlagen pr. 2500 fl. […]

28. Item Burggfridt Freuheit vnnd Herrligkhait auf den gannczen grünndten vnnt böden so zu diser Vesten vnndt Oeden Purggstallen gehörig, ist nit schlecht zu achten.
Angeschlagen per 150 fl. […]

 

Diese Urbarium ist zusammenfassend gedruckt auch in: „Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt, VII. Band, St. Pölten 1903“. Datum: 9. September 1594 und in der Epoche 16 Jahrhundert, veröffentlicht im Dezember 2023.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 30.7.2024:
Aufgrund einer Recherche im Staatsarchiv Österreich zum „Amt Kogl“ wurde der Text vollständig abgeschrieben – siehe unter 03 Landesfürstliche Urbare…. Register Nummer 3.1.

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 12    1880, Blätter des Vereines für Landeskunde für Niederösterreich: Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen

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Seite 117 – 126:

Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen.

Vortrag, gehalten im Vereine für Landeskunde von Niederösterreich,
von Dr. Anton Kerschbaumer.

Wenn man von der mit stolzen Pappelbäumen bepflanzten Reichsstrasse bei der ehemaligen Poststation Sieghartskirchen südlich abbiegt, so gelangt man in einer halben Wegstunde zu dem herrlichen Schlosspark der Baron Sina´schen Herrschaft Rappoltenkirchen. Kurz bevor man sich jedoch dem genannten Schlossparke nähert, zweigt eine kleine Straße nach Westen ab, die zu einem Dorfe führt, welches Kogel heisst. Wenige wissen heutzutage, dass bei diesem Dorfe, durch welches ein Bächlein rieselt, einst eine gewaltige Veste stand, von welcher nichts übrig geblieben ist als der Name Kogel, den das unansehnliche Dörfchen mit 40 Häusern führt. Einige alte Grundmauern auf dem nahen waldangeflogenen Hügel, der heutzutage noch Schlossberg heissst, sind die einzigen Ueberbleibsel der einstmaligen Veste Kogel, die daselbst vor Jahrhunderten sich erhob. Sie war einer der vielen Ritterburgen, welche das alte Oesterreich zierten; ein Edelmannssitz, von dem jedoch nicht einmal die Romantik einer malerischen Ruine sich auf die Gegenwart erhalten hat. Nur der Name ist, wie gesagt, geblieben. Sic transit gloria mundi.

Ueber diese alte Veste will ich heute einen Vortrag halten und dadurch der Aufgabe des Vereines für Landeskunde: die dunklen Partien unserer vaterländischen Geschichte zu erhellen, nach Massgabe meiner Kräfte entsprechend. Ist es auch nicht viel, was ich – trotz aller Mühe, die ich mir gab – bieten kann, so ist es doch ein kleiner Baustein im Gefüge des grossen historisch-topographischen Gebäudes, das wir zu bauen Willens sind. Vielleicht werden durch meinen Vortrag tüchtigere Kräfte angeregt, um die etwaigen Lücken desselben zu ergänzen.

Die erste geschichtlich beglaubigte Nachricht über die Veste Kogel findet sich im Jahre 1261. In diesem Jahre erteilte Ottokar, König von Böhmen und Herzog von Oesterreich, allen Schiffsleuten zu Tuln dieselben Rechte und Freiheiten, wie sie die Schiffer zu Wien hatten, und erklärt sie für steuerfrei. Unter den Zeugen dieser Urkunde kommt ein Wolfgherus de Chogel vor.   1) Wir werden kaum irre gehen, wenn wir uns unter diesem Wolfgher von Chogel den damaligen Besitzer der Veste gleichen Namens denken, welche von Tuln beiläufig drei Stunden entfernt lag. Es scheint, dass die jeweiligen Besitzer der Veste untergeordnete Ministerialendienste bei den österreichischen Herrschern verrichteten. Beleg dafür ist eine 60 Jahre später ausgestellte Urkunde, welche in dem Archiv des Hauses, in welchem wir uns jetzt befinden, aufbewahrt wird. In derselben kommt ein Herr Ludwig vom Chogel vor, welcher Forstmeister in Oesterreich genannt wird, und einen Hof zu Aw   2) dem Herrn Niclas von Ezlarn   3) um 400 Pfund Pfennige verkauft.   4)

Vierzehn Jahre später, 1335, verkauft Weichart von Toppel, Hofrichter in Oesterreich, mit seinen Söhnen Hans und Niclas sein von den Herzogen von Oesterreich erhaltenes Lehen, nämlich „das Haus zu dem Chogel vnd was darzv gehöret“, um zwölfthalbhundert Pfund Wiener Pfennige.   5)

1344 erscheinen urkundlich Reinprecht und Leopold von Chogel, Söhne des verstorbenen Conrad von dem Chogel, welche dem Abt Friedrich von Melk 6 Joch Aecker im Sierninger Felde bei Haunoldstein um 30 Pfund Wiener Pfennige verkaufen.   6)

Die Anmerkungen aus dem Buch werden jeweils am Seitenende angegeben:
1) Original im Stadtarchive zu Tuln. Vergl. Kerschbaumer, Geschichte der Stadt Tuln, 1874. Regesten, S. 314. – Ein Wolfkerus de Chogel erscheint auch in einer Urkunde, ddto. Wien, 6. Jänner 1276 als Zeuge. (Hornmayr, Gesch. Wiens, II. Jahrg., II. Band, 2. u. 3. Heft, S. cc.)
Hier gelangen Sie zu einer Online-Ausgabe (LINK).

2) Aw heisst noch jetzt ein Teil des Wienerwaldes zwischen Rappoltenkirchen, Pressbaum und Reckawinkel.

3) Ezlarn, vielleicht Elsbach, ein Dorf zwischen Ried und Sieghartskirchen.

4) ddto. 14. Juli 1321. Original-Urkunde im n.ö. Landesarchiv (Siehe Anhang I.)

5) ddto. 15. August 1335. Original-Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien. (S. Anhang II.)

6) ddto. 22. Februar 1344. Original im Melker Stiftsarchiv. Aus dieser Urkunde ist das Wappen der Besitzer der Veste Kogel ersichtlich. (Vergl. Hueber, Austria ex Archiv. Mellic, illustrata. Tab. XV., Nr. 7.) S. Anhang III.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 11.7.2024:
Die Abschrift der drei oben erwähnten Urkunden (Anhänge 1 bis 3) wurde in die Übersicht Urkunden in die Register Nummern 2.10, 2.11 und 2.12 und eine etwas längere Ausführung der Urkunde 1261 (nach Kerschbaumer) wurde in die Übersicht Urkunden 02.1 gegeben.

Es scheint, daß die Herren von Kogel nicht gar sonderlich gut wirtschafteten, denn 50 Jahre später (1394) besagt eine Urkunde: „Jörg der Choblinger front Gemsel dem Seebecken die Fest Chogel.“   1)

Möglich, ja sogar wahrscheinlich ist es, dass die in den Buchenwaldungen des Wienerberges versteckte Veste Kogel später – dem Zeitgeiste huldigend – zu einem jener vielen Raubnester sich entwickelte, welche Herzog Albrecht IV. (das Wunder der Welt) durch das von ihm errichtete Strafgericht („das Geräume“) zerstören liess. Möglich, aber nicht bewiesen. Denn besagtes „Geräume“ waltete bereits 1402 seines Amtes, während die Veste noch im Jahre 1408 ungebrochen bestand. In diesem Jahre trug sich nämlich ein Ereignis zu, bei welchem sie eine Rolle spielt und das daher ausführlicher erwähnt werden will.

Im Beginne des XV. Jahrhunderts gab es in Oesterreich traurige Bruder- und Bürgerzwiste und in Folge dessen politische Parteikämpfe, in welchen die Leidenschaften entbrannten und nicht selten blutige Opfer forderten. Dies war auch im Jahre 1408 der Fall. Herzog Albrecht IV. hatte einen minderjährigen Sohn (Albrecht V.) hinterlassen und über dessen Vormundschaft stritten sich die beiden Brüder des verstorbenen Herzogs Leopold und Ernst von der sogenannten Leopoldinischen Linie. Jeder hatte seine Partei in Städten, Schlössern und Klöstern. Für Leopold den Aelteren sprach das formelle Recht; der schlichte Herzog Ernst dagegen besass viele Freunde unter dem österreichischem Adel und unter den angesehenen Bürgern, namentlich Wien´s, weil die ausserordentlichen Steuern und Geldforderungen Leopolds diesen lästig fielen. Ein plötzlich entstandenes Gerücht (ob wahr oder falsch, bleibt dahingestellt), dass Leopold mit dem Plane umgehe, den jungen Albrecht zu verdrängen und sich selbst zum Landesfürsten aufzuwerfen, gab Anlass zu einem schrecklichen Bürgerkriege. In Wien riefen die Anhänger Leopolds, bestehend aus Handwerkern, verabschiedeten Söldnern, und anderen stets zur Unruhe geeigneten Elementen der Bevölkerung einen Aufstand hervor, welchen der damalige energische Bürgermeister Konrad Vorlauf dadurch im Keim erstickte, dass er fünf Handwerker am 8. Jänner 1408 wegen versuchter Meuterei enthaupten liess. Diese etwas voreilige Strenge des Bürgermeisters wurde von Manchen als ein Racheakt politischer Parteileidenschaften ausgelegt und namentlich von Herzog Leopold übel aufgenommen, der inzwischen unter Mitwirkung der stände mit seinem Bruder Ernst einen Friedensvertrag geschlossen hatte, in welchem Leopolds Recht der Vormundschaft aufrecht erhalten wurde. – In der Politik gaben jederzeit die vollbrachten Thatsachen den Ausschlag. Dies sollte auch der wackere Bürgermeister Konrad Vorlauf empfinden.

Am 9. April 1408 berief Herzog Leopold Abgeordnete der Stadt Wien nach St. Pölten. Dieser Aufforderung war der Bürgermeister Konrad Vorlauf mit fünf Räthen gefolgt. Wahrscheinlich handelte es sich um Beitragsleistungen der Stadt zu den Geldbedürfnissen der herzoglichen Kammer; vielleicht verweigerten die Deputirten die Geldforderung Leopolds - beides ist unbekannt. Gewiss ist nur, dass die Abgeordneten auf dem Rückwege von St. Pölten nach Wien – trotz des erhaltenen Geleitsbriefes – von Parteigängern des Herzogs überfallen und gefangen gesetzt worden.

Es war am Palmtage 1408 – die Reisenden passierten eben die waldigen Höhen des Riederberges in der Nähe von Gablitz – als plötzlich geharnischte

1) Schlager: Wiener Skizzen aus dem Mittelalter, II. 1836, p. 105.

Männer über sie herfielen, an der Spitze ein Hans Ritter von Laun. Einige der Rathsherrn setzten sich zur Wehr und wurden verwundet, einer – Namens Niclas Fluschhart, ein junger angesehener Bürger aus Wien – wurde getödtet. Einige entkamen durch die Flucht, drei aber wurden gebunden und in die Gefangenschaft fortgeschleppt, nämlich die Rähte Hans Rock, Niclas unterm Himmel und der Bürgermeister Konrad Vorlauf.   1)

Man brachte die Gefangenen zuerst nach Kogel,   2) jener waldumkränzten, abgelegenen Veste, deren Schicksale uns heute beschäftigen. Dort schmachteten die armen Gefangenen und harrten in banger Ungewissheit des ihnen bevorstehenden Looses. In jener Zeit des wiedererwachenden Raubrittertums und der adeligen Privatfehden war die gewaltsame Habhaftmachung (dazumal gebrauchte man dafür den technischen Ausdruck „schanzen“) unliebsamer Gegner gar nichts Seltenes, ja diese fand oft nur statt, um Repressalien auf eigene Faust auszuüben oder (beiläufig wie heutzutage noch in Sicilien) Gelderpressungen für die eventuelle Befreiung aus der unfreiwilligen Haft zu versuchen.

Ein ähnliches Verhältnis obwaltete hier zwischen dem Hans Ritter von Laun und dem Bürgermeister der Stadt Wien. Herzog Leopold hatte nämlich in der Versammlung zu St. Pölten den Stadtrath von Wien von dem Erlage eines Anschlages von 8000 Pfund Pfennige zu Gunsten einer Forderung des besagten Hans Ritter von Laun enthoben und letzterer war somit der Gläubiger der Stadt Wien geworden. Wahrscheinlich weigerten sich die Wiener Abgeordneten den erwähnten Anschlag zu übernemen und Hans Laun – alle juridischen Bedenken beiseite setzend – nam sie gefangen, um sich durch einen Akt der Erpressung wenigsten teilweise jene Deckung zu sichern. Er vesprach dem gefangenen Bürgermeister auf der Veste Kogel die Befreiung gegen ein Lösegeld von 200 Pfund Pfennigen (2000 fl.) und Unterschreibung einer sogenannten Urfehde, dass er sich an ihm (dem Ritter) uns seinen Helfern nicht rächen wolle. In Erwägung, dass die Freiheit ein kostbares Gut ist, stellte der Bürgermeister von Wien für sich und seine gefangenen Kollegen einen Revers aus, in welchem er friedlich und williglich für sich und seine Erben gelobte, dass er dem Hans dem Laun und all´ seinen Freunden und Helfern keine Feindschaft, Unwillen, noch keinerlei Schaden zuziehen solle und wolle.   3)

Nun durften die Gefangenen Kogel verlassen, doch wurden sie noch nicht in Freiheit gesetzt, sondern auf dem Umwege über die Veste Kreuzenstein (bei Korneuburg) nach der Veste Ternberg (bei Wiener-Neustadt) geschleppt. Erst am 20. Juni 1408 (es war der Frohnleichnamstag) erhielten sie durch Vermittlung des Herzogs Ernst die Freiheit und kehrten nach Wien zurück. Doch nicht lange genossen sie die Freude, sich wieder innerhalb der Mauern Wiens zu befinden. Die Anhänger Leopolds erhoben einen neuen Aufstand; der Bürgermeister mit zwei Räthen wurde unerwartet gefangen genommen und vier Tage später – am

                                        

1) Nach der Erzählung des Thomas Ebendorfer de Haselbach, Chronicon Austriacum libris V. compehensum, bei Hieron. Pez. Scriptores rerum Austriacarum. Tom. II. 834.

2) „ducti sund ad castrum Chogell prope sylvam.“ Damals gehörte die Veste dem Ritter Sebekh. (Schlager, a.a.O.V. 1846, S. 93.)

3) Ausstellungsort Kogel 1408 (Juni?). Originalbrief des Hans Laun an den Stadtrath von Wien von wegen etlicher Bürger, die er gefangen und geschänzt hat, im Archive der Stadt Wien. Das Grabdenkmal des Hans Ritter von Laun befindet sich in der ehemaligen Stiftskirche zu Baumgartenberg in Oberösterreich.

                                        

11. Juli 6 Uhr Morgens – am Schweinemarkt (jetzigem Bürgerspitalsplatz) hingerichtet.   1) So endete der wackere Bürgermeister Konrad Vorlauf als ein bedauernswertes Opfer politischer Parteikämpfe. In neuerer Zeit hat man sein tragisches Schicksal dramatisch bearbeitet – mit welchem Erfolge ist mir unbekannt.

In Kogel hat sich die Erinnerung an die Erlebnisse des Wiener Bürgemeisters als Volkssage bis auf den heutigen Tag – mit einigen Modifikationen – erhalten. Die Volkspoesie geht aber ihre eigenen Wege und kümmert sich nicht um urkundliche Belege; sie erzählt nämlich Folgendes: Irgend ein Ritter habe eine holde Schöne aus Wien entführt und wollte sie nach der Veste Kogel bringen. Als der ehrsame Bürgermeister von Wien davon Kunde erhielt, setzte er mit Bewaffneten dem losen Räuber der Unschuld nach und auf dem Riederberg kam es zu einem Gefecht. Doch in Folge eines Misverständnisses wurde nicht die Unschuld befreit, sondern der Bürgermeister in höchst eigener Person gefangen genommen und auf die Veste Kogel gebracht. (Der österreichische Humor ist auch in dieser Volkssage nicht zu verkennen.)
[Abschrift siehe im Register C 7.]

Ueber die weiteren Schicksale der Veste Kogel und des am Fuße derselben liegenden Dörfchens gleichen Namens ist weiter wenig Geschichtliches zu melden. Der Tradition zufolge ist der Ort zweimal gänzlich ausgestorben; einmal zur Zeit der Türkeninvasion, das andere Mal zur Pestzeit. Nur eine einzige etwas täppische Weibsperson kam mit dem Leben davon. – Die Veste Kogel kam in den Besitz der benachbarten Herrschaft Rappoltenkirchen, zu welcher sie noch heute gehört.   2) Je mehr das Schloss Rappoltenkirchen sich erhob, desto mehr sank die alte Bergveste Kogel. Unbewohnt und verlassen, wurde sie frühzeitig zur Ruine. Nach einem Ausweise vom Jahre 1560 trug das „Ambt am Khogll“ von gestifteten und behausten Gütern „truckhen“ 7 π, 3ß, 4z Gülte.   3) Dreissig Jahre später (1594) wird die Veste Kogel bereits als eine „Oede“ bezeichnet.   4) Dass die Veste Kogel mit dem Besitz der Herrschaft Rappoltenkirchen verbunden war, beweist eine Urkunde vom Jahre 1627, in welcher die Gebrüder Adam, Seyfried und Sigmund von Mallendin den Verordneten der löblichen Landschaft Oesterreich unter der Enns anzeigen, dass sie verkauft haben ihr erblich angefallenes Gut Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen sammt dem öden freien Edelmannsitz „Purkstall zum Khogel“, Aylandstorff und Eysenpruck, an Bernhard Freiherrn von Questenberg.   5)

Im vorigen Jahrhundert standen noch die Mauern der ehemaligen Veste Kogel. Doch auch diese verschwanden. Das bairische Stift Baumburg erbaute 1763 zu Kogel eine Kirche samt Pfarrhof, und liess die dazu nötigen Steine von der öden Veste brechen. Bei Gelegenheit der neuen Pfarrerrichtung unter Kaiser Josef II. wurde Kogel zu einer Lokalie erhoben, gieng aber bald wieder ein; nur Schule und Friedhof ist daselbst geblieben; seelsorgerlich gehört Kogel zu

                                        

1) Weiss, Geschichte der Stadt Wien, 1872. S. 103

2) Siehe Anhang IV.

3) Gültbuch von Rappoltenkirchen (Landesarchiv.)

4) „…. Sambt dem Oeden Purgstall zum Kogel, so vormalls gliecher massen Ein Edlmannsicz gewesen, Aber nun alle gült vndt guetter desselben öden Sicz zu Vesten Rappoltenkirchen einverleibt worden sein.“ Urbarium, Ain Kauffs-Anschlag vnnd lautere Verzaichnuss über die Vesten Rappoltenkirchen mit Ihrer ein vnnd Zugehörung. ddto. 9. Sept. 1594 (Blätter f. Landeskunde in Niederösterr. Der Wildbann in Niederösterr. 1873. S. 1.)
Online-Link zum Original.
Abschrift siehe im Register C11.
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 4.7.2024: Zitiert auch in: Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt VII. Band, 1903, Beiträge zur Geschichte der Pfarre Rappoltenkirchen.

5) Landesarchiv

Rappoltenkirchen. Die Herrschaft Rappoltenkirchen verlangte und erhielt die Ablösungssumme von 14 fl. aus dem Religionsfonde, weil Pfarrhof und Keller zu Kogel auf herrschaftlichem Grunde gebaut waren, und dieses Reluitionsquantum (wie es im Regierungsdekrete hieß) nicht übertrieben ist.   1)

So wenig ist es, meine Herren, was ich Ihnen über die alte Veste Kogel bieten kann. Ein Schelm, der mehr giebt als er hat. Mich soll es freuen, wenn ein anderer Urkundenpionnier mehr findet, als mir bisher zu finden gelungen ist. Inzwischen lade ich Sie ein, das idyllische Kogelthal bei Rappoltenkirchen einmal zu besuchen; es wird Sie gewiss nicht reuen und ist von der Station Pressbaum oder Rekawinkel aus in anderthalb Stunden durch einen prachtvollen Waldweg leicht zu erreichen. Es kommen wol im Sommer manchmal Sonntagsfrischler in das stille Thal hinab, aber so viel ich hörte, kümmern sie sich mehr um Küche und Keller, als um die alte Veste. Um so ehrenvoller sind die Ausnahmen, und von einer solchen will ich zum Schlusse noch erzälen, zumal sich eine nette, aber wahre Anekdote daran knüpft.

Der alte Erzherzog Ludwig, Bruder des sel. Kaisers Franz, besass den sogenannten Reichersbergerhof im kleinen Dorfe Weinzierl bei Ried. Dort brachte er in gänzlicher Abgeschlossenheit glückliche Stunden und Tage zu, und es war ihm nichts lieber, als wenn er ungekannt die Abhänge des Wienerwaldes durchstreifen und so Land und Leute näher kennen lernen konnte. Wie schlicht und einfach seine Erscheinung und sein Benemen war, geht schon daraus hervor, dass man ihn kurzweg „den guten alten Herrn“ nannte. – Einst besuchte er, es war am 27. Juni 1834, die alte Veste Kogel und den hinter prachtvollen Laubholzwaldungen versteckten Buchberg (den ich nebenbei sowol den Touristen als historischen Forschern empfehlen möchte; denn es giebt nicht leicht eine herrliche Fernsicht in der Nähe Wiens, und das alte „Burgstall“ bei dem nahen Johannesberg mit dem Maidhof – dem ehemaligen Schlosse der Ritter von Hagenau – birgt eine Menge historischer Mysterien, die heutzutage noch nicht gelüftet sind). Als der Erzherzog in seine Villa – den Reichersbergerhof – zurück kam, fand er alles verschlossen. Niemand war zu sehen als eine Stallmagd. Als diese des hohen Herrn ansichtig wurde, sprach sie in ihrer naiven Weise:
O je, Sö sein da? Und der gnädige Herr (Verwalter) und die gnädige Frau sind ausgefahren!“
„Macht nichts“, erwiderte lächelnd der Erzherzog. „Du wirst die Schlüssel zu meinen Zimmern wissen?“
Die Magd antwortete: „Ja, gehen´s nur dorthin, das Stubenmädl von der gnädigen Frau wird Ihnen schon den Schlüssel geben.“
Höchlich amüsirt befolgte der erlauchte Herr die empfangene Weisung und gelangte so in seine Appartements, um sich ernsten Staatsgeschäften zu widmen.

Folgen Sie, meine Herren, einem so erlauchten Beispiele und besuchen Sie bald den Buchberg mit dem Burgstall und die alte Veste Kogel.

1) ddto. Wien, 1787 (Landesarchiv)

Veröffentlicht am 30.7.2025    

C 13   1880, Blätter des Vereines für Landeskunde für Niederösterreich: Anhang IV Die Besitzer von Rappoltenkirchen, Veste Kogel; Recherche Ritter Hans von Laun

ANHANG.

IV. 

Chronologische Reihenfolge der Besitzer von Rappoltenkirchen, respective
der Veste Kogel.   2) 

1353      Friedrich von Kreisbach durch Kauf von Josef von Dobra.
1371      Wilk von Kreisbach
1415      Die Herren von Toppel.
1468      Bernhard Seebeck.
1503      Andreas von Lappitz durch Kauf.
1531      Joachim von Lappitz
1542      Cornelius von Lappitz
1559      Georg Bascio von Wassmayer durch Kauf von seinem Schwager Cornelius von Lappitz.
1572      Carl Bascio von Wassmayer von seinem Vater Georg.
1580      Franz Freiherr von Prösing durch Kauf vom Curator der Kinder des Vorigen Albert von Sachwitz.
1596      Heinrich von Oedt durch Kauf.
1603      Sigmund von Mallendein als Gerhab des Johann Bernhard von Oedt.
1629      Adam, Seyfried und Sigmund von Mallendein von ihrem Vater Sigmund.
1630      Gerhard Freiherr von Questenberg durch Kauf.
1677      Johann Anton Freiherr von Questenberg von seinem Vater Gerhard.
1701      Johann Adam Freiherr von Questenberg von seinem Vater Johann Anton.
1740      Johann Ferdinand Graf von Kuefstein durch Kauf.
1777      Johann Ferdinand Graf von Kuefstein von seinem Vater Johann Ferdinand.
1821      Franz Joseph Fürst von Dietrichstein durch Kauf von Johann Ferdinand Graf von Kuefstein
1821      Georg Simon Sina de Hodos & Kizdia durch Kauf von Fürst Dietrichstein.
1857      Simon Freiherr von Sina.
1876      Iphigenia Freiin von Sina, Witwe nach Sr. Excellenz dem Freiherrn Simon von Sina.

[Anmerkung Nr.] 2. Wisgrill, Adelslexikon. II. 269.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 7.7.2024:
Laut einer Google-Bücher Recherche (nur Auszugsansicht) war der Vortrag von Dr. Kerschbaumer am 9. Jänner 1880.
Quelle: Volks-Bildungs-Blätter. Zeitschrift zur Förderung allgemeiner…


Recherche zu „Ritter Hans von Laun“, 2.8.2024:

In „Geschichte der Stadt Wien und ihrer Kultur“, Richard Kralik, 2016 (Urheberrechtlich geschütztes Material, Nachdruck des Originals von 1933): Ritter Hans Laun von Grünau (Seite 100, auch die Geschichte um Vorlauf). Auf Seite 101 ein Bild „Bürgermeister Vorlauf. Skulptur in St. Stephan.“ 

Online LINK 

Quelle: Jahrbuch des heraldisch-genealogischen Vereines Adler in Wien, III. Jahrgang. 1876.
Kapitel: Angerfelder des Rates. 1392 – 1487.

Ab Seite 183 (PDF-Seite 224):

Auch hier wird die Geschichte von Vorlauf erzählt. Von Rudolf Angerfelder (kommt in den Abschriften öfters vor) ist sein Contrasiegel 1396 abgebildet. Hier wird angegeben „Ritter Hans v. Laun“.
Online LINK

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 31.8.2024:
Recherche zu Wisgrill - Online-LINK Franz Karl Wißgrill – Wikipedia
Hier sind unter „Werke“ Links zu den fünf digitalisierten Bänden. Zur obigen Anmerkung 2, Wisgrill, Adelslexikon . II. 269 [Jahr 1795] steht:
„Johann der Schenk von Dobra hat die Veste Rappotenkirchen und das Amt zu Ried dem Friedrich Chreußpeckhn von Creußbach 1353 um 1300 Pfund Pfenning verkauft, dazu Herzog Rudolph zu Oesterreich am Montag vor Mathäus Tag 1353 den Konsens erhteilet hat. (K. K. Hoff. Archiv).“

Weitere Abschriften (4.9.2024) aus „Schauplatz des landsässigen Nieder-Oesterreichischen Adels vom Herren- und Ritterstande von dem XI. Jahrhundert an, bis auf jetzige Zeiten. Abgefasset von Franz Karl Wißgrill, k. k. Hof-Sekretär.“

[Die Texte wurden aus dem PDF kopiert und auf Richtigkeit kontrolliert. Stellenweise ist die Druckqualität schlecht und es kann nicht garantiert werden, dass die Abschrift aus der Frakturschrift zu 100 % korrekt ist.]

Erster Band, Wien, 1794, Seite 306 – 307:

Bascio , zu Rapoltenkirchen.

Johann Baptist Bascio, sonst von Wassayer , theils Bassayer, genannt, Ritter Standes , und ein Rechtsgelehrter , war Zeuge des Baron von Oedtischen Mscr. de Statu Regiminis Inf. Auftriae, in Kärnten an den venetianischen Confinien gebohren, K. Ferdinands I. N. Oe. Regierungsrath, in welchem Raths Gremio er von Ao. 1544 bis 1557 beharrte; wurde den 13. Oktober Ao. 1554 von Kaiser Ferdinand mit dem Reichs Ritterstand, vermehrten Wappen, und Lehen begnadet. Sein Sohn

Georg Bascio von Wassayer, Herr zu Rappoltenkirchen, nahm um das Jahr 1547 Margarethen von Lappiz, eine Tochter Herrn Johann von Lappiz zu Seisseneck und Zeilern , und Clara Torquata Gräfin von Corbau zur Ehe, er brachte von seinem Schwager Cornelius von Lappiz die Herrschaft Rapoltenkirchen V. O. W. W. an sich, laut Einlage Ao. 1568

Cornelius Bascio, (vielleicht des vorigen Sohn) zahlte im Jahr 1572 wegen Rapoltenkirchen die Hausgült und Leibsteuer. Seiner des Cornelii Bascio von Wassayer nachgelassenen Kinder Curator Albrecht von Sachwiz hat laut Kaufbrief de dato 10. November 1580 vor dem Landmarschalls Gericht die Veste und Herrschaft Rapoltenkirchen Herrn Franz von Prösing Freyherrn verkauft.

Friedeshaim meldet, die Bascio oder Bassayer seyen im Jahr 1579 an Mannssprossen abgegangen.

Ihr Wappen ist ein gevierter oder quadrirter Schild, dessen erstes und viertes Feld ist über Quer mitten getheilt, die obere Hälfte goldener die untere Hälfte rother Grund, mit einem zum Flug sich schwingenden Adler belegt, deffen oberer Leib im goldenen Grund roth , der untere Leib aber im rothen Grund von Gold ist. Das zweyte und dritte silberne Feld zeiget ein rothes Wames (eine Gattung eines kurzen Weiberkleides) mit links herabhangenden, rechts aber nach Quer ausgestreckten kurzen Ermeln. Auf dem Wappenschild find zwey gekrönte offene Helme: auf dem vorderen steht der oben rothe, unten goldene Adler sich zum Flug schwingend. Auf dem andern Helm, zur linken aber ist ein silberner Adlerflügel aufgestellt, woran drey schwarze Löwenköpfe mit offenen Rachen und ausgeschlagenen rothen Zungen, oben zwey nebeneinander, und unten einer gehäftet sind. Die Helmbecke ist zur rechten Seite Gold und roth, zur linken Silber und schwarz.

Fünfter Band, Wien 1804, Seite 310-311 (PDF Seite 357-358):

II. Johann Ferdinand des b. r. Reichs Graf von Kueffstein, Freyherr zu Greillenstein und Hochenfräen , Majoratsherr und Herr der Herrschaften Hochenfräen , Greillenstein, Feinfeld, Schaunstein, Agelstorf, Burgschleiniz, Rappoltenkirchen, Zagging, Viehhofen in N. Oe., dann Retschiz, Druhof, Plesch, Wrzesua, Sahorzi , Mieschig in Böhmen, Obrister Erbland. Silberkämmerer in Oesterreich unter und ob der Enns, gebohren den 26. März 1686, f. f. Kämmerer, wirkl. geh. Rath und Statthalter der N. Oen. Lande, war 1714 N. Oer. Regimentsrath, bereits 1720 aber kais. Reichs-Hofrath; als solcher war er 1724 kais. Kommissarius bey der Bischofswahl zu Lüttich, hernach 1726 und durch mehrere Jahre kaif. Minister bey den vorliegenden Schwäbischen und Rheinischen Reichs-Kreisen. Die Herrschaft Hochenkräen in Schwaben, welche er von seinen Brüdern übernommen, erhob Kaiser Karl VI. zu einer Baronie, und befreyte sie von der Oesterreichischen Lehenschaft; er wurde darauf mit solcher dem Schwäbischen Reichs-Kreise einverleibet, und nach einer zum Kreise erlegten Summe Geldes im Jahr 1737 sammt seiner Nachkommenschaft in das Schwäbische Reichsgrafen Kollegium aufgenommen. In Oesterreich, wo er nach seines Bruders Johann Leopold's Ableiben als Senior 1745 das Majorat Greillenstein angetretten, vermehrte er das Fideikommis mit den angekauften Herrschaften Rappoltenkirchen, Zagging und Viehofen im V. O. W. W. Im Jahr 1735 wurde er Oesterreichischer Hof Vizekanzler, und der reservirten k. k. Hofkasse Direktor, endlich den 29. Dezember 1746 als Statthalter der N. Oen. Regierung resolvirt; im October 1749 refignirte er aber seine Staatdienste, lebte hernach meistens auf seinen Gütern, und starb den 12. April 1755 zu Wien. Seine Gemahlin war Maria Anna Gräfin von Breuner, Maximilian Ludwig Grafens von Breuner, und Maximilianen Christinen Gräfia von Portia Tochter, Str. Kr. Ord. Dame, gebohren den 30. März 1691, vermählt den 27. Jäner 1718; sie starb als Wittwe zu Wien den 31. Mai 1766. Von ihnen enstammten nebst etlichen sehr jung verblichenen Kindern der Sohn […]

Johann Ferdinand des h. r. Reichs Graf von Kueffstein , Freyherr zu Greillenstein , jeziger Majorat- und Erbherr der Herrschaften Greillenstein, Feinfeld, Burgschleinitz, Rappoltenkirchen, Zagging, Viehofen, Retschitz, Druhof, Mieschiz, Plesch zc., Obrister Erbland-Silberkämmerer in Oesterreich unter und ob der Enns, gebohren den 18. October 1752, k. k. Kämmerer und wirkl. Hofrath, wie auch k. k. Hof- und Kammer-Musik-Direktor oder Hof-Musik-Graf, war vormals Stadthauptmann in Wien, N. Oer. Regierungs-Rath, hernach provisorisch angestellter Vizepräsident der N. Oen. Landesregierung. Er hatte zur Gemahlin Maria Theresia Gräfin von Colloredo, des Franz de Paula Grafens von Colloredo k. k. geh. Raths, Staats- Conferenz- und geheimen Cabinets-Ministers, und Marien Eleonoren Gräfin von Würbn Tochter, gebohren den 17. Februar 1763, Sir. Kr. Ord. Dame, vermählt den 29. Jäner 1781; sie wurde in ihrer Ehe Mutter von vier Kindern, starb den 14. März 1800, und ward zu Greillenstein in der Familien-Gruft beygesetzet. Zwey Söhne sind in der Kindheit verstorben; noch leben aber […]

Seiten 437, 438 (PDF Seiten 492 und 493):

Wolfgang, Hanns und Ulrich von Lappitz Gebrüder wurden von dem Abbte zu ???ck 1506 über den Edelsitz und Hof zu Chursarn belehnet. ( Philib. Hueber Auſtria. ) Sie erschienen sämmtlich auf dem Landtag zu Krems au St.Michaelis Tag 1508; ferner Hanns und Wolfgang auf dem Landtag zu Wien Montags nach Martini 1524 unter der Ritterschaft. ( Fischerberg. ) Hanns von Lappitz zu Seisseneck, Ulrich von Lappik zu Leibn und Weideneck, und Joachim, Wolfgang's seel. von Lappitz Sohn Herr zu Rappoltenkirchen empftengen den 30. May 1531 mehrmal den Edelfitz Chuefarn vom Abbte zu Mölck zu Lehen. (Philibert Hueber. ) […]

Cornelius von Lappitz Herr zu Seisseneck, Zeillern und Rapoltenkirchen, Ritter, war K. Ferdinand's Rath, der Ni. Oestr. Landschaft. Kaitherr 1547, sodann vom Jahr 1556 Verordneter Ritterstandes, der vierte Sohn des obigen Hanns von Lappitz und Claren Gräfin von Corbau, welchem Kaiser Ferdinand I. als Erzherzog zu Oesterreich de dato 22. Juni 1562 für 2000 Gulden Rheinisch, die er der Edel Corneli von Lappitz Seiner Kaiserlichen Majestät zu der fürgewesten Römischen Königs Krönung ganz frey und bereitwilligst vorgestrecket , das Amt Ried enthalb dem Wiener Wald sammt Kirchenlehen, Vogtey, Zehend und aller Zugehör verkauft hat; von welcher Zeit an Ried der Herrschaft Rappoltenkirchen einverleibt ist. ( K. K. Hofk. Archiv. ) Er hat, wie er es mit eigener Hand in sein Hauspostill geschriebener hinterlassen, seine erste Hausfrau Margaretha von Scherfsenberg, Hannsen von Scherffenberg, und Christinen von Entzing Tochter im Jahr 1549 geehelichet , und zu Enns in der Herren Faschnacht mit ihr Hochzeit gehalten, die ihm gebohren hat […] Zweite Hausfrau […] Cornelius von Lappitz starb den 22. October 1567, wie es eben sein Grabstein und Epitaphium in der Kirche zu Zeillern bewahret, [Beschreibung Inschrift Grabstein]

 

Seite 441 (PDF-Seite 496):

Rudolph von Latzberg Ritter wird als Zeuge angeführet in einem Kaufbrief, da sein Oheim Herr Johann Albrecht der Schenk von Ried verschiedene Güter und Gülten zu Nußdorf, Grinzing, Sifring ??. Ao. 1397 Herrn Ulrichen von Walsee verkaufte. ( Arch. Statuum num. 1412.)

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 14   1882, Geschichte der Stadt Wien

Hier gelangen Sie zum Original - LINK.

Von Karl Weiß, Archiv- und Bibliothek-Direktor der Stadt Wien.
Erster Band, zweite umgearbeitete Auflage.

Seiten 199 – 203:

Bald darauf verbreitete sich im ganzen Lande, von beiden Parteien angefacht, die leidenschaftliche Agitation. Während auf der Seite des Herzogs Ernst diei meisten Landesherren und Klöster standen, hielten zu Herzog Leopold IV. die Mehrzahl der Ritter. Im Monat December 1407 brach einer der schrecklichsten Bürgerkriege im Lande los. Fast kein Schloss, keine Stadt, kein Kloster war sicher vor Überfällen, Brandschatzungen und Grausamkeiten. Freischaren, unterstützt von mährischen Räuberbanden, durchzogen das Land; Recht und Gesetz ruhten.

Auch in Wien standen sich zwei Parteien schroff gegenüber. Der Stadtrath, die Klöster mit Ausnahme der Schotten und die Studenten hielten zu Herzog Ernst; die kleineren Bürger und die Handwerker zu Herzog Leopold IV. Mit dem Stadtrath war H. Leopold IV. gleich nach dem Antritte seiner Vormundschaft in Spannung gerathen. Am 6. November 1406 brach nämlich im Judenviertel ein verheerendes Feuer aus; die Bewohner voll Angst und Furcht flüchteten sich mit Zurücklassung ihrer Habe. Dies benützten viele aus den unteren Volksclassen und plünderten die Häuser der Juden. Als Bürgermeister Vorlauf und der Stadtrath auf die Rückstellung der Wertsachen drang, fand er bei den Räthen des Herzogs keine Unterstützung. Später, als es galt, Ansprüche gegenüber den Zünften geltend zu machen, stand der Hansgraf auf der Seite der letzteren. Bezüglich des herzoglichen Schatzes, der unangetastet bleiben sollte, beschuldigten die Bürger die Dienstleute des Herzogs Leopold IV., dass durch diese Silbergeräthe und Schmuck abhanden gekommen sei.

Noch größer wurde die feindliche Stimmung nach dem mißglückten Feldzuge gegen die Mährer und nach dem unglücklichen Friedensschlusse, welcher neue Steuern zur Bestreitung der Kriegsentschädigung an den Markgrafen von Mähren nach sich zog. Die Universität wollte sich anfangs neutral verhalten, weil sie sich durch eine andere Angelegenheit gegenüber den Herzogen in einer schwierigen Lage befand. Herzog Friedrich IV. von Tirol war nämlich mit Georg von Liechtenstein,, Bischof von Trient, angeblich wegen Nichteinhaltung von Verträgen, in Streit gerathen, hatte denselben seines Bisthums enthoben und nach Wien gesandt, damit er hier von seinem Bruder gefangen gehalten werde. Die Folge war, dass die Stadt von ihm mit dem Interdicte belegt, der öffentliche Gottesdienst eingestellt und keine Glocken geläutet wurden. Bischof Georg wandte sich im October 1407 an die Universität, damit diese von den Herzogen Leopold IV. und Friedrich IV. seine Freilassung erwirke. Erst als letztere darauf nicht eingingen, nahm die Universität Stellung und ergriff die Partei des H. Ernst, nachdem sie sich versichert hatte, dass er ihre Privilegien schützen wolle.

An der Spitze der Gemeinde stand damals als Bürgermeister Konrad Vorlauf, einer nicht sehr begüterten Bürgersfamilie angehörend, die erst in der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts emporkam. Das Amt eines Stadtrichters bekleidete Albrecht Zetter, jenes eines Judenrichters und Mitgliedes des inneren Rathes Hans Rock. Außerdem saßen im inneren Rath Konrad Rampersdorfer, Paul Würfel, Andreas vom Petersfreithof, Meinhart, der Pfeilschnitzer, Hans Mertinger, der Schützenmeister, Rudolf Angerfelder, Niklas Weispacher, Hans Ziernast, Paul Geyr, Paul Wagendrüssel, Friedrich Dörfner u.s.w. meist Männer, welche erst seit dem Stadtrecht vom Jahre 1396 auf die Leitung der Gemeinde-Angelegenheiten bestimmenden Einfluss nahmen.

Als anfangs Jänner 1408 Herzog Ernst Klosterneuburg und Herzog Leopold IV. Korneuburg mit ihren Heeren besetzten, letzterer in der Absicht, nach dem Zufrieren der Donau sich zuerst der Stadt Klosterneuburg und dann der Hauptstadt zu bemächtigen, beabsichtigten seine Anhänger in Wien einen Aufstand in Scene zu setzen, durch dessen Gelingen sie in die Lage kommen wollten, ihm die Thore der Hauptstadt zu öffnen. Angesichts der großen Gefahr, in welcher die Bürger schwebten, ließ Bürgermeister Vorlauf im Auftrag des Stadtrathes die gefährlichsten Anstifter, einen Krämer, einen Schuster, einen Gürtler, einen Waffenschmied und einen Riemer, am 5. Jänner 1408 verhaften und auf dem Hohen Markt hinrichten, damit durch eine Exemplification anderen Meuterern die Luft zu einem Aufstandsversuch vergieng.

Diese Strenge Vorlauf’s rief unter den Anhängern des H. Leopold IV. eine um so größere Erbitterung hervor, als wenige Tage später Abgeordnete der Landherren, der Geistlichkeit, der Ritter und Städte beider Parteien, durch das über das Land hereingebrochene unsägliche Elend angeregt, in Korneuburg zusammentraten, am 14. Jänner 1408 einen Waffenstillstand zustande brachten und die Verabechung trafen, dass sich die beiden Herzoge über die Ursache des Bürgerkrieges in einer in der Hofburg stattfindenden gemeinschaftlichen Berathung ausgleichen sollten. Nicht ohne Grund frug man sich, wozu solche Strenge gegen Angehörige der Stadt nothwendig war, nachdem sich die Häupter der Parteien selbst die Hand zur Versöhnung geboten hatten.

Bevor Herzog Leopold IV. die Hauptstadt betrat, forderte er vom Stadtrathe, dass ein Stück Stadtmauer niedergerissen und die Holzbalken, mit denen einige Straßen abgeschlossen waren, entfernt würden, eine Forderung, die sich wahrscheinlich auf den ältesten Stadttheil zwischen dem Graben, dem tiefen Graben und dem Stephanszplatz, den Sitz der meisten Erbbürger, der Gerichts- und Gemeindebehörden und des ganzen Verkehrs bezog, worauf aber der Stadtrath nicht eingieng. Dadurch erhielt der Groll des Herzogs, und zwar nicht blos gegen den Bürgermeister und den Stadtrath, sondern auch gegen Herzog Ernst neue Nahrung, weil er in seiner Forderung bei letzterem keine Unterstützung fand. Beide Herzoge erweilten hier durch mehrere Wochen. Trotz der Bemühungen der Stände kam ein Ausgleich nicht zustande und die Herzoge trennten sich in alter feindseliger Stimmung. H. Leopold IV. begab sich nach Wiener-Neustadt,, H. Ernst nach Graz. Gleichzeitig erneuerten sich die Fehden im ganzen Lande zwischen ihren Anhängern.

Um seinen großen Geldverpflichtungen nachzukommen, verhielt Herzog Leopold IV. sowohl die Geistlichkeit als die Bürger zu einer außerordentlichen hohen Beitragsleistung; außerdem wollte er den Stadtrath wegen der an den fünf Handwerkern vollzogenen Todesstrafe zur Verantwortung ziehen. Eine in Wiener-Neustadt erschienene Deputation, welche in beiden Angelegenheiten mit dem Herzog verhandeln wollte, fand dort eine sehr unfreundliche Aufnahme. Über Aufforderung des Herzoges begab sich eine zweite Deputation nach St. Pölten, die aus dem Bürgermeister Vorlauf und den Mitgliedern des inneren und äußeren Rathes Rudolf Angerfelder, Hans Rock, Stephan Poll, Friedrich Dorfner, Wilhelm Schädnitzer, Niklas Flusshart und Niklas Untermhimmel bestand. Konrad Rampersdorfer blieb als Stellvertreter des Bürgermeisters in Wien zurück. Die Deputation war anfangs April 1408 in St. Pölten eingetroffen. Ob oder welchen Erfolg die Verhandlung hatte, darüber schweigen die Berichte. Nach Wien zurückkehrend, wurden sie am Palmsonntag den 8. April 1408 bei Gablitz im Wienerwald von Hans Ritter von Laun, von Grünau, Burkhard dem Truchsess und anderen Genossen, Parteigängern des Herzogs Leopold IV., wegen unbefriedigter Geldforderungen angefallen. Es entspann sich ein Kampf, in dem der Bürger Niklas Flusshart sein Leben verlor. Die übrigen Stadträthe sammt dem Bürgermeister geriethen in Gefangenschaft und wurden zuerst in die dem Ritter von Seebeck gehörige Feste Kogel zwischen Gablitz und Sieghartskirchen, später nach Kreuzenstein und Ternberg gebracht. Handelte es sich auch, wie aus den noch vorhandenen Documenten hervorgeht, um eine Privatfehde, so ist es immerhin für die damaligen politischen und Rechtszustände bezeichnend, dass der Herzog die Ermordung eines Rathsmitgliedes und die Gefangennehmung der übrigen Stadträthe ruhig geschehen ließ. Erst nach Erlag eines Lösegeldes von 2000 Pfund Wiener Pfennige wurden letztere befreit und trafen am 20. Juni 1408 in Wien wieder ein.

Aus ihrer Gefangenschaft zurückgekehrt, fanden Vorlauf und seine Genossen wesentlich veränderte Verhältnisse. Die Herzoge hatten sich in Bezug auf die egelung der Vormundschaft dem Ausspruche eines zu Krems versammelten Schiedsgerichtes, bestehend aus je zehn Mitgliedern beider Parteien der Stände, unterworfen. Die Bürger und Handwerker waren unzufrieden über die ihnen auferlegten Steuern, worunter auch eine außerordentliche Weinsteuer war, und druch die jene am härtesten betroffen wurden, welche keinen Eigen-Weinbau hatten. Wie sollten sie die Steuern aufbringen! Waren doch die Schwankungen der Münzwerte derart, dass ausländische Kaufleute, wie jene von Augsburg, die Annahme von Bargeld verweigerten und die Waren nur gegen Bezug von Wein und Getreide austauschten.

In diese aufgeregten Tage fiel die Rückkehr Vorlauf’s und der übrigen Stadträhte, und es ist begreiflich, dass dieselbe vor Allem unter den Zünften, den Anhängern des H. Leopold IV., die an mehreren ihrer Genossen verübte Gewaltthat in lebhafte Erinnerung bringen musste. Der Gedanke, dass die Männer, welche in ihren Augen als unversöhnlich und leidenschaftlich galten, wieder an die Spitze des Stadtregimentes treten sollten, führte an öffentlichen Orten zu erregten Scenen. Zuerst verlangten sie vom Herzog Leopold IV. in einer Beschwerdeschrift die Wahl eines neuen Bürgermeisters und Stadtrathes. Nach der Entfernung Vorlauf’s und seiner Freunde von ihren Ämtern, zu Ende des Monats Juni, drangen sie auf strenge Bestrafung der Urheber der Hinrichtung der fünf Bürger. Auch dazu boten der Herzog und seine Kanzler bereitwillig die Hand, indem sie hiedurch ihren eigenen Rachedurst stillten und sich einiger ihrer einflussreichsten Gegner entledigten. Am 7. Juli 1408 wurden der frühere Bürgermeister Konrad Vorlauf und die ehemaligen Mitglieder des Stadtrathes Hans Rock, Konrad Rampersdorfer, Rudolf Angerfelder, Moßbrunner, ferners die Bürger Schrul und der ältere Stichl gefangen genommen und im Hause des Marschalls, in der sogenannten Joppe, eingesperrt. Vergebens baten die angesehensten Männer und Frauen der Stadt um Schonung der Gefangenen. Mittwoch den 11. Juli 1408 wurden Vorlauf, Rock und Rampersdorfer auf dem Schweinmarkt (Bürgerspitalplatz) hingerichtet; die anderen gestatte H. Herzog IV. sich ihre Freiheit mit Geld zu erkaufen.

Zuerst wollte der Henker, wie Thomas Ebendorfer, ein Zeitgenosse, erzählt, an Rampersdorfer den Spruch vollziehen. „Nicht so geziemt es sich!“ rief Konrad Vorlauf. „Ich war stets der Vorläufer der andern, wenn es die Vertheidigung der natürlichen Rechte des Herzogs galt; ich will Euch jetzt durch mein Beispiel zeigen, dass ich den Tod für die gerechte Sache nicht fürchte.“ Hieauf kniet er nieder, empfahl seine Seele Gott und wandte sich dann gefaßt an den Scharfrichter, der mit Thränen in den Augen zögerte, sein Amt zu verrichten. „Fürchte dich nicht und vollziehe was dir befohlen wurde; führe aber männlich den Streich.“ Bereitwillig bot Vorlauf dem Scharfrichter sein Haupt; ruhig und gefasst folgten ihm Rock und Rampersdorfer. – Bis nach Sonnenuntergang blieben die Leichen am Richtplatze; hierauf wurden sie von den Angehörigen auf den Stephansfreithof gebracht und in der Nähe des Platzes, worauf heute der unausgebaute Thurm sich erhebt, beerdigt. Noch jetzt erinnern zwei Gedenktafeln im Inneren des Domes an diese trauigen Opfer politischer Parteikkämpfe. [Beschreibung]

Seite 544 ff:

Anhang
Bürgermeister

In manchen Jahren sind auch zwei Namen angegeben. Konrad der Vorlauf scheint in den Jahren 1404, 1405, 1406, 1407 und 1408 auf.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 24.8.2024:
Am 1.8.2024 konnte ich aus Privatbesitz entnehmen, dass die Bürgermeister jährlich gewählt wurden.
Quelle: Jahrbuch des Vereines für Geschichte der Stadt Wien
Band 35 (1979)
Richard Perger: Der Wiener Rat von 1519 bis 1526

Seite 135:

1. Einleitung
Die auf landesfürstlichen Privilegien des 13. und 14. Jahrhunderts und auf Gewohnheitsrecht beruhende spätmittelalterliche Wiener Stadtverfassung sah als oberstes Organ der bürgerlichen Selbstverwaltung den Rat, zeitweise auch innerer Rat genannt, vor. Er bestand aus dem Bürgermeister, dem Stadtrichter und 18 Ratsherren und wurde jedes Jahr am St. Thomastag (21. Dezember) neu gewählt. Die Wahl des Bürgermeisters und der Ratsherren bedurfte der nachträglichen Bestätigung durch den Landesfürsten von Österreich in seiner Eigenschaft als Stadtherr; […]

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 15   1887, Mein Lebenslauf, Johann Gutscher

Mein Lebenslauf
niedergeschrieben
für meine Kinder und Bekannten.

Von Johann Gutscher, 1887
Im Selbstverlage

Seiten 35 bis 36:

VI.

Verbesserung der Wirthschaft und Vergrößerung des Geschäftes.

 

Noch eins muß ich anführen, nämlich die Urbarmachung des öden Schlossberges in Kogel. Bei einer Gemeindesitzung sagte ich einst: „Wenn die Gemeinde Kogel vor 40 Jahren die 80 Joch große Öde, die als bloße Viehweide dient, urbar gemacht hätte, und das Joch um 10 fl. verpachtete, so wäre das ein Einkommen von jährlichen 400 fl.“ Da Einige sagten, das wäre freilich recht gewesen, antwortete ich: „Die Gemeinde stirbt nicht aus, das kann sie heute noch thun.“ Obwohl einige Stimmen sich für die Erhaltung der Viehweide hören ließen, ging ich selbst an die Arbeit, nahm zwei Taglöhner, maß für jeden Besitzer 1 Joch in zwei Abtheilungen (eine bessere und eine schlechtere), setzte genau die Grenzpflöcke aus und nummerierte die einzelnen Loose. Manche lachten darüber. An einem Sonntage Nachmittags war auf dem Schlossberge Licitation, weil der Wind eine alte Eiche abgesprengt hatte. Nach der Licitation erklärte ich den Bauern meine Arbeit und ließ jeden ein Loos ziehen. Als sie sahen, daß Jeder 1 Joch Grund umsonst bekam, waren sie damit zufrieden. So wurde ein circa 40 Joch großer Grund urbar gemacht, der heute zu den besten Feldern von Kogel zählt. – Jetzt waren noch circa 40 Joch Öden, wo nicht eine Staude stand. Man erlaubte mir auf mein Ansuchen einen abseitigen Theil mit Waldpflanzen anzubauen – natürlich auf meine Kosten. Ich hatte Glück. Nach zwei Jahren stand eine Unzahl Pflanzen auf der früheren Öde, die ich versetzte, so daß jährlich ein Theil gebaut wurde. Jetzt steht dort der schönste Wald, an dem Alle Freude haben.

Quelle: Privatbesitz der Familie.

Eine vollständige Abschrift finden Sie auf der Gemeindehomepage unter Geschichte/Mein Lebenslauf, Johann Gutscher, 1887

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 16   1898, 1903: Topographie von NÖ V

Kopie einer Seite 293, Jahr unbekannt.
Handschriftlicher Vermerk „Topographie von NÖ V

Anmerkung 1 Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 23.6.2024:
Laut Dobersberger, Heimatbuch Sieghartskirchen, 2001 – Anmerkung Nr. 153: Die Topographie stammt aus dem Jahr 1903.

Anmerkung 2 Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 3.7.2024:
Laut Pfarrchronik, Seite 106 ist das Ausgabejahr 1898! Der Inhalt ist nahezu ident. Abweichungen in der Abschrift in der Pfarrchronik sind in eckiger Klammer gesetzt.

Kogel, Dorf, K.- und D.-G., Pfarre Rappoltenkirchen, Post Sieghartskirchen, G.-B. und B.-H. Tulln. (O.W.W.)

1795 33 Häuser
1822 39 Häuser
1836 Schw. 44 Häuser, 331 Einw.
1853 278 Einw.
1870 Dorf 46 Häuser, 270 Einw.; Gem. 60 Häuser, 368 Einw.;
1880 Dorf 48 Häuser, 273 Einw.; Gem. 62 Häuser, 339 Einw.;
1890 Dorf 50 Häuser, 286 Einw.; Gem. 84 Häuser, 330 Einw.;

Zur Ortsgemeinde gehört noch das Dorf Penzing, zusammen mit 3.54 Qadrat Kilom. Das Dorf selbst stoßt westlich an den G.-B. Neu-Lengbach, südlich wird dasselbe von Penzing begrenzt, im Osten sind Rappoltenkirchen und Kreuth, im Norden Röhrenbach benachbart. Der Ort liegt sehr schön in dem ziemlich breiten Thale, das vom kleinen Tullnerbach durchflossen wird, eingesäumt durch mäßige Höhen, darunter östlich der Schlossberg, dessen Name noch an die früheren, jetzt bis auf die geringste Spur verschwundene Burg erinnert. Der Feldbau auf dem guten, reichlichen Ertrag gewährenden Ackerboden bildet die Hauptbeschäftigung. Der Ort hat eine einclassige Volksschule, [Seit Oktober 1897 zweiclassig] und ist durch einen guten Fahrweg [recte = richtig Bezirksstraße] mit Rappoltenkirchen verbunden.

[Ehemalige Burg Kogl]

Nur einige mit Gras und Gestrüpp überwuchernde Grundmauern, sowie die von den drei einstigen übereinandergebauten Ringmauern herrührenden Absätze auf dem nahen waldangeflogenen Bergkegel erinnern, daß sich hier vor Jahrhunderten eine mächtige Ritterburg erhob. Noch im vorigen Jahrhundert waren die Ringmauern und einzelne Teile des Hauptgebäudes sichtbar. Zum erstenmal erwähnt wird die Feste Kogel in einer Urkunde vom Jahre 1261, in welcher König Ottokar den Schiffleuten zu Tulln dieselben Rechte und Freiheiten, welche die Schiffer zu Wien genoßen, erteilte, und wobei ein Wolfgherus de Chogel als Zeuge genannt wird.
(Original im Stadtarchiv zu Tulln.)

Derselbe Name erscheint auch in einer Urkunde ddo. Wien, 2. October 1262
(Fontes rer. Austr. II, Bd. 31, S 230)
[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 6.7.2024:
Abschrift Urkunde siehe im Register Nummer 2.2]

und ddo. Wien, 6. Januar 1276.
(Hornmayr, Geschichte Wiens. II, 2. Jahrg., 2. u. 3. Heft, S 200.)

Am 14. Juli 1321 verkaufte Herr Ludwig von Chogel, Forstmeister in Österreich, einen Hof zu Aw [=Au] (bei Rappoltenkirchen) dem Herrn Niclas von Ezlarn um 400 Pfund.
(Original im n.-ö. Landesarchiv.)

Am 15. August 1335 verkaufte Weichart von Toppel, Hofrichter in Österreich, sein ihm von den österreichischen Herzogen zu Lehen gegebenes „Haus zu dem Chogel und was darzu gehöret“ um 1240 Pfund Wiener Pfennige.
(Original im k. u. k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien.)

Wenige Jahre später werden in einer Urkunde ddo. 22. Februar 1344, welche auch das Wappen des Besitzers der Feste Kogel zeigt, Reinprecht und Leopold von Chogel, Söhne des verstorbenen Konrad von dem Chogel, angeführt, die dem Melker Abt Friedrich 6 Joch Äcker im Sierninger Felde bei Haunoldstein verkaufen.
(Original im Melker Stiftsarchiv.)

Eine Urkunde vom Jahre 1394 erwähnt: „Jörg der Choblinger front Gemsel dem Seebecken die Fest Chogel“.
(Schlager, Wiener Skizzen aus dem Mittelalter. Bd. 2, S. 105.)

Nicht unwahrscheinlich ist es, dass Kogel später zu einer Raubritterburg wurde. Es geht heute noch die Sage, dass ungeheure Schätze im Berginneren vergraben liegen. Der verstorbene Baron Simon G. Sina verhandelte mit der Gemeinde Kogel und wollte den Hügel auf eigene Kosten umlegen; doch kam dieses Project nicht zur Ausführung.

Zu Beginn des XV. Jahrhunderts spielte dieser Ort eine gewisse Rolle, die in der Volks- [Hier endet die kopierte Seite.]

Fortsetzung aus der Pfarrchronik, Seite 107:

Volkspoesie denn weiter ausgesponnen wurde, als der durch sein späteres trauriges Schicksal bekannte Bürgermeister von Wien, Konrad Vorlauf mit einigen Ratsherren auf der Heimkehr von einer zu St. Pölten abgehaltenen Versammlung am Riederberge bei Gablitz von einigen geharnischten Reitern unter Anfürhung des Ritters Hans von Laun überfallen und trotz seines Geleitbriefes in die Feste Kogel gebracht wurde, von wo er erst nach längerer Haft gegen ein Lösegeld von 200 Pfund Pfenningen entlassen wurde.

Am 25. April 1455 empfing Burkhart Kyenberger das „öd Haus und purkhstal zu dem Kogel, auch mit aller zugehör, alles gelegen in Sieghartskircher – und Rappoltenkirchner-Pfarre“ zu Lehen.
(Lehenbuch König Ladislaus im Notizenblatt. 1854, S. 161.)

Vermuthlich war also damals die Feste Kogl im Verfall begriffen.

Sie gelangte hierauf im XVI. Jahrhundert in den Besitz der Herrschaft Rappoltenkirchen.

In einer Urkunde ddo. 9. September 1594 heißt es: „sambt den Oeden-Purgstall zum Kogel, so vormals gleiche massen Ein Edelmannssicz gewesen, aber nun alle gült und guetter dasselben öden Sicz zu Vesten Rappoltenkirchen einverleibt worden sein.“
(Blätter des Vereines für Landeskunde, Bd. 7, S. 1.) Online-Link zur Ausgabe von 1873 (Kauffs-Anschlag, Abschrift siehe unter 03 Landesfürstliche Urbare,… im Register 3.4)

Ausdrücklich besagt dies auch die Urkunde vom 24. August 1627, in der die Gebrüder Adam, Seyfried und Sigmund von Mallenthein den Verkauf ihres erblich (von ihrem Vater Sidmung, der wiederum die Herrschaft Rappoltenkirchen im Jahre 1603 von Heinrich von Oedt, übernommen hatte) angefallenen Gutes Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen, sammt dem öden freien Edelmannssitz „Purckstall zum Khogel“ u.s.w. an Gerhard Freiherrn von Questenberg, anzeigen.
(Original im n.ö. Landesarchive, Gültbuch, alte Einlagsorten V.O.W.W. 105.)

[…]

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 17   1913, Topographie von Sieghartskirchen von Gustav Loidold

Seite 335:
In uralter Zeit soll Rappoltenkirchen ein Jagdschloß der Markgrafen und später der Herzoge von Österreich gewesen sein, welches mit der benachbarten Veste Kogl durch einen unterirdischen Gang in Verbindung stand.

Seite 338 (Veste Kogl):
Einst erhob sich südwestlich von Rappoltenkirchen eine gewaltige Veste, von welcher nichts anderes übrig blieb als der Name Kogl (Chogel) den das Dörfchen mit seinen 52 Häusern noch heute führt. Einige alte Grundmauern auf dem nahen waldbepflanzten Hügel, der heutzutage noch "Schloßberg" heißt, sind die einzigen Überreste der ehemaligen Festung Kogl, die sich daselbst vor Jahrhunderten erhob. Sie war eine der vielen Ritterburgen, welche das alte Österreich zierten, einstmals ein Edelmannsitz; von dem jedoch nicht einmal die Romantik einer malerischen Ruine bis auf die Gegenwart sich erhalten hat.

Über die einstige Veste Kogl sind noch einige Urkunden vorhanden: so aus der Zeit Ottokars von Böhmen und Rudolfs von Habsburg, die Schifferrechtsbelehnung an die Stadt Tulln 1261 und 1276, wobei ein Wolfkenus [richtig Wolfkerus] de Chogel als Mitsiegler erscheint. Ferner eine Verkaufsurkunde an das Stift Melk 1344 mit anhängendem Wappensiegel des Leupoldi de Chogel, sowie aus dem Jahre 1408, wobei der Ritter Hans von laun mit seiner Schar auf dem Riederberg den Wiener Bürgermeister namens Vorlauf überfiel und selben mit mehreren Wiener Ratsherren auf der Veste Chogel monatelang gefangen hielt bis er selbe gegen hohes Lösegeld und Beschwörung der Urfehde wieder in Freiheit setzte.

Die Veste Kogel wurde 1529 durch die Türken bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wobei im Dorfe selbst keine Seele am Leben blieb.

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 18   Postkarte Ebay, 1916 gedruckt, 1919 geschrieben

Postkarte „KOGEL im Wienerwald“ mit Ansicht Ort und „Die öden Veste Chogel“. Dasselbe Motiv wie beim Vortrag erhalten. Mit folgendem Text:

Über die einstige Veste Kogl sind noch einige Urkunden vorhanden, so aus der Zeit Ottokar von Böhmen und Rudolf von Habsburg die Schifferrechtsbelehnung an die Stadt Tulln 1261 und 1276, wobei ein Wolfkerus de Chogel als Mitsiegler erscheint, ferner eine Verkaufsurkunde an das Stift Melk 1344 mit anhängendem Wappensiegel des Leupoldi de Chogel, sowie aus dem Jahre 1408, wobei der Ritter Hans von Laun mit seiner Schar auf dem Riederberg den Wiener Bürgermeister Namens Vorlauf überfiel und selben mit mehreren Wiener Ratsherrn auf der Veste Kogel monatelang gefangen hielt bis er selbe gegen hohes Lösegeld und Beschwörung der Urfehde wieder in Freiheit setzt; die Veste wurde 1529 durch die Türken bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wobei im Dorfe selbst keine Seele am Leben blieb.

Es gibt noch eine zweite Recherche vom November 2023 mit einer anderen Postkarte, aber mit demselben Bild der Veste. Interessant zu erwähnen, geschrieben N.D. also 2. Weltkrieg.

Siehe im Register 01 Karten Nummer 07_Postkarte_Ruine_1760.

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 19   1923, Die kirchlichen Kunstdenkmäler des Bistums St. Pölten. Ein Heimatbuch von P. Martin Riesenhuber, O.S.B., Stiftsarchivar

Abschrift aus Privatbesitz.

Seite 17:

KOGEL.

Lage: Dor. 45 Min. Westlich von Rappoltenkirchen, südwestlich von Sieghartskirchen.
Geschichte: Ort 1261. Die Feste Kogel, die 1261 ewähnt wird, erscheint 1594 bereits als Ruine.
1763 wurde der Pfarrhof, den das bayerische Augustiner-Chorherrenstift Baumburg – bei Trostberg in Oberbayern, 1118 – 1803 bestehend – erbauen ließ, vollendet.
Die Kirche um 1774 vollendet. […]

Literatur: Glockenkunde 166.
Landeskunde Blätter 1880: 117 – 126. [= Kerschbaumer, Abschrift siehe im Register C 12]
Lindner 17 – 20 (Stift Baumburg).
Rabl 53 und 57.
Schweickhardt A II 125 – 128. [Mai 2024 Veröffentlicht Epoche 19. Jahrhundert, hier im Register C 3]
Top V 293 a – 294 b. [Teil-Abschrift siehe im Register C 16.]

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 20   15.11.1927, Der Tullner Gau, Zeitschrift für Heimatforschung

Link zum Original Kerschaumber (1880).

2. Jahrgang, Folge 6
15. November 1927
Seite 5-6

Die Veste in Kogel bei Rappoltenkirchen

Von Heinrich Frühwirth.

 

Wenige wissen heutzutage, daß bei dem Dorfe Kogel einst eine gewaltige Veste stand, von welcher nichts übrig geblieben ist als der Name, den das Dörfchen mit 64 Häusern führt. Einige alte Grundmauern auf dem nahen waldangeflogenen Hügel, der heutzutage noch Schloßberg heißt, sind die einzigen Ueberbleibsel der einstmaligen Veste Kogel, die daselbst vor Jahrhunderten sich erhob. Sie war einer der vielen Ritterburgen, welche das alte Österreich zierten; ein Edelmannssitz, von dem jedoch nicht einmal die Romantik einer malerischen Ruine sich auf die Gegenwart erhalten hat. Nur der Name ist, wie gesagt, geblieben.

Die erste geschichtlich beglaubigte Nachricht über die Veste Kogel findet sich im Jahre 1261. In diesem Jahre erteilte Ottokar, König von Böhmen und Herzog von Österreich, allen Schiffsleuten zu Tulln dieselben Rechte und Freiheiten, wie sie die Schiffer zu Wien hatten, und erklärt sie für steuerfrei. Unter den Zeugen dieser Urkunde kommt ein Wolfgherus de Chogel vor, der damalige Besitzer der Veste gleichen Namens. Es scheint, daß die jeweiligen Besitzer der Veste untergeordnete Ministerialendienste bei den österreichischen Herrschern verrichteten. Beleg dafür ist eine 60 Jahre später ausgestellte Urkunde. Darin kommt ein Herr Ludwig von Chogel vor, welcher Forstmeister in Österreich genannt wird.

Vierzehn Jahre später, 1335, verkauft Weichart von Toppel, Hofrichter in Österreich, sein von den Herzogen von Österreich erhaltenes Lehen, nämlich „das Haus zu dem Chogel und was dazu gehöret“, um zwölfhalbhundert Pfund Wiener Pfennige.

1344 erscheinen urkundlich Reinprecht und Leopold von Chogel, Söhne des verstorbenen Conrad von dem Chogel, welche dem Abt Friedrich von Melk 6 Joch Äcker im Sierininger Felde bei Haunoldstein um 30 Pfund Wiener Pfennige verkaufen.

Es scheint, daß die Herren von Kogel nicht gar sonderlich gut wirtschafteten, denn 50 Jahre später (1394) besagt eine Urkunde: „Jörg der Choblinger front Gemsel dem Seebecken die Fest Chogel.“ Möglich, ja sogar wahrscheinlich ist es, daß die Veste Kogel später – dem Zeitgeiste huldigend – zu einem jener vielen Raubnester sich entwickelte, welche Herzog Albrecht IV. (das Wunder der Welt) durch das von ihm errichtete Strafgericht („das Geräume“) zerstören ließ. Möglich, aber nicht bewiesen. Denn besagtes „Geräume“ waltete bereits 1402 seines Amtes, während die Veste noch im Jahre 1408 ungebrochen bestand. In diesem Jahre (Palmsonntag) überfiel der Ritter Hans von Traun mit seiner Schar auf dem Riederberg den Wiener Bürgemeister Konrad Vorlauf und hielt selben mit mehreren Wiener Ratsherrn auf der Veste Kogel monatelang gefangen. Gegen hohes Lösegeld und Beschwörung der Urfehde wurden selbe wieder in Freiheit gesetzt.

Über die weiteren Schicksale der Veste Kogel und des am Fuße derselben liegenden Dörfchens gleichen Namens ist weiter wenig Geschichtliches zu melden. Die Veste wurde 1529 durch die Türken bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wobei im Dorfe selbst keine Seele am Leben blieb. Zur Pestzeit ist der Ort gänzlich ausgestorben. Nur eine einzige, etwas täppische Weibsperson kam mit dem Leben davon. – Die Veste Kogel kam in den Besitz der benachbarten Herrschaft Rappoltenkirchen. Je mehr das Schloß Rappoltenkirchen sich erhob, desto mehr sank die alte Bergveste Kogel. Unbewohnt und verlassen, wurde sie frühzeitig zur Ruine. Im Jahre 1594 wird die Veste Kogel bereits als eine „Oede“ bezeichnet. Daß die Veste Kogel mit dem Besitz der Herrschaft Rappoltenkirchen verbunden war, beweist eine Urkunde vom Jahre 1627, in welcher die Gebrüder Adam, Senfried und Sigmund von Mallendin den Verordneten der löblichen Landschaft Österreich unter der Enns anzeigen, daß sie verkauft haben ihr erblich angefallenes Gut Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen samt dem öden freien Edelmannsitz „Burgstall zum Khogel“, Aylandstorff und Eysenpruck, an Bernhard Freiherrn von Questenberg.

Im 18. Jahrhundert standen noch die Mauern der ehemaligen Veste Kogel. Doch auch diese verschwanden. Das bayrische Stift Baumburg erbaute 1763 zu Kogel eine Kirche samt Pfarrhof und ließ die dazu nötigen Steine von der öden Veste brechen. Bei Gelegenheit der neuen Pfarrerrichtung unter Kaiser Josef II. wurde Kogel zu einer Lokalie erhoben, ging aber bald wieder ein; nur Schule und Friedhof ist daselbst geblieben; seelsorgerlich gehört Kogel zu Rappoltenkirchen. Die Herrschaft Rappoltenkirchen verlangte und erhielt die Ablösungssumme von 14 Gulden aus dem Religionsfonde, weil Pfarrhof und Keller zu Kogel auf herrschaftlichem Grunde gebaut waren, und dieses Reluitionsquantum (wie es im Regierungsdekrete hieß) nicht übertrieben ist.

(Nach Dr. Anton Kerschbaumer, Blätter des Vereines für Landeskunde, XIV. Jahrg. 1880.)

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 21   1928, Die Einsiedler in Geschichte und Sage“ von Heinrich Güttenberger

Folgender Online-Link ergibt eine Auszugsansicht:

„Die Einsiedler in Geschichte und Sage“ von Heinrich Güttenberger, 1928.

Seite 67:

(bei Rappoltenkirchen)  *) erbaut, wo er von seinen Mitteln lebt.

*) Auf dem Schloßberg, wo damals noch größere Reste der ehemaligen Veste Kogel zu sehen waren. Im Jahre 1763 wurde zu Kogel eine Kirche samt Pfarrhof erbaut, wozu die Steine aus der Ruine gebrochen wurden. Später einge-

Aufgrund einer Recherche am 5.9.2024 zur Beendigung der Eremiten in dieser Auszugsansicht noch gefunden:

Seite 138:

Fr. Franziskus Glatz. Rappoltenkirchen.

Seite 143:

[…] Daniel Stylita Danzer aus Rappoltenkirchen- durchweg Novizenbrüder, die beim Abendessen freiwillige Buße verrichten.


Weiterer Internet-Fund 5.9.2024: Ausstellungskatalog_Abgekommene_Kloester_in_NOe.pdf

Viertel ober dem Wienerwald, Einsiedeleien in Abstetten, Rappoltenkirchen, Kogl.

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 22   1954, Heimatkalender des Bezirkes Tulln

Abschrift aus Privatbesitz.

Seite 113:

Im Bezirke Tulln bis zum Ausgang des Mittelalters
(Eine geschichtliche Plauderei von Otto Biak.)

[Macht, Einfluß Herzog - Adel]

Ganz besonders arg trieb es das Raubgesindel um Herzog Leopold. Desesn Parteigänger Peter Hechtl hauste im Tullner Felde, brandschatzte das Land und legte die Dörfer in Asche; sogar die feste Stadt Tulln konnte er, wahrscheinlich durch Verrat einiger Bürger, erorbern und plündern. Und auf der Feste Kogl saß als Gefangener des Herzogs der Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf mit sieben seiner Ratsherren, nachdem sie auf der Rückreise von St. Pölten bei Gablitz gefangen genommen worden waren.

Fast durch ein Jahrzehnt erlebten unsere Vorvorderen die Schrecken dieser adeligen Räubereien und Kleinkriege. […]

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 23   1954, Heimatkalender des Bezirkes Tulln

Abschrift aus Privatbesitz

Am Schlusse des Heimatkalenders folgt ein Text mit eigener Seitennummerierung. Interessant als allgemeine Hintergrundinformation zur Geschichte:

Greifenstein und seine Schausammlung.
Ein Führer von Dr. Rupert Feuchtmüller.
Verlag des N.Ö. Landesmuseums.

Seite 3:

Die Burg und ihre Geschichte.

Greifenstein, auf dem felsigen, hat an das Ufer der Donau heranreichenden Nordwestabhang des Wienerwaldes gelegen, ist mit der Geschichte unseres Landes eng verbunden. Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung dieser Gegend sind aus der Jungsteinzeit bekannt, obgleich damals das südliche Ufer gegenüber der nördlichen Lößlandschaft eine untergeordnete Rolle spielte. Erst zur Römerzeit, als die Donau Grenzfluß war, kommt diesem Bergmassiv besondere Bedeutung zu. Südlich erstreckte sich ein gut ausgebautes Straßennetz, das noch bis ins Mittelalter in Verwendung stand, und nördlich lag ein Vorfeld mit befestigten Stützpunkten, unter denen der Michelberg bei Stockerau einer der wichtigsten war. Dass der Fels bei Greifenstein schon zu dieser Zeit infolge seiner beherrschenden Lage eine kleine Befestigung trug, ist nicht ausgeschlossen.

Der Sturm der Völkerwanderung überrannte die bewehrte Grenze des römischen Reiches. Von den folgenden Jahrhunderten künden nur spärliche Bodenfunde. Aus der Zeit der Kolonisation durch Karl den Großen ist die erste Nachricht durch dessen Biographen Einhart erhalten. Im Raume des Tullnerfeldes wird von einem sich zäh verteidigenden Avarenring berichtet und Königstetten leitet der Sage nach seinen Namen von einer siegreichen Schlacht Karl des Großen ab. Dieses Gebiet wurde hernach von den Karolingern dem Bistum Passau zur Kolonisation übergeben. Sein Besitz wird Ende des 10. Jahrhunderts (985 – 991) auf einem Gerichtstag des bayrischen Herzogs Heinrich II. festgestellt, wobei als östliche Grenze der Rücken des Wienerwaldes bis zum „Hanginten Stein“ angeführt wird. (Die Traditionen des Hochstiftes Passau NF Bd. VI, S. 79 f.). Dieser markante Geländepunkt dürfte sich auf Greifenstein beziehen.

Die Burg ist tatsächlich später Besitz des Bistums. Über ihre Entstehung lassen sich keine genauen Daten anführen, doch dürfte sie im frühen 11. Jahrhundert errichtet worden sein; damals als der Raum des heutigenWienerwaldes wehrpolitisch und verwaltungspolitisch gefestigt wurde. Nach Verlegung des Babenbergerhofes von Melk nach Wien war dieses Gebiet bereits durch zahlreiche Festungen ein sicheres Bollwerk der Kolonisatoren. […]

Bild: „Greifenstein um 1672 (Vischer)“. Im Hintergund „Cl. Neyburg“ und „Kalenberg“.

Seite 8:

Die Bedeutung der Burg und ihre Baugeschichte.

Greifenstein war ein wichtiges Glied im Verteidigungssystem der Donaulinie. Sichtverbindungen von Burg zu Burg (z.B. Greifenstein – Kreuzenstein – Leopoldsberg usw.) sicherten einen geschlossenen Festungsgürtel, der durch Kreidefeuerzeichen in kürzester Zeit in Alarmbereitschaft versetzt werden konnte. Eine solche Warnungsstation wäre auch auf der Hadersfelder Höhe denkbar. Die Behauptung, daß die Burgen nur auf sich gestellt und meist von Raubrittern bewohnt waren, ist fast durchwegs Sage. – Genau wie das angeführte Verteidigungssystem, so folgt auch die einzelne Burg in ihrer Anlage einem wohldurchdachten Plan. Die Lage Greifensteins ist äußerst günstig. Die Feste beherrscht durch ihren freien Blick in die Ebene einen Großteil des Tullner Feldes und vermag die Straße an der Donau zu kontrollieren und zu sichern. […]

Turm = Bergfried
Mauer = Bering

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 24   1964, Historische Ortsnamenbuch von Niederösterreich, Bände 3 – 5

Aus Privatbesitz liegt eine Abschrift aus folgenden Quellen vor:

Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich: Ergänzungen und Berichtigungen.
1964. Von Heinrich Weigl, Roswitha Seidelmann, Karl Lechner.


Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich, Reihe B 
Die Etymologie der niederösterreichischen Ortsnamen von Elisabeth Schuster
Wien, 1990.

Laut Anfrage zum Urheberrecht (Kennzeichen K2-W-32/2840-2024 vom 27.8.2024, Abteilung NÖ Landesarchiv und NÖ Landesbibliothek) darf aber eine Abschrift "die mit dem Satz der gedruckten Version übereinstimmt" nicht auf der Homepage veröffentlicht werden.

Im Internet - Google-Bücher - gibt es aber Auszugsansichten. Hier folgend die Links zu:

Seite 2 (Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich, Bände 3-5, Heinrich Weigl, Roswitha Seidelmann, Karl Lechner, 1964)

Seite 157 (Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich, Ergänzungen und Berichtigungen, Heinrich Weigl, Roswitha Seidelmann, Karl Lechner, 1964)

Ob eine Abschrift aus diesen Links hier veröffentlicht werden darf, wird bezüglich Urheberrecht noch geklärt.

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 25   1970, Jahrbuch für Landeskunde und Heimatschutz von Niederösterreich und Wien

Online-Link zu Auszugsansichten.

Manchmal werden die Suchergebnisse bei einem späteren Öffnen nicht mehr angezeigt. In diesem Fall geben Sie links unten in der Suche das Jahr 1281 oder andere Wörter laut Abschrift ein.

Auszugsansicht.

„Jahrbuch für Landeskunde und Heimatschutz von Niederösterreich und Wien.“ 1970

Seite 244:

1281 muß König Rudolfs Zustimmung eingeholt werden, als Konrad Eysenpeutl von Chogel sein „ius dominii seu proprietatis“ über den Ritter Ulrich von Hasendorf an den Erzbischof von Salzburg abtritt.

Seite 263:

Sein Wirken wurde bereits geschildert. Am 5. V. 1281 erscheint erstmals ein Konrad III. Eisenbeutel „von Chogel“. Er nennt sich nach der Veste Kogel an der Kleinen Tulln, die südlich Rappoltenkirchen gelegen ist. Da dieser Konrad III. einen Vatersbruder Konrad II. hatte  142), war er nicht ein Sohn Konrads II., sondern Weigands I.

Seite 264:

Wir kommen auf die Urkunde von 1281 zurück; hier erkennen wir soziale Rangunterschiede innerhalb der Familie Eisenbeutel. 1268 steht Friedrich Eisenbeutel als miles ebenbürtig neben Ulrich von Hasendorf.   148) 1281 ist der Ministeriale Konrad Eisenbeutel der Herr dieses Ulrich.


Siehe unter Urkunden im Register Nummer 2.5.

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 26   1970, Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich

Hier gelangen Sie zum Original (PDF) - Online-Link.

Neue Folge XXXVIII/1986-70
Festschrift zum 70. Geburtstag von Adalbert Klaar und Herbert Mitscha-Märheim

Seite 217 (PDF Seite 263):

Burgbezirke und Burgwerksleistung in der babenbergischen Mark
Von Michael Mitterauer

Die Mark ist eine spezifische Organisationsform zur Sicherung und zur Verteidigung der Reichsgrenze. Das Befestigungswesen spielt daher in der Markverfassung eine ganz besondere Rolle  1). Die innere Struktur des babenbergischen Österreich ist vornehmlich unter diesem Aspekt zu sehen. Der Burgenbau schafft hier die maßgeblichen Voraussetzungen für die räumlich-rechtlichen Ordnungen der Siedlungslandschaft. Die mit der Errichtung von Burgen zusammenhängenden Probleme sind daher weit über das äußere Schicksal der einzelnen Wehranlagen hinaus von Bedeutung.

Nicht jede dieser Befestigungsanlagen ist freilich dem Sprachgebrauch ihrer Entstehungszeit nach als „Burg“ zu bezeichnen  2). Deutlich zeigen das die Siedlungsnamen. Für befestigte adelige Herrensitze fehlen bis in die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts hinein mit -burg zusammengesetzte Namen fast vollkommen, jedenfalls in dem hier zu untersuchenden Raum  3). Sie begegnen hingegen seit

[Anmerkungen]
1) Dazu insbesonders Ernst Klebel, Herzogtümer und Marken bis 900, Deutsches Archiv für Geschichte des Mittelalters 2 (1938), S. 1 ff., überarbeitete Fassung: Die Entstehung des deutschen Reiches (Wege der Forschung 1, 1956), S. 42 ff., derselbe, Zur Rechts- und Verfassungsgeschichte des alten Niederösterreich, Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich NF 28 (1939/43), S. 11 ff., Walter Schlesinger, Die Entstehung der Landesherrschaft (1941), S. 237 ff., Karl Bosl, Die Markengründungen Kaiser Heinrichs III. auf bayerisch-österreichischem Boden, Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 14 (1943/4) S. 177 ff. = Zur Geschichte der Bayern (Wege der Forschung 60, 1965), S. 364 ff., Karl Lechner, Die Babenberger in Österreich (Der Bindenschild, Heft 6, 1947), S. 3 ff.

2) Zur Bedeutung von „Burg“ im Früh- und Hochmittelalter Walter Schlesinger, Burg und Stadt, Aus Verfassungs- und Landesgeschichte 1 (Festschrift für Theodor Mayer, 1954), S. 97 ff. = Beiträge zur deutschen Verfassungsgeschichte des Mittelalters 2 (1963), S. 92 ff.

3) Der älteste diesbezügliche Beleg findet sich in der Gründungsurkunde des Klosters Klein-Mariazell im Wiener Wald von 1136 (BUB 1, S. 11, Nr. 9). Die hochfreien Brüder Heinrich und Rapoto stifteten „urbem propriam suam a parentibus sibi traditam Swarzenburch vocatam, que pridem antiquitus nomine alio Nezta vocabatur.“ Der Adelssitz Nöstach hatte also erst kurz zuvor den Namen „Schwarzenburg“ erhalten. (Vgl. dazu Karl Lechner, Die Gründung des Kloster Maria-Zell im Wiener Wald und die Besitzgeschichte seiner Stifterfamilie, Jb. f. Lk. v. NÖ. NF 26, 1936, S. 92 ff. = Ausgewählte Schriften, S. 69 ff.). Eine analoge Namenbildung begegnet bei dem etwa zur gleichen Zeit erstmals genannten oberösterreichischen Reichsministerialensitz Grünburg (UB d. Landes ob der Enns 1, S. 159, Nr. 96), der jedoch im Laufe des 12. Jahrhunderts wiederholt auch als Grünberg erscheint. Ganz anders zu beurteilen ist die Erwähnung eines „Chunradus de Sunnelburch“, die sich ebenfalls in der Klein-Mariazeller Gründungsurkunde findet. Sindelburg wird schon 1071 genannt (UB des Landes ob der Enns 2, S. 96, Nr. 75). Der Ortsname reicht jedoch sicher noch viel weiter zurück und bezieht sich offenbar auf die Reste einer älteren Wehranlage. Es befand sich hier nämlich eine römische Limesbefestigung, wahrscheinlich sogar ein Kastell (Gertrud Pascher, Römische Siedlungen und Straßen im Limesgebiet zwischen Enns und Leitha, Der römische Limes in Österreich 19, 1949, Sp. 160 f., Anton Becker, Hengstberg und Strengberg, Zur Landeskunde des Raumes von Strengberg in Niederösterreich, Wiener geographische Studien 13, 1946, S. 18 und 29 f.). Die Bezeichnung der Sindelburg-Summerauer als Herren von „Ringberg“ im Lonsdorfer Ködex deutet auf das Vorhandensein einer Wallburganlage (Adam Maidhof, Die Passauer Urbare 1, S. 242, dazu Viktor Handel-Mazzetti, Wallsee und Sindelburg an der Donau, Mbl. d. Ver. f. Lk. v. NÖ 9, 1910, S. 118 f.). Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang weiters Gobelsburg am unteren Kamp, seit dem frühen 12. Jahrhundert namengebender Sitz babenbergischer Ministerialen (FRA II/69, S. 213, 441, 492). Der Ortsname ist jedoch hier nicht mit dem befestigten Haus des Dienstmannengeschlechtes in Zusammenhang zu bringen, sondern mit einem älteren Herrschaftsmittelpunkt. Aus den frühesten Namensformen „Chopanspurch“ bzw. „Chobanesburc“ ist nach Herbert Mitscha-Märheim (Vortrag vor dem Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien 1969) auf die Burg eines awarischen Capcans zu schließen. Ein ähnlicher Fall scheint auch bei einem nicht näher zu identifizierenden Ort „Heidenpurch“ vorzuliegen, nach dem sich um 1175 ein Ministeriale des österreichischen Herzogs nennt (Josef Zahn, Urkundenbuch des Herzogtums Steiermark 1, 1875, S. 546, Nr. 578). Daß in mit ,,burg“ zusammengesetzten Ortsnamen die Erinnerung an bereits abgekommene Befestigungsanlagen fortlebt, läßt sich häufig beobachten, besonders an Plätzen ehemaliger römischer Kastelle sowie keltischer oder germanischer Oppida.

dem 9. Jahrhundert recht häufig bei einem Siedlungstypus, den man wohl am besten als präurban charakterisiert  4). Für die Karolingerzeit wäre zunächst „Eperaespurch“ zu nennen, das höchstwahrscheinlich mit Ybbs gleichzusetzen ist. Aus dem weiteren Bereich des karolingischen Markengebietes im Südosten gehören Moosburg-Zalavar, der Sitz des pannonischen Slawenfürsten Priwina, und Karnburg, der Mittelpunkt Karantaniens, hierher. In der 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts begegnen „Anesipurch“-Enns, wo schon für 900/1 die Errichtung einer „civitas“ bzw. „validissima urbs“ belegt ist, sowie ,,Stirapurhc“-Steyr. Im Gebiet der babenbergischen Mark folgen dann Wieselburg, ,,Ibsburch“-Ybbs, Herzogenburg, Wilhelmsburg, Eggenburg, Neuburg und Hainburg. Es handelt sich bei diesen als „Burgen“ bezeichneten Plätzen der

[Anmerkungen]
4 Zu Burgen als Wurzel späterer Stadtentwicklung im bayerisch-österreichischen Raum Ernst Klebel, Die Städte und Märkte des baierischen Stammesgebietes in der Siedlungsgeschichte, Ztschr. f. bayer. Landesgesch. 12 (1939/40), S. 58 und 63, Jürgen Sydow, Anfänge des Städtewesens in Bayern und Österreich, Die Städte Mitteleuropas im 12. und 13. Jahrhundert (1963), S. 69, Karl Bosl, Typen der Stadt in Bayern, Zeitschr. f. bayer. Landesgesch. 32 (1969), S. 1 ff., Wilhelm Stürmer, Straubing als präurbane Siedlung und zentraler Ort, ebenda, S. 24 ff.

ottonisch-salischen Zeit also genauso wie schon in der vorangegangenen Epoche der ersten Markenorganisation im Südosten im wesentlichen um befestigte zentrale Siedlungen, um Wehranlagen, in denen nicht nur ein einzelner adeliger Herr mit seiner Familie und seinen abhängigen Leuten, sondern die ganze Bevölkerung eines größeren Siedlungsraumes bei Feindgefahr Schutz finden konnte. Solchen Burgen war daher schon von ihrer militärischen Bestimmung her ein umfassender Einzugsbereich, ein Burgbezirk, zugeordnet. Der spezifische Wortgebrauch von „Burg“ im frühen und hohen Mittelalter ist in unserem Zusammenhang aber vor allem für das richtige Verständnis der als „Burgwerk" bezeichneten Leistung wichtig. Das Burgwerk, die Verpflichtung zur Errichtung, Instandhaltung und Bewachung von Befestigungen  5), ist eben der Wurzel des Wortes entsprechend bloß auf diesen bestimmten Typus von Wehranlagen zu beziehen.

Solche Burgen lassen sich nun schon in spätkarolingischer Zeit auch als herrschaftliche Mittelpunkte der Markenorganisation erweisen, besonders deutlich etwa in der Zollordnung von Raffelstetten von 904/6  6). Die hier genannten Großburgen entlang der Donau, Linz, „Eperaespurch“ und Mautern, begegnen in vielfältiger Funktion. Sie sind Grafschaftsvororte und als solche zugleich Zentren der Königsgutsverwaltung und der Gerichtsbarkeit. Sie erscheinen aber auch als die rechtmäßigen Marktorte innerhalb der ihnen zugeordneten Region sowie als Zollstätten. Sie sind somit schlechthin die räumlichen Bezugspunkte für die Ausübung der königlichen Rechte, der Regalien. Und in einem solchen Regal — dem Befestigungsrecht nämlich — wurzelt letztlich auch ihre Entstehung selbst  7). Die militärische Funktion, die gerade im Grenzraum eine besonders enge Bindung an den König bzw. dessen Amtsträger, den Markgrafen, bewirkt, ist also die primäre. In diesem Sinn stellt sich bereits die spätkarolingische Markenorganisation im Südosten als Burgbezirksverfassung dar.

Auch die für die Burgbezirksverfassung so charakteristische Verpflichtung zur Burgwerksleistung begegnet schon damals innerhalb unseres engeren Untersuchungsgebietes. In dem in verschiedener Hinsicht sehr bemerkenswerten Privileg König Arnulfs für seinen Ministerialen Heimo von 888 ist ausführlich davon die Rede  8). Zum Verständnis dieser Urkunde ist vorauszuschicken, daß

[Anmerkungen]
5) Über Burgwerk allgemein Franz Beyerle, Zur Wehrverfassung des Hochmittelalters, Festschrift Ernst M ayer (1932), S. 31 ff., Herbert Fischer, Burgbezirk und Stadtgebiet (Wiener rechtsgeschichtliche Arbeiten 3, 1956), S. 37 und 41 f. mit weiteren Literaturangaben.

6) Michael Mitterauer, Wirtschaft und Verfassung in der Zollordnung von Raffelstetten, Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs 8 (Festschrift für Alfred Hoffmann, 1964), S. 344 ff.

7) Erich Schrader, Das Befestigungsrecht in Deutschland von den Anfängen bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts (1909).

8) MGH Dipl. reg. Germ. 3, S. 48, Nr. 32.

Heimos Vater, Graf Witagowo, vor 885 von Kaiser Karl III. den Hof Grünz im Dunkelsteiner Wald, den Mittelpunkt des vielumstrittenen Grunzwitigaus, mitsamt einem Zubehör von 15 Hansen zu Eigen erhalten hatte  9). Für das von seinem Vater ererbte Gebiet wurde nun 888 dem Heimo die Immunität von der Gerichtsbarkeit des Grenzgrafen Arbo verliehen. Als Ausnahmebestimmung wird dabei jedoch vorgesehen: „ut homines eius inde cum terminali comite, ubi ipse elegerit, urbem aedificent et, si quando necesse eveniat, ad semetipsos defendendos cum rebus suis illuc confugium faciant, custodias cum caeteris more solito ad communem suae salvationis vel circumspectionis contra inimicorum insidias tutelam vigilanter exhibentes.“ Die Leute des Heimo im Grunzwitigau sollten also weiterhin verpflichtet sein, unter der Leitung des Grenzgrafen an der Erbauung einer Burg mitzuwirken, wobei diesem die Platzwahl überlassen war. In dieser Burg sollten sie bei Feindgefahr mit ihrer Habe Zuflucht finden, dafür aber auch zu deren Verteidigung beitragen, vor allem nach altem Gewohnheitsrecht mit den übrigen Grafschaftsleuten Wachtdienste leisten. Alle diese Verpflichtungen gegenüber dem vom König eingesetzten Markgrafen waren also von der Immunitätsverleihung nicht betroffen. Auch in anderen Immunitätsprivilegien der karolingischen Zeit finden sich derartige Ausnahmeregelungen, besonders schön etwa in einer Urkunde Karls des Großen für Metz von 775  10). Heeresfolge, Wachtdienst und Brückenbau werden hier als die „tres causae", die drei Fälle, zu einer Einheit zusammengefaßt, die von den „ingenui“, den freien Leuten des Immunitätsgebietes, zu erbringen sind. Auf die „homines ingenui“ nimmt auch das Privileg für Heimo Bezug. Burgenbau, Wachtdienst und Brückenbau werden im Edikt von Pitres Kaiser Karls des Kahlen von 864 als die Heeresfolge ergänzende Dienste der freien Grafschaftsleute genannt  11). Es heißt dabei

[Anmerkungen]
9) MGH Dipl. reg. Germ. 2, S. 180, Nr. 113. Über den Grunzwitigau zuletzt Karl Lechner, Der „pagus Grunzwiti“ und seine Besitzverhältnisse, Jb. f. Lk. v. NÖ NF 34 (1958/60), S. 301 ff. Dieser Kleingau bildete in karolingischer Zeit, wie ja auch die Urkunde für Heimo zeigt, keinen selbständigen Gewaltbereich eines königlichen Amtsträgers, „pagus Grunzwiti“ wurde damals also sicher nur mehr als Landschaftsbezeichnung verwendet. Vielleicht liegt jedoch hier ein älterer Herrschaftsbezirk zugrunde. Der „pagus Grunzwiti“ entspricht ganz dem Typus des an einem Herzogshof orientierten agilofingischen Kleingaus. Eine Herzogszins zahlende Slawenfamilie in Grünz wird ja auch schon im Stiftbrief von Kremsmünster genannt, dessen Entstehung in vorkarolingischer Zeit freilich durch jüngere Forschungen problematisch geworden ist (Heinrich Fichtenau, Die Urkunde Herzog Tassilos III und der Stiftbrief von Kremsmünster, MIÖG 71, 1963, S. 1 ff.). Die sehr frühe, wohl noch vor 788 zurückreichende Erschließung dieses Raumes ist jedoch kaum zu bezweifeln. Wahrscheinlich handelte es sich also bei diesem „pagus Grunzwiti“ ursprünglich um einen am Hof Grünz orientierten agilolfingischen Herzogsgutkomplex.

10) MGH Dipl. 1, S. 132, Nr. 91.

11) MGH Cap. 2, S. 322.

ausdrücklich, daß diese Leistungen auch bei anderen Völkern gewohnheitsrechtlich zu erbringen seien. Tatsächlich begegnen in angelsächsischen Königsurkunden sehr häufig Burgwerk, Bruckwerk und Heeresfolge als Pflichten der freien Leute, die sich der König bei Immunitätsverleihungen besonders vorbehält. Auch hier sind sie zu einer besonderen Einheit zusammengefaßt, die analog zu den fränkischen „tres causae" als die „trimoda necessitas“, bezeichnet wird  12). So vereinzelt das Zeugnis der Heimo-Urkunde für unseren engeren Untersuchungsraum in karolingischer Zeit dasteht, die hier beschriebenen Verpflichtungen dürften den allgemeinen Rechtsverhältnissen im karolingischen Reich und darüber hinaus durchaus entsprochen haben.

Die nach der Urkunde von 888 den Immunitätsleuten im Grunzwitigau zukommende Aufgabe, sich auf Befehl des Markgrafen am Burgenbau zu beteiligen, wird in der Literatur allgemein mit der Errichtung einer ganz bestimmten Befestigungsanlage in Zusammenhang gebracht  23). Meist deutet man die Stelle auf Obritzberg, wo die hochgelegene Kirche von einer wallartigen Umwehrung umgeben ist. Zweifellos stand hier ursprünglich eine Burg, die nach Schad’n einem Übergangstypus vom Hausberg zur Steinburg angehört und ins 12. Jahrhundert zu datieren ist  14). Hinweise auf eine Befestigung dieses Platzes schon in karolingischer Zeit fehlen jedoch. Der archäologische Befund legt es also nicht gerade nahe, eine Beziehung zwischen dieser Wehranlage und der Heimo-Urkunde von 888 herzustellen. Unter rechtlichem Aspekt ergibt sich die Frage, ob es denn dem Grenzgrafen überhaupt gestattet gewesen wäre, im Immunitätsgebiet eines Adeligen, wenn auch im Zusammenwirken mit diesem, eine Burg zu errichten  15).

[Anmerkungen]
12) F. M. Stenton, Anglo-Saxon England (The Oxford History of England 2, 1947 2), S. 286 ff. W. H. Stevenson, „Trimoda necessitas“, English Historical Review 29 (1914), S. 689 ff.

13) Abgesehen von den völlig indiskutablen Identifizierungsversuchen dieser angeblichen „Heimo-Burg“ mit Hainburg seien hier genannt: Max Büdinger, österreichische Geschichte bis zum Ausgange des dreizehnten Jahrhunderts 1 (1858), S. 171 (Heimberg bei Kilb), Karl Helleiner, Studien zur Frühgeschichte Niederösterreichs, Der Traisengau 2 (1936), S. 102 (Herzogenburg), Klebel, Zur Rechts- und Verfassungsgeschichte, S. 25 (Obritzberg), Heinrich Werneck, Grundlagen zur Frühgeschichte zwischen Dunkelsteiner Wald und Unterlauf der Großen Tulln (1955), S. 81 (Obritzberg bzw. „Burgstall“ zwischen Heitzing und Hausenbach), Karl Gutkas, Geschichte des Landes Niederösterreich 1 2 (1961), S. 20 (Obritzberg), Lechner, Der „Pagus Grunzwiti“, S. 322 (Obritzberg).

14) Hans P. Schad’n, Die Hausberge und verwandten Wehranlagen in Niederösterreich (Prähistorische Forschungen 3, 1953), S. 114.

15) Daß die in der Urkunde genannten Burgwerksdienste auf eine Burg des Markgrafen, nicht aber eine des Immunitätsherren Heimo zu beziehen seien, hat m. W. in der landeskundlichen Literatur nur Helleiner, Studien, S. 102, hervorgehoben. Es ist ihm wohl auch grundsätzlich zuzustimmen, wenn er meint, daß die Leute aus dem Grunzwitigau in Herzogenburg Burgwerk zu leisten gehabt hätten. Der Burgwerksdienst war jedoch, wie noch zu zeigen sein wird, durchaus nicht immer auf einen einzigen Burgplatz beschränkt. Helleiners Annahme, daß die Errichtung von Herzogenburg in Anschluß an das Privileg von 888 erfolgt sei, erübrigt sich daher. Herzogenburg dürfte zu diesem Zeitpunkt wohl schon bestanden haben. Klebel hat ein System karolingischer Großburgen entlang der Donau und ihrer wichtigeren Nebenflüsse nachgewiesen, für das er als Entstehungszeit etwa 860/80 annimmt (Städte und Märkte, S. 58 und 65). Für das traisenaufw ärts gelegene Wilhelmsburg ergibt sich durch das Todesjahr des vermutlich namengebenden Grenzgrafen Wilhelm 871 ein Terminus ante quem. Auf diesen Wilhelm und seinen mit ihm gleichzeitig als Grenzgraf wirkenden Bruder Engilschalk könnte auch der Ortsname Herzogenburg bezogen werden. Die lateinische Entsprechung zu Herzog, die Amtsbezeichnung „dux“, findet sich in karolingischer Zeit durchaus auch bei Grafen des südöstlichen Markengebietes (etwa Annales Fuldenses zu 861, MGH Script, rer. Germ, in usum schol., ed. Kurze 1891, S. 55), vgl. dazu Karl Lechner, Königs- und hochadelige Namen in Niederösterreich, Mundart und Geschichte (Studien zur österreichisch-bairischen Dialektkunde 4, 1967), S. 91.

Eine unvoreingenommene Betrachtung des Urkundentextes läßt es jedoch darüber hinaus grundsätzlich als überflüssig erscheinen, nach einer bestimmten Burg zu suchen, deren Errichtung das Privileg von 888 aufgetragen haben soll, wie das immer wieder angenommen wird. Es ist hier ja nur ganz allgemein von alten gewohnheitsrechtlichen Verpflichtungen die Rede, deren man sich sicher nicht durch eine einmalige Leistung entledigen konnte  16).

Alle die für die spätkarolingische Zeit feststellbaren Strukturprinzipien der Markenorganisation finden sich nun im Prinzip unverändert auch bei den ottonischen Neugründungen im südöstlichen Grenzraum. In einer von der Forschung nur wenig beachteten, Freisinger Urkunde von 1027 wird berichtet, daß Kaiser Konrad II. auf einer Versammlungin Regensburg angeordnet habe, die Rechte und Besitzungen des Reiches in der Provinz Bayern aufnehmen zulassen. Und weiter heißt es dann, er habe aus diesem Anlaß die bayerischen Großen „de civitatibus ad marchiam istius provintie pertinentibus“ befrag t  17). Die großen Reichsburgen erscheinen also hier als das wichtigste Zubehör der babenbergischen Mark an der Donau. Sie sind die Bezugspunkte für die Rechte des Königs in diesem Gebiet und damit die Zentren für die Herrschaftsausübung seines Amtsträgers, des Markgrafen. Wir kennen solche königlich-markgräflichen Burgplätze im einzelnen aus verschiedenen Quellenzeugnissen dieser Zeit. Sehr frühe Belege ergeben sich für die

[Anmerkungen]
16) In diesem allgemeinen Sinn interpretiert bei Walter Schlesinger, Burgen und Burgbezirke, Von Land und Kultur (Festschrift für Rudolf Kötzschke, 1937) = Mitteldeutsche Beiträge zur deutschen Verfassungsgeschichte des Mittelalters (1961), S. 162, Heinrich Büttner, Zur Burgenbauordnung Heinrichs I., Blätter für deutsche Landesgeschichte 92 (1956), S. 6 und Fischer, Burgbezirk, S. 38.

17) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising 2 (Quellen und Erörterungen zur bayerischen und deutschen Geschichte NF 5, 1909), S. 278, Nr. 1422. Auf diese Urkunde hat erstmals Karl Lechner, Mittelalterliches Reichsgut und Reichsrechte in den österreichischen Donauländern, Bericht über den 8. österreichischen Historikertag in St. Pölten (1965), S. 40, besonders aufmerksam gemacht.

schon 977 erwähnte „civitas“ Melk, das „castrum munitissimum“ der Melker Chronik  18), weiters für die „orientalis urbs quae dicitur Chremisa“, die von Kaiser Otto III. 995 ausdrücklich als „nostra proprietas“ bezeichnet wird  19), und für die „civitas“ Tulln, die 1014 in einer Königsurkunde begegnet  20). Zu ihnen kommt noch eine Reihe anderer solcher Großburgen, bei denen es sich zum Teil schon um Anlagen der Karolingerzeit handelt, zum Teil um Neugründungen, die aber auch häufig ältere Funktionsvorgänger am selben Platz oder in der näheren Umgebung ablösten  21). Grundsätzlich läßt sich sagen, daß die Zahl der königlichen Burgmittelpunkte zunimmt, das Netz der die Mark überziehenden Burgbezirke also engmaschiger wird.

Die aus babenbergischer Zeit überlieferten Zeugnisse über die Verpflichtung zur Burgwerksleistung sind nicht gerade zahlreich. Man kann ihnen jedoch entnehmen, daß diese Leistung innerhalb der Mark ganz allgemein verbreitet war. Das ergibt sich zunächst aus einem Weistum über die Rechte und Besitzungen des Bistums Passau in der Mark Markgraf Luitpolds von etwa 985/91, in dem es heißt, die Leute auf den Besitzungen des Hochstifts wären ebenso wie von anderen Diensten auch „ab operibus“ befreit  22). Diese „opera“ meinen sicher primär das Burgwerk, darüber hinaus vielleicht auch andere verwandte Leistungen wie den Brückenbau. Neben „opus urbanum “ wird auch sonst häufig als lateinische Entsprechung zu Burgwerk nur die Bezeichnung „opera“ verwendet. Die Sonderstellung der Passauer Leute hängt mit einem Privileg Kaiser Ottos III. für Bischof Pilgrim von 985 zusammen, durch das die in der Mark angesiedelten freien Kolonen des Hochstifts von allen Verpflichtungen gegenüber dem königlichen Fiskus befreit wurden  23). Auch in karolingischer Zeit waren ja, wie wir gesehen

[Anmerkungen]
18) Zu den frühen „civitas“-Nennungen von Melk Michael Mitterauer, Zollfreiheit und Marktbereich (Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich 19, 1969), S. 69.

19) MGH Dipl. 2, S. 582, Nr. 170.

20) MGH Dipl. 3, S. 397, Nr. 317. Reichsrechte in Tulln w erden noch im Lonsdorfer Kodex aus der Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnt (Adam Maidhof, Die Passauer U rbare 1, 1933, S. 219).

21) Zur Entwicklung der Burgbezirksverfassung in Österreich im einzelnen Michael Mitterauer, Zur räumlichen Ordnung Österreichs in der frühen Babenbergerzeit, MIÖG 78 (1970), S. 94 ff.

22) Max Heuwieser, Die Traditionen des Hochstifts Passau (Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte NF 6, 1930), S. 79, Nr. 92. Zur Frage der Echtheit dieser Quelle Oskar Mitis, Studien zum älteren österreichischen Urkundenwesen (1912), S. 83 ff. Ignaz Zibermayr, Das älteste Traditionsbuch des Hochstifts Passau, MIÖG 26 (1905), S. 383 ff. Weitere diesbezügliche Literaturangaben BUB 4/1, S. 3, Nr. 552, Vorbemerkung.

23) MGH Dipl. 2, S. 419, Nr. 21. Wenn hier im Kopfregest nur von Abgaben der Passauer Kolonen die Rede ist, so erscheint damit die inhaltliche Aussage der Urkunde nicht voll erfaßt. Es wird nämlich in ihr derselbe Ausdruck „districtio'" verwendet, unter den das Weistum von 985/91 „collectae“, „donativa“, „opera“, „mansionatica“ und „cetera servitia“ subsumiert. Die im Weistum genannte „familia sancti Stephani“ kann ohne weiteres mit den „liberi cuiuscumque conditionis coloni“ des Kaiserdiploms in Zusammenhang gebracht werden. Die Bezeichnung „familia“ wird in den Quellen dieser Zeit keineswegs nur auf unfreie Leute bezogen. Vgl. dazu Philippe Dollinger, L’evolution des classes rurales en Baviere depuis la fin de l’epoque Carolingienne jusqu’au milieu du X IIIe siecle (1949), S. 242 f.

haben, gerade die Freien zum Burgwerk verpflichtet gewesen. Die bisher dem Markgrafen und seinen Amtleuten geschuldeten Leistungen sollten nach der Urkunde von 985 dem Hochstiftsvogt erbracht werden. Soweit diese Bestimmung das Burgwerk betrifft, könnte daraus geschlossen werden, daß die freien Kolonen nicht, wie man auf Grund des wenig später erstellten Weistums annehmen würde, grundsätzlich vom Burgwerk befreit waren, sondern vielmehr diesen Dienst in Zukunft bei Befestigungsanlagen auf den Besitzungen des Bistums zu leisten hatten. Es wäre dabei in erster Linie an St. Pölten und Zeiselmauer zu denken. Beide Plätze werden im Weistum als „civitas“ bezeichnet.

Die Befreiung von der Leistung des Burgwerks bei den königlichen Burgen der Mark war jedoch zunächst seltene Ausnahme. Sie wurde in der frühen Babenbergerzeit vielleicht nur dann gewährt, wenn der Begünstigte selbst Befestigungsanlagen zu errichten oder instandzuhalten hatte, wie das ja beim Hochstift Passau der Fall war. Man könnte eine ähnliche Situation für die Regensburger Besitzungen im Erlauftal annehmen, zu deren Schutz das „castellum“ Wieselburg angelegt wurde, dessen Erbauung 976 dem Bischof Wolfgang von Kaiser Otto II. gestattet worden war  24). Freilich besitzen wir hier keine urkundliche Nachricht über eine derartige Befreiung. Grundsätzlich aber hatten auch die Immunitätsleute von Hochstiften und Klöstern dem Markgrafen Burgwerk zu leisten. Das zeigt deutlich eine Urkunde Heinrichs IV. für Freising von 1074. Der König schenkte Bischof Ellenhard 100 Hufen bei Bruck an der Leitha am rechten Ufer des Flusses mit der speziellen Auflage „in quolibet castello, specialiter in Miesenburc“ an den Befestigungsarbeiten mitzuwirken  25). „Miesenburc“ ist Ungarisch-Wiesel-


[Anmerkungen]
24) MGH Dipl. 2, S. 231, Nr. 204. Die Urkunde ist zwar auf 979 datiert, die Rechtshandlung erfolgte jedoch schon 976. Uber die Burganlage Hertha Ladenbauer-Orel, Das ottonische Castellum Wieselburg an der Erlauf, Jahrbuch des römisch-germanischen Zentralmuseums Mainz 12 (1965), S. 127 ff., dieselbe, Der Kirchenberg in Wieselburg an der Erlauf, Jb. f. Lk. v. NÖ NF 37 (Festschrift für Karl Lechner, 1967), S. 28 ff. Vgl. dazu auch Mitterauer, Zollfreiheit, S. 150, Anm. 8.

25) MGH Dipl. 6, S. 354, Nr. 276. Die Lage des geschenkten Gutes ausschließlich am rechten Ufer der Leitha ergibt sich aus der Bemerkung der Urkunde, daß der Besitz von König Salomo abgetreten worden sei. Westlich des Flusses aber konnte der ungarische König kaum begütert gewesen sein. Dem widerspricht es nicht, daß zur Charakterisierung der Lage auch Örtlichkeiten diesseits der Leitha angegeben werden. Der in der Urkunde verwendete Terminus „locus“ bezieht sich durchaus nicht immer nur auf die jeweils genannte Siedlung selbst sondern häufig auch auf deren nähere Umgebung. Zur Problematik der Lokalisierung des Schenkungsgutes vgl. Karl Bednar, Zur dritten deutschen Besiedlung des nördlichsten Burgenlandes, Mitteilungen des burgenländischen Heimatschutzvereines 2 (1928), S. 83 ff. sowie Urkundenbuch des Burgenlandes 1 (1955), S. 17.

burg. Diesen Burgplatz hatte König Salomo von Ungarn kurz zuvor zusammen mit fünf weiteren Grenzburgen seinem Schwager König Heinrich abtreten müssen  26). Hier wurde nun seitens des Reiches ausdrücklich die Leistung des Burgwerks verlangt. Auffallend ist dabei vor allem die große Entfernung zwischen den burgwerkspflichtigen Besitzungen des Hochstifts und dem Bezugspunkt der Dienstleistung, die uns Einblick in die weiträumige Erstreckung dieser Burgbezirke des 11. Jahrhunderts vermittelt. Beachtenswert erscheint weiter, daß das Burgwerk bei mehreren Kastellen erbracht werden sollte, wobei jedoch eine bestimmte Burganlage, nämlich die zentrale Komitatsburg, besonders im Vordergrund steht. Für die Beurteilung dieser Urkunde in unserem Zusammenhang ist es verhältnismäßig gleichgültig, ob es sich bei den erwähnten Befestigungsdiensten um eine Neueinführung des deutschen Königs gehandelt hat, oder, was eher anzunehmen ist, um eine bereits vorgegebene ungarische Rechtseinrichtung. Wenn diese von König Heinrich so ohne weiteres übernommen wurde, mußte sie wohl in dessen System der Grenzorganisation gepaßt haben. Zudem ist es sehr wahrscheinlich, daß die in Ungarn allgemein verbreitete Burgwerkspflicht der Freien gegenüber den königlichen Komitatsburgen in Anlehnung an bayerisch-fränkische Vorbilder entstanden ist  27).

Die Formulierung der Urkunde von 1074 läßt keinen Zweifel zu, daß damals im östlichen Grenzgebiet das Burgwerk noch als Befestigungsrobot im ursprünglichen Sinne zu leisten war. Schon in den folgenden Jahrzehnten scheint es jedoch vielfach zu einer Ablöse in Geld gekommen zu sein. Das ist grundsätzlich überall dort zu vermuten, wo der König oder der Markgraf bzw. nach 1156 der Herzog das Burgwerk einer geistlichen Institution überträgt. Keine ganz eindeutigen Schlüsse erlaubt diesbezüglich ein Verzicht Markgraf Leopolds III. auf das „opus urbanum “vom Gut Maiersch bei Gars zugunsten des Klosters Göttweig von etwa 1136  28). Die Urkunde spricht zunächst von einer „traditio“, also einer Übergabe, gleich anschließend jedoch von einem Nachlaß der Burgwerkspflicht, sodaß

[Anmerkungen]
26) Georg Juritsch, Geschichte der Babenberger und ihrer Länder (1894), S. 91, Max Vancsa, Geschichte Nieder- und Oberösterreichs 1 (1905), S. 251.

27 Akos von Timon, Ungarische Verfassungs- und Rechtsgeschichte (1909), S. 270 f. Zur Frage der Orientierung der ungarischen Komitatsverfassung, aber auch der böhmischen Kastellaneiorganisation an westlichen Vorbildern Fischer, Burgbezirk, S. 41 mit ausführlichen L iteraturangaben.

28) BUB 1, S. 7, Nr. 6. Das Gut umfaßte neben Maiersch selbst noch Kotzendorf sowie zwei später abgekommene Siedlungen namens „Gritsanas“ und „Stanindorph“ (FRA II/51, S. 35, Nr. 18; Adalbert Fuchs, Die Urbare des Benediktinerstiftes Göttweig, Österreichische Urbare 3/1, 1906, S. 5 f.). Göttweig hatte den Besitz 1099/1102 bzw. 1106/8 von den Burggrafen von Regensburg erhalten (FRA II/69, S. 196, Nr. 56, S. 198, Nr. 57). Bis dahin waren also die Regensburger Burggrafen dem Markgrafen von diesen Gütern burgwerkspflichtig gewesen. Ein Mitbesitzrecht der Babenberger am Gut Maiersch braucht auf Grund dieser Leistung jedoch nicht angenommen zu werden (so Karl Lechner, Geschichte der Besiedlung und ursprünglichen Grundbesitzverteilung des Waldviertels, Jb. f. Lk. v. NÖ., NF 19, 1924, S. 137).

es schwer zu entscheiden ist, ob hier in Zukunft überhaupt eine derartige Leistung zu erbringen war. Klarer ist die Aussage eines Privilegs Konrads III. für Klosterneuburg von 1147, durch das gemeinsam mit dem Marchfutter auch die „opera“, die bisher von den Kolonen gefordert worden waren, „in usum ecclesie“ übergingen  29). Diese Übertragung „zum Nutzen der Kirche“ kann sicherlich nicht bedeutet haben, daß nun die Klosterleute verpflichtet gewesen wären, auf den Stiftsgütern Befestigungsanlagen zu errichten. Für Burgen auf Klosterneuburger Besitzungen fehlt ja dann auch späterhin jeder Hinweis. Es muß also irgendeine Umwandlung der Burgwerksleistung angenommen werden, die vielleicht schon einige Zeit vor der Übertragung an das Kloster erfolgt sein mag.

Recht deutlich läßt sich dieser Prozeß bei einigen Freisinger Besitzungen in Österreich verfolgen. Aus einem Bericht Bischof Alberts (1158—84) an sein Domkaptel erfahren wir von erfolgreichen Verhandlungen mit dem österreichischen Herzog, auf Grund derer von bestimmten Gütern des Hochstifts und seiner Eigenklöster nur mehr Geldabgaben in festgesetzter Höhe zu erbringen seien  30). Den Niederschlag dieser Abmachungen finden wir in einem Privileg Herzog Heinrichs von 1164 für die Freisinger Propstei Neustift, in dem der Herzog auf alle bisher von den Klosterbesitzungen in Österreich erbrachten Leistungen verzichtet, ausgenommen auf Burgwerk und Marchfutter  31). Diese müssen also damals hier schon reine Geldleistungen gewesen sein. 1189 erhielt dann schließlich Freising sowohl auf den Neustifter Besitzungen in Ebersdorf an der Donau als auch in Hollenburg, Groß-Enzersdorf und Ollern das bisher dem Herzog geschuldete Burgwerk und Marchfutter  32). Beachtenswert erscheint dabei, daß diese Übertragung durch den Kaiser selbst nach vorherigem Verzicht der Babenberger erfolgte, genauso wie ja auch Klosterneuburg das Burgwerk direkt vom König übertragen erhalten hatte — ein deutlicher Hinweis, daß es sich bei der Verpflichtung zum Burgenbau um ein besonders wichtiges und daher lange gewahrtes Reichsrecht gehandelt haben muß  33).

[Anmerkungen]
29) MGH Dipl. 8, S. 313, Nr. 173.
30) BUB 4/1, S. 161, Nr. 812.
31) BUB 1, S. 50, Nr. 35.
32) BUB 4/1, S. 206, Nr. 892. 
33) Eine ganz ähnliche Aufzählung von Hoheitsrechten wie im Privileg Kaiser Friedrichs I. für Freising von 1189 („marhrecht et lantgerihte et burwerch“) findet sich auch in einer Urkunde Kaiser Friedrichs II. für Lilienfeld von 1217 („iudicium quod dicitur lantgerihte et composiciones et banos et marhfutter“). Auch hier wird betont, daß der Landesfürst diese Rechte vom Reich habe („quae forte ad nostram spectant iurisdictionem, quae tamen praefatus princeps donatione nostra et imperii tenuit et tenet"). Die Analogien legen nahe, die „bani“ der Urkunde von 1217 als Burgbann, also als Anspruch auf Burgwerksleistung zu deuten. Vgl. dazu Heinrich Brunner, Das gerichtliche Exemptionsrecht der Babenberger, Sitzungsberichte der phil. hist. Classe der kais. Ak. d. Wiss. 47 (1864), S. 329.

Hinsichtlich der Umwandlung der Burgwerksdienste ist auch bei Melker Stiftsbesitzungen eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. 1217 übergab Herzog Leopold VI. an das Kloster die Vogtei über Landfriedstetten im Erlauftal sowie Burgwerk und Marchfutter in Großaigen (westl. Kilb)  34). Dieser Übertragung ging ein Verzicht des herzoglichen Untervogts During von Radlberg voraus, der bisher mit diesen Rechten auf den Klosterbesitzungen belehnt gewesen war. Eine Geldabgabe „pro opere urbano“ findet sich dann im ältesten Melker Urbar aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert beim Amt Landfriedstetten verzeichnet  35).

Eine Ablöse des Burgwerksdienstes durch Geldabgaben läßt sich keineswegs nur bei kirchlichen Besitzungen nachweisen. Im landesfürstlichen Urbar der späten Babenbergerzeit sind unter den nach der Gräfin Sophie von Raabs an Herzog Leopold VI. heimgefallenen Einkünften bei acht Orten Geldleistungen „pro purchwerch“ eingetragen, und zwar bei Garolden, Hohenau, Triglas, Pleßberg, Tiefenbach, Riegers, Göpfritzschlag und Obergrünbach, alle in einem spät erschlossenen Rodungsgebiet an der oberen Thaya gelegen  36). Diese Nachricht zeigt zweierlei: Zunächst läßt sie den Schluß zu, daß noch in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts an der Grenze gegen Böhmen Burgbezirke mit der charakteristischen Verpflichtung zum Burgwerk geschaffen wurden. In diesen Zeitraum muß nämlich die Einrichtung der Grafschaft Raabs gesetzt werden  37). Das Burgwerk dürfte freilich hier schon früh seine ursprüngliche Funktion als Befestigungsrobot verloren haben. Dann aber ergibt sich aus der Eintragung die interessante Perspektive, daß in diesem Grenzbezirk nicht die Babenberger sondern die Grafen von Raabs berechtigt waren, im Namen des Königs die Burgenbaudienste zu fordern. Darin ist wohl die Nachwirkung einer ursprünglichen Sonderstellung dieser Grafschaft zu sehen, die ihrem Typus nach durchaus den etwas vor ihr entstandenen Markengründungen Heinrichs III. an der böhmischen und ungarischen Grenze an die Seite zu stellen ist  38).

[Anmerkungen]
34) BUB 2, S. 11, Nr. 208.
35) Ignaz Keiblinger, Geschichte des Benedictiner-Stiftes Melk 1 (1851), S. 308, Johann Kummer, Das älteste Melker Urbar, Diss. Wien 1949 (masch.), S. XII.
36) Alfons Dopsch, Die landesfürstlichen Urbare Nieder- und Oberösterreichs (Österreichische Urbare 1/1, 1904), S. 39 ff.
[Eine Abschrift und Online-Link siehe unter 03 Landesfürstliche Urbare…. Im Register 03.1.]
37) Dazu Karl Lechner, Besiedlungs- und Herrschaftsgeschichte des Waldviertels, Das Waldviertel 7/2 (1937), S. 53 ff.
38) Karl Lechner, Die Grafschaft Raabs, Jb. f. Lk. v. NÖ NF 21 (1928), S. 88 ff., vgl. dazu auch Mitterauer, Zur räumlichen Ordnung, S. 119.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 22.6.2025 (zum Jahr 1189):
Für das Verzeichnis der Orte und Namen wurde am 21.6.2025 nach Querverweisen zu anderen Stellen im Alphabet gesucht. Aus Interesse wurde auch nach Calhoch von Ollern (Zeuge, Register D 11, Ministerialgeschlecht der Eisenbeutel) im Internet gesucht.

Der Name fand sich zwar nicht im Internet, dafür ein genaueres Datum zu 1189. In dieser Abschrift wird das Jahr 1189 nur zweimal genannt, aber immer ohne Tag und Monat. Das genaue Datum lautet: 1189 Mai 18.

Die Original-Quelle:

Universität Wien

Diplomarbeit

Titel der Diplomarbeit:
Die Herren von Sonnberg und deren Umfeld.
Ein Ministerialengeschlecht im Weinviertel.

Verfasser Josef Sziderits

Wien, 2013

Seite 33 (im PDF Seite 35):

[Der Aufstieg in die Ministerialität]

Kaiser Friedrich I. überlässt dem Bistum Freising Marchfutter, Landgericht und Burgwerk in Enzersdorf, Ollern, Hollenburg und Ebersdorf nach Rückstellung dieses Reichslehen durch Herzog Leopold und dessen Sohn Friedrich. 1189 Mai 18, Wien. De ministerialibus ducis Austrie: …… Hadmar von Kuenring, Liutwin von Sonnberg……..153)

153) MGH DF I 1004, (BUB IV/1 Nr. 892 205).

Original-Link


Eine letzte Nachricht über das Burgwerk in babenbergischer Zeit findet sich in dem berühmten Falkensteiner Kodex  39). In einer um 1165 entstandenen Eintragung über die Lehen der Grafen von Neuburg-Falkenstein in Österreich wird neben dem Marchfutter auch die „iusticia operum, que in urbibus ducis fieri debent“, von allen Besitzungen der Grafen im Lande genannt, wobei primär an die Herrschaft Hernstein im Piestingtal zu denken ist, nach der sich die Familie ja auch zeitweise nannte. Ob das Burgwerk hier bereits abgelöst war, läßt sich nicht feststellen. Die sehr detaillierten urbarialen Aufzeichnungen des Kodex bringen jedenfalls keinen Anhaltspunkt für eine als Entgelt entrichtete Abgabe. Es ist daher wohl eher anzunehmen, daß der Graf die ihm vom Herzog verliehenen Burgwerksdienste für die Errichtung und Instandhaltung seiner eigenen Wehrbauten nützte. Grundsätzlich zeigt aber auch die Nachricht des Falkensteiner Kodex, daß die Babenberger die ihnen als königlichen Amtsträgern zustehende Leistung schon frühzeitig aus der Hand gegeben haben.

So erscheint das ganze System der Burgwerksleistungen im 12. Jahrhundert in Österreich bereits in voller Auflösung. Die Ursache dafür liegt offenbar in einem grundsätzlichen Wandel in den Formen der Wehrverfassung  40). Die Großfestungen mit ihren weiträumigen Burgbezirken treten seit der Mitte des 11. Jahrhunderts als Organisationsprinzip der Mark immer stärker zurück. In den durch die Feldzüge Heinrichs III. gegen Ungarn und Böhmen gewonnenen Gebieten, vor allem also im heutigen Weinviertel, werden neue Grundsätze der Verteidigungsorganisation angewandt  41). Die Angerdörfer, die hier die dominierende Siedlungsform bilden  42), sind auf eine weitgehend selbständige Verteidigung der Dorfbewohner abgestellt. Die große Fluchtburg verliert damit an Bedeutung. Auf das Dorf als Einheit der Wehrverfassung sind jedoch auch die Hausberge bezogen, die ebenso in dem um die Mitte des 11. Jahrhunderts eroberten Raum ihr Hauptverbreitungsgebiet haben  43). Sie lassen sich vielfach als Sitze landesfürstlicher Dienstmannenfamilien nachweisen  44). Der aufkommenden Ministerialität scheint also in diesem neuen Wehrsystem eine besondere Rolle zugekommen zu sein. Dazu paßt es, daß ja gerade Heinrich III., der wohl persönlich in die Organisation der neugewonnenen Grenzräume eingegriffen hat, ein besonderer Förderer dieser Gruppe der Dienstmannen war

[Anmerkungen]
39) Josef Zahn, Geschichte von Hernstein in Niederösterreich (1889), S. 424 f., BUB 4/1, S. 168, Nr. 823.
40) Klebel, Zur Rechts- und Verfassungsgeschichte, S. 25 ff.
41) Bosl, Markengründungen, S. 418 ff.
42) Adalbert Klaar, Die Siedlungsformen Niederösterreichs, Jb. f. Lk. v. NÖ NF 23 (1930), S. 50 ff.
43) Schad’n, Hausberge, S. 286.
44) Dazu demnächst Michael Mitterauer, Formen adeliger Herrschaftsbildung im hochmittelalterlichen Österreich.

und sie ganz gezielt in seine Politik eingebaut hat  45). Ein Wandel in den Herrschaftsformen, gesellschaftliche Veränderungen und Umstrukturierungen des Befestigungswesens greifen also bei dieser Entwicklung ineinander, wobei schwer zu entscheiden ist, welchen Faktor man als den primären anzusehen hat.

Die neuen Formen der Wehrverfassung haben die alte Burgbezirksorganisation nicht schlagartig verdrängt sondern langsam von innen her zersetzt. Auch bei den Markengründungen Heinrichs III. spielten Großburgen, wie etwa die durch ihn wiedererrichtete Hainburg eine wichtige Rolle  46). Daß es hier noch zu einem voll durchorganisierten Burgbezirkssystem gekommen ist, erscheint jedoch eher als unwahrscheinlich. Es dürfte kein Zufall sein, daß wir für das Weinviertel keinen einzigen Beleg für Burgwerksleistung besitzen. Die hier vorherrschenden, auf kleinräumige Siedelverbände bezogenen Wehranlagen wurden gewiß auch auf Grund einer anderen rechtlichen Basis errichtet. Zwar ist bei den befestigten Sitzen der babenbergischen Ministerialen ein Obereigentum des Markgrafen bzw. Herzogs anzunehmen, doch konnte sicherlich nicht die diesem geschuldete Burgwerksleistung für die Errichtung solcher Anlagen in Anspruch genommen werden   46a). Es handelte sich ja auch im Sinne der Zeit zunächst keineswegs um Burgen sondern vielmehr um „feste Häuser“, wie das noch in der späteren Bezeichnung „Hausberge“ durchaus rechtlich exakt zum Ausdruck kommt.

Die frühzeitige Auflösung der Burgbezirksverfassung hat dazu geführt, daß uns für die ihr entsprechende Institution der Burgwerksleistung nur sehr wenige direkte Zeugnisse überliefert sind. Neben solchen Erwähnungen des Burgwerks in urkundlichen Quellen haben wir jedoch noch eine zusätzliche Möglichkeit, die Verbreitung und vor allem den jeweiligen räumlichen Rahmen dieser Verpflichtung für das Gebiet der babenbergischen Mark auf indirektem Wege zu erschließen. Die Pflicht zum Bau, zur Instandhaltung und zur Bewachung der zentralen Burg entspricht nämlich ursprünglich nicht nur das Recht auf Zuflucht bei Feindgefahr sondern auch das Recht auf zollfreien Einkauf von Hausbedarfsgütern bzw. Verkauf von Eigenbauprodukten auf dem der Burg zugehörigen Burgmarkt  47). Solche Zollvorrechte sind uns seit dem 13. Jahr-

[Anmerkungen]
45) Karl Bosl, Die Reichsministerialität der Salier und Staufer (Schriften der Monumenta Germaniae historica 10, 1951), vor allem S. 48 ff.
46) Ernst Klebel, Altenburg und Hainburg, MIÖG 47 (1933), S. 57 ff.
46a) Soweit solche Ministerialensitze innerhalb eines alten Burgbezirks angelegt wurden, ist wohl Burgwerksbefreiung der zugehörigen Holden gegenüber dem Markgrafen anzunehmen. So fehlen etwa unter den nach Wien burgwerkspflichtigen Orten gerade jene, nach denen sich landesfürstliche Ministerialen nennen (vgl. dazu Ernst Klebel, Besprechung von Otto Brunner, Die Finanzen der Stadt Wien, in Jb. f. Lk. v. NÖ., NF 22, 1929, S. 389, sowie u. Anm. 50).
47) Beyerle, Zur Wehrverfassung des Hochmittelalters, S. 31 ff., Mitterauer, Zollfreiheit und Marktbereich, S. 77 ff.

hundert in großer Zahl überliefert. Trotz vielfach auftretender jüngerer Überschichtungsprozesse ermöglichen sie es, ursprüngliche Zuordnungen der Bevölkerung zu Burgmittelpunkten zu erschließen und damit die Burgbezirksverfassung der babenbergischen Frühzeit in ihrem räumlichen Erscheinungsbild sehr weitgehend zu rekonstruieren  48).

Als wichtigste Zentren ergeben sich dabei wieder die schon mehrfach erwähnten Burgplätze entlang der Donau: Ybbs Melk, Krems, Tulln, Neuburg und Wien. Abseits des Donautales treten Mödling und Eggenburg hervor. In den von den Donauburgen aus erfaßten Großräumen erscheinen zum Teil Sekundärzentren, die ihrerseits wiederum alte Burgplätze sind, so etwa neben Tulln, Herzogenburg, St. Pölten und Wilhelmsburg. Für die zugeordneten Burgbezirke läßt sich zum Teil eine sehr weite Ausdehnung erschließen. Mit Ybbs war sehr wahrscheinlich das ganze Gebiet von der Westgrenze der Mark bis über Pöchlarn hinaus verbunden. Der im Westen anschließende Melker Bereich erstreckte sich bis Dürnstein und Rossatz. Der ganze Raum der babenbergischen Mark des ausgehenden 10. und der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts erscheint in dieser Weise untergliedert. Im Weinviertel und in den Rodungsgebieten des oberen Waldviertels fehlen hingegen in Entsprechung zu den hier angewandten veränderten Formen der Wehrverfassung auch die typischen Zollvorrechte vollkommen.

Der grundsätzliche funktionale Zusammenhang zwischen Burgwerksleistung und Zollfreiheit deutet erneut darauf hin, daß die Burgen, zu denen derartige rechtliche Zuordnungen des umliegenden Siedlungsraumes zu erkennen sind, keineswegs nur Befestigungsanlagen waren. Diese Burgen erscheinen vielmehr als zentrale Orte schlechthin, bei denen Funktionen der Wehr- und Wirtschaftsverfassung in engstem Zusammenhang stehen. Dieser ältere Typ der königlichen bzw. markgräflichen Großburgen der babenbergischen Frühzeit, der rechtlich von anderen Formen von Wehranlagen scharf zu trennen ist, erscheint prinzipiell mit einem Markt verbunden und wird so zum Ansatzpunkt späterer Stadtentwicklung.

In diesen aus Burgbezirksmittelpunkten hervorgegangenen städtischen Siedlungen leben dann auch Reste der alten Burgwerksleistungen weiter. Die im Spätmittelalter den Stadtbürgern allgemein auferlegte Pflicht zu „robot, zirk und wacht“  49) ist offenkundig ein Relikt des einstmals den Bewohnern des ganzen Burgbezirks zukommenden Aufgaben. Nur ganz vereinzelt begegnen solche Verpflichtungen auch noch bei Bewohnern ländlicher Gemeinden  50). Wenn dann in der Zeit Kaiser Friedrichs III. in

[Anmerkungen]
48) Ebenda, Anhang, Karte 2, im Text Einzelnachweise zu der hier gebotenen Zusammenfassung.
49) Otto Brunner, Land und Herrschaft (1959 4), S. 352.
50) Die Verpflichtung zu Hand- und Spanndiensten bei der Befestigung der Stadt Wien hatten im 15. Jahrhundert neben den Stadtbürgern selbst die Leute aus 22 Dörfern der Umgebung, nämlich Heiligenstadt, Nußdorf, Grinzing, Ober- und Untersievering, Salmannsdorf, Neustift, Pötzleinsdorf, Weinhaus, Währing, Dornbach, Hernals, Ottakring, Penzing, Hietzing, Hütteldorf, Lainz, Speising, Brunn, Enzersdorf, Siebenhirten und Inzersdorf (Otto Brunner, Die Finanzen der Stadt Wien von den Anfängen bis ins 16. Jahrhundert 1929, S. 375). Zum Unterschied von den generellen Mandaten dieser Zeit, die die Beteiligung an Robotarbeiten innerhalb eines bestimmten, nach Meilendistanzen angegebenen Distriktes geboten, finden sich hier die verpflichteten Orte einzeln aufgezählt, was auf eine ältere Wurzel hinweisen könnte. Dasselbe gilt für ein Bittschreiben der Bürger von Krems von 1477 an die Leute von Rehberg, Senftenberg, Imbach, Stratzing und Langenlois, sie bei der Erneuerung der Stadtmauer zu unterstützen (FRA III/1, S. 136, Nr. 218). Ein Mandat des Landesfürsten aus dem folgenden Jahr bietet grundsätzlich alle im Umkreis von 6 Meilen um die Stadt Ansässigen zur Befestigungsrobot auf (FRA III/1, S. 139, Nr. 222).

Nieder- und Oberösterreich sehr häufig die Landbevölkerung zur Instandsetzung der Stadtbefestigungen aufgeboten wird — fast durchwegs in einem nach Meilendistanzen bemessenen Umkreis um die Stadt —, so ist hier gewiß keine direkte Kontinuität zu Rechtsverhältnissen aus der Frühzeit der babenbergischen Mark zu sehen  51). Freilich legt die auffallende Analogie dieser Verpflichtungen zum hochmittelalterlichen Burgwerk den Gedanken nahe, daß es sich um eine Wiederbelebung älterer Formen der Wehrverfassung gehandelt hat, die in ihrem Prinzip also wohl noch bekannt gewesen sind.

51) Brunner, Land und Herrschaft, S. 353; vgl. auch Klebel, Zur Rechts- und Verfassungsgeschichte, S. 24.

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 27   1978/79, Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich

Hier gelangen Sie zum Original-PDF (LINK)

Neue Folge 44/45
Redigiert von Max Weltin und Andreas Kusternig
Verein für landeskunde von Niederösterreich und Wien.

Artikel: Landesherr und Landherren zur Herrschaft Ottokars II. Premysl in Österreich.
Von Max Weltin

Seite 159 – 160:

Die ministerielles Austrie

Heinrich Siegel hat gelegentlich bemerkt, daß in Österreich die Dienstmannen bis ins 13. Jh. hinein als ministeriales ducis oder ministeriales domini terre videlicet ducis bezeichnet werden, von der Mitte dieses Jahrhunderts aber regelmäßig als ministeriales terre oder ministeriales Austrie. […] Außer den schon genannten Kuenringern und dem Schenken von Haßbach werden — ohne hier Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen — noch folgende Adelige als ministeriales Austrie bezeichnet: […] Wolfker von Kogel, […]

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 28   1980, Tulln, Stadt und Bezirk

Tulln, Stadt und Bezirk
Herausgegeben von der Bezirkslehrerarbeitsgemeinschaft Tulln
1980
 

Seiten 34-49: Das Tullner Heimatmuseum
Artikel von Josef Köstlbauer

Seite 106: Kogl
[...] Die Burg bestand bereits im 12. Jh.. 1763 wurden die Steine der Ruine zum Bau der Kirche und des Pfarrhofes verwendet. Grabungen im Jahre 1909 legten Reste der 1. und 2. Ringmauer bloß.

Das Land um Sieghartskirchen
Robert Heinike

Seiten 96 bis 110:

Es scheint, daß die jeweiligen Besitzer der Festung Ministerialdienste bei den österreichischen Herrschern leisteten. Die Burg bestand bereits im 12. Jahrhundert. 1763 wurden die Steine der Ruine zum Bau der Kirche und Pfarrhofes verwendet. Grabungen im Jahre 1909 legten Reste der 1. Und 2. Ringmauer bloß. Nach dem Verfall der Burg (Türken 1529) kam diese zur Herrschaft Rappoltenkirchen. Und nun ein interessantes Ereignis aus dem Jahre 1408: Am 9. April berief Herzog Leopold Abgeordnete der Stadt Wien nach St. Pölten. Bürgermeister Konrad Vorlauf folgte mit 5 Räten der Einladung. Als sie auf der Rückreise die Höhen des Riederberges passierten, wurden sie von geharnischten Rittern, an der Spitze Hans von Laun überfallen. Es gab einen Toten und Verwundete. Vorlauf und zwei Räte wurden gefesselt auf die Burg Kogl gebracht, die anderen waren geflüchtet. Herzog Leopold hatte nämlich in St. Pölten den Stadtrat von Wien von der Erlegung einer Summe zugunsten einer Forderung des Ritters von Laun enthoben. Dieser war nun Gläubiger geworden. Wahrscheinlich hatten sich der Bürgermeister und die Stadträte geweigert, das Geld zu zahlen, daher der Überfall. Nach Erlegung eines Lösegeldes von 200 Pfund Pfenningen wurden die Gefangenen entlassen. (Frühwirt, TG 1927)
[Abschrift des Textes siehe unter im Register Nummer C 20.]

Veröffentlich am 26.7.2025

C 29   1987, Heimatbuch Abstetten, Roland Dobersberger

Seite 49:
Das Raubritterwesen griff um 1400 immer mehr um sich. Vor allem im Norden des Landes wütete Johann von Lamberg, der „Sokol“ Falke genannt wurde und unter dem verballhornten Namen „Scheckel“ noch nach Jahrhundertein ein Kinderschreck war. Im Streit um die Vormundschaft des minderjährigen Albrecht V. kam es im ganzen Land zu Aufruhr und Unruhe. Auch in Wien kam es zu Parteienstreiten. 1408 wurde der Wiener Bürgermeiste Konrad Vorlauf, auf dem Weg von St. Pölten nach Wien, östlich des Riederbergsattels gefangengenommen und bis zur Bezahlung eines ansehnlichen Lösegeledes auf der Burg Kogl eingesperrt.

Veröffentlich am 26.7.2025

C 30   1994, Beiträge zu einer Ortskunde von Kogl und Penzing, Verschönerungsverein Kogl

Genehmigung zur Veröffentlichung vom 27.9.2023.

Seite 17-19:
Kapitel: Die ehemalige Burg Kogl
 
In Kogl stand einst eine mächtige Burg. Sie erhob sich auf einem zum Teil aus dem Gelände herausgeschnittenen und künstlich aufgeworfenen Hügel, den man heute noch als Schloßberg bezeichnet. Auch der Flurname Burggraben erinnert an die Zeiten, da die Burg stolz ins Land schaute. Sonst zeugen nur wenige Mauerbrocken, die auf dem Hausberg umherliegen, von der einst so gewaltigen Veste. Im Gelände lassen sich noch gut ihre Grundrißformen und der Verlauf der Wälle und Gräben erkennen. Sie hatte drei Ringmauern. (Quelle: Büttner)

(Postkartenansicht „Die ehemalige Burg Kogl.“)   Siehe im Register 01 Karten Nummer 07_Postkarte_Ruine_1760.
 
Die neueste Forschung stellt fest, daß die Burg Kogl viel älter als ihre erste urkundliche Nennung ist (1261). Der Hügel, der einst die Burg trug, weist die typischen Merkmale eines Unterbaus einer Hausberganlage auf. Der Forscher Hans P. Schadn bezeichnet die ehemalige Burg als eine „Mauerburg“ auf Erdunterbau, der die Auflösung der Hausbergform zeigt. (Quelle: Schadn)

Schon im Jahre 1455 ist die Burg Kogl als Öde (Ruine) ausgewiesen. Am 25. April dieses Jahres empfing Burkhart Kynberger das „öd Haus und purkhstall zu dem Kogl auch mit allem Zubehör“ zu Lehen. (Quelle: Topographie von Niederösterreich)

Als im Jahre 1763 das bayrische Stift Baumburg in Kogl den Pfarrhof (Kogl Nr. 11) erbauen ließ, wurden Teile der Ruine als Baumaterial abgebrochen. 1834 muß die alte Veste Kogl noch sehenswert gewesen sein, da waren diese, der Buchberg und der Maidhof – das ehemalige Schloß der Ritter von Hagenau – Ziel eines Ausfluges des Erzherzogs Ludwig, eines Bruders des Kaisers Franz. Erzherzog Ludwig war damals Besitzer des Reichersbergerhofes in Weinzierl bei Ried. Von jetzt an geht es mit dem Abbruch rasch. Zu jedem Bau wurde Steinmaterial von der Ruine geholt (Kerschbaumer – Überlieferung). „Die Ortsbewohner haben es bisher getan und fahren noch immer fort, daselbst die Steine zu ihren Baulichkeiten zu holen, daß man bald wird den Platz suchen müssen, wo diese Veste einst gestanden habe.“ (1836, Quelle: Schweickhardt)

Nach dem großen Schadenfeuer des Jahres 1883 war es mit ihr zu Ende, der Wiederaufbau der Häuser forderte die letzten Mauerreste. Um die Jahrhundertwende wurde eine schachtartige Vertiefung auf der Plattform zugeschüttet. Es ist durchaus möglich, daß sich im Inneren des Hausbergs noch Hohlräume (Keller, Burgverließ) befinden. Die Überlieferung erzählt dazu die Geschichte von einem Hund, den sein Herr, der Jägerbursche Großschopf aus Kreuth, in ein Loch hetzte, das in den Berg führte, und der dann nicht mehr zurückkonnte. Drei Tage lang soll man das verzweifelte Bellen des Hundes aus dem Inneren des Berges gehört haben. Die beiden Stollen, die in den Hügel, bzw. in den Plateauabhang führen, der südlich vom Schloßberge liegt, haben wohl keinen Zusammenhang mit der Geschichte der Burg, wenn sich auch das Volk noch heute erzählt, daß ein geheimer Gang die Burg Kogl mit dem Schloß Rappoltenkirchen verbunden habe. Die Eingänge beider Stollen sind verschüttet. Die Grabungen, die in der letzten Zeit von Laien im Bereiche des Hausberges durchgeführt wurden, ergaben einige mittelalterliche Tonscherben, sonst hatten sie keinen Erfolg. (Quelle: Überlieferung)

Urkunden, die über die Burg Kogl melden, sind verhältnismäßig viele erhalten. Die ältesten aus dem Jahre 1261 stammend, verwahrt das Tullner Stadtarchiv. In diesem Jahr verleiht Ottokar, König von Böhmen und Herzog von Österreich, den Tullner Stiftsleuten die selben Rechte und Freiheiten wie sie die Schiffer von Wien haben, darunter Steuerfreiheit.

Unter den Zeugen dieser Urkunde scheint auch ein Wolfgherus de Chogel auf. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß dieser der damalige Besitzer der Burg war. (Quelle: Kerschbaumer)

Der Ort mit seiner festen Burg bestand schon im 12. Jahrhundert, obwohl die erste Nennung als babenbergisches Amt erst in den landesfürstlichen Urbaren von 1220 – 1240 aufscheint. Um diese Zeit war der Wiener Wald als landesfürstliches Verwaltungsgebiet in Ämter gegliedert. In den erwähnten Urbaren werden als Waldämter genannt: Laab, Kogel, Mauerbach, Dornbach, Alland und Klosterneuburg. (Quelle: Schachinger – Der Wienerwald)
Siehe unter 03 Landesfürstliche Urbare im Register 3.1.

[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 9.9.2024:
In der Vorwoche erhielt ich von der NÖ Landesbibliothek eine Ausgabe von Schad’n – Hausberge und aus Privatbesitz ein Exemplar von Schachinger – Wienerwald. Eine Abschrift muss noch gemacht werden.]
Aktueller Stand: Veröffentlicht unter dem Register A 9.1 heute am 26.7.2025.

Kogl dürfte 1186 wie Rappoltenkirchen durch die steirischen Herzoge an die Hochfreien von Lengenbach, deren Machtbereich sich um 1200 zwischen Traisen und Wiener Wald erstreckte, gekommen, aber bald wieder babenbergisch geworden sein.

1240 waren im Gerichts- und Verwaltungsbezirk der Herren von Lengenbach Sitz von Ämtern der Babenberger Lengbach, Kogl und Sitzenberg. 1261 – 1276 ist neben Wolfgherus auch Gottschalk von Kogl bezeugt, Konrad und Wigant Eisenpeutel von Kogl oder Osterberg werden 1291 – 1308 genannt. (Quelle: Büttner)

Eine im Landesarchiv aufbewahrte Urkune berichtet, daß „Ludwig vom Kogl“ Forstmeister in Österreich, im Jahre 1321 einen Hof in der Aw dem Herrn Niklas von Ezlarn um 400 Pfund Pfennig verkaufte. (Unter Aw ist Au am Kracking gemeint.) – Ob das Amt eines Forstmeisters in Österreich mit dem Waldamte zusammenhängt, läßt sich nicht sagen.

Weichhart von Toppel, Hofrichter von Österreich, verkauft mit seinen Söhnen Hans und Niklas 1335 „das Haus zu dem Chogel und was darzu gehöret“ um zwölfhalbhundert Pfund Wiener Pfennige. (Die betreffende Originalurkunde befindet sich im Haus-, Hof- und Staatsarchiv.) Das Wappen der Besitzer der Veste Kogl ist aus einer Urkunde aus dem Jahre 1334  *) ersichtlich, die im Stiftsarchiv Melk aufbewahrt wird. (Was es darstellt, ist nicht genau ersichtlich. Angeblich soll es ein Hahnenschweif sein.) Die Urkunde nennt die Brüder Reinprecht und Leopold von Chogel, Söhne des Konrad von dem Chogel, welche dem Abt Friedrich von Melk 6 Joch Äcker im Sierninger Felde bei Haunoldstein um 30 Pfund Wiener Pfennige verkauften. Die Herren von Kogl scheinen nicht gut gewirtschaftet zu haben, denn eine Urkunde aus dem Jahre 1394 besagt: „Jörg der Choblinger front Gemsel dem Seebecken die Fest Chogel.“ (Quelle: Kerschbaumer)  

*) Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 29.6.2024:
Kein Abschreibfehler. In allen anderen Quellen wird aber das Jahr 1344 angegeben!

Die Ritter Seebeck – ihre Stammburg war Seebach bei Neulengbach – waren mit Unterbrechungen von 1394 bis 1468 im Besitze der Veste Kogl. Sie waren ein einflußreiches, weitverzweigtes Rittergeschlecht und saßen um diese Zeit auf anderen wichtigen Burgen, so auf Rappoltenkirchen, Baumgarten, Thurn (Unterturm) und Seebenstein. (Quelle: Büttner)

Es ist möglich, daß auch die Ritter von Kogl, dem Beispiele vieler ihrer Standesgenossen folgend, zu Raubrittern wurden. Erwiesen ist es nicht. Jedenfalls verfiel die Burg nicht dem Strafgerichte Herzog Albrecht IV., dem Geräume, welches 1402 an seines Amtes waltete, denn ihr ungebrochener Bestand ist im Jahre 1408 noch urkundlich belegt. In diesem Jahre spielte die Burg eine gewisse Rolle im Zwist der herzoglichen Brüder Leopold und Ernst. Beide stritten sich um die Vormundschaft über ihren minderjährigen Neffen Albrecht V., den Sohn Albrecht IV. Jeder der beiden streitenen Brüder hatte seine Partei in Schlössern, Städten und Klöstern, und diese Parteien bekämpften einander. Hervorgerufen durch Anhänger Leopolds, unter denen sich berüchtigte Elemente befanden, kam es schließlich in Wien zu einem Aufstand. Der Aufstand wurde durch das rasche, energische Eingreifen des damaligen Bürgermeisters Konrad Vorlauf dadurch im Keime erstickt, daß er fünf angesehene Handwerker am 8. Jänner 1408 wegen versuchter Meuterei enthaupten ließ. Diese voreilige Strenge wurde dem Bürgermeister von Herzog Leopold und seiner Partei als politischer Racheakt ausgelegt und übel angerechnet. Nachdem Leopold, nach Einigung mit seinem Bruder, die Vormundschaft übernommen hatte, berief er am 9. April 1408 Abgeordnete der Stadt Wien nach St. Pölten zu Verhandlungen. Der Aufforderung folgten Bürgermeister Konrad Vorlauf und fünf Stadträte. Auf der Rückreise wurde die Wiener Abordnung am Palmsonntag 1408 von Parteigängern des Herzogs Leopold trotz des erhaltenen Geleitbriefes überfallen. Die Reisenden hatten gerade den Rieder Berg passiert, da fielen über sie geharnischte Männer her, an der Spitze ein Ritter Hans von Laun. Beim Kampf wurde der junge Ratsherr Niklas Fluschhart getötet, einige entkamen durch Flucht und drei, nämlich der Bürgermeister Vorlauf mit den Räten Hans Rock und Niklas unterm Himmel, wurden gefangen genommen und gebunden auf die Burg Kogl gebracht.

Hans von Laun hatte eine angebliche Geldforderung an die Gemeinde Wien, die von der Wiener Abordnung in St. Pölten nicht anerkannt worden war. In jener Zeit der adeligen Privatfehden war eine gewaltsame Austragung eines Rechtstreites keine Seltenheit, und so wollte sich auch Hans von Laun durch eine Akt der Erpressung an der Wiener Abordnung schadlos halten. Damals gebrauchte man für ein derartiges Unternehmen den Ausdruck „Schanzen“. Er forderte von seinen Gefangenen ein Lösegeld von 200 Pfund Pennigen (2000 fl), und Vorlauf mußte für sich und seine mitgefangenen Kollegen eine sogenannte Urfehde unterschreiben, in welcher er für sich und seine Erben gelobte, sich an Hans von Laun und seinen Helfern nicht zu rächen.

Die Gefangenen verließen Kogl, erlangten aber erst nach weiterer Haft in den Burgen Kreuzenstein bei Korneuburg und Ternitz bei Wiener Neustadt am 20. Juni 1408 (Fronleichnamstag) durch Vermittlung des Herzogs Ernst ihre Freiheit und kehrten nach Wien zurück.

Bald darauf zettelten die Anhänger Leopolds neuerlich einen Aufstand an. Vorlauf und zwei Räte wurden als Anhänger des Herzogs Ernst verhaftet und vier Tage später nach einem Schauprozeß am 11. Juli am Schweindemarkt hingerichtet. Die Erregung über diese Opfer politischer Machtkämpfe war sehr groß.

Die Burgruine kam dann in den Besitz der Herrschaft Rappoltenkirchen. Im Gültbuche ist die Summe vermerkt (1560), die das „Ambt am Khogel“ von gestifteten und behausten Gütern (Quelle: Kerschbaumer) an Gülte trug.

Aus dem Jahre 1594 berichtet eine Urkunde (Kaufanschlag) über die „Veste Rappoltenkirchen … sambt der Oeden Burgstall zumm Kogel, so vormals gleichermaßen ein Edelmannsics gewesen. Aber nun alle Gült und Güter öden Sics zu Vesten Rappoltenkirchen einverleibt sein.“ (Quelle: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, Jg. XI; Kerschbaumer)
[Abschrift siehe unter 03 Landesfürstliche Urbare,… im Register 3.4.]

Im Jahre 1627 melden die Brüder Adam, Seyfried und Siegmund von Mallendin den Verordneten der löblichen Landschaft Österreich unter der Enns, daß sie ihr erblich angefallenes Gut Rappoltenkirchen „samt dem öden freien Edelmannsitz Purkstall zum Khogel“ an Bernhard Freiherrn von Questenberg verkauft haben. Noch einige Male wechselte das Gelände, auf dem sich einst die Burg erhob, den Besitzer. Heute ist es Eigentum der Gemeinde Kogl. (Quelle: Kerschbaumer)

Es wird oft behauptet, daß die Burg von den Türken zerstört worden sei. Sie war aber bereits 1455 eine Ruine. Ein späterer Wiederaufbau und die Zerstörung durch die Türken ist geschichtlich nicht belegt.

Quellen: Büttner – Burgen und Schlösser, Schadn, Topographie von Niederösterreich / Kerschbaumer / Schweickhardt / Überlieferungen / Schachinger – Der Wienerwald / Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, Jg. XI

Veröffentlich am 26.7.2025

C 31   1998, Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes, W. Twerdy

Abschrift aus Original im Gemeindebesitz.

IV. Kogl – Chogel
(Burgruine im GB Tulln)

Nach 1236 waren im herzoglichen Urbar in Purchstall apud Rapotenkirchen 9 urnas vinii Pergrecht als Erbe nach den Hochfreien von Lengenbach eingetragen. Anmerkung 1)
(nach 1236, Öst. Urbare I/1, 287)
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 1.9.2024:
Die Quellenangabe 287 ist keine Seitenangabe sondern die laufende Nummerierung der Einträge. Die Abschrift siehe unter 03 Landesfürstliche Urbare…. im Register 3.1, erster Online-Link Dopsch, 1904.

Mit Rappoltenkirchen könnte auch Burgstall durch Markgraf Leopold III. für seine Schwester Elisabeth an Markgraf Otakar von Steiermark gekommen sein. 2)
(1095, nach 12. Oktober, Preuenhuber, Annal. Styrens., S 364)
Online-Recherche 1.9.2024:  
'Preuenhueber, Valentin: Valentin Preuenhuebers Annales Styrenses, samt dessen übrigen Historisch- und Genealogischen Schriften', Image 386 of 566 | MDZ (digitale-sammlungen.de)
Seite 363 ist Online „Scan 386 / 566“.
Es hat aber auch die Gravschaft Steyer damals und hernach mit deren Gebieth und Bezirck weit umb sich griffen, denn hierzu die Statt Steyer, die Refier über die Ennß biß gegen Waidhoven, und einwerts neben gedachtem Wasser, das Gafflentzgew, und wo jetzo der Marck Weyer liegt, das Ennßthal, der Gaiß- und Ennßwald (von welchem Albero der Grav von Steyer der Waldgraff genennt worden) sowohl nach dem Steyerfluß hinein das ganze Steyer- oder Gästenthal, das Clauß- oder Pierngebürg, und Jenseit der Steyer, die gegent umb Dietbach, wo jetzo das Closter Gleinck ligt, also auch Ennß und selbe Refier, gehörig gewest, darzue auch kommen die gegent zu Wilhelmspurg biß in die Piestnick, Hertzogburg, Cheldorff, Oßrahm, Rapottenkirchen, Gumpoltskirchen und anders mehr in Oesterreich gelegen, so Marggrav Leopold der dritt zu Oesterreich seiner Tochter Elisabeth, Marggrav Ottocari II. zu Steyer Gemahel, zum Heyrathgut und außsteurung geben. […]

Quelle: Valentin Preuenhuebers Annales Styrenses, samt dessen übrigen Historisch- und Genealogischen Schriften, Zur nöthigen Erläuterung der Oesterreichischen, Steyermärckischen und Steyerischen Geschichten. Aus der Stadt Steyer uralten Archiv und andern glaubwürdigen Urkunden, Actis Publicis und bewährten Fontibus, mit besondern Fleiß verfasset. Nürnberg, Anno Christi MDCCXL. [1740, Verlag Schmidt]


Daher wird eine Aufzeichnung im Klosterneuburger Traditionscodex hierher bezogen. Wolfgangus de Purchstall und seine Hausfrau Belmia gaben ein Predium in Rorigenbach, 1/2 Manse und Weingarten an den Marienaltar in Neuburg. 3)
(1130/36, F II/4, 501. Nach R. Büttner, Burgen und Schlösser 5, S 47)

Vermutlich kam also Burgstall bei Rappoltenkirchen mit dem letzten Otakar an die Lengbacher. 4)
(vor 1192. MGD Chr. III, S 710)

Die erste gesicherte Nennung von Kogl bezieht sich auf die österreichischen Urbare aus 1260/80. Darnach waren in das Amt Chogel 40 mod. Hafer und 300 Hühner abzuliefern. 5)
(1260/80, Öst. Urbare I/1, S 53)
Siehe unter 03 Landesfürstliche Urbare… im Register Nummer3.1.

1255 waren Wolfgang und Chunrad, die Brüder von Chogil, Zeugen für den Verkauf von Purchartsdorf durch die Brüder von Schönberg an Heinrich den Dapifer von Kreuzenstein. 6)
(1255. 14. Feber, Wien, Orig. HHSTA, Not. Blatt 1843, S 72, OÖUB III, S 219)

Wolfgerus de Chogil wurde auch 1274, 1275 und 1276 genannt. 7)
(1274. 27. Juli, HHSTA, U StM IV, 518, et
1275. 23. März, Wien, HHSTA, Q I/3, 2814 et
1276, 6. Jänner, HHSTA, U StM IV., 582)

Abschrift der Urkunden 1275 und 1276 siehe im Register 2.17.3 und 2.17.4.

Ein Gotschalchus de Chogil war bereits 1271 genannt. 8)
(1271. 13. Juli, Lengenbach, in einer Urkunde des Friedrich dapifer de Lengenbach und dessen Gattin Elisabeth HHSTA, F II/1, CIX, S 125 und
2. Urkunde F II/1, CX, U StM IV., 420)

Eine Abschrift aus Fontes Rerum Austriacarum (Recherche 20.7.2024) und der Zeugen (Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich) siehe unter 02 Urkunden im Register 2.4.

Über dieses Geschlecht oder die Geschlechter kann keine Aussage gemacht werden. Siegel sind nicht erhalten, obwohl die Urkunden im HHSTA liegen. Es könnte sich aber um Angehörige der Eisenbeutel gehandelt haben, von denen nur Chunrad II. von 1252 – 1281 nachweisbar ist. 9)
(R. Büttner, Die Eisenbeutel, JB f. LK NÖ 38, 1968/70, S 282.)
LINK aus ZOBODAT – 
www.zobodat.atJb-Landeskde-Niederoesterreich_38_0243-0282.pdf (zobodat.at)

Die Burg mag auf dem heute Schloßberg genannten Berg gestanden sein, an dessen westlichen Abhang das gleichnamige Dorf liegt. Das nahe gelegene Rappoltenkirchen kann nicht direkt erreicht werden. Man muß der kleinen Tulln entlang nach Norden fahren, um dann nach einer Abzweigung wieder zurückfahrend Rappoltenkirchen zu erreichen. Nur die Verbindung nach Grabensee zur großen Tulln ist ohne Schwierigkeiten entstanden. Eine alte Verbindung mag in das Tal der Dürren Wien aber auch nach Anzbach bestanden haben. So wird das Gebiet den Lengenbachern zugeschrieben, die 1236 ausstarben und ihren Besitz dem Landesfürsten beziehungsweise den Eisenbeutel zubrachten.

Chunrat der Eisenbeutel von Chogel war 1284 Schiedsrichter und Siegler für die Güterteilung zwischen Wetzel von Charlstetten und seinen Bruder Albert von Michelstetten. 10)
(1284. 21. Oktober, Wien, HHSTA. Diese Urkunde ist dewegen beachtenswert, da ein Zusammenhang zum Geschlechte der Topler bestehen müßte, die später Kogel, aber auch Karlstetten besaßen!)

Er wurde auch noch 1291 genannt. 11)
(1291. 24. April, HZBG, U XX. Hier wird er Chunrad ferreburse genannt.)
[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 5.7.2024:
Abschrift 02 Urkunde im Register Nummer 2.7]

Dieses Geschlecht, das ja als Ministeriale der Lengenbacher angesehen wird, besaß schon 1281 Chogel. 12)
(1281. 3. Mai, HHSTA, Konrad der Eysenpeutel von Chogel überließ der Kirche in Salzburg um 50 Pfennige den Ritter Ulrich von Hasendorf., BÖ-Re. V., reg 1284, S 314)
[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 6.7.2024:
Abschrift 02 Urkunde Urkunde im Register Nummer 2.5]

Über die Herkunft dieses Geschlechtes ist trotz vielseitiger Forschung nichts bekannt geworden, damit fehlt auch der älteste Ansitz dieses Geschlechtes.

Das Stift Kloster Neuburg führte für 1303/05 1 Benefizium in Rornbach an, das damals Wilhelm von Pirbaum innehatte. 13)
(1303/06, F II/28, S 145)

Die Schenkung des Wolfgerus de Purchstall von 1130/36 ist damit bestätigt. Weigand der Eisenbeutel, der Sohn des Chunrad, verkaufte 1311 die Feste, die als innerhalb des Rorenpecher Berges gelegen, beschrieben wurde, um 1200 Pfund an den Forstmeister Ludwig von Döbling, der sie von Herzog Friedrich zu lehen nahm. 14)
(1311. 9. Feber, Wien, HHSTA, Pfandschaften, Lichn. III, 96 et AfKÖG 1849, S 535, U 35, Lichn. III., CCCXXXIV, J. Chmel, Gesch. Fr. d. Schönen. Weigand hat im gleichen Jahr mit seiner Frau Tuech-Tuta dem Forstmeister auch seinen Hof zu Krotendorf, früher bei Strebersdorf, verkauft. F II/10, CXXXV)

Ludwig nannte sich daraufhin mit seiner Frau Geisel, von Kogel. 15)
(1321. 13. Juli, Wien, NÖLA, U 127)
[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 6.7.2024:
Abschrift 02 Urkunde Urkunde im Register Nummer 2.10]

Weigand hatte mit seiner Frau Tuta 1313 auch das Gut Dietrichsdorf an Ludwig von Zelkin verkauft, das Lehen des Wernher von Schaunburg war. 16)
(1313. 24. April, Wien, Reg. Zelking, nach Strein Manuser., NÖLA Wien) 
Online-Recherche am 1.9.2024:
LINK Heraldisch-genealogische Zeitschrift - Google Books
Abschrift: [Nummer] 132. 1313. an sand Georgen Tag (April 24. Wien.
Ludwig von Zelking nimmt das Gut zu Dietrichsdorf, das er von Weigand dem Eisenbeittel und Frauen Trautten, dessen Hausfrau, gekauft, von Herrn Wernhart von Schowenberg zu Lehen.
Unter den Zeugen; her Otte von Zelking mein veter.
(Strein’sches MG. im ständischen Archive in Wien.)
Abschnitt: Regesten, Grabschriften und Notizen zur Genealogie und Geschichte der Herren von Zelking, gesammelt von Friedrich Kern.
Quelle: Heraldisch genealogische Zeitschrift. Organ des heraldisch genealogischen Vereines Adler in Wien. Nr. 1. Wien, Jänner 1873. III. Jahrgang.
Im PDF Seite 580 von 617. Im Druck Seite 181.

Als von Kogel wurde er 1303, 1304, 1305 und 1308 genannt. 17)
1303. 6. Jänner, Herzogenburg, HZBG, U XXXII, 26 et
[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 5.7.2024:
Abschrift 02 Urkunde im Register Nummer 2.8]

1304. 10. August, NÖUB I, 213, 175 et
1305. 13. Oktober, St. Pölten, NÖUB I, 216, 178, et
1308. 25. März, HZBG, U XXXLX, 24, AÖG, S 281)
[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 5.7.2024:
Abschrift 02 Urkunde im Register Nummer 2.9]

Aber die Eisenbeutel hatten damals noch anderen Besitz im südlich liegenden Penzing, den die Brüder Niclas und Ditmar an Chunrat den Eisenbeutel weiterverkauften. 18)
(1320. O. D., NÖLA, Hs 5, Bd. V, Strein)

Der Sohn des Forstmeisters Seifrit hat nach 1329 aus dem Urbar der erkauften Feste, Gut bei dem Kogel, zu Pentzing, zu Hagenau und das Holz Wolfsleuten an Ott von Kierling verkauft. 1332 verliehen die Söhne des Ott, Dietrich und Alber von Chirchling, diese Güter um 92 Pfund an Ott und Wernhard von Chaertzingen weiter. 19)
(1332. 1. November, Wien, HHSTA)

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 20.7.2024:
Eintrag ohne Bild im Österreichischen Staatsarchiv gefunden, siehe unter 02 Urkunden im Register 2.17.1.

Chaetzing ist unbekannt. Warum Ott von Chirchling diesen Besitz erworben hat, ist nicht belegbar. Es ist kein Ansitz bekannt, der den Kierlingern damit eine Besitzvergrößerung gebracht hätte. Ott war mit Alheid von Winckel verheiratet, 1305 hat er 1/4 der Feste Rastenberg erworben. Das Geschlecht führte eine Lilie im Wappen. Wenig später verkaufte Weichart von Toppel mit seinen Söhnen Jans, Weichart und Niclas das bereits herzogliche Lehen, das Haus zum Kogel, das Dörfchen Geräut, das er dazu gekauft hatte, den Eisenbeutelhof, Geld zu Röhrenbach und den Rutzmayrhof an die Herzöge Alber und Ott um 1150 Pfund Wiener Pfennige. 20)
(1335. 15. August, Wien, HHSTA, Lichn. III., 1048)
[Abschrift siehe unter 02 Urkunden im Register Nummer 2.17.5.]

Geräut dürfte Kreuth bei Rappoltenkirchen sein, der Eisenbeutelhof, der unter dem Hause Kogel lag, ist nicht mehr feststellbar, wird aber unter Sieghartskirchen genannt. Rörenbach und Rutzmayrhof waren Lehen des Graf Chunrat von Schaunburg, von dem es der Topler erworben hatte. Wernhard von Schaunburg war 1312 Besitzer des Gutes Dietersdorf. 21)
(1312. 23. Mai, OÖUB V., 76, LXXVII, A. Gschwendt. Vorher hatten es die Brüder Friedrich und Chunrat von Dietersdorf, von seinem Vater verliehen, besessen! Waren dies die Eisenbeutel Chunrad III. von Kogel uns sein Bruder Friedrich, die sich nach Burgstall nannten?)

Wie Weichart der Toppler zu diesem Besitz gekommen ist, ist nicht nachweisbar. Die hier genannten Söhne des Weichart sind aus seiner ersten Ehe mit Elisabeth, deren Geschlecht nicht bekannt ist. Weichart war zusammen mit seinen Brüdern bei der Erbteilung unter den Söhnen des Weichart des Alten von Toppel 1315 das Haus St. Veit zugefallen. Da die Urkunde im HHSTA aufbewahrt wird, ist das Fehlen des Vorbesitzers umso unverständlicher, da er ja nachgewiesen werden mußte, um den Verkauf abzusichern. Die Kierlinger haben Besitz verliehen, der nicht herzogliches Lehen geworden war, da der Sohn Ludwigs von Döbling diese Teile vorher aus dem Urbar verkauft hatte. Dazu brauchte er keine Zustimmung des Herzogs, also war die Feste ursprünglich freies Eigen, auch als sie in den Besitz der Eisenbeutel kam oder schon von den Lengenbachern diesen übertragen worden war. Da Ludwig von Döbling um 1329 starb und Söhne hinterließ, könnte der Toppler noch von ihm gekauft haben.

Graf Chunrat von Schaunburg übergab im Monat des Ankaufes des Hauses Kogel den Herzögen die Eigenschaft des Rutzmairhofes mit Zubehör und alles Gut zu Rörenbach, das Weichart von ihm zu Lehen gehabt hatte. 22)
(1335. 24. August, HHSTA, Lichn. III. 1051, OÖUB VI., 177)

Die Herzöge dürften Burggrafen eingesetzt oder die Feste verpfändet haben. Ein damals bereits verstorbener Chunrad von Chogel hatte 1344 die Brüder Leupold und Reinprecht Vleischleich. 23)
(1344. 22. Feber, Hueber, Tab. XV, 7, Bl. F. LK NÖ, XIV, S 125)
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec (5.6.2024): Jahr 1880, Artikel Dr. Anton Kerschbaumer „Die Veste Kogel bei Rappoltenkirchen“. Eine Abschrift liegt bereits vor. Siehe hier in den Registern C 12 und C 13.

[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 6.7.2024:
Abschrift der drei Urkunden siehe 02 Urkunde im Register Nummer in den Registern Nummern 2.10, 2.11 und 2.12.]
Online-LINK zur Ausgabe N.F. 14.1880 (Homepage Land NÖ). Im PDF ab Seite 127 von 464: !Blaetter!1880.pdf (noel.gv.at)

Chunrat von Tiernstein hatte 1347 Irrung mit seinem Lehensmannen Dietrich und Leupold von dem Kogel. Der Streit wurde von seinem Vettern Turs von Tiernstein und Friedrich dem Heusler entschieden. 24)
(1347, o. D., NÖLA HS 5, Bd. V.)

Leopold von dem Kogel verkaufte 1364 an Marchart von Tirnstein Gülten zu Sitzental. 25)
(1364, o. D., NÖLA, HS 5, Bd. V, S 237 ff. Sitzental, Weigl, S 368, Gmd. Loosdorf, GB Melk)

Graf Chunrad von Schaunburg gab nach dem Tode der Agnes (von Atzenbruck), Witwe nach Chunrat V. von Osterburg, 1347 an die Töchter Anna, Gattin des Chunrad des Scheuerbeck und Agnes, Gattin des Marchart von Tiernstein, deren Morgengabe, das Dorf Sieghartskirchen. 1348 nannte Strein einen Marchart von dem Kogel, der Chunrat dem Eisenbeutel seine Lehenschaft gab, während Helnweg von Sieghartskirchen diesen Chunrad seinen Lehensherrn nannte. 26)
(1347 und 1348, HS 5. Bd. V.)

Vermutlich war Kogl damals im Besitze der Tiernsteiner. 1354 saß Mert der Jud mit seiner Gattin Magdalena, ein Bürger von Passau, zu Kogel. Zusammen mit den 3 Brüdern seiner Frau verkaufte er an Abt Peter von Säusenstein. 27)
(1354. 3. Mai, ÖNB, CVP 12499)

1368 ist Friedrich der Seebeck von Rörenbach unter den 10 Bürgen für Leutod von Rentzleinsdorf gegenüber Weichart von Toppel. 28)
(1368. 31. Mai, NÖLA, U 5357)

Um 1380 erhielt Wolfgang der Seebeck von Kogel Zehent in Pirichenwart auf 5 ganzen Lehen. 29)
(ca. 1380, NÖLA, HS 951, LB A III., 113)

Genglein dem Seebeck wurde 1394 von Jorig dem Chobling die Feste Chogel mit allem Zubehör gepfändet. 30)
(1394, o. D., HHSTA, HS, W 18, 115r)

Chobling war wohl ein Dienstmann der Sindelburger bei Amstetten. Die Feste war also im Besitze der Seebecken. 1403 wurde Hans von Kogl genannt, der ein Eyczinger war und von Herzog Albrecht auch das Haus zum Kogel erhielt. 31)
(1403. 29. Juli, F II/59, 187 et
11. November, F II/59, 188 et
1415. 16. Jänner, LB A V., 85b)


Gleichzeitig erhielt aber auch Göschl der Innprucker um 1408 Gut zu Penzing, zu Geigelberg, auf der Hagenau, Geld und Getreide-Zehente, zu dem Kogel 1 Traid-Zehent. 32)
(ca. 1408. LB A V., 58)

Später erhielt Christoph der Innprucker diese Güter nach seinem Bruder. 33)
(ca. 1416. LB A V., 112b)

Die Burg wurde 1415 von Herzog Albrecht besetzt, weil Hans einen Einfall in Mähren unternommen hatte. Er erhielt zwar das Lehen zurück mußte aber die Burg abbrechen. Sie ist seither nicht mehr aufgebaut worden. 34)
(1415. 16. Jänner, Not. Blatt 1853, S 335, Büttner 5, S 48)

[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 26.6.2024: Eine Abschrift der Urkunde über den Abbruch der Burg ist vorhanden – siehe 02 Urkunden im Register Nummer 2.14.]

Hans von Eyczing wurde 1402 als Burggraf von Starhemberg genannt. 35)
(1402. 26. Juli, Orig., HKA, M 1163)

Nach dem Zuspruch durch den Landmarschall erhielt Caspar der Innprucker die Lehen nach Christoph dem Innpruker, 1455 erhielt sie Christoph II. 36)
(1428. 15. Juli, Q I/4, S 268 et
1455. 16. Dezember, Wien, Not. Blatt 1864, Nr 95, f 84)


1444 hat auch König Friedrich Christoph den Innprucker mit den Gütern zu Pentzing u. a. belehnt. 37)
(1444, o. D., Q I/5, 4908, aus LB 1440 - 80)

Weiterhin bestand das Amt Kogel, 1454 verlieh Siegmund von Eyczing als Forstmeister Wiesen in der Panau in diesem Amte. 38)
(1454. 31. Mai, HKA, M 977, Original, Siegel fehlt, auch HA, W 65/E, f 1248, Museum Pressbaum. Rentzendorf ist Ranzelsdorf, R 85, GB Tulln)

Das öde Haus und Purchstal zu dem Kogel erhielt Burkhart der Kyenberger durch König Ladislaus zusammen mit der Feste Eczleinstorf und mit Hölzern. Es wurde als sein Erbe bezeichnet und lag in der Sieghartskirchner und Rappoltenkirchner Pfarre. 39)
(1455. 25. April, Not. Blatt 1854, f 256, Nr 115)

Burghart war mit Anna, Witwe nach Friedrich dem Mülwanger verheiratet. Durch sie war er mit dem Burgstall Ror belehnt gewesen. Er bezog einen Jahressold von 50 Pfund, mit dem ihn Kaiser Friedrich auf die Ämter wies, die die Klosterneuburger innehaben. 40)
(ca. 1430. Burgstall Ror, LB A V., 71b et
1456, Montag nach Letare, Wien, NÖLA, HS 5, Bd. V., 99)


1466 erhielt er die Dörfer Elsbach und Ried und war 1469 Pfleger auf Schloß Pottenburg. 41)
(1466. 27. Juni, Chmel 4536, HHSTA et
1469. 14. Jänner, Chmel, 5529, HHSTA)


1486 verkaufte er als Hauptmann zu Tulln die Feste Pielachhag. 42)
(1486, o. D., NÖLA, HS 5, Bd. V.)

Sein Vater dürfte Hans der Chienwerger gewesen sein, der als Hans von Kogel bekannt ist. 43)
(1439. 28. Feber, F II/69, 467)

Die Burg Eczleinstorf soll in Atzelsdorf bei Michelhausen gelegen haben. Um 1460 ist ein Hans von Kogel, vermutlich der Sohn des Burkhart, genannt, der um 1495 die Feste Mergersdorf erhielt. 44)
(ca. 1460. AfNÖ, Walseer LB 17/6, 93 et
1495, LB 17/9, 192 r)


Kogel blieb nun mit dem Sitz Etzleinsdorf verbunden, der 1506 an Wolfgang von Lappitz und seine Brüdern Hans und Ulrich kam. 45)
(1506. 3. Oktober, Graz, LB 17/10, 119)

Bereits 1493 hatte Lasla Prager u.a. Besitz in Geiglberg, Pentzing und Hagenau erhalten. 46)
(1493. AfNÖ, LB 17/8, 156r)

Andreas von Lapitz aber muß Atzleinsdorf mit Kogel besessen haben, er war 1491 mit der Feste Rappoltenkirchen belehnt worden. 47)
(1491, LB 17/10, 119)

Wolfgang wurde auch 1522 belehnt. 1531 erfolgte eine Belehnung des Hans von Lappitz als Gerhabe für den Sohn seines Bruders, Ulrich von Lappitz. 48)
(1522, LB, L, 98 et
1531. 19. Juni, LB 17/15, 40)


Weitere Belehnungen erfolgten 1536 und 1540. 49)
(1536. 19. Juni, Wien, LB 17/15, 236r et
1540. 24. Oktober, LB 17/16, u)


Mit der Feste Rappoltenkirchen ging auch das Amt zu Kogel an Georg von Bassey über. 50)
(1548, o. D., LB P, 62)

Die Pfarre Sieghartskirchen hatte auch Wein-, Korn- und Hafer-Zehente am Kogel. 51)
(1559. 3. April, AE, OW 368)

1594 wurde Aeczelstorf als Schloß bezeichnet, mit dem öden Burgstall zu Kogel gehörte es zur Feste Rappoltenkirchen. 52)
(1594. 9. September, Schallaburg, Beschreibung zum Kaufanschlag über Rappoltenkirchen durch den Freiherrn von Stein auf Sixental, Inhaber von St. Pölten. HKA, HA, R 15, f 228)

1601 werden Hofgrund, Äcker und Wismad zum Eisenbeutelhof eigentümlich, 53)
(1601. 22. September, AE, OW 105, f 9)

1627 wurde der freie Edelmannsitz und Burgstall Kogel genannt. 54)
(1627. 14. August, OW 105, f 16, Blätter f. LK 1880, S 121)
[„Blätter f. LK 1880“ ist der zuvor erwähnter Artikel Dr. Anton Kerschbaumer]

Franz Joseph Waldforttner verfaßte 1724 einen erhalten gebliebenen Plan des Amtes Kogl bei Rappoltenkirchen. 55)
(1724, o. D., Museum Preßbaum, unter Obr. JM Amt, C 41, jetzt HHSTA, Obr. JM Amt, Karten IV/61)

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 28.7.2024:
Eine Recherche am 1.2.2024 ergab einen Treffer im Staatsarchiv (nur Text, kein Bild). Siehe mit anderen Quellen unter 02 Urkunden in den Registern Nummer 3.7, 3.8, 3.49.
Nachtrag, 1.9.2024: Von den Waldämtern (mit Kogl und Ried) und nur vom Koglinger Amt fanden sich bei W. Twerdy zwei Pläne. Siehe unter 01 Karten Nummer 39_Twerdy_Plan_Waldamt.

1741 ermächtigte Cardinal von Lamberg, Bischof von Passau, den Rentmeister in Königstetten, den 1/2 und 1/4 Traid-Zehent am Kogel u.a. an Reichsgraf Johann Ferdinand von Kufstein, den Inhaber der Herrschaften Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen zu verkaufen und diesen aus der Einlage Zeiselmauer abschreiben zu lassen. 56))
(1741. 15. Juni, OW 105., f 35)

1786 wurde die Gemeinde Kogl unter der Nummer VOWW 374 als Herrschaft Rappoltenkirchen geführt. 57)
(1786. 24. Oktober, NÖLA, VOWW 374)

Kogel hatte 33 Haus, Rernbach 31, zusammen also 64 Haus.

Folgende Riede wurden genannt:
1. Ried: Ortsplatz
2. Ried: Mitterfeld
3. Ried: Gmainwald (kein Wald)
4. Ried: Odenberg
5. Ried: Haizengrub
6. Ried: Grieswiesen
7. Ried: Ramwiesen
8. Ried: ödes Schloß
210, Haus 28  2 Joch  931 Klafter
212  2 Joch  1268 Klafter
214, Haus 3  1 Joch  309 Klafter
9. Ried: Parzfeld
10. Ried: Mühlacker
11. Ried: Leithnerin
12. Ried: Haitzengrub
13. Ried: Frauenberg
340, Wienersdorf 9   6 Joch  950 Klafter
314, Erla 8  7 Joch, 339 Klafter
342, zu Kogel 24  2 Joch,  849 Klafter
343, Freundorf 7  3 Joch  1108 Klafter
348, Herrschaft, Haberg  168 Joch  44 Klafter
349, Herrschaft, Königswald  6 Joch   367 Klafter
                             dient Baumgarten
350, Herrschaft, Fleischacker  1 Joch,  893 Klafter
                             dient Tozenbach
14. Ried: Rernbach
15. Ried: Hinterfeld
16. Ried: Brunnfeld
17. Ried: Kreuzfeld
18. Ried: Todterfeld
19. Ried: Langwiese
20. Ried: Leithenfeld
21. Ried: Forderberg
22. Ried: Pfennigwert
23. Ried: Buchgraben
24. Ried: Gächhölzer
843, Haus 15  2 Joch  1482 Klafter
844, Haus 12  3 Joch  252 Klafter
845, Haus 19  2 Joch  1496 Klafter
846, Haus 14  1438 Klafter
847, Haus 18  660 Klaftter
848, Haus 16  900 Klafter
849, Haus 19  909 Klafter
850, Haus 7  990 Klafter
851, Haus 17  901 Klafter
852, Haus 15  1007 Klafter
853, Herrschaft Tulln 2 Joch  1207 Klafter
855, Haus 23  3 Joch  135 Klafter
856, Haus Judenau 22  12 Joch  897 Klafter
857, Haus 14  3 Joch  291 Klafter
858, Haus Judenau 22  2 Joch  1332 Klafter
859, Haus 22  2 Joch  646 Klafter
860, Haus Grabensee 7  2 Joch  1330 Klafter
861, Langenrohr 20  14 Joch  68 Klafter
862, Gemeinde Prießling 2 Joch  558 Klafter
863, Prießling 5  919 Klafter
864, Prießling 8  752 Klafter
865, Prießling 7  1 Joch  1471 Klafter
866-873, Prießling  11 38/64 Joch
874 Herrschaft Judenau 13 Joch  1139 Klafter
875-883 Judenau   6 22/64 Joch 463 Klafter
889, Gemeinde Prießling 19 Joch   740 Klafter
890 Grabensee  1122 Klafter
891, Kogel, Haus 1  1 Joch  636 Klafter
892, Haus 12  6 Joch 375 Klafter
893, Sieghartskirchen 30  2 Joch 611 Klafter
894, Kogel 7  4 Joch  775 Klafter
896, Wienersdorf 20  2 Joch 1269 Klafter
897, Ringelsdorf 9  2 Joch  1464 Klafter
898, Prießling 3  4 Joch 1124 Klafter
900, Gemeinde Wienersdorf 6 Joch 1400 Klafter
901, Wienersdorf 17  3 Joch  19 Klafter
902, Gemeinde Rernbach 3 Joch  493 Klafter
903, Rernbach 15  5 Joch  850 Klafter
906, Rernbach 12  72 Klafter

Josef Hofer war Richter in Kogel, Johann Josef Weninger Verwalter der Herrschaft, Paul Binder war Richter zu Rernbach.

Gesamtausweis:
Äcker  442 18/64 Joch  6 Klafter
Wiesen 254 2/64 Joch  6 Klafter
Weingärten  30 35/64 Joch 18 Klafter
Wald  486 6/64 Joch  19 Klafter
hievon dominical  183 29/64 Joch  1 Klafter

1822 erhielt die Katastralgemeinde Kogl die Nummer 405 im VOWW. 58
(1822. 21. April, Tulln, VOWW 405, BAfEuVW)
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 24.6.2024:
BAfEuVW = Bundesamt für Eich- und Vermessungwesen. Als der Franziszeische Kataster noch nicht Online war, konnten die Mappen digital bestellt werden.

Sie grenzte nördlich an Röhrenbach und Sieghartskirchen, westlich an Wimmersdorf und Stratzing, südwestlich an Geiglberg und Dornberg, südlich an Hohenau und östlich an Penzing, Rappoltenkirchen und Kreut.

Summe aller Grundparzellen:  468 Joch  170.2 Klafter
Summe aller Bauparzellen:  7 Joch  397.2 Klafter
Gesamtfläche:  475 Joch  567.4 Klafter
Wald gab es nur im privatem Besitz:
Schloßberger Ecken, 506, 509, 510, 520, 521, 524, 546, 548, 579, 582, 583
gesamt  15 Joch  1297 Klafter
hievon 521  8 Joch  378.5 Klafter

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 25.7.2024:
Ein Auszug aus dem Parzellenprotokoll vom April 1822 sehen Sie im Register 01 Karten Nummer 33_Parzellenprotokoll.


IV.L.) Markersdorf – Marchwardsdorf
Seiten 278-279.
Markersdorf liegt an der rechten Seite der großen Tulln, nicht direkt am Ufer, sondern an einer kleinen Straße, die mit dem Ortsgebiet endet. Später wird von einem Landgericht Markersdorf gesprochen, doch welche alte Herrschaft ist hier gemeint? Am Waldrand liegt die kleine Siedlung Haag und fast daneben die völlig frei stehende St. Laurenzi Kirche, die auf ein hohes Alter hinweist. Das nördlich gelegene, 1211 genannte Grabensee gehörte mit Siegersdorf 1787 zur Herrschaft Judenau. Markersdorf gehörte mit Haag, Emmersdorf und Almersberg zur Herrschaft Neulengbach. So könnte es tatsächlich einmal zur Herrschaft Burgstall gehört haben. Die St. Laurentius Kirche erinnert an die Ungarnzeit, wahrscheinlich an die Rückeroberung des alten Gebietes. Haag, H 34 ist nach Weigl erst 1591 sicher genannt, Emmersdorf E 158 erst 1365 und Almersberg, A 114 erst 1529. […]

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 25.7.2024:
Da im Scann für das Gemeindearchiv das Erscheinungsjahr nicht ersichtlich war, wurde am 13.7.2024 im Internet recherchiert und eine Internetseite gefunden [Ober st. Veit an der Wien. Eingestellt von „hojos“ im Juli 2014. Online-LINK Au und Auhof – Haviwa (1133.at)], mit folgenden Informationen zu „Ludwig von Döbling“:

Lucie war die Tochter des Forstmeisters Ludwig von Döbling, der sich ab 1311 nach seinem Ansitz „von Kogel“ nannte. Vor seiner Tätigkeit als Forstmeister war er Schaffer der Klosterfrauen von Tulln in deren Dorf Döbling gewesen. Daher seine Nennung von „Döbling“.

Nach dem Tode seiner Tochter Lucie, die Ehe mit Niclas von Eslarn war kinderlos geblieben, verkaufte Ludwig von Kogel mit seiner Hausfrau Geisel und seinen Söhnen Chadolt und Seyfried den Hof zu Au, der Morgengabe an Lucie gewesen war, an Niclas von Eslarn, seinen Schwiegersohn.

Ludwig von Döbling - von Kogel bezeichnete den Hof zu Au als „von den Vorderen“ gekommen.

Nachtrag zur obigen Anmerkung, 1.9.2024:
Eine Kontrolle des Links ergab in der Google-Suche einen ähnlichen Treffer. Wienbibliothek Digital: Die Wiener Ratsbürger des 14. Jahrhunderts. Online-Link: Zweiter Teil Die ratsbürgerlichen Familien.
Siehe Seite 275, Nummer 47:
47. Lucia (vor 1318), die zweite Frau Niklas I., s. dort, war eine Tochter Ludwigs vom Chogel, des Forstmeisters in Österreich.   204)
204) Top. N.-Ö. 2/722 b sowie Urk. 110 und 127 d. n.-ö. Land.-Arch.

Online-Link: Niklas von Eslarn – Wien Geschichte Wiki
Niklas von Eslarn
Biografie

Niklas von Eslarn wurde vor 1264 geboren und wird urkundlich am 16. Mai 1288 erstmals genannt. Er war der Sohn von Konrad Eslarn dem Älteren. Der Name seiner ersten Gattin (vor 1318) ist nicht bekannt. Seine zweite Gattin (vor 1318) hieß Lucia und war die Tochter des Forstmeisters in Österreich Ludwig vom Chogel. 

Veröffentlich am 26.7.2025

C 32   ohne Jahr, Kopie Wikipedia Seite

Erhalten aus Privatbesitz ohne Quellenangabe. Laut Recherche am 29.8.2024 ist es diese Internet-Seite - LINK.

Burgruine Kogl

Alternativname: Burg Kogl

Entstehungszeit: um 1200

Burgentyp: Höhenburg, Spornanlage

Erhaltungszustand: Burgstall

Geographische Lage
48° 13‘ 35,1‘‘ N
15° 59‘ 33,5‘‘ O

Höhe: 269 m. ü. A.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 2.6.2024:
Die Bezeichnung Burgruine ist irreführend. Im Vergleich zur Burgruine Ried am Riederberg sind in Kogl keine Überreste sichtbar.

Die Burgruine Kogl ist eine in Kogl im Wienerwald gelegene abgegangene Hausberganlage (Motte), die wahrscheinlich um 1200 entstand und bereits im 15. Jahrhundert wieder abgebrochen wurde.

Geographische Lage
Die Höhenburganlage befindet sich unmittelbar östlich der Ortschaft Kogl auf einer 269 m hohen Hügelkuppe mit dem Flurnamen Schlossberg. Rund 500 m nordwestlich befinden sich die erkennbaren Reste einer möglichen Hausberganlage als Vorgängeranlage.

Geschichte
Die Ursprünge der Burg stehen in enger Verbindung mit dem Geschlecht der Eisenbeutel. 1311 verkaufte Weigand der Eisenbeutel die Burg an den herzoglichen Forstmeister Ludwig von Döbling;
sie gelangte durch einen weiteren Verkauf 1329 an Ott von Kierling.
1403 erhielt Hans von Kogl, ein Eycinger, von Herzog Albrecht V. das Haus zum Kogl.
1408 wurde der Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf von Parteigängern Herzog Leopold IV. von Habsburg auf der Burg festgehalten und erst gegen ein beträchtliches Lösegeld freigelassen.
Herzog Albrecht besetzte 1415 die Burg, da Hans einen Einfall in Mähren unternommen hatte. Hans erhielt das Lehen zwar zurück, musste die Burg aber auf Weisung des Herzogs abbrechen, worauf sie nicht mehr aufgebaut wurde. [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 26.6.2024: Eine Abschrift der Urkunde über den Abbruch der Burg ist vorhanden – siehe unter Urkunden im Register 2.14.]

Beschreibung
Von der Burg selbst sind kaum noch bauliche Reste vorhanden. Die Kernburg stand auf einer Plattform von etwa 30 m Durchmesser, von zwei ringförmigen Gräben umgeben. Im Nordosten trennt ein Halsgraben die Anlage vom Hinterland.

Weiterer möglicher LINK:https://wiki.burgried.at/burgen/kogl

Veröffentlich am 26.7.2025

C 33   2001, Roland Dobersberger, "Sieghartskirchen, Ein Heimatbuch"

Seiten 162 – 165:

Kogl
Siedlungsgröße
In ha 270,71

Einwohnerzahlen
1795 bis 1890   -    Siehe Register C 16.
1971 97 Häuser, 253 Einwohner
1981 130 Häuser, 292 Einwohner
1991 142 Häuser, 299 Einwohner

Orthographie
1260/80 Chogel
1261 de Chogel
1271 Chogel
1313 haus zu dem Chogel
1335 Haus zum Chogel
1415 haus Kogel
1627 Khogel
Kogel bis in jüngerer Zeit (Topographie von NÖ, 1903)
amtliche Schreibweise Kogl

[Älteste urkundliche Nennungen:]

Etymologie:
„am Kogel, Berg“

Geschichtlicher Überblick:

Von dem Haus (= der Burg oder Veste Kogl) ist ein Erdwerk zu unterscheiden, welches beim Haus Nr. 25 und 26 noch zu erkennen sind. Büttner vermutet hier den in Urkunden genannten Ruetzenmayrhof.

Bereits 1281 nennt sich Konrad der Eisenbeutel nach Kogl, das aber bald an seinen Bruder Weigang übergeht. Die Eisenbeutel sind Gefolgsleute der Grafen Schaunberg. Schon 1252 hatte Weigand I. Eisenbeutel Schaunberger Lehen in Sieghartskirchen.  146)

(146: Näheres über die Eisenbeutel siehe Sieghartskirchen.)

1311/13 geht das Haus (= die Burg) Kogl von Weigand Eisenbeutel über den Forstmeister Ludwig von Döbling um 1200 Pfund an den Herzog über. Sie bleibt nicht als freieigener Besitz, sondern als landesfürstliches Lehen dem Forstmeister. Vor 1335 wurde der Hofmeister in Österreich Weichart von Toppel von den Herzogen mit der Feste Kogl, von den Grafen Schaunberg mit dem Eisenbeutelhof (siehe Sieghartskirchen) und dem Ruetzenmayrhof belehnt. Die genannten Besitzungen, beziehungsweise Lehen vekauft Weichart von Toppel den Herzogen, die damit die verlehnte Burg Kogl zurückgewannen. Den Ruetzenmayrhof übergaben einige Tage danach, am 24. August 1335, die Schaunberger an die Herzöge.

Um 1350 ist das Forstamt nach Ried verlegt. 1394 bis 1408 besaßen die Sepecken, ein Rittergeschlecht, das sich nach Seebach bei Neulengbach nannte, das castrum = Burg Kogl.

In diese Zeit (1408) fällt wohl das markanteste historische Geschehen, welches die Burg Kogl erlebt hat.

Die beiden herzoglichen Brüder Leopold und Ernst stritten sich um die Vormundschaft ihres minderjährigen Neffen Albrecht V. Dabei kam es in Wien zu einem Aufstand, den der damalige Bürgermeister Konrad Vorlauf dadurch im Keim erstickte, dass er fünf angesehende Handwerker am 8. Jänner 1408 enthaupten ließ. Diese Strenge wurde von Herzog Leopold und seiner Partei als Parteinahme ausgelegt. Nachdem Leopold die Vormundschaft nach Einigung mit seinem Bruder übernommen hatte, berief er unter Zusicherung freien Geleits den Bürgermeister Konrad Vorlauf und einige Stadträte von Wien am 9. April 1408 nach St. Pölten. Auf dem Rückweg, als sie gerade den Riederberg passierten, überfielen sie einige Strauchritter, an der Spitze Hans von Laun, der angeblich noch eine offene Geldforderung gegen Vorlauf hatte, und brachten diese und zwei weitere Stadträte gebunden auf die Burg Kogl. Erst nachdem Vorlauf alle Geldforderungen bestätigt und Herzog Ernst interveniert hatte, durfte Konrad Vorlauf nach Wien zurückkehren. Doch die Anhänger Leopolds zettelten wiederum einen Aufstand an. Vorlauf wurde als Anhänger des Herzogs Ernst verhaftet und nach einem Schauprozeß am 11. Juli 1408 am Schweinemarkt (heute Lobkowitzplatz) hingerichtet, selbst für die damalige Zeit eine ungeheure Bluttat.

Eine weitere Habsburgerfehde sollte die Burg Kogl selbst schwerstens in Mitleidenschaft ziehen. Hans von Eyczing, aus dem mächtigen Geschlecht der Eyczinger, hatte von Herzog Albrecht das Haus zu Kogl als Lehen erhalten. Die Eyczinger waren Anfang des 14. Jahrhunderts aus dem bayrischen Innviertel nach Niederösterreich eingewandert und hatten es durch Talent und Erbschaft vor allem nördlich der Donau zu riesigen Grundbesitz gebracht. Sie waren Großkapitalisten, die dem Herzog für seine Kriegsführung riesige Summen vorgestreckt hatten. Herzog Albrecht hatte am 2. Jänner 1415 feierlich einen Waffenstillstand mit den Großen Mährens geschlossen, als wenige Tage später Hans von Eyczing Streifzüge nach Mähren unternahm. Wohl auf Fürbitte der mächtigen Verwandten fiel die Straße gegen ihn nicht zu streng aus. Während das Lehen Kogl ihm verblieb mußte er bloß versprechen die Burg Kogl binnen zwei Monaten abzubrechen.  147)

(147: Die Urkunde ist vom 17. Jänner 1415 datiert.
Siehe dazu Kurz, Österreich unter K. Albrecht dem Zweyten, 1. Bd., 125 f. Dort Kogl fälschlich als Zogl bezeichnet und mit Zogelsdorf bei Eggenburg in Zusammenhang gebracht.)
[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 26.6.2024: Eine Abschrift der Urkunde über den Abbruch der Burg ist vorhanden – siehe unter Urkunden im Register Nummer 2.14. Hier ist das Datum mit 16.1.1415 angegeben.]

Ein Johann von Kogl ist noch bis 1439 genannt. 1455 erhielt Burkhart Kynberger  148)

(148: Oder „Kienberger“ siehe Henzing.)

das ererbte „öd haws und Purksthal zu dem Kogel“ von König Ladislaus Posthumus verliehen. Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts gehören die Gründe des ehemaligen Edelmannsitzes der Herrschaft Rappoltenkirchen. Auf Vischers Karte 1669/70 ist [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 23.6.2024: die Burg] Kogl noch eingezeichnet, nach den Urbaren war es längst verödet. Die Steine der Burg dienten den Koglern als Baumaterial, urkundlich erwähnt ist der Abbruch für den Bau des Pfarrhofs, den das bayrische Stift Baumburg 1763 errichten ließ. 1834 besichtigt Erzherzog Ludwig, Bruder des Kaisers Franz I. und Besitzer der nahen Herrschaft Reichersberg noch die Mauertrümmer der Burg. Heute erinnert lediglich der Flurnahme Burggraben und einige Mauerbrocken, die auf dem Hausberg herumliegen, an die einstige Burg. Als 1883 ein Feuer im Ort wütete, wurden die letzten Mauerreste der Burg zum Wiederaufbau der Häuser verwendet.

Postkarte (geschrieben 1909):
Blick auf Kogl vom Hausberg aus.
Kleine Zeichnung der Veste Kogel.
Kogl bei Sieghartskirchen. Von der einstigen Größe und Macht der Veste Kogel zeugt die historisch merkwürdige Begebenheit, daß die einstigen Besitzer derselben unter Herzog Leopold am Palmsonntage 1408 den damaligen Wiener Bürgermeister Namens Vorlauf mit fünf seiner Räthe auf dem Riederberge überfielen, dann monatelang im Burgverließ gefangen hielten und selbe erst gegen hohes Lösegeld freiließen. Die Veste wurde erst in den 10er Jahren gänzlich abgebrochen.

[Vischer siehe im Register 01 Karten Nummer 15_Vischer.
Die kleine Zeichnung der Veste Kogel wie im Register 01 Karten Nummer 7.2_Weitere_Ansichten_Burgruine.]

Veröffentlicht am 26.7.2025

C 34   2003, Dehio – Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs, Niederösterreich südlich der Donau, Teil 1, A bis L

Die Genehmigung zur Veröffentlichung der Texte (ohne Abbildungen) wurde am 29.8.2024 (Geschäftszahl GZ 2024-0.624.155) erteilt.
Quellenangabe wie in der Registerüberschrift angegeben.

KOGL. Gem. Sieghartskirchen. Polit. Bezirk Tulln

Ehem.[alige] Befestigungsanlagen. Erdwerk der Burg, ehem. mächtige Burganlage auf dem Schlossberg östl.[ich] oberhalb des Friedhofes, urk. 1255 Wolfgang von Kogl, Burg seit 1455 als öde bez.[eichnet]; keine Mauerreste erhalten, lediglich die stufigen Terrainformationen am Plateau des Berges lassen noch die ehem.[aligen] Verteidigungsanlagen erkennen.

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 35   2007, Zum europäischen Forschungsstand eines mittelalterlichen Burgentypus

Motte – Turmhügelburg – Hausberg 

Herausgegeben von:
Sabine Felgenhauer-Schmiedt,
Peter Csendes,
Alexandrine Eibner

Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich, 23/2007
Österreichische Gesellschaft für Mittelalterarchäologie

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 24.8.2024:
Aufgrund der Urheberrechtsanfrage für Bors – Ortswüstungen wurde in Erfahrung gebracht, dass die Bezeichnung ab Juni 2024 „Österreichische Gesellschaft für Mittelalter- und Neuzeitarchäologie“ lautet.

Inhalt:

Wissenwertes über Motte – Turmhügelburg – Hausberg, in verschiedenen Ländern, Niederösterreich Seite 249 / PDF 251

Aufgrund des Urheberrechtes können nur die Links, aber keine Abschrift veröffentlicht werden:

Link zur Homepage / Publikationen / Beitrag 23

LINK direkt zum PDF

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 36   13.07.2024, Chronik der Familie Seebacher

Interntet-Recherche 13.7.2024 - Hier gelangen Sie zur Original-Internetseite der Familie Seebacher.

Teilweise Abschrift - unsere Gemeinde betreffend:

Die Ritter von Seebach – Die Seebecken, Neulengbach, Niederösterreich.

Der Seebach in Neulenbach im Wienerwald gibt dem Ortsteil Seebach seinen Nahmen. Die Ritter von Seebach gehörten zum österreichischen Landadel, sie verbreiteten sich im 13. bis 14. Jahrhundert in Niederösterreich bis Wien. In den ältesten Urkunen werden sie als „Von Seebach“ geschrieben, um 1320 dürfte sich der Name Seebeck in den verschiedensten Schreibweisen durchgesetzt haben (Sebeck, Sepeck, Sepech, Sebekch, Seebeckh, Sewechk). […]

Stammsitz der Ritter von Seebach war eine Burg mit Ringgraben, wo heute die Kirche Seebach steht. Die Burg gehörte wohl zum Burgengürtel am Rande des Wienerwaldes der als Verteidigungslinie gegen die Ungarn errichtet wurde. […]

Gottschalk Sebech und seine Frau Guta sind 1322 in Neulengbach dokumentiert. Sein Bruder ist Dietrich der Sebech von Melk (1322, 1344, 1347). 1323 kaufen Meinhard Sebech und seine Frau Margarethe einen Hof in Gollarn. (9)

(9) Eveline Brugger, Birgit Wiedl, Regesten zur Geschichte der Juden in Österreich im Mittelalter, Band 1, Studien Verlag, Innsbruck 2005.

Friedrich der Seebeck besitzt 1368 die Burg Röhrenbach/Ranzenbach und die Herrschaft Kilb; […]

Jakob von Seebeck    […] Er ist auch oberster oberster Jägermeister, das oberste Jägermeisteramt war erblich und wurde von 1428-1468 von den Seebecks ausgeübt, es war mit dem Amtslehen auf Burg Rappoltenkirchen/Rapotenkirchen verbunden. Die Seebecks wandelten die Burg in ein Schloss um. […]

Seit Bruder Diepold (Tybolt) (verh. 1456 mit Barbara, 1465 Ursula), ist ebenfalls Lehensinhaber auf Burg Rappoltenkirchen. […]

Bernhard Seebeck siegelte von 1465 bis 1492 Urkunden in Wien. 1460 verzichtete er auf das Erbe das er von seinen Vettern Jakob und Tibolt bekommen hat. 1468 verpfändet Tibold die Burg Rappoltenkirchen an ihn. Er dürfte der letzte männliche Seebeck gewesen sein. (29)

(29) Niederösterreichisches Landesarchiv (NÖLA), Urkundensammlung des Ständischen Archives, StA Urkunde 2999 und 3028.


Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 15.7.2014:
Nach Entdeckung und Abschrift wurde in den Heimatbüchern wegen Röhrenbach recherchiert.

Internet-Recherche zum Burgrecht:
LINK https://de.m.wikipedia.org/wiki/Burgrecht

Im österreichischen Raum war Burgrecht eine nicht ablösbare Kapitalrente.
LINK INK https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Grundrecht

Grundrecht (ius proprietatis, ius fundi), das Eigentumsrecht an städtischem Grund und Boden. Der Grundherr kann ihn besitzen (Volleigentum) oder verleihen („zu Burgrecht", ius civile; nicht zu verwechseln mit dem Darlehen zu Burgrecht). Der Besitzer zu Burgrecht hat dem Grundherrn den Grundzins (ius fundi) zu leisten. Das Grundrecht ist gegenüber dem Besitz zu Burgrecht der primäre Besitztitel.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 24.8.2024:
Bezüglich Burg Röhrenbach und Hof Gollarn wurde mit der Familie Seebacher Kontakt aufgenommen. Ziel ist ein Austausch der Quellen.


Aktueller Stand zum 30.7.2025: Der Quellenaustausch fand im September 2024 statt. Eine Auswertung für die Gemeindehomepage ist noch nicht erfolgt.

Veröffentlicht am 30.7.2025

C 37   2015, Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld

Text

Online-Link zur Universität Wien.
Auf dieser Seite können Sie die Dissertation herunterladen oder im Browser öffnen: u:theses | Detailansicht (36096) (univie.ac.at)

Dissertation, Universität Wien
Verfasst von Mag. Günter Marian, MAS

Aufgrund des Urheberrechts folgt eine Zusammenfassung:

Seiten 254 - 257, 3.1.1. Wolfker von Kogl
* Wolfgherus de Chogel
* Vogt- und Marchfutteramt
* Konrad und Wolfger Gebrüder von Kogl
* Gottschalk von Kogl

Des weiteren ab Seite 320: VIII. Die Herrschaft Ried am Riederberg

Veröffentlicht am 30.7.2025